Buchverlosung: Gewinnt einen spannenden Schottland-Krimi aus dem Hause HarperCollins!

Es ist mal wieder höchste Zeit für eine Buchverlosung!

Auf Euch wartet ein nagelneues und ungelesenes Exemplar des Schottland-Krimis „Tödliches Treibgut“ von Denzil Meyrick. „Tödliches Treibgut“ ist am 8. Mai 2017 bei HarperCollins Germany erschienen und bildet den fulminanten Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe um DCI Jim Daley und seinen Partner Brian Scott. Die beiden sind ein tolles Team und mich hat dieses Buch so begeistert, dass es auf Platz 2 meiner Krimi-/Thriller-Top 3 des Jahres 2017 landete.

Worum geht’s?

Zerklüftete Felsen reichen bis in die Brandung hinein, ein entstellter Körper liegt verdreht dazwischen im Sand. Dieser Anblick bietet sich DCI Jim Daley, den es von den rauen Straßen Glasgows an die sonst beschaulichen Strände der Kintyre-Halbinsel verschlägt: Mit seinem Partner DC Scott wird er in das Fischerdorf Kinloch beordert, da sich die örtliche Polizei mit der dort angespülten Frauenleiche überfordert zeigt. Während sie innerhalb der verschworenen Dorfgemeinschaft ermitteln, müssen die beiden feststellen, dass jemand bereit ist, dafür zu töten, dass bestimmte Fragen ungestellt bleiben …

Ein Klick auf das Cover führt Euch direkt zum Buch auf der Verlagshomepage.

Tödliches Treibgut© Kurzbeschreibung und Cover: HarperCollins Germany

Auf den zweiten Band der Reihe müssen wir gar nicht mehr soooo lange warten: Am 2. Mai 2018 erscheint „Der Pate von Glasgow“.

Wie könnt Ihr mitmachen?

Tragt einfach Euren Namen und Eure E-Mail-Adresse in das untenstehende Gewinnspielformular ein, wählt die richtige Antwort auf die Gewinnspielfrage aus und sendet das Ganze ab.

Teilnahmebedingungen

1. Verlost wird ein Exemplar des Krimis „Tödliches Treibgut“ von Denzil Meyrick – nagelneu und ungelesen.

2. Die Verlosung läuft im Zeitraum vom 31. Januar 2018 bis zum 22. Februar 2018, 24:00 Uhr. Zum Teilnehmen muss das untenstehende Formular vollständig ausgefüllt und abgeschickt werden. Der/die Gewinner/in wird am 23. Februar 2018 aus allen fristgerecht eingegangenen Einsendungen mit der richtigen Antwort per Losverfahren ermittelt und dessen/deren Name hier bekanntgegeben. Mit dem Absenden des Formulars erklärt sich der/die Teilnehmer/in damit einverstanden, dass sein/ihr vollständiger Name im Gewinnfall hier veröffentlicht werden darf.

3. Mitmachen kann jede/r mit Hauptwohnsitz in Deutschland, der/die mindestens 18 Jahre alt ist. Mit dem Abschicken des Formulars bestätigt Ihr, dass Ihr volljährig seid.

4. Keine Barauszahlung möglich.

5. Keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postweg verloren geht.

6. Bitte nur 1 x mitmachen! Mehrfachteilnehmer/innen werden disqualifiziert.

7. Ihr müsst zur Teilnahme nicht zwingend meinem Blog oder meiner Facebook-Seite folgen. Ich freue mich aber selbstverständlich immer über neue Follower meines Blogs, meiner Facebook-Seite, meines Twitter– und meines Instagram-Accounts.

8. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

9. Eure Daten werden ausschließlich im Rahmen der Verlosung verwendet und NICHT weitergegeben. Nach erfolgter Auslosung werden die Daten gelöscht.

Jetzt teilnehmen!

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Frisch rezensiert: „Sieh nichts Böses“ von Inge Löhnig

Sieh nichts Böses. Hör nichts Böses. Sag nichts Böses.

Meine Bewertung: ★★★★★

Sieh nichts Böses
© Ullstein Buchverlage

Wer kennt sie nicht, die drei weltberühmten weisen Affen, die für „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“ stehen? Relativ unbekannt hingegen ist die Tatsache, dass es noch einen vierten Affen gibt, dessen Arme seinen Unterleib bedecken. Seine Botschaft lautet: „Tu nichts Böses“. Genau ein solches Exemplar entdeckt Kommissar Konstantin Dühnfort nach dem Fund einer Wachsleiche im Forstenrieder Park.

pexels-photo-134403.jpeg© Pexels

Während Dühnfort und sein Team die Identität der toten Frau und die Bedeutung der seltsamen Grabbeigabe zu klären versuchen, wurde seine Frau und Kollegin Gina hinter den Schreibtisch verbannt: Sie ist mit ihrem ersten Kind schwanger, das – wie sich später herausstellt – mit dem Down-Syndrom zur Welt kommen wird.

Auch mit dem achten Fall für den Münchner Ermittler Konstantin Dühnfort ist Inge Löhnig ein vielschichtiger Kriminalroman gelungen, der an keiner einzigen Stelle langweilig wird. Sie schafft es spielend, die Spannung über alle 448 Seiten hinweg fortwährend aufrechtzuerhalten.

Im Vordergrund steht natürlich der mysteriöse Leichenfund im Forstenrieder Park, aber auch Dühnforts Privatleben wird beleuchtet. Die Autorin stellt ihn und seine Partnerin Gina vor eine schwierige Frage: Sollen die beiden ihr am Down-Syndrom leidendes Kind bekommen oder steht gar eine Abtreibung zur Debatte?

Inge Löhnigs Krimis haben eine Besonderheit: Sie gehen weit über den eigentlichen Kriminalfall hinaus, ohne diesen in den Hintergrund zu drängen. Und sie sind niemals oberflächlich. In „Sieh nichts Böses“ wirft die in München lebende Autorin einen Blick hinter die Kulissen der glanzvollen Fassaden von zwei scheinbar makellosen Familien, stellt aber fest, dass das Motto „Mehr Schein als Sein“ in diesen Fällen absolut zutrifft.

Geldprobleme, zerrüttete Familienverhältnisse und Eltern, die den Berufswunsch ihrer Kinder torpedieren: in „Tatort“-Kritiken werden derlei traurige Tatsachen gern mit „sozialkritisch“ umschrieben. Ein treffendes Attribut für Inge Löhnigs Krimis.

„Sieh nichts Böses“ reiht sich problemlos in die beliebte Dühnfort-Reihe ein. Der Kommissar ist keine verkrachte Existenz, kein Bad Cop mit verpfuschtem Leben, sondern ein ganz normaler Mensch. Und ein sympathischer noch dazu.

Wer einen fesselnden Krimi sucht, der tiefschürfend und gleich auf mehreren Ebenen packend ist, wird bei „Sieh nichts Böses“ voll auf seine Kosten kommen.

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Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Sieh nichts Böses“

Zum Buch bei vorablesen.de: „Sieh nichts Böses“

Zur Homepage der Autorin: Inge Löhnig

Zur Facebook-Seite der Autorin: Inge Löhnig

Frisch rezensiert: „Born Scared“ von Kevin Brooks

Guter Plot, mittelmäßig umgesetzt

Meine Bewertung: ★★★

Born Scared

© dtv

Der britische Schriftsteller Kevin Brooks ist bekannt für seine Jugendromane. Nach etlichen Büchern wie etwa „Bunker Diary“, „iBoy“ und die Travis Delaney-Reihe ist mit „Born Scared“ am 13.10.2017 sein neuester Jugendthriller erschienen.

Darin steht Elliot im Mittelpunkt. Seine Zwillingsschwester Ellamay lebte nur eine Stunde lang. Obwohl sie tot ist, spricht Elliot mit ihr.

„Ein Teil von mir starb mit ihr und ein Teil von ihr lebte in mir weiter. Gemeinsam sind wir sowohl tot als auch lebendig.“

„Born Scared“, Seite 10

Als er sechs Jahre alt war, ging seine Mutter mit ihm das erste Mal zu einem Kinderpsychologen. Denn Elliot hat Angst: vor dem Meer, vor Autos, vor der Badewanne. Seine Ängste steigern sich schließlich so weit, dass er das Haus nicht mehr verlassen kann. Einzig in seinem Zimmer fühlt er sich sicher.

„Ich habe Angst, Mummy.“
„Angst wovor, Schatz?“
„Vor allem.“

„Born Scared“, Seite 16

Elliot kann ohne seine Angsttabletten nicht leben. Eines Tages, in der Vorweihnachtszeit, – sein Pillenvorrat ist bedrohlich geschrumpft – macht sich seine Mutter auf den Weg in die Apotheke, um Nachschub zu besorgen. Als sie nach mehreren Stunden immer noch nicht zurückgekehrt ist und auch nicht an ihr Handy geht, trifft der inzwischen panische Elliot einen folgenschweren Entschluss: Er wird nach seiner Mutter suchen. Doch dafür muss er hinaus, in den Schnee, in die Welt, vor der er unbeschreiblich große Angst hat …

Schon eine kurze Inhaltsangabe von „Born Scared“ hatte mein Interesse für dieses Buch geweckt. Die Story hörte sich spannend an. Und das ist sie tatsächlich, wie ich später beim Lesen feststellte. Die Angst, die in Elliot die ganze Zeit über im Verborgenen brodelt und sich immer mehr steigert, je mehr Zeit verstreicht, ist für den Leser regelrecht spürbar. Dazu kommt mit völliger Dunkelheit und großen Schneemassen ein unheimliches Setting, das das klamme Gefühl beim Lesen verstärkt. Kevin Brooks baut die Spannung Stück für Stück auf und kann sie auch halten, bevor sich Elliots Story und ein Nebenstrang der Geschichte (von dem ich nichts verraten will) schließlich kreuzen. Im letzten Drittel des Buchs zieht sich die ganze Sache allerdings etwas hin.

Die Kapitel – 46 an der Zahl auf insgesamt 240 Seiten – sind kurz und knackig, ebenso wie der Schreibstil von Kevin Brooks. Sein Thriller, dessen Titel auch im Original „Born Scared“ lautet und von Uwe-Michael Gutzschhahn ins Deutsche übersetzt wurde, liest sich angenehm und unkompliziert.

Obwohl Ich-Erzähler Elliot ein interessanter Protagonist ist, blieb er für mich leider ausgesprochen gesichtslos. Das trifft auch auf die anderen Charaktere zu, von denen allerdings nur selten etwas zu lesen ist, denn hauptsächlich dreht sich die Geschichte um Elliot, der mit Hilfe seiner verstorbenen Schwester Ellamay verzweifelt versucht, sich seinen Dämonen zu stellen.

Alles in allem ist „Born Scared“ ein solider, wenn auch nicht bahnbrechender Jugendthriller mit Darstellern, die leider zu konturlos daherkommen.

Interessante Links

Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Born Scared“

Der Autor bei Wikipedia: Kevin Brooks

Frisch rezensiert: „Böses Kind“ von Martin Krist

Knallhart und kompromisslos: Ein typischer Krist

Meine Bewertung: ★★★★

Böses Kind.jpg

© R&K

In Berlin-Spandau wird die vierzehnjährige Jacqueline vermisst. Ihre Mutter, alleinerziehend mit drei Kindern, vermutet, dass sie sich mit zwielichtigen Gestalten herumtreibt. Als man Jacquelines Rucksack bei einer eingemauerten und gekreuzigten männlichen Leiche findet, wird Kommissar Henry Frei von der Mordkommission auf den Vermisstenfall aufmerksam. Für ihn und sein Team liegt ein Zusammenhang zwischen dem Verschwinden des Mädchens und des brutalen Tötungsdelikts auf der Hand. Fieberhaft versuchen sie, die einzelnen Puzzleteile zusammenzubringen. Doch es bleibt nicht bei einer Leiche …

„Martin Krist ist der wirklich böse Bube unter den deutschen Krimischreibern.“

(Claudia Keikus, Berliner Kurier)

Diesem Image, das sich der in Berlin lebende Autor mit nervenzerreißenden Büchern wie „Die Mädchenwiese“ und „Drecksspiel“ mühelos erarbeitet hat, bleibt er mit seinem neuem Thriller „Böses Kind“ treu. Man sollte schon hart verpackt sein, wenn man sich Martin Krists Geschichten vornimmt. An markerschütternder Brutalität und grausigen Details mangelt es in „Böses Kind“ nämlich nicht. Martin Krists Devise scheint zu lauten: Keine Kompromisse!

Bonjour Tristesse

Eine weitere Besonderheit, mit der sich Martin Krist in seinen Büchern beschäftigt, ist der Handlungsort: Die sozialen Brennpunkte Berlins bilden die Kulisse für seine Spannungsromane. Diesmal spielt sich die Story hauptsächlich in Berlin-Spandau mit seinen Plattenbauten ab – ein tristes Grau in Grau, in dem sich Perspektivlosigkeit und Mittellosigkeit die Hand geben. Glanzvolle Touristenattraktionen kommen bei Martin Krist nicht vor. Sein Fokus liegt auf den Menschen, die sich mit allerhand Problemen herumschlagen. Am Beispiel der jungen Mutter Suse, die ihre drei Kinder allein großzieht und keinen Cent Unterhalt von deren Vater sieht, illustriert Martin Krist die Notlagen der meisten Menschen in diesem Bezirk Berlins: Überforderung, Geldnot, familiäre Spannungen und Zukunftsängste machen Suse zu schaffen. Mit einem Teilzeitjob in einer Drogerie hält sie ihre Familie gerade so über Wasser. Aber selbst der gerät in Gefahr, weil Suse all ihre Kraft und ihre Zeit in die Suche nach ihrer Tochter investiert.

Alte Bekannte

Mit „Böses Kind“ schickt Martin Krist ein neues Ermittlerteam ins Rennen. Es besteht aus Kriminalkommissar Henry Frei, seiner Kollegin Louisa Albers und dem jungen Vietnamesen Phan Cha Lee, der der Einfachheit halber von allen Charlie genannt wird. Interessant sind sie, die Figuren, die Martin Krist für seine neue Thriller-Reihe geschaffen hat: Frei hat mit einem ausgewachsenen Ordnungszwang zu kämpfen, der ihn stets und ständig dazu antreibt, alle Dinge um sich herum auf Linie zu bringen. Louisa Albers ist die dauermüde Mutter eines Kleinkinds, während Charlie sich ungestüm und strebsam in die Arbeit der Mordkommission einbringt. Wer Martin Krists bisherige Bücher kennt, kann sich darüber hinaus auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen: In den Nebenrollen agieren Frau Dr. Bodde von der Kriminaltechnik, der aufdringliche Journalist Hardy Sackowitz und der Rechtsmediziner Dr. Wittpfuhl, die bereits Auftritte in Martin Krists Reihe um den Ermittler Paul Kalkbrenner hatten. Ein durchaus bemerkenswerter Schachzug des Autors.

„Böses Kind“ hat vor allem Tempo und Abwechslung zu bieten, denn Frei und sein Team ermitteln zeitgleich noch in einem anderen Mordfall. Außerdem wechselt Martin Krist kapitelweise die Erzählperspektive ab – ein Umstand, der ebenfalls für Kurzweil sorgt. Mal schildert er die Dinge aus der Sicht von Kommissar Frei, dann aus Suses Blickwinkel und streut zusätzlich kurze Passagen aus der Perspektive einer Frau ein, die in einem dunklen Raum gefangen gehalten wird.

Es ist also eine Menge los in „Böses Kind“, aber Martin Krist sorgt routiniert dafür, dass dem Leser der rote Faden nicht entgleitet.

Offene Fragen

Allerdings muss der Leser damit leben, dass am Schluss viele Fragen offen bleiben. Für meinen Geschmack waren das leider zu viele.  Mit einem Cliffhanger par excellence weckt Martin Krist die Lust auf den zweiten Band aus der Reihe um Kommissar Frei. Es bleibt zu hoffen, dass dieser ein paar Antworten auf die Fragen liefert, die sich der Leser nach der Lektüre von „Böses Kind“ stellt.

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Martin Krist
© Bianca Krause, Fotosinfonie

„Böses Kind“ ist am 20. November 2017 bei R&K erschienen.

Interessante Links

Zur Homepage des Autors: Martin Krist

Zur Facebook-Seite des Verlags: R&K

Zum Buch bei vorablesen.de: „Böses Kind“

 

 

Frisch rezensiert: „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky

Von einem Okapi im Westerwald: Ein ganz besonderer Roman

Meine Bewertung: ★★★★★

Was man von hier aus sehen kann© DuMont Buchverlag

Klappentext:

Von der unbedingten Anwesenheitspflicht im eigenen Leben

Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman.
›Was man von hier aus sehen kann‹ ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan …

© DuMont Buchverlag

Meine Rezension:

Ein kleines Dorf im Westerwald. Hier wächst Luise auf, umgeben von Menschen, die sie liebt und die sie lieben. Und obwohl man meinen könnte, dass in einem so kleinen Kaff nur wenig passiert, geschieht eine ganze Menge: lustige Dinge, traurige Begebenheiten, schreckliche Ereignisse, die man nicht fassen kann.

In diesem winzigen Fleck auf der Landkarte, gegen den die benachbarte Kreisstadt wie eine Metropole erscheint, stellt man sich auch die ganz großen Fragen – und das mit einer solchen Vehemenz, dass sie förmlich in den Leser hineinkriechen.

„Ist es nicht erstaunlich, […] dass man sein ganzes Leben lang an seinem Todestag vorbeilebt? Einer von den zahllosen vierundzwanzigsten Junis oder achten Septembers oder dritten Februars, die ich erlebt habe, wird mein Todestag sein. Ist das nicht ein Ding, wenn man sich das mal so klarmacht?“

„Was man von hier aus sehen kann“, Seite 265

Wer nun aber meint, Mariana Lekys aktueller Roman sei eine hochphilosophische und staubtrockene Angelegenheit, der irrt gewaltig. Tatsächlich ist „Was man von hier aus sehen kann“ ein unglaublich unterhaltsames Buch, dessen Charaktere man unweigerlich ins Herz schließt. Da ist natürlich Luise, die Erzählerin, ihre Großmutter Selma, die Rudi Carrell gleicht wie ein Ei dem anderen und mittels Okapi im Traum einen bevorstehenden Tod voraussieht, der liebevolle und kluge Optiker, die abergläubische Elsbeth, die mit Fledermausherzen gegen Schmerzen kämpft oder die traurige Marlies, die missmutig durch die Welt stapft und am liebsten ihre Ruhe hat. Autorin Mariana Leky erweckt alle Figuren spielend leicht zum Leben. Sie versieht sie mit Eigenheiten, Ecken, Kanten, Narben und Unzulänglichkeiten – und gerade das macht die kuriosen Dorfbewohner so unverwechselbar.

„Was man von hier aus sehen kann“ lässt sich schwerlich in ein Genre pressen. Dieser Roman strotzt vor Humor und Situationskomik, hat aber andererseits so traurige und nachdenkliche Passagen, dass man als Leser hin und wieder um einen Kloß im Hals nicht herumkommt.

Etwas, das dieser Roman garantiert nicht ist, ist oberflächlich. Auf allen 320 Buchseiten geht es ans Eingemachte. Wir Leser schauen tief in die Seelen der handelnden Personen, sehen, was sie antreibt, werfen einen Blick auf ihre Ängste. Und ab und zu entdeckt man sich selbst in den Figuren wieder. Das kann schmerzhaft sein, vor allem aber sehr erkenntnisreich.

Wenn ich Mariana Lekys Schreibstil mit einem Wort beschreiben müsste, würde ich mich für „einzigartig“ entscheiden. Man hört der Autorin unsagbar gerne zu. Manchmal rieseln die Worte federleicht zu Boden, dann feuert sie zeilenlange Schachtelsätze ab – aber von Anfang bis Ende erzählt sie mit einer ganz besonderen Melodie, die niemals gewöhnlich ist. Das zieht sich, angefangen bei der zehnjährigen Luise, der in diesem Alter ein fürchterliches Schicksal widerfährt, über die Episode als Auszubildende zur Buchhändlerin hin bis zu Teil drei, in dem sie als junge Frau Anfang dreißig ihr Glück sucht.

Ich gebe zu, dass ich immer mit ein wenig Skepsis an Bücher, auf deren Cover der leuchtend orangefarbene „SPIEGEL-Bestseller“-Aufkleber prangt, herangehe. Und im Fall von „Was man von hier aus sehen kann“ ist das noch nicht einmal alles: Mariana Lekys Roman wurde 2017 zum Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels gewählt. Ich kann nur sagen: Beides ist mehr als gerechtfertigt.

Es müssen also keinesfalls immer Heldenerzählungen aus den Knotenpunkten der großen weiten Welt sein, die die Massen begeistern – ein Okapi, ein Dorf im Westerwald und lauter warmherzige Figuren sind manchmal alles, was eine großartige Geschichte braucht.

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Mörderische Vorfreude: Meine Krimi-/Thriller-Highlights im ersten Halbjahr 2018

Neues Jahr, neues Krimiglück: Spätestens nach dem Studium sämtlicher Verlagsvorschauen ist klar, dass auch 2018 wieder viele spannende Lesestunden verspricht.

Aus den unzähligen Neuerscheinungen habe ich je ein Buch, das im Zeitraum von Januar bis Juni  2018 erscheint, zu meinem persönlichen „Vorfreuer des Monats“ erkoren.

Vorhang auf für meine Highlights des ersten Halbjahres 2018 (ein Klick auf das jeweilige Cover führt Euch direkt zum Buch auf die Verlagswebseite):

 Januar

Die Tote im roten Kleid

Eine Lawine aus Schlamm und Dreck

Es ist dunkel und kalt in Shetland. Seit Monaten regnet es. Auf dem Weg ins Tal reißt das Wasser gewaltige Erdmassen mit sich, die Teile des kleinen Örtchens Ravenswick unter sich begraben. Bei den Aufräumarbeiten findet man in den Trümmern eines Hauses die Leiche einer unbekannten Frau in blutrotem Seidenkleid. Kommissar Jimmy Perez will wissen, wer sie ist – doch stößt er bei den Inselbewohnern auf eine Mauer des Schweigens. Als sich herausstellt, dass die Frau ermordet wurde, ruft Perez seine alte Kollegin Willow Reeves aus Inverness zur Hilfe. Die ist noch nicht vor Ort, da gibt es bereits das zweite Opfer …

  • Erscheinungstermin:  24.01.2018
  • 448 Seiten
  • ISBN:  978-3-499-27378-0

© Cover und Kurzbeschreibung: Rowohlt Verlag

Shetland tummelt sich ziemlich weit oben auf meiner „Da muss ich unbedingt hin!“-Liste. Da ich nicht nur eine Schwäche für alles Britische (vom Essen sehen wir an dieser Stelle einmal ab), sondern auch für Krimis mit düsterer Stimmung habe, glaube ich, dass „Die Tote im roten Kleid“ und ich schnell Freunde werden.

Februar

Kaiserschmarrndrama

Im Wald von Niederkaltenkirchen wird eine nackte Tote gefunden. Sie war erst kurz zuvor beim Simmerl in den ersten Stock gezogen und hat unter dem Namen ›Mona‹ Stripshows im Internet angeboten. Der Eberhofer steht vor pikanten Ermittlungen, denn zum Kreis der Verdächtigen zählen ein paar ihrer Kunden, darunter der Leopold, der Simmerl und der Flötzinger. Harte Zeiten für den Franz, auch privat: Das Doppelhaus vom Leopold und der Susi wächst in dem Maße wie Franz’ Unlust auf das traute Familienglück. Dann: die zweite Tote im Wald. Das gleiche Beuteschema. Ein Serienmörder in Niederkaltenkirchen?

  • Erscheinungstermin:  09.02.2018
  • 304 Seiten
  • ISBN:  978-3-423-26192-0

© Cover und Kurzbeschreibung: Deutscher Taschenbuch Verlag

Lasst mich kurz nachzählen … „Kaiserschmarrndrama“ ist der inzwischen neunte Fall für Dorfgendarm Franz Eberhofer aus Niederkaltenkirchen. Nachdem sich die Provinzkrimis von Rita Falk mit gigantischem Erfolg verkauft und inzwischen vier Teile verfilmt worden sind, ist eine nähere Vorstellung von Franz und seinen Kumpanen wohl obsolet, wie man so schön sagt.

März

Tödlicher Bienenstich

 Summ, summ, das Bienchen bringt dich um …

Pippa Bolle braucht einen Neuanfang. Als Imker Thilo Schwange sie um Hilfe mit seinen Bienenvölkern bittet, zögert sie nicht lange und reist in den Rheingau. Nun heißt es für sie: Bienen hüten im Luftkurort Lieblich. Doch die Idylle hält nicht lange an. Eine ominöse Biotechnologie-Firma will sich in dem beschaulichen Örtchen einnisten und sorgt für reichlich Zündstoff unter den Dorfbewohnern. Der Kampf wird mit harten Bandagen geführt, da kann ein Bienenstich schon mal tödliche Folgen haben … Gut, dass Pippa da ist, um Licht ins Dunkel zu bringen.

  • Erscheinungstermin: 09.03.2018
  • 360 Seiten
  • ISBN: 978-3-548-29021-8

© Cover und Kurzbeschreibung: Ullstein Buchverlage

Pippa Bolle ist wieder da! Über anderthalb Jahre mussten die Fans der liebenswürdigen Hutfetischistin auf ihre Rückkehr warten – und nun ist es endlich so weit! Die sechs bisherigen Fälle stammten aus der Feder von Auerbach und Keller. Mit „Tödlicher Bienenstich“ bricht eine neue Ära an: die von Auerbach und Auerbach.

April

Zu nah

Die angesehene Wissenschaftlerin Eleanor Costello ist tot. Erhängt in ihrem Schlafzimmer. Frankie Sheehan, Detective im Dubliner Police Department und schwer gezeichnet von ihrem letzten Fall, glaubt nicht an Selbstmord. Jemand war bei Eleanor, als sie starb. Jemand, der sadistische Lust an brutalen Spielchen hat. Schon bald wird eine zweite Leiche gefunden: eine junge Frau – zu Tode gefoltert. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, und für Frankie geht es erneut um Leben und Tod.

  • Erscheinungstermin:  03.04.2018
  • 368 Seiten
  • ISBN:  978-3-959-67183-5

© Cover und Kurzbeschreibung: HarperCollins Germany

Mit dem Thriller „Zu nah“ debütiert die irische Autorin Olivia Kiernan in Deutschland. Eine neue Stimme im Spannungssektor, die raue Landschaft Irlands, eine gebeutelte Kommissarin – das klingt nach verlockenden Zutaten für einen gelungenen Thriller!

Mai

Der Pate von Glasgow

DCI Jim Daley und DS Brian Scott von der Mordkommission Glasgow sitzen in dem kleinen schottischen Ort Kinloch fest, seit sie von ihrem letzten Fall abkommandiert wurden. Doch vergessen hat man sie im Hauptquartier offenbar nicht – sie bekommen das Video eines brutalen Mordes geschickt. Der Täter: James Machie, der Pate von Glasgow, von Daley und Scott persönlich hinter Gitter gebracht. Das Opfer: der damalige Kronzeuge. Aber es gibt noch einen zweiten Kronzeugen, Frank MacDougall, die ehemalige rechte Hand des Paten. Ihn sollen Daley und Scott nun beschützen. Nur wie beschützt man jemandem vor einem Geist? Denn der Pate wurde vor fünf Jahren ermordet …

  • Erscheinungstermin:  02.05.2018
  • 368 Seiten
  • ISBN:  978-3-959-67190-3

© Cover und Kurzbeschreibung: HarperCollins Germany

„Der Pate von Glasgow“ wird von mir sehnlichst erwartet, denn der Vorgänger und Auftaktband der Reihe mit dem Titel „Tödliches Treibgut“ hat mich so begeistert, dass er auf Platz 2 meiner persönlichen Krimi/Thriller-Jahrescharts 2017 landete. Ich freue mich sehr auf das Wiedersehen mit dem brillanten Ermittlerduo Daley und Scott.

 Juni

Nichts ist verziehen

Die Journalistin Magdalena Hansson wird zu einem Klassentreffen eingeladen. Man will in einer Sommerhütte übernachten, so wie damals in der 9. Klasse. Magdalena sagt widerstrebend zu. Vor Ort fallen alle von Beginn an in ihre alten Rollen im Klassenverband zurück. Und man feiert. Doch dann werden zwei Klassenkameraden brutal ermordet. Die beiden Morde tragen unterschiedliche Handschriften, scheinen aber vom gleichen Täter begangen. Was ist das Motiv? Und: Sind noch weitere Klassenkameraden in Gefahr?

  • Erscheinungstermin:  29.06.2018
  • 440 Seiten
  • ISBN: 978-3-404-17697-7

© Cover und Kurzbeschreibung: Bastei Lübbe

Beim Lesen dieser Zeilen lief mir ein gepflegter Schauer über den Rücken, denn auch meine Schulfreunde und ich planen im Frühjahr ein Klassentreffen mit Übernachtung – ganz so wie damals eben. Hoffen wir inständig, dass es nicht so weit kommt wie in Ninni Schulmans neuem Krimi „Nichts ist verziehen“.

Das Beste kommt zum Schluss: Meine Krimi-/Thriller-Top 3 des Jahres 2017

Schon wieder ist ein (Lese-)Jahr vorüber. Bevor heute um Mitternacht die Sektkorken knallen, stelle ich Euch meine persönlichen Krimi-/Thriller-Top 3 des Jahres 2017 vor.

Platz 3: „Murder Park“ von Jonas Winner

Murder Park von Jonas Winner

© Heyne Verlag

Meine Bewertung: ★★★★

Schon das Setting ist genial: Ein seit Jahren geschlossener Freizeitpark auf einer kleinen Insel vor der Ostküste der USA stellt die Kulisse für einen Thriller dar, der von Anfang an das Kopfkino in Gang setzt und den Leser sofort in Beschlag nimmt.

Worum geht es? Der marode Vergnügungspark, der wegen dreier unheimlicher Morde geschlossen worden war,  soll wiederbelebt werden – und zwar als bizarrer Erlebnisort, in dessen Zentrum sämtliche Serienkiller stehen. Zwölf Teilnehmer sollen den „Murder Park“ vor seiner Eröffnung exklusiv unter die Lupe nehmen. Doch schon bald geschehen grausame Verbrechen – ein Killer geht auf der Insel um!

„Murder Park“ ist ein äußerst spannender Thriller, der durch seine „Who done it“-Elemente den Leser über mehr als 400 Seiten hinweg kontinuierlich bei der Stange hält. Autor Jonas Winner greift darin die Faszination Serienmörder auf und jagt seiner Leserschaft mehr als einmal einen kalten Schauer über den Rücken.

Allerdings hätte ich mir ein wenig mehr sprachlichen Feinschliff gewünscht. Zum Teil sind die Dialoge recht holprig. Das war sicherlich gewollt, um die Aufregung der Protagonisten zu demonstrieren, aber alles in allem erschien es mir „too much“.

Obwohl das Ende für mich nicht gerade der Knaller war, behalte ich „Murder Park“ als einen hochspannenden Thriller in Erinnerung, der mir das Fürchten gelehrt hat.

Mehr über „Murder Park“ 

Platz 2: „Tödliches Treibgut“ von Denzil Meyrick

Tödliches Treibgut

© HarperCollins Germany

Meine Bewertung: ★★★★★

Im schottischen Fischerdorf Kinloch wird die Leiche einer Frau an den Strand gespült. Der Ermittler Jim Daley und sein Partner Brian Scott aus Glasgow nehmen sich dem Fall an. Sie wollen wissen: Wer war die Tote und unter welchen Umständen starb sie? Doch in Kinloch stoßen sie auf eine Mauer des Schweigens …

„Tödliches Treibgut“ von Autor Denzil Meyrick ist ein Kriminalroman, wie man ihn sich nur wünschen kann: spannungsgeladen, ungeheuer atmosphärisch, nicht zu sparsam mit grausigen Details und einem Ermittlerduo, das die Sympathien der Leser einheimst. Der bärbeißige Scott, der einem trotz (oder gerade?) wegen seiner ungeschliffenen Ausdrucksweise und seines Sarkasmus ans Herz wächst, ist das genaue Gegenteil von Jim Daley, der sich mit guten Manieren auskennt und stets im Anzug erscheint.

Denzil Meyrick nimmt den Leser mit auf eine unvergessliche Reise nach Schottland, zeigt aber dabei mitnichten nur romantische Kulissen und die Heimeligkeit der Pubs auf: Korruption im Polizeiapparat, Gewalt und Perspektivlosigkeit spielen in seinem Krimi ebenso eine Rolle.

Bevor „Tödliches Treibgut“, dessen Titel im Original „Whisky from small glasses“ lautet, am 8. Mai 2017 erschien, wurde mit „Das Mädchen von Strathclyde“ eine Shortstory veröffentlicht, die übrigens auch sehr lesenswert ist.

Ich freue mich schon riesig auf den zweiten Band der Reihe um DCI Daley: „Der Pate von Glasgow“ erscheint am 2. Mai 2018 bei HarperCollins Germany.

 Mehr über „Tödliches Treibgut“

Platz 1: „Der Näher“ von Rainer Löffler

Der Näher

© Bastei Lübbe

Meine Bewertung: ★★★★★

Fall 3 für Fallanalytiker Martin Abel: Nachdem „Blutsommer“ 2012 und „Blutdämmerung“ 2014 im Rowohlt-Verlag erschienen, brachte Bastei Lübbe am 24. April 2017 den aktuellen Band „Der Näher“ heraus.

Mit diesem Buch gelingt es dem in der Nähe von Stuttgart lebenden Autor Rainer Löffler einmal mehr, seinen Lesern das Blut in den Adern gefrieren zu lassen.

Auf einem Feld in der Nähe von Köln werden die vergrabenen Leichen einer jungen Frau und ihres neugeborenen Babys entdeckt. Die Leichen wurden mit Beton übergossen. Im Körper der Mutter entdeckt man später ein Detail, das selbst die erfahrenen Ermittler erschaudern lässt …

„Der Näher“ ist ein Thriller-Erlebnis, das einen atemlos zurücklässt. Beim Lesen fragte ich mich hin und wieder, wie Rainer Löffler nur auf derartige Grausamkeiten kommt. Er schreibt einfach brillant und stößt seine Leser hinab in die tiefen Abgründe, die er sich ausdenkt.

Erst zum Schluss lüftet Rainer Löffler das Geheimnis um den Täter. Bis dahin gönnt der Autor allerdings weder seinen Figuren noch seiner Leserschaft eine Verschnaufpause: Sprachlich einwandfrei und temporeich erzählt er seine Geschichte, die von Wahnsinn und grausamen Fantasien handelt. Für Zartbesaitete ist „Der Näher“ nicht zu empfehlen, denn dieses Buch bringt selbst die Hartgesottenen um den Schlaf.

Es bleibt zu hoffen, Rainer Löffler seinen fabelhaften Ermittler Martin Abel schon bald zum vierten Mal ermitteln lässt.

Mehr über „Der Näher“

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Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern meines Blogs einen guten Start in ein fantastisches Jahr 2018. Bleibt schön gesund!