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Frisch rezensiert: „Kann mein Herz nicht mal die Klappe halten?“ von Julia Greve

Ein hinreißendes Stück Unterhaltungsliteratur über die Flaute im Ehebett

© Rowohlt Taschenbuch Verlag

Meine Bewertung:  ★★★★

Nach 15 Jahren Ehe ist bei Nina und Steffen im Bett die Luft raus. Der Familienalltag mit den beiden Töchtern plätschert gemächlich vor sich hin. Eines Abends schreibt das Paar einen Wunschzettel mit den Dingen, die sie sich in der Horizontalen wünschen, um ihr Sexleben wieder auf Vordermann zu bringen – und plötzlich steht das Thema Partnertausch auf dem Tapet. Während Steffen sich nach einem aufregenden Abenteuer mit einer fremden Frau sehnt, geht Nina mit Skepsis an die Sache heran. Kann sie das? Will sie das? Nach langer Überlegung beschließt sie, sich auf das gewagte Experiment einzulassen. Noch ahnen die beiden nicht, was sie damit in Gang setzen …

Autorin Julia Greve, Jahrgang 1975, nimmt sich in ihrem Roman „Kann mein Herz nicht mal die Klappe halten?“ eines Themas an, das wohl den meisten Menschen in langjährigen Beziehungen vertraut ist: Die Flaute im Bett und wie man da bloß wieder rauskommt.

Ihre Romanheldin Nina – eine herrlich uneitle, teilweise schüchterne und alles in allem völlig normale Frau – lässt sich auf den delikaten Wunsch ihres Gatten ein, obwohl sie von einem erotischen Treffen mit einem fremden Mann alles andere als überzeugt ist. Sex ohne Liebe – geht das denn überhaupt?

Julia Greves am 18. Februar 2020 bei Rowohlt erschienener Roman ist ein hinreißendes Stück Unterhaltungsliteratur mit spritzigen Dialogen und sympathischen Darstellern, die glatt nebenan wohnen könnten. Das Buch ist fluffig geschrieben und mit viel Witz gewürzt. In diesem Kein-Kitsch-Roman macht sich der Leser gemeinsam mit dem sexuell gelangweilten Ehepaar auf eine aberwitzige (S)Expedition, die mit einem wahrlich überraschenden Ende punktet.

Das 384-seitige Buch lief vom Anfang bis zum Schluss vor meinen Augen wie ein unterhaltsamer Film ab, so klar habe ich Nina, Steffen und Co. vor mir gesehen. Dabei überspitzt Julia Greve die Handlung nicht. Genau so könnte sich die Geschichte im wahren Leben zutragen.

„Kann mein Herz nicht mal die Klappe halten?“ ist viel mehr als ein platter Frauenroman. Es ist eine großartig erzählte Geschichte über ein Thema, das – wie schon gesagt – vielen Menschen leider ziemlich bekannt vorkommen dürfte.

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Zum Buch auf der Verlagshomepage: „Kann mein Herz nicht mal die Klappe halten?“

Zur Facebookseite der Autorin: Julia Greve

Zum Buch bei Amazon: „Kann mein Herz nicht mal die Klappe halten?“

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Frisch rezensiert am Indiebookday: „Die Stille vor dem Sturm“ von Marina Heib

Heute ist Indiebookday – ein bibliophiler Feiertag, der seit 2013 die unabhängigen, kleinen und Independent-Verlage feiert! Passend zu diesem Anlass möchte ich Euch ein Buch vorstellen, das erstens aus einem unabhängigen Verlag stammt und mir zweitens überaus spannende Lesestunden beschert hat: „Die Stille vor dem Sturm“ von Marina Heib, erschienen im Pendragon Verlag. Der Pendragon Verlag hat seinen Sitz in Bielefeld und wurde 1981 gegründet. Mehr erfahrt Ihr auf der Verlagshomepage.

Übrigens seid Ihr herzlich eingeladen, beim Indiebookday unter dem Hashtag #indiebookday vollkommen virenfrei mitzufeiern. Wie das geht, ist auf der Homepage des Indiebookday kurz und gut erklärt.

Also, passt auf Euch auf, bleibt zu Hause und feiert den Indiebookday!

Mitreißender Thriller mit spannendem Setting

Meine Bewertung: ★★★★

© Pendragon Verlag

Auf die Autorin Marina Heib bin ich zum ersten Mal durch ihren großartigen Thriller „Drei Meter unter Null“ gestoßen. Deshalb wollte ich natürlich auch ihr aktuelles Buch „Die Stille vor dem Sturm“ unbedingt lesen, das am 18. September 2019 im Pendragon Verlag erschienen ist. Dem Genre ist die Autorin dabei treu geblieben. „Die Stille vor dem Sturm“ ist ebenfalls ein Thriller.

Die Geschichte spielt auf einer Yacht, die von den drei Söhnen eines Kielers Reeders in die Karibik überführt werden soll. Auch ein paar Freunde werden mit von der Partie sein – so zumindest sieht es der Plan vor. Doch ein paar unvorhergesehene Ereignisse führen dazu, dass sich der entspannte Segeltörn schon bald in einen echten Horrortrip verwandelt …

Dass Marina Heib auch als Drehbuchautorin arbeitet, merkt man ihren Büchern an. In „Die Stille vor dem Sturm“ lässt sie das Geschehen wie einen Film vor dem geistigen Auge des Lesers ablaufen. Das von ihr gewählte Setting ist überaus spannend, denn eine Yacht auf offener See bietet schließlich keinerlei Fluchtmöglichkeiten – und auch mit einer Rettung von außerhalb ist nicht zu rechnen, wenn – wie hier – die gesamte Kommunikationsanlage ausfällt. Deshalb sind die Protagonisten ihrem Schicksal auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Doch nicht nur das macht diesen Thriller so mitreißend, sondern auch die Dynamik innerhalb der Gruppe. Genug Zündstoff hat Marina Heib ihren Protagonisten mit auf den Weg gegeben und die unterschiedlichen Charaktere tun ihr Übriges, um die Atmosphäre auf der Yacht alles andere als langweilig werden zu lassen.

Einen Stern musste ich leider abziehen, denn als Landratte war für mich die üppige Verwendung des Seglerlateins nicht oder nur schwer zu verstehen. Ein Glossar im Anhang hätte mir an dieser Stelle das Lesen erleichtert beziehungsweise die Google-Suche erspart.

Dennoch ist es Marina Heib einmal mehr gelungen, mich mit ihrem klugen Plot und der durchweg aufrechterhaltenen Spannung vollkommen zu fesseln. Mit „Die Stille vor dem Sturm“ war ein packendes Lesevergnügen!

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Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Die Stille vor dem Sturm“

Zum Buch bei Amazon.de: „Die Stille vor dem Sturm“

Zur Homepage der Autorin: Marina Heib 

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Frisch rezensiert: „Der Tod ist Dein letzter großer Termin – Ein Bestatter erzählt vom Leben“ von Christoph Kuckelkorn

Vielfältiges Sachbuch über das Leben und Sterben

Meine Bewertung: ★★★★

Der Tod ist Dein letzter großer Termin - Ein Bestatter erzählt vom Leben © S. Fischer Verlag GmbH

Wer in Köln die Friesenstraße entlangläuft, kommt früher oder später am Bestattungshaus Kuckelkorn vorbei. Im Kölner Karneval begegnet einem der seltene Familienname wieder, denn Christoph Kuckelkorn ist nicht nur Inhaber eines der ältesten Bestattungshäuser Deutschlands, sondern auch Präsident des Festkomitees Kölner Karneval.

Mit seinem am 29. Januar 2020 bei FISCHER Scherz erschienenen Sachbuch „Der Tod ist Dein letzter großer Termin – Ein Bestatter erzählt vom Leben“ berichtet Christoph Kuckelkorn von dem Spagat, den er tagtäglich zwischen diesen beiden völlig fremden Bereichen vollführt – und dass der Unterschied so groß dann auch wieder nicht ist.

In 18 Kapiteln nimmt der 1964 geborene Unternehmer gemeinsam mit seiner Co-Autorin Melanie Köhne den Leser mit in eine für Otto Normalverbraucher unbekannte Welt. Er erzählt unbekümmert, mit welcher Selbstverständlichkeit er als Kind schon in der Schreinerwerkstatt zwischen den Särgen umherrannte und schließlich in fünfter Generation die Führung des Bestattungshauses übernahm.

Beim Lesen wird einem schnell klar, dass Christoph Kuckelkorn keiner ist, der sensationslüstern Details seiner täglichen Arbeit preisgibt. Diskretion ist für ihn ein hohes Gut. Dabei könnte er sicherlich ohne Weiteres aus dem Nähkästchen plaudern, denn er hat unter anderem die Bestattungen von Dirk Bach und Guido Westerwelle durchgeführt. Doch darüber erzählt Christoph Kuckelkorn in seinem 288-seitigen Buch nichts, denn es seien ohnehin die leisen Sterbefälle, die ihn tief berühren. So einer wie im Prolog beispielsweise, der dem Leser unweigerlich Tränen in die Augen treibt.

Einfühlsam, respektvoll und mit Würde begegnet er den Menschen, denen einen letzten Dienst zu erweisen er als seine Berufung ansieht. Und deshalb berichtet er auch niemals flapsig, aber mit einem Augenzwinkern von skurrilen Begebenheiten, die ihm in seiner beruflichen Laufbahn widerfahren sind.

Vor dem Tod selbst habe er keine Angst, vor dem Sterben sehr wohl. Und deshalb erzählt er nicht nur von Trauerfällen, die ihn selbst betroffen machen, oder wie der Alltag in einem Bestattungshaus aussieht, sondern Christoph Kuckelkorn macht sich in seinem äußerst vielfältigen Buch ebenso Gedanken darüber, wie er sich das Leben nach dem Tod vorstellt.

Ein bloßes Sachbuch über die Arbeit eines Bestatters ist „Der Tod ist Dein letzter großer Termin – Ein Bestatter erzählt vom Leben“ mitnichten. Im Gegensatz, es ist ein sehr persönliches Werk mit autobiografischen Zügen. Ganz offen spricht Christoph Kuckelkorn vom Unfalltod seiner ersten Ehefrau, um deren Leichnam er sich selbst vor der Beerdigung gekümmert hat, und davon, wie die tägliche Begegnung mit der Endlichkeit sein Leben bereichert – so kontrovers das auch klingen mag.

Außerdem wirbt er dafür, sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen. Der eigene Tod wird noch immer zu sehr tabuisiert. Doch wie wichtig es ist, bereits im Vorfeld darüber zu sprechen, wie man sich seine eigene Bestattung vorstellt, illustriert Christoph Kuckelkorn an einigen Beispielen. Denn wenn die Hinterbliebenen wissen, wie sich der Verstorbene seinen letzten Weg vorgestellt hat, wird vieles einfacher. Auch bei mir hat er mit seinen eindringlichen Worten etwas ausgelöst: Ich habe mich inzwischen nach einer Sterbegeldversicherung umgeschaut.

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Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Der Tod ist Dein letzter großer Termin – Ein Bestatter erzählt vom Leben“

Zur Homepage des Bestattungshauses Kuckelkorn

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Frisch rezensiert: „Die Weihnachtsgeschwister“ von Alexa Hennig von Lange

Unterhaltsame Familiengeschichte ohne Kitsch

Meine Bewertung:  ★★★★

Obwohl die letzten Weihnachtsplätzchen längst vernascht sind und die Weihnachtsdekoration wieder in Kisten und Kästen verstaut ist, möchte ich Euch heute auf ein Buch aufmerksam machen, das mich durch die Adventszeit begleitet hat: „Die Weihnachtsgeschwister“ von Alexa Hennig von Lange. In diesem gerade einmal 144 Seiten starken Büchlein dreht sich alles um die drei Geschwister Tamara, Elisabeth und Ingmar. Längst ihren Kinderschuhen entwachsen, kehren sie Jahr für Jahr zurück in ihr Elternhaus, um in Familie das Weihnachtsfest zu feiern. Richtig Lust darauf hat allerdings niemand von den dreien. Die Bande der Kindheit zwischen den Geschwistern sind zerrissen und man geht sich lieber aus dem Weg. Doch dieses Weihnachten geschieht etwas, das Tamara, Elisabeth und Ingmar unversehens in ihre Kindheitstage zurückkatapultiert. Ob es allerdings auch ein weihnachtliches Happy End gibt, wird hier natürlich nicht verraten.

Alexa Hennig von Lange ist längst keine Unbekannte mehr in der zeitgenössischen Literatur. Vor allem als Autorin erfolgreicher Kinder- und Jugendbücher hat sich die 1973 in Hannover geborene Autorin einen Namen gemacht. Am 1. Oktober 2019 erschien mit „Die Weihnachtsgeschwister“ ihr neuester Roman im DuMont Buchverlag. Nicht nur seiner hübschen Aufmachung wegen ist dieses Buch eine tolle Geschenkidee, sondern vor allem natürlich aufgrund seines Inhalts.

Die Autorin schaut mit messerscharfem Blick hinter die Masken der Geschwister und entlarvt schonungslos deren Ängste und Unsicherheiten, die sich hinter vermeintlicher Arroganz oder Besserwisserei verbergen. Tamara, Elisabeth und Ingmar sind drei ebenso unterschiedliche wie stark dargestellte Charaktere. Authentische Dialoge und geschickt platzierter Humor machen „Die Weihnachtsgeschwister“ zu einer absolut unterhaltsamen Lektüre. An manchen Stellen geht es auch ein bisschen wehmütig zu, aber Alexa Hennig von Lange driftet zu keinem Zeitpunkt ins Kitschige ab. Der Balanceakt zwischen Tiefgang und Unterhaltung gelingt der Autorin spielend. Sie schreibt so anschaulich, dass man das Geschehen wie in einem Film vor sich ablaufen sieht.

Ein wirklich tolles Buch – und das nicht nur zur Weihnachtszeit!

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Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Die Weihnachtsgeschwister“

Zum Buch auf vorablesen.de: „Die Weihnachtsgeschwister“

Zur Homepage der Autorin: Alexa Hennig von Lange

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Frisch rezensiert: „Geister“ von Pia Lüddecke

Spannender Stilmix mit Gruselfaktor 

© Edition Outbird

Meine Bewertung:  ★★★★

Eins gleich vorweg: Fantasy ist ein Genre, das ich bisher immer mit spitzen Fingern angefasst habe. Dann kam ich (als wahrscheinlich letzter Mensch dieser Erde!) auf Harry Potter und begeisterte mich prompt dafür. Vielleicht hat mich das ja ein bisschen zugänglicher gemacht für diese Art von Literatur. Jedenfalls war ich wild entschlossen, mich auf das Experiment „Geister“ von Pia Lüddecke einzulassen. Denn ihr Roman, der am 13. September 2019 bei Edition Outbird, einem Imprint des Telescope Verlags, erschienen ist, vereint verschiedenste Arten der Belletristik miteinander – und trägt auch einen Teil Fantasy in sich.

Im Mittelpunkt des 342 Seiten starken Buchs steht Tomas, von allen nur Tom genannt. Er ist ein ganz normaler, ja sogar unauffälliger Junge, der seine Tage am liebsten mit alten Gruselschockern verbringt. Als er 1999 mit seinen Eltern und seiner großen Schwester ins Ruhrgebiet zieht, lernt er Juri kennen. In seiner Klasse ist Juri ein Außenseiter, denn er lebt in einer heruntergekommenen Villa gegenüber von Toms Elternhaus, trägt seltsame Klamotten und riecht nach Mottenkiste. Trotzdem freundet sich Tom mit ihm an – aber was er gemeinsam mit Juri erlebt, verändert sein Leben für immer …

Der Germanistin Pia Lüddecke ist mit ihrem Roman „Geister“ ein echter Stilmix gelungen. Coming of Age, Horror, Fantasy, Abenteuer – da ist für jeden Lesegeschmack etwas dabei. Der Verlag bezeichnet „Geister“ auf der Buchrückseite als „Schauerroman in der Tradition der Schwarzen Romantik“ – sehr treffend, wie ich finde. Denn eine geheimnisvolle, dunkle Aura liegt über dieser Geschichte, die den Leser sofort zum Miterleben einlädt und schon von der ersten Seite an einfängt. Die Story beginnt harmlos, doch nach und nach offenbaren sich finstere Geheimnisse. Kontinuierlich steigert die Autorin die Spannung und hält den Leser somit bei der Stange. Denn natürlich möchte man wissen, was wohl als Nächstes um die Ecke kommt. Beim Finale wurde es für meinen Geschmack dann ein wenig verwirrend, aber das kann der spannenden Erzählweise Pia Lüddeckes nichts anhaben. Ihre Art zu schreiben könnte man als „poetisch-pointiert“ bezeichnen. Sie erschafft mit Worten üppige, dreidimensionale Bilder, kommt dabei aber vollständig ohne langatmige Ausschweifungen aus. Und es wird an einigen Stellen richtig gruselig!

Ihre Figuren hat Pia Lüddecke mit spürbar viel Liebe zum Leben erweckt. Man kann gar nicht anders, als den Sonderling Juri ins Herz zu schließen – Mottenkiste hin oder her.

Fazit: „Geister“ ist ein hervorragend geschriebener Roman, mit dem man dem Alltag entfliehen kann. Diese Geschichte vereint das gleichförmige, alltägliche Leben eines Teenagers mit dem Unbekannten, dem Übersinnlichen – und ist wahrscheinlich genau deshalb so spannend!

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Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Geister“

Zur Homepage der Autorin: Pia Lüddecke

Zum Buchtrailer: „Geister“

Zur illustrierten Hörprobe: „Geister“

Veröffentlicht in Gewinnspiel, Meine Rezensionen (außer Vorablesen.de)

Frisch rezensiert: „Lilian“ von Susanne Agnes Fauser (MIT GEWINNSPIEL!)

Nichts für Zwischendurch, aber dafür Lesegenuss pur!

© Edition Outbird

Meine Bewertung:  ★★★★

Ben wächst in gutbürgerlichen Verhältnissen auf. Doch als er zwanzig ist, wird sein Leben vollkommen auf den Kopf gestellt. Denn er ist nicht der, der er zu sein glaubt. Gemeinsam mit seiner Freundin Kim begibt er sich auf Spurensuche und erfährt mehr und mehr Schockierendes über seine eigene Vergangenheit, je tiefer die beiden graben. Dabei stoßen Kim und Ben auch auf zwei Mordfälle, die bis heute nicht geklärt sind. Schon bald wird ihnen klar, dass sie sich dadurch selbst in tödliche Gefahr begeben …

„Lilian“ von Susanne Agnes Fauser ist ein Buch, das sich nur schwer in ein Genre pressen lässt. Die Geschichte selbst mutet an wie ein Kriminalroman, doch dieser Roman birgt etliches mehr zwischen den Buchdeckeln. Viel Mystisches, Gruseliges und Dunkles hat die Autorin in die 290 Buchseiten umfassende Story eingeflochten. Es geht um Gefühle, um bedingungslose Liebe und um den Tod.

Ich muss ehrlich gestehen, dass das Cover allein mich nicht zum Lesen dieses Buches animiert hätte. Zu schnell wäre es nach einem flüchtigen Blick darauf von mir in die Fantasy-Ecke einsortiert und deshalb nie gelesen worden. Wie schade wäre das gewesen, denn ich hätte dadurch ein echtes Juwel verpasst! Im Fall von „Lilian“ gilt deshalb: “Don’t judge a book by its cover!“

Die Hauptfigur, deren Name titelgebend für das Buch war, ist eine faszinierende Frau irgendwo zwischen vierzig und fünfzig, die als Heilkundige und Lyrikerin auf einem Hausboot in Edinburgh lebt. Lilian ist eine Künstlerseele durch und durch, der das Schicksal mehrmals übel mitgespielt hat. Eine geheimnisvolle Aura umgibt Susanne Agnes Fausers Hauptfigur, die innerlich vor lauter Emotionen brodelt und dennoch nach außen eine kühle Distanziertheit ausstrahlt.

Lilian und Ben sind die beiden Erzählstimmen des Buches und kommen abwechselnd zu Wort. Dabei wird deutlich, in welchen unterschiedlichen Welten Lilian und Ben leben. Ben, der praktisch veranlagte Typ, fast noch ein Junge, und Lilian, eine starke, aber sensible Frau, die die Feinstofflichkeit des Lebens förmlich in sich aufsaugt.

Die sprachliche Schönheit dieses Romans ist absolut atemberaubend. Der Autorin, die unter anderem als Psychotherapeutin und schamanische Heilerin tätig ist, gelingt es spielend, Bilder in den kraftvollsten Farben im Kopf des Lesers entstehen zu lassen. Für zusätzliche Dramatik und Melancholie sorgen Gedichte von William Blake und Rainer Maria Rilke.

Auf jeden Fall ist dieses Buch nichts für zwischendurch, insbesondere, wenn Lilian ihren Gedanken nachhängt und ins Philosophische abdriftet. Dann sollte man schon konzentriert bei der Sache bleiben, um den roten Faden nicht zu verlieren. „Lilian“ ist eben ein Buch zum Genießen, eins, dessen einzigartige Atmosphäre man Stück für Stück auskosten sollte.

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Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Lilian“

Zum Buch bei Amazon.de: „Lilian“

Zur Homepage der Autorin: Susanne Agnes Fauser

GEWINNSPIEL

Damit auch Ihr in den Genuss dieses einzigartigen Romans kommen könnt, habt Ihr jetzt die Chance, ein druckfrisches und nagelneues Exemplar von „Lilian“ zu gewinnen. Danke an dieser Stelle an die Edition Outbird!

Wie könnt Ihr am Gewinnspiel teilnehmen?

Indem Ihr im Gewinnspielformular ganz unten die Frage möglichst richtig beantwortet, Euren Namen und Eure E-Mail-Adresse eintragt und das Ganze absendet.

Teilnahmebedingungen

1. Verlost wird ein Exemplar des Romans „Lilian“ von Susanne Agnes Fauser, nagelneu und ungelesen.

2. Die Verlosung läuft im Zeitraum vom 21. August bis zum 10. September 2019, 24:00 Uhr. Zum Teilnehmen muss das untenstehende Formular vollständig ausgefüllt und abgeschickt werden. Der/die Gewinner/in wird am 11. September 2019 aus allen fristgerecht eingegangenen Einsendungen mit der richtigen Antwort per Losverfahren ermittelt und dessen/deren Name hier bekanntgegeben. Mit dem Absenden des Formulars erklärt sich der/die Teilnehmer/in damit einverstanden, dass sein/ihr vollständiger Name im Gewinnfall hier veröffentlicht werden darf.

3. Mitmachen kann jede/r mit Hauptwohnsitz in Deutschland, der/die mindestens 18 Jahre alt ist. Mit dem Abschicken des Formulars bestätigt Ihr, dass Ihr volljährig seid.

4. Keine Barauszahlung möglich.

5. Keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postweg verloren geht.

6. Bitte nur 1 x mitmachen! Mehrfachteilnehmer/innen werden disqualifiziert.

7. Ihr müsst zur Teilnahme nicht zwingend meinem Blog folgen. Ich freue mich aber selbstverständlich immer über neue Follower meines Blogs, meines Twitter– und meines Instagram-Accounts.

8. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

9. Eure Daten werden ausschließlich im Rahmen der Verlosung verwendet und NICHT weitergegeben. Nach erfolgter Auslosung werden die Daten gelöscht.

Jetzt teilnehmen!

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Auslosung der Gewinner der „Zornesbrand“-Blogtour

Die Blogtour zu Saskia Berweins neuem Thriller „Zornesbrand“ ist nun leider schon vorbei.

Ihr hattet die Chance auf diese tollen Preise:

HAUPTPREIS
Die komplette Leitner- und Grohmann-Reihe („Todeszeichen“, „Herzenskälte“, „Seelenweh“, „Wundmal“ und „Zornesbrand“) als Taschenbuch (Band 1 – 4 LYX-Ausgabe, Band 5 Kuneli-Ausgabe) ODER wahlweise eine Wohnzimmerlesung bei der/dem Gewinner/in zu Hause (der/dem Gewinner/in entstehen keine Kosten – außer der Arbeit, die Freunde zusammenzutrommeln und für Snacks und Getränke zu sorgen (für Snacks und Getränke gibt es 25 EUR Zuschuss vom Verlag).

2. PREIS
„Zornesbrand“ als Taschenbuch und ein weiteres Taschenbuch aus der Reihe zur Wahl (mit Wunschwidmung)

3. PREIS
„Zornesbrand“ als Taschenbuch (mit Wunschwidmung)

Die Glücksfee hat nun fleißig ihr Werk verrichtet und folgende Namen aus dem Lostopf gefischt:

1. Areti

2. Andrea Verhalen

3. Karin

Herzlichen Glückwunsch!

Liebe Gewinner, bitte meldet Euch bis Mittwochabend (03.07.2019) per E-Mail unter info@saskia-berwein.de oder über die Saskia Berwein-Facebook-Seite.

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Blogtour „Zornesbrand“: Interview mit Autorin Saskia Berwein

Der letzte Tag der Blogtour zu „Zornesbrand“ ist angebrochen.

Ich freue mich sehr, dass ich mit Autorin Saskia Berwein ein Interview führen durfte, in dem sie mir viele spannende Einblicke in ihr aktuelles Buch und den von ihr gegründeten Kuneli Verlag gegeben hat.

SASKIA BERWEIN
© Saskia Berwein

Wie bist Du auf die Idee für „Zornesbrand“ gekommen?

Ohne zu spoilern kann ich hier leider nicht allzu viel verraten. Die kranken und giftigen Beziehungen zwischen missbrauchenden Männern und misshandelten Frauen haben mich schon immer interessiert. Die Co-Abhängigkeit, die es den Frauen unmöglich macht, zu gehen, die Angst derer, die den Absprung geschafft haben, die hieraus resultierenden Angststörungen. Zum zweiten Strang des Buches hat eindeutig die Musik beigetragen, die ich selbst auch höre, da kam mir sehr spontan die Idee, dass sich die Texte wunderbar für anonyme Drohungen eignen würden.

In „Zornesbrand“ versetzt Du Dich auf erschreckend reale Weise in die Psyche eines Mörders. Wie gelang Dir das? Muss man jetzt Angst vor Dir haben?

Wenn man meinen ehemaligen Kolleginnen glauben will: Ja, muss man. 🙂 Spaß beiseite: Nein, ich bin schon auf langweilige Art und Weise harmlos, es sei denn, ich sitze hinterm Steuer, da werde ich richtig aggressiv … Wie es mir gelingt, mich in die Psyche von Mördern und Triebtätern zu versetzen, darauf habe ich keine konkrete Antwort. Vielleicht liegt es an meiner Fantasie und der vielen Fachliteratur, die ich insbesondere zum Thema Mord gelesen habe.  Mir gelingt das „Umschalten“ tatsächlich recht einfach … ob da doch noch irgendetwas Verborgenes in mir steckt?

Die Fälle von Leitner und Grohmann spielen in der fiktiven hessischen Stadt Lemanshain. Gibt es einen Grund, warum Du keine tatsächlich existierende Stadt als Schauplatz für Deine Kriminalromane gewählt hast?

Für mich war von Anfang an klar, dass ich nicht der Typ für Lokalkolorit bin. Es sollte um die Geschichten und die Charaktere gehen, nicht um den Schauplatz. Deshalb habe ich mich an Karin Slaughter orientiert, die für ihre erste Reihe ein ganzes County erfunden hat, in gewisser Weise ist die Wahl einer fiktiven Stadt also auch eine Hommage. Eine Stadt zu erfinden lässt mir als Autorin natürlich auch sämtliche Freiheiten, bevor ich mich einmal für etwas festgelegt habe – es ermöglicht aber auch dem Leser, seiner Fantasie vollkommen freien Lauf zu lassen. Zumindest mir geht es immer so, dass mich Straßennamen und Ortsnennungen innerhalb existierender Städte im Lesefluss gestört haben – gibt es die Straße nun wirklich? Wie sieht es da in echt aus? Stimmt das alles so, wie es der Autor mir schildert? Dem wollte ich entgegenwirken.

Jennifer Leitner und Oliver Grohmann sind zwei grundverschiedene Charaktere. Wem von beiden bist Du ähnlicher?

Das ist eine gar nicht so leicht zu beantwortende Frage. Ich denke, in mir steckt von beiden etwas. Von Jennifer habe ich definitiv die Ungeduld und die Liebe zu Tieren, mit Oliver teile ich den Musikgeschmack und die Zurückhaltung, die ich allerdings manchmal lieber mit Jennifers Geradlinigkeit tauschen würde … Leute, die mich kennen, entdecken immer wieder Parallelen, die mit persönlich beim Schreiben gar nicht bewusst sind, aber sie erkennen mich. Das ist ein bisschen gruselig …

Wie lange hast Du an „Zornesbrand“ geschrieben?

Die erste Hälfte habe ich abends neben der Arbeit geschrieben. Neben dem Beruf bleibt nicht so viel Zeit, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr so genau, wann ich angefangen habe. Die zweite Hälfte habe ich im Sommerurlaub 2018 geschrieben. Eigentlich wollten wir wandern gehen, doch nach einem Treppensturz war ich nicht mal für kleine Touren zu gebrauchen, saß auf der Terrasse und habe geschrieben. Das war ein richtiger Flow und ich habe den Roman in diesen drei Wochen fertiggestellt.

Du schilderst die Abläufe eines Gerichtsverfahrens sehr wirklichkeitsnah und detailgetreu. Inwiefern kommt Dir beim Schreiben Deine Ausbildung im Justizdienst zugute?

Ich habe zwar eine Ausbildung zur Justizfachangestellten gemacht, aber niemals in dem Beruf gearbeitet. Ich bin direkt nach der Ausbildung aus dem Öffentlichen Dienst geflohen. Allerdings war die Zeit der Ausbildung sehr prägend, denn auch als Azubi hat man die echten Akten in der Hand und wir durften auch in einige Verhandlungen als Zuschauer, wenn die Ausbilder andere Verpflichtungen hatten. CSI beim Abendessen gucken geht, aber ordnerweise Fotos einer Leiche betrachten, die drei Wochen im Hochsommer in der Wohnung gelegen hat … brrr. Die Gerichtsverhandlungen waren auch damals schon sehr spannend und aufschlussreich.

Wann hast Du den Entschluss gefasst, die Reihe trotzdem fortzuführen, nachdem bekannt wurde, dass es für Leitner und Grohmann keine Zukunft bei Bastei Lübbe (LYX) geben wird?

Die Zeit nach dem Aus bei Bastei Lübbe war sehr wechselhaft, mal wollte ich hinschmeißen, dann wieder war da noch immer eine Geschichte zu erzählen. Es brauchte seine Zeit, dann entschied ich, die Reihe fortzuführen und zu Ende zu bringen. Nichts ärgerte mich als Leser mehr, als wenn Reihen einfach mittendrin eingestampft wurden. Und auch als Autorin wollte und konnte ich nicht einfach alles so enden lassen. Nachdem ich die erste Version vollkommen über Bord geworfen hatte, die noch von den Verlagsvorstellungen beeinflusst war, konnte ich frei an Band 5 rangehen. Da dachte ich noch gar nicht daran, wie die Story veröffentlicht werden sollte … Die Geschichte von Jennifer und Oliver musste einfach weiter erzählt werden. Wann der Entschluss genau feststand, kann ich heute gar nicht mehr so genau sagen.

Mit der Gründung des Kuneli Verlags hast Du Leitner und Grohmann ein neues Zuhause gegeben. Nun ist es ja sicherlich kein Kinderspiel, einen eigenen Verlag zu gründen. Wie bist Du konkret vorgegangen?

Zuerst stellte sich die Frage: Selfpublishing oder Verlag? Beides hat seine Vor- und seine Nachteile, für mich überwogen die Vorteile eines Verlags. Also habe ich mir Literatur besorgt – über die Gründung eines Klein-Verlags und als für mich geklärt war, dass es eine UG werden sollte, entsprechende Literatur hierzu. Ich habe mir einen Fahrplan erstellt und als dann das Stammkapital zusammen war, wurde es ernst. Nach und nach habe ich alle notwendigen Schritte der Gründung abgearbeitet, Satzprogramm gesucht und gefunden, Homepage mit Shop aufgebaut, Cover erstellt, Roman gesetzt, Druckerei gesucht und gefunden, kalkuliert, mich mit dem Thema Buchhaltung auseinandergesetzt … Es ist und war wahnsinnig viel Arbeit, da ich aber grundsätzlich gerne hinzulerne, hat es sich definitiv gelohnt. Trotz aller Vorbereitung lerne ich tagtäglich dazu und habe doch noch einige Überraschungen erlebt. Gründen in Deutschland ist nicht einfach und einige Strukturen im Verlagswesen eindeutig nicht auf die ganz Kleinen ausgelegt. Ich sehe den Verlag als erweitertes Hobby, die Gewinne, sofern es welche geben sollte, werden alle wieder reinvestiert. Die Gründung eines Verlags zum alleinigen Broterwerb würde ich niemandem empfehlen, es sei denn er hat ein entsprechend hohes Kapital zur Verfügung.

Ein großes Verlagshaus wie Bastei Lübbe kümmert sich ja um sämtliche Belange bei einem Buch – Covergestaltung, Lektorat, Korrektorat, Satz etc. War es schwer für Dich, eigenständig Experten für all diese Dienstleistungen zu finden?

Das begrenzte Budget zwang mich dazu, selbst Expertin zu werden. Covergestaltung und Satz stammen von mir selbst, das Lektorat habe ich zwei Menschen anvertraut, die zwar keine ausgebildeten Experten sind, aber belesen, gebildet und sich auch mit der Reihe gut auskennen. Auch die Homepage ist Marke Eigenbau. All dies hätte auch schief gehen können. Cover, Satz und auch Lektorat sind sicher nicht so perfekt wie in einem großen Verlag, der Tausende Euro investieren kann, mit dem Ergebnis bin ich trotzdem sehr zufrieden. Kuneli ist ein Ein-Frau-Unternehmen und wird das auch in absehbarer Zukunft bleiben. Vieles dauert dadurch natürlich länger, denn ich habe persönlich einen gewissen Qualitätsanspruch und sehe auch noch umzusetzendes Verbesserungspotenzial.

Planst Du, auch Bücher anderer Autor/innen im Kuneli-Verlag zu veröffentlichen?

Zu Beginn war das kein Thema, da türmte sich ein riesiger Berg Arbeit vor mir auf und es ging in erster Linie darum, Jennifer und Oliver weiter ermitteln zu lassen. Mit zunehmender Erfahrung und verstreichender Zeit kamen aber natürlich die Ideen … 🙂 Derzeit spiele ich mit dem Gedanken, Kuneli zukünftig zur Heimat von Reihen diverser Genres zu machen, die von großen Verlagen gecancelt wurden. Einige alte Schätze und Bücher, die ich selbst auf Englisch gelesen habe und die nie ins Deutsche übersetzt wurden, sind mir auch schon ins Auge gefallen. Aber das ist definitiv noch Zukunftsmusik und auch eine Frage der finanziellen Mittel.

Wie geht es mit Leitner und Grohmann weiter? Wann dürfen sich die Fans auf eine Fortsetzung freuen?

Band 6 ist für 2020 geplant, wenn nicht allzuviel dazwischen kommt, wieder für Juni. Falls es früher wird, auch früher. Mit festen Daten kann ich jetzt leider noch nicht dienen.

GEWINNSPIEL

Was wäre eine Blogtour ohne Gewinne? Ihr habt die Chance auf diese tollen Preise:

HAUPTPREIS
Die komplette Leitner- und Grohmann-Reihe („Todeszeichen“, „Herzenskälte“, „Seelenweh“, „Wundmal“ und „Zornesbrand“) als Taschenbuch (Band 1 – 4 LYX-Ausgabe, Band 5 Kuneli-Ausgabe) ODER wahlweise eine Wohnzimmerlesung bei der/dem Gewinner/in zu Hause (der/dem Gewinner/in entstehen keine Kosten – außer der Arbeit, die Freunde zusammenzutrommeln und für Snacks und Getränke zu sorgen (für Snacks und Getränke gibt es 25 EUR Zuschuss vom Verlag).

2. PREIS
„Zornesbrand“ als Taschenbuch und ein weiteres Taschenbuch aus der Reihe zur Wahl (mit Wunschwidmung)

3. PREIS
„Zornesbrand“ als Taschenbuch (mit Wunschwidmung)

Was müsst Ihr tun, um Euch die Chance auf einen dieser Gewinne zu sichern? Beantwortet einfach die folgende Frage in den Kommentaren unter diesem Beitrag:

HER MIT EUREN KRIMI- UND THRILLER-EMPFEHLUNGEN: WAS IST EUER LIEBLINGSBUCH IN SACHEN SPANNUNG?

Auf jedem Blog könnt Ihr ein Los sammeln und damit Eure Gewinnchance erhöhen, wenn Ihr dort die Tagesfrage beantwortet. Teilnehmen könnt Ihr bis Sonntag, den 30.06.2019 um 20:00 Uhr. Die Namen der Gewinner werden am Montag ausgelost und bekanntgegeben.
Hier kommt Ihr direkt zu allen teilnehmenden Blogs:
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Frisch rezensiert: „Zornesbrand“ von Saskia Berwein

Eindrucksvolle Blicke in die Seele eines Mörders

Zornesbrand© Kuneli Verlag

Meine Bewertung:  ★★★★

Die Kommissarin Jennifer Leitner und der Staatsanwalt Oliver Grohmann suchen im hessischen Lemanshain fieberhaft nach einem Vergewaltiger. Er scheint einen ganz bestimmten Frauentyp zu bevorzugen – jung, schlank, brünett. Die Abstände zwischen den Taten werden kürzer. Und der Täter steigert seine Gewaltexzesse noch: Bald wird eine weibliche Leiche entdeckt, die exakt in das Beuteschema des Unbekannten passt. Leitner und Grohmann wollen das Phantom zu fassen bekommen, bevor es wieder zuschlägt …

Fast vier Jahre mussten sich die Fans von Saskia Berwein gedulden, doch das Warten hat sich gelohnt: Am 1. Juni 2019 erschien mit „Zornesbrand“ der fünfte Fall für Leitner und Grohmann. Während die ersten vier Bände der Reihe bei LYX veröffentlicht worden sind, hat Autorin Saskia Berwein „Zornesbrand“ nun im eigens von ihr gegründeten Kuneli Verlag herausgebracht. Optisch gibt es keinerlei Abstriche – das neue Buch fügt sich trotz des Verlagswechsels harmonisch in die Reihe ein.

Da es sich um einen abgeschlossenen Fall handelt, ist es nicht unbedingt nötig, vor der Lektüre von „Zornesbrand“ die Vorgänger gelesen zu haben. Allerdings wird im neuen Buch auf einige Begebenheiten aus den vorangegangenen Büchern Bezug genommen – ebenso, wie die Kenner der Reihe sich über ein Wiedersehen mit Personen freuen können, die bereits in den vorhergehenden Romanen eine Rolle gespielt haben. Insofern empfehle ich die chronologische Vorgehensweise bei der Leitner- und Grohmann-Reihe. Dadurch werden manche Ereignisse in „Zornesbrand“ einfach „runder“.

Ebenso stark wie kontrastreich sind einmal mehr die beiden Protagonisten: Die sture, aufbrausende und dennoch zutiefst sensible Jennifer Leitner, die Regeln gern großzügig auslegt, und der besonnene, charmante Staatsanwalt Oliver Grohmann. Doch diesmal schleichen die beiden umeinander herum und viel Unausgesprochenes steht zwischen ihnen. Das mag zum einen an Jennifers neuem Kollegen Frank liegen, denn bevor er auftauchte, mischte Staatsanwalt Grohmann gerne ganz vorn bei den Ermittlungen mit. Aber auch die private Beziehung zueinander macht Jennifer und Oliver zu schaffen …

Wirklich fasziniert hat Saskia Berwein mich damit, wie sie die Innenwelt des Täters beschreibt. Sie versetzt sich so frappierend real in die Psyche des Täters hinein und lotet derart bildhaft aus, was ihn zu seinen Taten antreibt, dass man fast geneigt ist, Angst vor der Autorin zu entwickeln. 🙂

Ansonsten ist der Schreibstil in „Zornesbrand“ nüchtern, streckenweise fast schon sachlich. Auf mich hat er mitunter kühl-distanziert gewirkt.

Dem Plot tut das allerdings keinen Abbruch. „Zornesbrand“ ist ein durchweg spannendes Buch mit einer überraschenden Auflösung. Spannung kann Saskia Berwein, das hat sie in allen fünf Büchern der Reihe – und damit auch mit ihrem aktuellen Thriller – eindeutig bewiesen.

Bleibt zu hoffen, dass die Leitner- und Grohmann-Fans nicht erneut vier Jahre bis zum nächsten Band warten müssen!

→ Interessante Links

Zum Buch auf der Homepage der Autorin: „Zornesbrand“

Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Zornesbrand“

Zur Facebook-Seite der Autorin: Saskia Berwein

BLOGTOUR ZU „ZORNESBRAND“

Wenn Ihr mehr über das Buch erfahren wollt, dann lade ich Euch im Namen von Saskia Berwein und meinen geschätzten Bloggerkolleginnen herzlich zur gerade stattfindenden Blogtour zu „Zornesbrand“ ein. Dort bekommt Ihr jede Menge Informationen rund um das Buch – und zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas! Hier ist der Fahrplan:

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Also, schaut auf den Blogs vorbei! Wir freuen uns auf Euch!

Veröffentlicht in Leipziger Buchmesse 2019

Buchvorstellung und Interview: „Lügenmeer“ von Susanne Kliem

Auf die Autorin Susanne Kliem bin ich durch ihren Psychothriller „Das Scherbenhaus“ aufmerksam geworden. Am 11. März 2019 erschien mit „Lügenmeer“ ihr aktueller Roman im C. Bertelsmann Verlag. Susanne Kliems Bücher stehen für Spannung, Charaktere mit Tiefe und eine beeindruckende Atmosphäre. Und mit all diesen Elementen spart die in Berlin lebende Autorin auch in „Lügenmeer“ nicht. Darin erzählt sie die Geschichte einer Clique, die nach einem Todesfall vor zwanzig Jahren jäh auseinanderbrach. Doch als Magnus, der trotz seines Freispruchs vor Gericht für die Bewohner der norddeutschen Kleinstadt noch immer als Schuldiger gilt, in seine Heimat zurückkehrt, gelangen die Ereignisse von damals zurück an die Oberfläche.

Ein zentraler Schauplatz des Geschehens ist ein verlassenes Hallenbad. Inzwischen hat die Natur es sich zurückerobert, die Kacheln sind gesprungen und das Gebäude verfällt zusehends. Susanne Kliems Beschreibungen wirken so real, dass man unweigerlich den Duft von Chlor in der Nase hat. Ihre atmosphärischen Bilder ziehen den Leser förmlich mitten hinein in den Krimi.

Subtil baut sie die Spannung auf, wechselt zwischen den Sichtweisen verschiedener Erzähler und bewegt sich geschickt zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Stück für Stück nimmt die Autorin den Leser mit in die Ereignisse von damals, die auch heute noch – unter dem Mantel des Schweigens – für alle Beteiligten bedrückend sind. Doch Magnus will die Wahrheit ans Licht bringen. Eine unbequeme Wahrheit, die auch nach mehr als zwanzig Jahren noch Unheil birgt …

Wer also einen Kriminalroman mit eher leisen Tönen schätzt, bei dem auf 320 Seiten nicht ein Mal Langeweile aufkommt, für den ist „Lügenmeer“ die perfekte Lektüre!

Auf der Leipziger Buchmesse hatte ich die Gelegenheit, mich mit Susanne Kliem über ihr aktuelles Buch zu unterhalten.

Susanne Kliem mit ihrem aktuellen Buch „Lügenmeer“ auf der Leipziger Buchmesse 2019

Hat der Handlungsort der Geschichte, die fiktive Stadt Schwanbek, ein reales Vorbild?
Ja, ich habe mich von der Gemeinde Laboe in der Kieler Bucht inspirieren lassen. Allerdings wollte ich es vermeiden, den tatsächlichen Namen des Ortes zu nennen, denn sonst wird man schnell in die Schublade „Regionalkrimi“ gesteckt. In Laboe gibt es tatsächlich auch dieses Schwimmbad am Strand, das im Buch eine tragende Rolle spielt. Ich habe es beim Segeln entdeckt. Später habe ich dann sehr intensiv zu Schwimmbadtechnik recherchiert und durfte mir sogar den Maschinenraum, das Allerheiligste eines solchen Bades, anschauen.

Wie lange haben Sie gebraucht, um „Lügenmeer“ zu schreiben?
Das dauerte ein gutes Jahr.

Was hat Sie zu dem Dreiecksverhältnis von Magnus, Milla und Svenja inspiriert?
Ich habe in einem Café ein Paar beobachtet. Er war ein wirklich gut aussehender Mann, sie dagegen eher eine graue Maus. Ich habe mich sofort gefragt: Warum sind ausgerechnet diese beiden zusammen gekommen, und wie sieht ihre Beziehung aus? Da ging gleich eine Geschichte im Kopf los! Diese Szene und das Gefüge in einer Jugendclique, das waren die ersten Ideen für dieses Buch.

Was würden Sie dazu sagen, wenn Ihre Bücher verfilmt würden?
„Trügerische Nähe“ wurde schon mal zur Verfilmung optioniert – mal schauen, ob noch etwas daraus wird. Besonders glücklich hat mich eine positive Rezension des Filmjournalisten Christian Seidl in der Berliner Zeitung gemacht. 

[Susanne Kliem hält mir fröhlich lächelnd ihr Smartphone hin, auf dem sie mir den Zeitungsartikel zeigt. Darin fragt sich Journalist Seidl „ob schon ein Drehbuchautor an dem Skript für die Verfilmung von >>Lügenmeer<< sitzt.“]

Toll, oder?

Absolut! Ich gratuliere!

Danke! Und bitte Daumen drücken!

Ist schon ein neues Buch in Planung?
Ja, darin geht es um ein Familiendrama. Der Handlungsort wird ein Dorf an der Elbe sein, ein sehr ländliches Setting also. Im Mittelpunkt stehen zwei miteinander befreundete Familien, die allerdings kaum unterschiedlicher sein könnten. Der Ertrinkungstod eines Kindes in der Elbe stellt diese Freundschaft auf eine harte Probe.

Das klingt sehr vielversprechend. Können Sie schon etwas zum Veröffentlichungstermin sagen?
Nein, ein Veröffentlichungstermin ist bis jetzt noch nicht bekannt.

Halb so schlimm, denke ich mir, denn Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Und eines ist sicher: Nach „Das Scherbenhaus“ und „Lügenmeer“ wird mich auch Susanne Kliems nächstes Buch regelrecht ans Sofa ketten. 🙂


© C. Bertelsmann Verlag

→ Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Lügenmeer“

→ Zur Homepage der Autorin: Susanne Kliem