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„Das Ende des Schweigens“ von Claudia Rikl – Rezension und Interview (mit Gewinnspiel)

Die langen Schatten der DDR

Meine Bewertung: ★★★★

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© Kindler/Rowohlt Verlag

Die Journalistin Susanne Ludwig freut sich auf eine Auszeit in einem Neubrandenburger Ferienhaus. Doch noch bevor ihr Urlaub beginnen kann,  macht sie in der Ferienhaussiedlung einen grausigen Fund: Susanne entdeckt die blutgetränkte Leiche eines älteren Mannes, dem die Zunge herausgeschnitten wurde. Nachdem sie sich im Krankenhaus einigermaßen von dem Schock erholt hat, erwacht ihr journalistischer Eifer. Sie will wissen, wer den Mann auf dem Gewissen hat – und was es mit der abgeschnittenen Zunge, die auf einem Armeekäppi neben dem Toten abgelegt wurde, auf sich hat.

In „Das Ende des Schweigens“ begibt sich Autorin Claudia Rikl in eine fast vergessene Welt – die der Nationalen Volksarmee der DDR (NVA). Sie recherchierte gewissenhaft und stellt in ihrem ersten Kriminalroman eine Parallelgesellschaft vor, in die das gemeine Volk seinerzeit  kaum Einblicke erhielt und in der  es drakonische Strafen und grausige Rituale gab. All dies verknüpft sie mit einem spannenden Kriminalfall, der in der Gegenwart spielt. Im Zentrum der Ermittlungen steht Kommissar Michael Herzberg. Für ihn ist dieser Fall etwas Besonderes, denn er taucht zwangsläufig in seine Vergangenheit ein. Eine Vergangenheit, die ihm bis heute Angst vor geschlossenen Räumen verursacht, denn Herzberg war zu DDR-Zeiten im berüchtigten Gefängnis in Bautzen inhaftiert.

Es sind die tatsächlichen Begebenheiten, die diesem Krimi das besondere Etwas verleihen und ihn dadurch realistisch erscheinen lassen: Claudia Rikl thematisiert das gefürchtete NVA-Gefängnis in Schwedt, Massenselbstmorde zu der Zeit, als die Rote Armee in Deutschland einmarschierte und Rituale wie die „Musikbox“, mit der NVA-Angehörige ihre Kameraden traktierten.

Die Hauptfiguren des Romans kämpfen mit ihren Dämonen: Kommissar Herzberg hat Probleme mit seiner Ehefrau, die im Rollstuhl sitzt, während die Journalistin Susanne Ludwig psychische Probleme und ein Sorgerechtsstreit plagen. Dennoch empfand ich die Charaktere ein bisschen zu distanziert – man könnte auch sagen, dass ich mit ihnen nicht so richtig warm geworden bin.

Der Kriminalfall selbst ist allerdings  durchweg spannungsreich. Mit einer logischen Handlung und der Tatsache, dass Täter und Motiv erst am Schluss offenbart werden, ist „Das Ende des Schweigens“ ein handwerklich hervorragend gemachter Krimi.

Claudia Rikls Schreibstil würde ich als unaufgeregt und durchaus anspruchsvoll bezeichnen.

Derzeit arbeitet die in Leipzig lebende Autorin am zweiten Fall für Kommissar Herzberg und sein Team. Da das Ende des aktuellen Bandes durchaus über Cliffhanger-Qualitäten verfügt, darf man gespannt sein, wie es speziell privat für Michael Herzberg weitergeht.

Interessante Links

Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Das Ende des Schweigens“

Claudia Rikl bei www.krimi-couch.de

Bibliografische Angaben

  • Erscheinungstermin: 13. März 2018
  • erschienen bei: Kindler (Rowohlt)
  • Seitenanzahl: 528 Seiten
  • ISBN-13: 978-3463406855

Interview mit der Autorin

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2018 habe ich Claudia Rikl zu ihrem Kriminalroman „Das Ende des Schweigens“ interviewt.

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Autorenfoto von Claudia Rikl
© Stefan Hoyer

Frau Rikl, „Das Ende des Schweigens“ ist Ihr erster Roman. Wie fühlt es sich an, Lesungen zu veranstalten und auf der Leipziger Buchmesse in der LVZ-Autorenarena vor einem großen Publikum darüber zu sprechen?
Es fühlt sich großartig an, denn nur die Leser und die Journalisten können uns letztendlich mitteilen, ob sich die Mühe auch gelohnt hat. Ihr Feedback ist sogar manchmal entscheidend dafür, ob wir weitermachen! Aber natürlich ist all dies mit viel Aufregung verbunden. So ein Schriftstellerleben ist ja prinzipiell eher einsam. Obwohl man in der letzten Arbeitsphase, der Fertigstellung des Buches, ständig mit dem Verlag in Kontakt ist – für das Lektorat und das Cover, die Klappentexte und die Werbemaßnahmen – gibt es zuvor, während des Schreibens, kein Team, mit dem man täglich zusammenarbeitet. So eine Buchmesse mit ihren Lesungen und Gesprächen reißt einen aus dieser stillen Beschaulichkeit heraus. Und das tut dann natürlich gut.

In Ihrem Buch setzen Sie sich intensiv mit dem Thema NVA auseinander. Ihr Roman hat mich dazu bewogen, im Internet zu stöbern und ein paar entsprechende Foren zu besuchen. Diese Rituale wie die „Musikbox“ gab es ja tatsächlich. Wie haben Sie recherchiert? Gab es Gespräche mit ehemaligen NVA-Angehörigen, die so etwas miterlebt haben, die vielleicht gar im gefürchteten Militärgefängnis in Schwedt eingesessen haben?
Prima, dass sie das Buch dazu angeregt hat, sich in das Thema einzulesen! Das habe ich natürlich auch getan. Die Militärgeschichte der DDR ist sehr gut erforscht, es gibt mittlerweile viel Literatur dazu, ich habe im Chr. Links Verlag etliche Bände gefunden und mich eingelesen, aber auch das SPIEGEL-Archiv war eine große Hilfe, was das Thema „Waffenverkäufe nach der Wende“ betrifft. Und ich habe auch auf Erfahrungsberichte von Soldaten zurückgegriffen, teilweise habe ich das Internet herangezogen, teilweise meine eigenen Erinnerungen. Ich bin ja in der DDR aufgewachsen, in einer stark militarisierten Gesellschaft. Wir sahen schon als Kinder Werbefilme über die NVA, mussten in der achten Klasse eine vormilitärische Ausbildung absolvieren. Ich wusste, dass unsere Klassenkameraden Angst davor hatten, zur NVA eingezogen zu werden, weil die dortigen Zustände und die drohenden Schikanen durch Vorgesetzte und Kameraden allgemein bekannt waren. Sogar eine Lehrerin erzählte einmal, was ihr Bruder dort erleben musste, man hatte ihm Stahlhelme an Ellbogen und Knie geschnallt und ließ ihn über den Flur schlittern. Ich kannte also viele solcher Geschichten, allerdings keinen, der in Schwedt einsitzen musste. Daher habe ich nicht noch einmal eigens mit ehemaligen Soldaten sprechen müssen.

Ihr Protagonist, der Kommissar Michael Herzberg, war ja selbst wegen eines verbotenen Buches in Bautzen inhaftiert. Dieses Gefängnis stand ja für schreckliche Haftbedingungen. Heute ist es eine Gedenkstätte. Haben Sie sie schon einmal besucht?
Es gibt in Bautzen zwei Gefängnisse, das „Gelbe Elend“ und das Stasigefängnis Bautzen II. In letzterem hat Herzberg eingesessen. Dort war ich und habe mir das Gefängnis und eine sehr beeindruckende Ausstellung zum Thema angesehen. Ich habe da beispielsweise erfahren, dass die Staatssicherheit Hunderte von Bundesbürgern in die DDR entführt hat und auch in Bautzen II inhaftierte – was mich sehr schockiert hat.

Als die Wende kam, waren Sie 18 Jahre alt. Wie empfanden Sie das Leben in der DDR? Waren Sie Pionierin und in der Freien Deutschen Jugend (FDJ)?
In meiner Kindheit habe ich mein Leben in der DDR als glücklich und normal empfunden – ich kannte ja kein anderes. Ich war auch bei den Pionieren und in der FDJ, das war selbstverständlich, nur die Kinder von Pfarrern und Angehörigen besonderer Religionsgruppen waren dort nicht Mitglied – aber sie durften deshalb in der Regel auch kein Abitur machen und studieren, nur auf dem zweiten Bildungsweg über die Abendschulen. Meine Eltern wollten dies nicht für mich, obwohl sie als Christen der DDR kritisch gegenüberstanden, und haben mich zu den staatlichen Organisationen und ihren Veranstaltungen geschickt. Das war ja gerade das Verrückte: wenn man nach außen hin vorgab, ein aufrechter DDR- Bürger zu sein, konnte man privat denken, was man wollte – sofern man es nicht öffentlich tat, hatte es keine negativen Konsequenzen. Als ich dann älter wurde, bekam ich aber schon mit, welche Entbehrungen und welchen Schmerz das Leben in der Diktatur mit sich brachte für diejenigen, die sich nicht unterdrücken lassen wollten und rebellierten. Aber da kam zum Glück die Wende!

Sie wurden in Naumburg geboren und leben in Leipzig. Wie sind Sie darauf gekommen, Ihren Krimi in Neubrandenburg anzusiedeln? Haben Sie eine besondere Beziehung zudiesem Ort?
Ich habe eine besondere Beziehung zu Mecklenburg, das ich wegen seiner herrlichen Landschaft und seiner Architektur sehr liebe. Auf Neubrandenburg kam ich, weil eine der drei großen Kriminalpolizeiinspektionen des Landes Mecklenburg-Vorpommern dort angesiedelt ist. Nachdem ich mir die Stadt und ihre Umgebung, insbesondere den See angesehen hatte, wusste ich: das ist eine perfekte Location.

Wie lange haben Sie an „Das Ende des Schweigens“ gearbeitet?
Ich habe im November 2011 damit begonnen, im Juni 2015 war ich mit der vierten Fassung des Romans fertig, die mir dann endlich gefiel. Wenn man ganz am Anfang steht, gibt es viel zu verbessern und zu lernen.

Auf Amazon sind die ersten Rezensionen zu Ihrem Buch zu lesen, die „Das Ende des Schweigens“ allesamt mit 4 oder gar 5 Sternen bewerten. Lesen Sie die Rezensionen?
Natürlich tue ich das, es geht gar nicht anders, man ist einfach zu neugierig. Kritik ist gut, auch wenn sie einem manchmal einen kleinen Stich versetzt. Denn niemand ist perfekt, es gibt immer noch etwas zu lernen.

Können Sie schon etwas zum zweiten Band um Kommissar Michael Herzberg sagen?
Sein nächster Fall führt Herzberg in ein mecklenburgisches Dorf, wo er den Mord an einem Großbauern aufklären muss, der 1945 wegen Kriegsverbrechen enteignet wurde und 1989 zurückkam, um sich wieder in den Besitz des ehemaligen Gutes zu bringen. Die Vorgeschichte der Tat reicht dann auch zurück bis in die letzten Kriegstage des Jahres 1945 und Herzberg hat wieder nicht nur ein Verbrechen aufzuklären.

Arbeiten Sie strukturiert und plotten oder schreiben Sie einfach drauflos?
Ich schreibe eher strukturiert. Ich habe auch feste Arbeitszeiten, ganz klassisch, wie im Büro. Ehe ich mit dem Schreiben beginne, habe ich ausführliche Figurenbiografien ausgearbeitet und einen Handlungsentwurf. Ich schreibe also nicht „ins Blaue hinein“. Bei dieser Arbeitsweise muss man allerdings aufpassen, dass der Spaß am Schreiben und die Fabulierlust nicht zu kurz kommen, denn diese sind unverzichtbar, wenn man es auf 500 Seiten bringen will.

Wie haben Sie Schreiben, Familie und Job unter einen Hut bekommen?
Meine Kinder sind glücklicherweise schon groß. Mit dem Job habe ich ausgesetzt, um in Vollzeit diesen Roman zu schreiben. Da ich immer mehrere Entwürfe schreibe, benötige ich meine ganze Zeit und vor allem meine ganze Kraft. Nebenbei zu schreiben würde mich überfordern und wohl auch nicht zufrieden stellen, da es das ist, was ich tun möchte, heute und für immer.

Lesen Sie auch privat Krimis? Welche sind Ihre Lieblingsautoren?
Ich lese viel und ganz besonders gern Krimis. Fred Vargas hat mich als Erste für das Genre begeistert. Ebenso schätze ich die Schwedin Åsa Larsson, Håkan Nesser, Tana French natürlich. Vor allem aber gibt es wunderbare deutsche Kriminalliteratur, ich mag einfühlsame, kluge Stimmen wie die von Gisa Klönne, von Oliver Bottini und Elisabeth Hermann.

Vielen Dank für das Interview, liebe Claudia Rikl!


Gewinnspiel

Nachdem ich letzte Woche angekündigt hatte, dass es sehr bald ein neues Gewinnspiel geben wird, lüfte ich jetzt das Geheimnis: Ta-daaa, ich verlose ein Exemplar des Krimis „Das Ende des Schweigens“ von Claudia Rikl.

Wie könnt Ihr mitmachen?

Indem Ihr die richtige Lösung auf die Gewinnspielfrage findet! Diese findet Ihr im Gewinnspielformular ganz unten. Wählt die richtige Antwort auf die Gewinnspielfrage aus, tragt Euren Namen und Eure E-Mail-Adresse in das untenstehende Gewinnspielformular ein und sendet das Ganze ab.

Teilnahmebedingungen

1. Verlost wird ein Exemplar des Krimis „Das Ende des Schweigens“ von Claudia Rikl – nagelneu und ungelesen.

2. Die Verlosung läuft im Zeitraum vom 14. bis zum 30. April 2018, 24:00 Uhr. Zum Teilnehmen muss das untenstehende Formular vollständig ausgefüllt und abgeschickt werden. Der/die Gewinner/in wird am 1. Mai 2018 aus allen fristgerecht eingegangenen Einsendungen mit der richtigen Antwort per Losverfahren ermittelt und dessen/deren Name hier bekanntgegeben. Mit dem Absenden des Formulars erklärt sich der/die Teilnehmer/in damit einverstanden, dass sein/ihr vollständiger Name im Gewinnfall hier veröffentlicht werden darf.

3. Mitmachen kann jede/r mit Hauptwohnsitz in Deutschland, der/die mindestens 18 Jahre alt ist. Mit dem Abschicken des Formulars bestätigt Ihr, dass Ihr volljährig seid.

4. Keine Barauszahlung möglich.

5. Keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postweg verloren geht.

6. Bitte nur 1 x mitmachen! Mehrfachteilnehmer/innen werden disqualifiziert.

7. Ihr müsst zur Teilnahme nicht zwingend meinem Blog oder meiner Facebook-Seite folgen. Ich freue mich aber selbstverständlich immer über neue Follower meines Blogs, meiner Facebook-Seite, meines Twitter– und meines Instagram-Accounts.

8. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

9. Eure Daten werden ausschließlich im Rahmen der Verlosung verwendet und NICHT weitergegeben. Nach erfolgter Auslosung werden die Daten gelöscht.

Jetzt teilnehmen!

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NachLESE: Lesung mit Stephan Harbort am 9. März 2018 im Wasserschloss Klaffenbach

Zwar ist er noch nicht zu Ende, aber so viel steht schon jetzt fest: Der März war ein literarisches Highlight! Eine Woche vor Beginn der Leipziger Buchmesse erzählte Kriminalist Stephan Harbort im Wasserschloss Klaffenbach von seiner spannenden Tätigkeit. Ein ganzer Abend im Zeichen von Serienmörderinnen, der unter dem Motto „Killerfrauen“ stand.

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Wie es sich für die beliebte Veranstaltungsreihe „Mörderische Geständnisse“ gehört, war der Saal auch an diesem 9. März 2018 ausverkauft. Gebannt lauschte das Publikum den Erfahrungen des Serienkiller-Experten, der gleich am Anfang einen guten Tipp parat hatte:

Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl!

Denn das, was in Krimis oft als siebter Sinn der Ermittler dargestellt wird, kann der Düsseldorfer Kriminalhauptkommissar nach seiner langjährigen Tätigkeit im Polizeidienst tatsächlich bestätigen.

Schon zu Anfang seiner Laufbahn ließ ihn das Thema Serienmord nicht mehr los. Harbort studierte Gerichtsakten und sprach mit vielen verurteilten Serientätern, um zu ergründen, wie sie ticken.

Das erste Buch zum Thema hat er vor 27 Jahren veröffentlicht. Seinem Erstling sind viele weitere gefolgt – bis hin zu seinem aktuellsten Werk „Killerfrauen – Deutschlands bekanntester Serienmordexperte klärt auf“. Aus dem las Stephan Harbort an diesem Abend ein Kapitel vor. Dem Publikum gefror dabei sprichwörtlich das Blut in den Adern, denn darin ging es um die „Eislady“. Die gebürtige Mexikanerin und spätere Eiscafébesitzerin wurde zur berüchtigten Mörderin, die ihre beiden Lebenspartner erschossen, zerstückelt und im eigenen Keller einbetoniert hat.

img_9485Stephan Harbort bei seiner Lesung am 9. März 2018 in Klaffenbach

Was männliche von weiblichen Serientätern unterscheidet

Auch die Theorie kam nicht zu kurz. Was unterscheidet männliche von weiblichen Serientätern? Während männliche Serienmörder ihre Opfer meist nicht kennen, morden Frauen in der Regel  im Familien- und Bekanntenkreis, so Stephan Harbort. Auch die Methoden der Tatbegehung sind  verschieden: Männer greifen bevorzugt zum Messer oder zur Pistole, Frauen hingegen wählen sanftere Methoden wie das Vergiften oder Ersticken. Insofern bildet die „Eislady“ also die berühmte Ausnahme von der Regel.

Eine weitere Serientäterin, die bundesweit für Aufsehen gesorgt hat, ist die Berliner Krankenschwester Irene Becker, die von der Presse „Todesengel der Charité“ getauft wurde. Auf der Intensivstation hat sie fünf Patienten umgebracht und aus ihrer eigenen Sicht damit „das Sterben verkürzt“. Dieser Fall wurde mit Michaela May in der Hauptrolle für die Reihe „Protokolle des Bösen“ verfilmt. Darin werden Interviews von Stephan Harbort mit Serienmördern anhand von Originalzitaten nachgestellt. Die Folge, in der „Todesengel“ Irene Becker im Mittelpunkt steht, zeigte Stephan Harbort den Zuschauern in Klaffenbach in voller Länge.

Damit ging ein spannender Abend zu Ende, der nicht nur lehrreich war, sondern auch ganz gewaltig für Gänsehaut sorgte.

Killerfrauen© Droemer Knaur

 ⇒ Mehr zum Buch „Killerfrauen“

  ⇒ Zur Homepage von Stephan Harbort

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Klein aber fein: Premiere für die Lichtensteiner Bücherschau

Der Oktober 2017 geht zu Ende – und damit der Monat, in dem in Sachsen ein kleines aber feines literarisches Event aus der Taufe gehoben wurde: die Lichtensteiner Bücherschau.

Schauplatz für diese Buchmesse der besonderen Art war das Daetz-Centrum im sächsischen Lichtenstein. Dort präsentierten am 7. Oktober 2017 mehr als 20 unabhängige Verlage ihre Schätze. Auf dem Programm standen außerdem Lesungen und Buchpremieren – und all das bei freiem Eintritt.

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Mit einem Stand vor Ort waren unter anderem der Telescope Verlag, der acabus-Verlag, der Verlag duotincta, LeiV – Leipziger Kinderbuchverlag, der binooki-Verlag, der BuchVerlag für die Frau, der Zusammenschluss der Independent-Verlage „Independent-Verlage.com“ und salomo publishing vertreten, um nur einige zu nennen.

Eine Lesung wollte ich auf gar keinen Fall verpassen, nämlich die von Miriam Gudrun Sieber, die Einblicke in ihren Erinnerungsroman „Wildes Gras“ gab.

img_7105Miriam Gudrun Sieber bei ihrer Lesung aus „Wildes Gras“ am 7. Oktober 2017 in Lichtenstein

In „Wildes Gras“ geht es um Emmy, die die niederschmetternde Diagnose Krebs erhält. Die Protagonistin blickt nicht nur auf ihr Leben zurück, indem sie Kindheitserinnerungen Revue passieren lässt, sondern sie stellt sich auch die Frage, ob das Leben, das sie lebt, tatsächlich ihr Leben ist. Emmy begibt sich auf Spurensuche nach dem wilden Mädchen, das sie einst war. Der Titel „Wildes Gras“ sei, so Miriam Gudrun Sieber, eine Metapher für den Krebs, der sich erbarmungslos in Emmys Körper ausbreitet.

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© Telescope Verlag

→ Ein Klick auf das Cover führt direkt zum Buch auf die Verlagshomepage.

Natürlich musste ich mir dieses Buch sofort kaufen, das mir Miriam Gudrun Sieber auch signierte.

Obwohl ich es noch nicht zu Ende gelesen habe, kann ich eins schon jetzt sagen: „Wildes Gras“ ist ein intensives Stück Literatur. Die Tiefe der Geschichte schmerzt fast – und das rührt wohl daher, dass Autorin Miriam Gudrun Sieber darin Autobiografisches verarbeitet.

Für mich stehen also jetzt zwei Dinge auf dem Plan:

  1. „Wildes Gras“ fertig lesen
  2. mich auf die 2. Lichtensteiner Bücherschau freuen.

Die 2. Lichtensteiner Bücherschau findet am 22. September 2018 erneut im Lichtensteiner Daetz-Centrum statt. Und dann kann die diesjährige (beachtliche!) Besuchermarke von rund 1.200 Lesefreunden sicher noch geknackt werden.

→Interessante Links

Homepage der Lichtensteiner Bücherschau

Lichtensteiner Bücherschau bei Facebook

Independent-Verlage.com

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NachLESE: So war die Lesung mit Elisabeth Herrmann am 7. Oktober 2017 im Wasserschloss Klaffenbach

Ein nasskalter Samstagabend. Der Herbst zeigt sich in der Gegend rund um Chemnitz von seiner ungemütlichsten Seite. Deshalb bedankt sich Krimi-Autorin Elisabeth Herrmann zum Auftakt ihrer Lesung am 7. Oktober 2017 bei allen, die trotz des unwirtlichen Wetters den Weg ins Wasserschloss Klaffenbach gefunden haben.

img_7142Das Wasserschloss in Klaffenbach

Die in Berlin lebende Schriftstellerin ist vom Ambiente des Schlosses angetan und verspricht, an diesem Abend nicht zum letzten Mal in Klaffenbach zu sein.

Heute ist sie hier, um im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Mörderische Geständnisse“ aus ihrem aktuellen Kriminalroman „Stimme der Toten“ zu lesen. Es ist der zweite Band aus der Serie um die Tatortreinigerin Judith Kepler.

Stimme der Toten.jpg© Goldmann Verlag
(Ein Klick auf das Cover führt zum Buch auf der Verlagshomepage.)

Die Reihe, verrät Elisabeth Herrmann, war von Beginn an als Trilogie konzipiert. Sechs Jahre, nachdem Band eins mit dem Titel „Zeugin der Toten“ bei Ullstein erschien, wurde „Stimme der Toten“ am 14. August 2017 bei Goldmann veröffentlicht. Auch der dritte und letzte Teil wird im Hause Goldmann erscheinen.

Die Autorin liest einige Passagen aus ihrem aktuellen Kriminalroman vor. Mit ausdrucksstarker Stimme schlüpft Elisabeth Herrmann in die Rollen ihrer Figuren. Im Saal ist es mucksmäuschenstill und man möchte dieser charismatischen Frau am liebsten ewig weiter zuhören.

img_7128-1Elisabeth Herrmann in Klaffenbach

Doch schließlich sollen die Anwesenden dazu animiert werden, das Buch selbst zu lesen. Und deshalb plaudert Elisabeth Herrmann fröhlich aus ihrem Schriftstellerinnen-Leben. Sie erzählt von der Verfilmung des ersten Bands „Zeugin der Toten“, in der Anna Loos Judith Kepler spielte. Sie schwärmt von einem warmherzigen Jan Josef Liefers, der mehrfach den Anwalt Joachim Vernau in den Filmen zu Elisabeth Herrmanns gleichnamiger Krimi-Reihe verkörperte.

Dass ihr Herz auch für Jugendbücher schlägt, ist kein Geheimnis. Sie hat immerhin schon mehrere davon veröffentlicht. Ihr Thriller „Schattengrund“ wird demnächst mit Josefine Preuß in der Hauptrolle verfilmt.

Schattengrund von Elisabeth Herrmann© cbt Verlag
(Ein Klick auf das Cover führt zum Buch auf der Verlagshomepage.)

Elisabeth Herrmanns neuestes Jugendbuch mit dem Titel „Zartbittertod“, dessen Schauplatz die sächsische Stadt Meißen ist, steht schon in den Startlöchern.

Es war ein Abend, an dem die Zeit wie im Flug verging. Und obwohl sie gesundheitlich ein wenig angeschlagen war, nahm sich die Autorin im Anschluss noch Zeit für gemeinsame Fotos mit ihren Fans und natürlich zum Signieren ihrer Bücher.

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Auf den Spuren von Hans Christian Andersen

Im Moment genieße ich mit meinem Mann und unserem Hund einen entspannten Sommerurlaub auf der dänischen Insel Fünen. Und natürlich spielt auch dabei die Literatur eine große Rolle …

“Die Schneekönigin”, “Das hässliche Entlein” und “Die Prinzessin auf der Erbse”: Das sind nur 3 der insgesamt 156 Märchen aus der Feder des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen.

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1805 wurde er in Odense geboren. Die drittgrößte Stadt Dänemarks ehrt ihren berühmten Sohn mit einem ganz besonderen Museum – dem H. C. Andersens Hus. Zu finden ist es als Anbau an das Geburtshaus des Dichters in der Bangs Boder 29.

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Mal ehrlich: Es gibt Museen, die man mangels Schlechtwetteralternativen besucht, dann diejenigen, die recht interessant sind, und es gibt solche, die den Besucher fesseln und begeistern. H. C. Andersens Hus gehört eindeutig in die dritte Kategorie! In einer liebevoll aufbereiteten Ausstellung lernt man den Schriftsteller mit seinen Träumen, Marotten, Eigenschaften, Erfolgen und Niederlagen kennen. So erfährt man beispielsweise, dass Hans Christian Andersen mit einer Körpergröße von stattlichen 1,85 Metern die damalige Bevölkerung im Durchschnitt um 25 Zentimeter überragte und sich selbst eher weniger attraktiv fand.

Er wuchs in sehr armen Verhältnissen auf. Sein Vater, ein Schuhmacher, starb, als Hans Christian 11 Jahre alt war. Die Mutter, eine Waschfrau, verfiel dem Alkohol und litt später an Demenz.

Dreamt I was writing, and the letters set the paper on fire.

(aus dem Tagebuch von Hans Christian Andersen, 1. Mai 1856)

Im zarten Alter von 14 zog es Hans Christian Andersen nach Kopenhagen. Ihn faszinierte das Theater. Dass der Literat durch und durch ein Künstler war, offenbart die Ausstellung. Er hat nicht nur mit Leidenschaft geschrieben, sondern mit bemerkenswerter Fingerfertigkeit auch wunderschöne Scherenschnitte angefertigt. Viele davon sind im Museum zu sehen – und man kommt nicht umhin, angesichts der winzigen Details in ungläubiges Staunen zu verfallen.

Reisen ist Leben! 

(Hans Christian Andersen)

Auch das Reisen liebte der Dichter sehr. Aus Angst davor, dass es in seiner jeweiligen Unterkunft zu einem Brand kommen könnte, hatte er stets ein 9 Meter langes Seil in seinem Gepäck, mit dessen Hilfe er sich im Fall des Falles aus dem Fenster hätte retten können. Es kam glücklicherweise nie zum Einsatz und ist im Museum ausgestellt.

Trotz vieler beruflicher Rückschläge gab Hans Christian Andersen nie auf und wurde schließlich zum berühmtesten Schriftsteller Dänemarks. 1867 ernannte man ihn zum Ehrenbürger von Odense. Seine Werke sind in 157 Sprachen übersetzt worden.

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Great writer, great toothache – small writer, small toothache

(Zitat des oft von Zahnschmerzen geplagten Hans Christian Andersen)

Das private Glück blieb ihm bei allen literarischen Triumphen allerdings verwehrt. Wenige Male hatte er sein Herz an junge Damen verloren, aber immer blieb seine Liebe unerwidert. 1875 starb Hans Christian Andersen ledig und kinderlos in Kopenhagen an Krebs.

Die Ausstellung verlässt man mit dem Gefühl, den dänischen Nationaldichter wirklich eingehend kennengelernt zu haben.

Nur zehn Gehminuten entfernt von H. C. Andersens Hus liegt das Kindheitshaus des Autors, das ebenfalls zu besichtigen ist. Hier kann man unter anderem einen Blick die kleine, bescheidene Schuhmacherwerkstatt des Vaters werfen.



Nach einem bemerkenswerten Nachmittag auf den Spuren von Hans Christian Andersen komme ich zu dem Schluss, dass das Leben des Schriftstellers wie ein gutes Buch war: Spannend, tragisch, mit vielen Wendungen, einer Prise Humor und natürlich mit einem Protagonisten, den man sofort ins Herz schließt.

Veröffentlicht in AutorInnen live & Lesungen

Mords-Vergnügen: Facebook-Krimi- und Thriller-Woche startet morgen

Die kommende Woche wird ein Fest für alle Krimifreunde und Thrillerfans: Bei Facebook geht morgen nämlich die erste Krimi- und Thriller-Woche an den Start. 

 Foto: krimiwoche.de
Jede Menge Gewinnspiele, Live-Lesungen und Challenges rund um Mord und Totschlag stehen auf dem Plan. Mit dabei sind namhafte Autorinnen und Autoren wie beispielsweise Andreas Föhr, der geistige Vater des Tegernsee-Ermittler-Duos Wallner und Kreuthner, die Hamburger Thriller-Queen Wiebke Lorenz und Till Raether „Treibland“, „Blutapfel“). 

Für die Festwoche der ganz besonderen Art kann man sich hier kostenlose Tickets sichern.

Die Verantwortlichen der Agentur mainwunder haben eifrig die Messer gewetzt, die Magazine bestückt und den Giftcocktail angerührt: Hier ist das Programm.

Ich freue mich, wenn morgen Punkt 9:00 Uhr der (hoffentlich völlig ungefährliche) Startschuss ertönt.

Auch Christine Drews (aktuelles Buch: „Denn mir entkommst du nicht“) und Mario Giordano (ganz neu auf dem Krimi-Markt: „Tante Poldi und die Früchte des Herrn“) sind mit von der Partie. 

Foto: buchstabenfaengerin