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Frisch rezensiert: „Willst du Blumen, kauf dir welche“ von Ellen Berg

Humorvolle Abrechnung mit den Tücken des Online-Datings

Meine Bewertung:  ★★★★

© Aufbau Verlag

Lena liebt ihren Kater Dewey, ihre eigene kleine Buchhandlung und die Romane von Jane Austen. In herzergreifenden Büchern findet sie, wonach sie nach einigen Enttäuschungen im echten Leben gar nicht mehr sucht: Romantik und Liebe. Nicht mal der Bestsellerautor Benjamin Floros, den sie zu einer Lesung in ihre Buchhandlung einlädt, kann sie mit seinem Verkaufsschlager „Die ultimative Liebesformel“ davon überzeugen, dass sich die Suche nach Mr. Right lohnen wird. Überhaupt hält Lena Floros für einen Scharlatan – einen gut aussehenden zwar, aber das ändert nichts an ihrer Antipathie für den erfolgsverwöhnten Schriftsteller. Zu dumm nur, dass sie sich nach einer gemeinsam geleerten Flasche Sherry auf eine fatale Wette mit Benjamin einlässt …

Wer humorvolle Bücher mag, kommt an Ellen Berg nicht vorbei. Die Autorin hat bereits sage und schreibe 17 Romane veröffentlicht, die sich hauptsächlich um ein Thema drehen: Die Liebe. Die beleuchtet Ellen Berg in sämtlichen Facetten – und das stets mit viel Humor. In ihrem aktuellen Roman „Willst du Blumen, kauf dir welche – (K)ein Romantik-Roman“ nimmt sie sich den Mysterien des Online-Datings an. Ihrer Hauptfigur Lena wird dabei so einiges abverlangt, denn sie trifft bei ihren Dates größtenteils auf äußerst kauzige Kandidaten. Ellen Berg hat sogar ihre eigenen Erfahrungen aus der Welt der virtuellen Liebe einfließen lassen.

Auch bei Band 17 zeichnet (im Wortsinne!) wieder einmal der Cartoonist Gerhard Glück für die unverwechselbaren Cover der Ellen Berg-Romane verantwortlich.

Obwohl es Bücher gab, in denen Ellen Berg richtiggehende Gag-Feuerwerke zündete und ihr das in ihrem aktuellen Roman nur zuweilen gelingt, ist „Willst du Blumen, kauf dir welche“ dennoch ein äußerst kurzweiliger Roman, der für gute Laune sorgt. Gleichzeitig ist das Buch eine hinreißende Hommage an die Literatur und alle passionierten Leseratten, denn Lena denkt oft in Buchtiteln und geht ganz in ihrer Berufung als Buchhändlerin auf. Ihrem zackigen, wortschatzreichen Schreibstil bleibt Ellen Berg auch in ihrem aktuellen Roman treu. So macht Lesen Spaß!

Die Charaktere sind unverwechselbar und die meisten davon sympathisch. Und obwohl die Geschichte relativ vorhersehbar ist, eignet sie sich dennoch für kurzweilige Stunden auf der heimischen Couch und hilft dabei, den Corona-Blues zu vertreiben.

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Zum Buch auf der Verlagshomepage: „Willst du Blumen, kauf dir welche“

Zum Buch bei Amazon: „Willst du Blumen, kauf dir welche“

Zur Homepage der Autorin: Ellen Berg

Zur Homepage des Cover-Illustrators: Gerhard Glück

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Frisch rezensiert: „Trümmermädchen“ von Lilly Bernstein

Aufwühlender Roman mit eindringlicher Mahnung

Meine Bewertung:  ★★★★

© Ullstein Buchverlage

Anna ist noch ein kleines Mädchen, als ihre Freundin Ruth mitsamt ihrer Familie von heute auf morgen plötzlich verschwindet, ihr geliebter Onkel Matthias zum Kriegsdienst eingezogen wird und sich ihre Heimatstadt Köln mehr und mehr in eine Trümmerwüste verwandelt.

Sie wächst bei ihrer Tante Marie auf und ist von jüngster Kindheit an ein Leben voller Entbehrungen gewöhnt. Hunger, Kälte, Verlust und Mangel sind ihr nur allzu vertraut. Doch aus dem Mädchen wird eine junge Frau, die sich entschlossen gegen die Widrigkeiten des Krieges stemmt, um für die zu sorgen, die ihr am Herzen liegen: ihre Familie und ihre Freunde.

Einfühlsam erzählt Lilly Bernstein in ihrem 512-seitigen Roman „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ eine Geschichte, die die Jahre 1941 bis 1947 umspannt. Der unglaublich bildhaften Sprache der Autorin und Journalistin, deren bürgerlicher Name Lioba Werrelmann lautet, ist es zu verdanken, dass man das zerbombte Köln klar vor sich sieht. Mit der Veröffentlichung ist für Lilly Bernstein ein Traum in Erfüllung gegangen und es sei ihr bisher persönlichster Roman, heißt es. Und tatsächlich lässt dieses Buch unschwer erkennen, wie viel Herzblut darin steckt.

Mit großer Liebe zum Detail hat die Autorin an ihren Figuren gefeilt und einen Plot erarbeitet, der manche Überraschungen bereithält – das gilt für die guten ebenso wie für die schlechten.

Die Not, die die Menschen damals litten und die Umstände, unter denen sie leben mussten, sprengen heute jegliche Vorstellungskraft. Aus diesem Grund ist Lilly Bernsteins Buch mehr als ein Roman, sondern zeitgleich eine Mahnung, wie dankbar wir heute für alle Annehmlichkeiten des Alltags, volle Supermarktregale und ein gemütliches Zuhause sein müssen.

Dank vieler Gespräche mit Zeitzeugen und umfangreicher Recherchen gelingt es Lilly Bernstein in ihrem Buch mühelos, die unvorstellbaren Lebensbedingungen von damals in Worte zu fassen und für ihre Leserschaft regelrecht erlebbar zu machen.

„Trümmermädchen“ ist außerdem ein Buch, das Mut macht, denn was Anna und ihre Familie leisten, ist unvorstellbar. Ja, sie hadern, sie sind erschöpft, doch sie kämpfen entschlossen für ihren Traum. Ohne ein paar für meinen Geschmack zu glückliche Zufälle ließe sich der allerdings nicht realisieren.

Dennoch ist „Trümmermädchen“ ein bildgewaltiger Roman, der mit Anna über eine gleichermaßen sympathische wie starke Protagonistin verfügt, die stellvertretend für eine ganze Generation steht, die sich mit bewundernswerter Tatkraft nach dem Krieg dem Wiederaufbau eines ganzen Landes gewidmet hat.

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Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Trümmermädchen“

Zur Homepage der Autorin: Lilly Bernstein alias Lioba Werrelmann

Zum Buch bei vorablesen.de: „Trümmermädchen“

Zum Buch bei Amazon.de: „Trümmermädchen“

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Frisch rezensiert: „Quälender Hass“ von Linda Castillo

Keine Ermüdungserscheinungen bei US-Erfolgsautorin Linda Castillo

Meine Bewertung:  ★★★★★

© S. FISCHER Verlag GmbH

Als Kate Burkholder, die Polizeichefin von Painters Mill, an diesem Herbsttag die verlassene Farm betritt, findet sie eine grausam zugerichtete weibliche Leiche und ein verstörtes kleines Mädchen vor. Doch damit nicht genug: Die Schwester des Mädchens ist entführt worden. Alle verfügbaren Kräfte werden zum Tatort gerufen. Und Kate Burkholder muss gleich in zwei Fällen ermitteln: Einerseits hat sie es mit der Aufklärung des brutalen Mordes zu tun, während ihr andererseits die Zeit bei der Suche nach dem verschwundenen Kind im Nacken sitzt.

US-Autorin Linda Castillo legt in ihrem aktuellen Thriller „Quälender Hass“ ohne langes Vorgeplänkel direkt mit der Geschichte los. Und die hat es in sich. Die Schöpferin der erfolgreichen Thriller-Reihe um Kate Burkholder zeigt auch beim inzwischen elften Band keinerlei Ermüdungserscheinungen.

Schon das Setting sorgt für Gänsehautmomente. Eine verlassene Farm, Weite, Einsamkeit … Mit ihren bildlichen Beschreibungen lässt Linda Castillo den amischen Teil Ohios lebendig werden. Und auch die Story ist wirklich stark. Nur langsam zieht sich die Schlinge um den Täter zu und Spannung bis zum Schluss ist garantiert.

In „Quälender Hass“ verwebt die Spiegel-Bestseller-Autorin einen mitreißenden Kriminalfall mit einem Familiendrama im Spannungsfeld zwischen Amischen und „Englischen“, wie die amische Bevölkerung diejenigen bezeichnet, die nicht nach deren Überzeugungen leben. Außerdem gewährt Linda Castillo ihrer Leserschaft einen Blick hinter die Kulissen der amischen Welt, die gleichermaßen faszinierend wie seltsam anmutet.

Selbst wenn man nicht alle Bände der Reihe gelesen hat, kann man problemlos in die Geschichte einsteigen. Jeder Fall für Kate Burkholder ist in sich abgeschlossen und man braucht keine reihenspezifischen Vorkenntnisse, um der Story problemlos zu folgen.

Besonders sympathisch: Kate Burkholder ist auch im elften Fall noch immer die „Alte“: Eine nach außen hin toughe Frau, die mit den Dämonen ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat, ihre sensible Seite aber geschickt vor anderen verbirgt.

Linda Castillo ruht sich nicht auf ihren Lorbeeren aus. Die gute Nachricht für alle Fans der beliebten Thriller-Reihe: Am 28. Juli 2021 wird mit „Dein ist die Lüge“ Band 12 erscheinen. Es ist also kein Ende in Sicht – zum Glück!

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Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Quälender Hass“

Zum Buch bei Amazon: „Quälender Hass“

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Frisch rezensiert: „An Liebe stirbst du nicht“ von Géraldine Dalban-Moreynas

Aufwühlendes Romandebüt aus Frankreich

Meine Bewertung:  ★★★★

© Nagel & Kimche

„Es gibt Geschichten, an deren Anfang man sich das Ende einfach nicht vorstellen kann.“

(Zitat aus dem Buch, Seite 181)

Ob sich Elle und O., die beiden Protagonisten in Géraldine Dalban-Moreynas‘ Debütroman „An Liebe stirbst du nicht“, zu Beginn ihrer Amour fou überhaupt ein Ende vorstellen können, darf bezweifelt werden. Unversehens stürzen sich die beiden neuen Nachbarn, die bislang bequeme und unaufgeregte Leben führten, in eine Affäre. Die Anziehung zwischen den beiden ist einfach zu groß. Ihre Treffen häufen sich bald ebenso wie die Lügen, die sie ihren jeweiligen Partnern auftischen, um sich ein paar gemeinsame Stunden zu stehlen. Über Elle und O. erfährt man nicht viel, nur dass sie beide Anfang 30 sind, er Anwalt und sie Journalistin ist, beide vergeben sind, und in Paris leben. Und doch lernt man als Leser schon beizeiten das verletzliche Innenleben des heimlichen Paares kennen, ihre Träume und ihre Wünsche.

Sie wagen einen Tanz auf dem Drahtseil, können jeden Moment abstürzen und ins Bodenlose fallen. Die Autorin beschreibt mit präzisem Blick die Achterbahn der Gefühle, in der die beiden sich befinden. Schon nach kurzer Zeit wird klar: Es ist Liebe, sie ist tief und wahrhaftig. Doch haben Elle und O. eine gemeinsame Perspektive? O. hat eine Tochter, die noch keine zwei Jahre alt ist. Seine Frau könnte er verlassen, seine Tochter jedoch nicht. So hadern die beiden Teilzeitliebenden (Seite 65), die nichts mehr wollen als zusammen zu sein, mit den Umständen, die genau das verhindern.

„Zum Glücklichsein braucht man Mut.“

(Zitat aus dem Buch, Seite 113)

Doch dieser Mut fehlt vor allem O. Als neutrale Beobachterin führt die Autorin Buch über den Verlauf einer heimlichen Liebe, die so unmöglich wie alles verschlingend ist.

Die Kapitel sind kurz, sie geben auch einige der zahllosen SMS und E-Mails wieder, die sich Elle und O. schicken. Trotz des nüchternen Erzählstils von Dalban-Moreynas, der wohl am ehesten mit „auf den Punkt gebracht“ umschrieben werden kann, schwingt eine feine Melodie in ihren Worten mit. Am Ende war mein Exemplar des Buchs mit unzähligen bunten Klebe-Fähnchen übersät, weil es so viele Zitate, so viele Momente gab, die mich ganz besonders berührt haben, sodass ich schon gefragt wurde: „Liest du oder bastelst du?“

Dieser Roman hat eine unglaubliche Wucht, und auf nur 192 Seiten erzählt die Autorin eine Geschichte, wie sie tagtäglich geschieht, und die doch einzigartig ist. Die Intensität der Gefühle tut beim Lesen fast schon körperlich weh. Als Leser wird man mitgerissen in diesen Abgrund, an dessen Rand Elle und O. tanzen, und sehenden Auges in ihr Unglück rennen. Man leidet mit den beiden, fragt sich, wie wohl das Ende aussehen wird. Der Weg dorthin kann es in puncto Spannung mühelos mit jedem guten Thriller aufnehmen. Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt – was wird am Ende überwiegen?

Chapeau! Géraldine Dalban-Moreynas hat mit ihrem Debütroman wirklich ein grandioses Stück Literatur geschaffen!

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Zum Buch auf der Verlagshomepage: „An Liebe stirbst du nicht“ 

Zum Instagram-Account der Autorin: Géraldine Dalban-Moreynas

Zum Buch bei Amazon: „An Liebe stirbst Du nicht“

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Frisch rezensiert: „Kann mein Herz nicht mal die Klappe halten?“ von Julia Greve

Ein hinreißendes Stück Unterhaltungsliteratur über die Flaute im Ehebett

© Rowohlt Taschenbuch Verlag

Meine Bewertung:  ★★★★

Nach 15 Jahren Ehe ist bei Nina und Steffen im Bett die Luft raus. Der Familienalltag mit den beiden Töchtern plätschert gemächlich vor sich hin. Eines Abends schreibt das Paar einen Wunschzettel mit den Dingen, die sie sich in der Horizontalen wünschen, um ihr Sexleben wieder auf Vordermann zu bringen – und plötzlich steht das Thema Partnertausch auf dem Tapet. Während Steffen sich nach einem aufregenden Abenteuer mit einer fremden Frau sehnt, geht Nina mit Skepsis an die Sache heran. Kann sie das? Will sie das? Nach langer Überlegung beschließt sie, sich auf das gewagte Experiment einzulassen. Noch ahnen die beiden nicht, was sie damit in Gang setzen …

Autorin Julia Greve, Jahrgang 1975, nimmt sich in ihrem Roman „Kann mein Herz nicht mal die Klappe halten?“ eines Themas an, das wohl den meisten Menschen in langjährigen Beziehungen vertraut ist: Die Flaute im Bett und wie man da bloß wieder rauskommt.

Ihre Romanheldin Nina – eine herrlich uneitle, teilweise schüchterne und alles in allem völlig normale Frau – lässt sich auf den delikaten Wunsch ihres Gatten ein, obwohl sie von einem erotischen Treffen mit einem fremden Mann alles andere als überzeugt ist. Sex ohne Liebe – geht das denn überhaupt?

Julia Greves am 18. Februar 2020 bei Rowohlt erschienener Roman ist ein hinreißendes Stück Unterhaltungsliteratur mit spritzigen Dialogen und sympathischen Darstellern, die glatt nebenan wohnen könnten. Das Buch ist fluffig geschrieben und mit viel Witz gewürzt. In diesem Kein-Kitsch-Roman macht sich der Leser gemeinsam mit dem sexuell gelangweilten Ehepaar auf eine aberwitzige (S)Expedition, die mit einem wahrlich überraschenden Ende punktet.

Das 384-seitige Buch lief vom Anfang bis zum Schluss vor meinen Augen wie ein unterhaltsamer Film ab, so klar habe ich Nina, Steffen und Co. vor mir gesehen. Dabei überspitzt Julia Greve die Handlung nicht. Genau so könnte sich die Geschichte im wahren Leben zutragen.

„Kann mein Herz nicht mal die Klappe halten?“ ist viel mehr als ein platter Frauenroman. Es ist eine großartig erzählte Geschichte über ein Thema, das – wie schon gesagt – vielen Menschen leider ziemlich bekannt vorkommen dürfte.

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Zum Buch auf der Verlagshomepage: „Kann mein Herz nicht mal die Klappe halten?“

Zur Facebookseite der Autorin: Julia Greve

Zum Buch bei Amazon: „Kann mein Herz nicht mal die Klappe halten?“

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Frisch rezensiert am Indiebookday: „Die Stille vor dem Sturm“ von Marina Heib

Heute ist Indiebookday – ein bibliophiler Feiertag, der seit 2013 die unabhängigen, kleinen und Independent-Verlage feiert! Passend zu diesem Anlass möchte ich Euch ein Buch vorstellen, das erstens aus einem unabhängigen Verlag stammt und mir zweitens überaus spannende Lesestunden beschert hat: „Die Stille vor dem Sturm“ von Marina Heib, erschienen im Pendragon Verlag. Der Pendragon Verlag hat seinen Sitz in Bielefeld und wurde 1981 gegründet. Mehr erfahrt Ihr auf der Verlagshomepage.

Übrigens seid Ihr herzlich eingeladen, beim Indiebookday unter dem Hashtag #indiebookday vollkommen virenfrei mitzufeiern. Wie das geht, ist auf der Homepage des Indiebookday kurz und gut erklärt.

Also, passt auf Euch auf, bleibt zu Hause und feiert den Indiebookday!

Mitreißender Thriller mit spannendem Setting

Meine Bewertung: ★★★★

© Pendragon Verlag

Auf die Autorin Marina Heib bin ich zum ersten Mal durch ihren großartigen Thriller „Drei Meter unter Null“ gestoßen. Deshalb wollte ich natürlich auch ihr aktuelles Buch „Die Stille vor dem Sturm“ unbedingt lesen, das am 18. September 2019 im Pendragon Verlag erschienen ist. Dem Genre ist die Autorin dabei treu geblieben. „Die Stille vor dem Sturm“ ist ebenfalls ein Thriller.

Die Geschichte spielt auf einer Yacht, die von den drei Söhnen eines Kielers Reeders in die Karibik überführt werden soll. Auch ein paar Freunde werden mit von der Partie sein – so zumindest sieht es der Plan vor. Doch ein paar unvorhergesehene Ereignisse führen dazu, dass sich der entspannte Segeltörn schon bald in einen echten Horrortrip verwandelt …

Dass Marina Heib auch als Drehbuchautorin arbeitet, merkt man ihren Büchern an. In „Die Stille vor dem Sturm“ lässt sie das Geschehen wie einen Film vor dem geistigen Auge des Lesers ablaufen. Das von ihr gewählte Setting ist überaus spannend, denn eine Yacht auf offener See bietet schließlich keinerlei Fluchtmöglichkeiten – und auch mit einer Rettung von außerhalb ist nicht zu rechnen, wenn – wie hier – die gesamte Kommunikationsanlage ausfällt. Deshalb sind die Protagonisten ihrem Schicksal auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Doch nicht nur das macht diesen Thriller so mitreißend, sondern auch die Dynamik innerhalb der Gruppe. Genug Zündstoff hat Marina Heib ihren Protagonisten mit auf den Weg gegeben und die unterschiedlichen Charaktere tun ihr Übriges, um die Atmosphäre auf der Yacht alles andere als langweilig werden zu lassen.

Einen Stern musste ich leider abziehen, denn als Landratte war für mich die üppige Verwendung des Seglerlateins nicht oder nur schwer zu verstehen. Ein Glossar im Anhang hätte mir an dieser Stelle das Lesen erleichtert beziehungsweise die Google-Suche erspart.

Dennoch ist es Marina Heib einmal mehr gelungen, mich mit ihrem klugen Plot und der durchweg aufrechterhaltenen Spannung vollkommen zu fesseln. Mit „Die Stille vor dem Sturm“ war ein packendes Lesevergnügen!

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Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Die Stille vor dem Sturm“

Zum Buch bei Amazon.de: „Die Stille vor dem Sturm“

Zur Homepage der Autorin: Marina Heib 

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Frisch rezensiert: „Der Tod ist Dein letzter großer Termin – Ein Bestatter erzählt vom Leben“ von Christoph Kuckelkorn

Vielfältiges Sachbuch über das Leben und Sterben

Meine Bewertung: ★★★★

Der Tod ist Dein letzter großer Termin - Ein Bestatter erzählt vom Leben © S. Fischer Verlag GmbH

Wer in Köln die Friesenstraße entlangläuft, kommt früher oder später am Bestattungshaus Kuckelkorn vorbei. Im Kölner Karneval begegnet einem der seltene Familienname wieder, denn Christoph Kuckelkorn ist nicht nur Inhaber eines der ältesten Bestattungshäuser Deutschlands, sondern auch Präsident des Festkomitees Kölner Karneval.

Mit seinem am 29. Januar 2020 bei FISCHER Scherz erschienenen Sachbuch „Der Tod ist Dein letzter großer Termin – Ein Bestatter erzählt vom Leben“ berichtet Christoph Kuckelkorn von dem Spagat, den er tagtäglich zwischen diesen beiden völlig fremden Bereichen vollführt – und dass der Unterschied so groß dann auch wieder nicht ist.

In 18 Kapiteln nimmt der 1964 geborene Unternehmer gemeinsam mit seiner Co-Autorin Melanie Köhne den Leser mit in eine für Otto Normalverbraucher unbekannte Welt. Er erzählt unbekümmert, mit welcher Selbstverständlichkeit er als Kind schon in der Schreinerwerkstatt zwischen den Särgen umherrannte und schließlich in fünfter Generation die Führung des Bestattungshauses übernahm.

Beim Lesen wird einem schnell klar, dass Christoph Kuckelkorn keiner ist, der sensationslüstern Details seiner täglichen Arbeit preisgibt. Diskretion ist für ihn ein hohes Gut. Dabei könnte er sicherlich ohne Weiteres aus dem Nähkästchen plaudern, denn er hat unter anderem die Bestattungen von Dirk Bach und Guido Westerwelle durchgeführt. Doch darüber erzählt Christoph Kuckelkorn in seinem 288-seitigen Buch nichts, denn es seien ohnehin die leisen Sterbefälle, die ihn tief berühren. So einer wie im Prolog beispielsweise, der dem Leser unweigerlich Tränen in die Augen treibt.

Einfühlsam, respektvoll und mit Würde begegnet er den Menschen, denen einen letzten Dienst zu erweisen er als seine Berufung ansieht. Und deshalb berichtet er auch niemals flapsig, aber mit einem Augenzwinkern von skurrilen Begebenheiten, die ihm in seiner beruflichen Laufbahn widerfahren sind.

Vor dem Tod selbst habe er keine Angst, vor dem Sterben sehr wohl. Und deshalb erzählt er nicht nur von Trauerfällen, die ihn selbst betroffen machen, oder wie der Alltag in einem Bestattungshaus aussieht, sondern Christoph Kuckelkorn macht sich in seinem äußerst vielfältigen Buch ebenso Gedanken darüber, wie er sich das Leben nach dem Tod vorstellt.

Ein bloßes Sachbuch über die Arbeit eines Bestatters ist „Der Tod ist Dein letzter großer Termin – Ein Bestatter erzählt vom Leben“ mitnichten. Im Gegensatz, es ist ein sehr persönliches Werk mit autobiografischen Zügen. Ganz offen spricht Christoph Kuckelkorn vom Unfalltod seiner ersten Ehefrau, um deren Leichnam er sich selbst vor der Beerdigung gekümmert hat, und davon, wie die tägliche Begegnung mit der Endlichkeit sein Leben bereichert – so kontrovers das auch klingen mag.

Außerdem wirbt er dafür, sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen. Der eigene Tod wird noch immer zu sehr tabuisiert. Doch wie wichtig es ist, bereits im Vorfeld darüber zu sprechen, wie man sich seine eigene Bestattung vorstellt, illustriert Christoph Kuckelkorn an einigen Beispielen. Denn wenn die Hinterbliebenen wissen, wie sich der Verstorbene seinen letzten Weg vorgestellt hat, wird vieles einfacher. Auch bei mir hat er mit seinen eindringlichen Worten etwas ausgelöst: Ich habe mich inzwischen nach einer Sterbegeldversicherung umgeschaut.

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Frisch rezensiert: „Geister“ von Pia Lüddecke

Spannender Stilmix mit Gruselfaktor 

© Edition Outbird

Meine Bewertung:  ★★★★

Eins gleich vorweg: Fantasy ist ein Genre, das ich bisher immer mit spitzen Fingern angefasst habe. Dann kam ich (als wahrscheinlich letzter Mensch dieser Erde!) auf Harry Potter und begeisterte mich prompt dafür. Vielleicht hat mich das ja ein bisschen zugänglicher gemacht für diese Art von Literatur. Jedenfalls war ich wild entschlossen, mich auf das Experiment „Geister“ von Pia Lüddecke einzulassen. Denn ihr Roman, der am 13. September 2019 bei Edition Outbird, einem Imprint des Telescope Verlags, erschienen ist, vereint verschiedenste Arten der Belletristik miteinander – und trägt auch einen Teil Fantasy in sich.

Im Mittelpunkt des 342 Seiten starken Buchs steht Tomas, von allen nur Tom genannt. Er ist ein ganz normaler, ja sogar unauffälliger Junge, der seine Tage am liebsten mit alten Gruselschockern verbringt. Als er 1999 mit seinen Eltern und seiner großen Schwester ins Ruhrgebiet zieht, lernt er Juri kennen. In seiner Klasse ist Juri ein Außenseiter, denn er lebt in einer heruntergekommenen Villa gegenüber von Toms Elternhaus, trägt seltsame Klamotten und riecht nach Mottenkiste. Trotzdem freundet sich Tom mit ihm an – aber was er gemeinsam mit Juri erlebt, verändert sein Leben für immer …

Der Germanistin Pia Lüddecke ist mit ihrem Roman „Geister“ ein echter Stilmix gelungen. Coming of Age, Horror, Fantasy, Abenteuer – da ist für jeden Lesegeschmack etwas dabei. Der Verlag bezeichnet „Geister“ auf der Buchrückseite als „Schauerroman in der Tradition der Schwarzen Romantik“ – sehr treffend, wie ich finde. Denn eine geheimnisvolle, dunkle Aura liegt über dieser Geschichte, die den Leser sofort zum Miterleben einlädt und schon von der ersten Seite an einfängt. Die Story beginnt harmlos, doch nach und nach offenbaren sich finstere Geheimnisse. Kontinuierlich steigert die Autorin die Spannung und hält den Leser somit bei der Stange. Denn natürlich möchte man wissen, was wohl als Nächstes um die Ecke kommt. Beim Finale wurde es für meinen Geschmack dann ein wenig verwirrend, aber das kann der spannenden Erzählweise Pia Lüddeckes nichts anhaben. Ihre Art zu schreiben könnte man als „poetisch-pointiert“ bezeichnen. Sie erschafft mit Worten üppige, dreidimensionale Bilder, kommt dabei aber vollständig ohne langatmige Ausschweifungen aus. Und es wird an einigen Stellen richtig gruselig!

Ihre Figuren hat Pia Lüddecke mit spürbar viel Liebe zum Leben erweckt. Man kann gar nicht anders, als den Sonderling Juri ins Herz zu schließen – Mottenkiste hin oder her.

Fazit: „Geister“ ist ein hervorragend geschriebener Roman, mit dem man dem Alltag entfliehen kann. Diese Geschichte vereint das gleichförmige, alltägliche Leben eines Teenagers mit dem Unbekannten, dem Übersinnlichen – und ist wahrscheinlich genau deshalb so spannend!

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Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Geister“

Zur Homepage der Autorin: Pia Lüddecke

Zum Buchtrailer: „Geister“

Zur illustrierten Hörprobe: „Geister“

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Frisch rezensiert: „Lilian“ von Susanne Agnes Fauser (MIT GEWINNSPIEL!)

Nichts für Zwischendurch, aber dafür Lesegenuss pur!

© Edition Outbird

Meine Bewertung:  ★★★★

Ben wächst in gutbürgerlichen Verhältnissen auf. Doch als er zwanzig ist, wird sein Leben vollkommen auf den Kopf gestellt. Denn er ist nicht der, der er zu sein glaubt. Gemeinsam mit seiner Freundin Kim begibt er sich auf Spurensuche und erfährt mehr und mehr Schockierendes über seine eigene Vergangenheit, je tiefer die beiden graben. Dabei stoßen Kim und Ben auch auf zwei Mordfälle, die bis heute nicht geklärt sind. Schon bald wird ihnen klar, dass sie sich dadurch selbst in tödliche Gefahr begeben …

„Lilian“ von Susanne Agnes Fauser ist ein Buch, das sich nur schwer in ein Genre pressen lässt. Die Geschichte selbst mutet an wie ein Kriminalroman, doch dieser Roman birgt etliches mehr zwischen den Buchdeckeln. Viel Mystisches, Gruseliges und Dunkles hat die Autorin in die 290 Buchseiten umfassende Story eingeflochten. Es geht um Gefühle, um bedingungslose Liebe und um den Tod.

Ich muss ehrlich gestehen, dass das Cover allein mich nicht zum Lesen dieses Buches animiert hätte. Zu schnell wäre es nach einem flüchtigen Blick darauf von mir in die Fantasy-Ecke einsortiert und deshalb nie gelesen worden. Wie schade wäre das gewesen, denn ich hätte dadurch ein echtes Juwel verpasst! Im Fall von „Lilian“ gilt deshalb: “Don’t judge a book by its cover!“

Die Hauptfigur, deren Name titelgebend für das Buch war, ist eine faszinierende Frau irgendwo zwischen vierzig und fünfzig, die als Heilkundige und Lyrikerin auf einem Hausboot in Edinburgh lebt. Lilian ist eine Künstlerseele durch und durch, der das Schicksal mehrmals übel mitgespielt hat. Eine geheimnisvolle Aura umgibt Susanne Agnes Fausers Hauptfigur, die innerlich vor lauter Emotionen brodelt und dennoch nach außen eine kühle Distanziertheit ausstrahlt.

Lilian und Ben sind die beiden Erzählstimmen des Buches und kommen abwechselnd zu Wort. Dabei wird deutlich, in welchen unterschiedlichen Welten Lilian und Ben leben. Ben, der praktisch veranlagte Typ, fast noch ein Junge, und Lilian, eine starke, aber sensible Frau, die die Feinstofflichkeit des Lebens förmlich in sich aufsaugt.

Die sprachliche Schönheit dieses Romans ist absolut atemberaubend. Der Autorin, die unter anderem als Psychotherapeutin und schamanische Heilerin tätig ist, gelingt es spielend, Bilder in den kraftvollsten Farben im Kopf des Lesers entstehen zu lassen. Für zusätzliche Dramatik und Melancholie sorgen Gedichte von William Blake und Rainer Maria Rilke.

Auf jeden Fall ist dieses Buch nichts für zwischendurch, insbesondere, wenn Lilian ihren Gedanken nachhängt und ins Philosophische abdriftet. Dann sollte man schon konzentriert bei der Sache bleiben, um den roten Faden nicht zu verlieren. „Lilian“ ist eben ein Buch zum Genießen, eins, dessen einzigartige Atmosphäre man Stück für Stück auskosten sollte.

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Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Lilian“

Zum Buch bei Amazon.de: „Lilian“

Zur Homepage der Autorin: Susanne Agnes Fauser

GEWINNSPIEL

Damit auch Ihr in den Genuss dieses einzigartigen Romans kommen könnt, habt Ihr jetzt die Chance, ein druckfrisches und nagelneues Exemplar von „Lilian“ zu gewinnen. Danke an dieser Stelle an die Edition Outbird!

Wie könnt Ihr am Gewinnspiel teilnehmen?

Indem Ihr im Gewinnspielformular ganz unten die Frage möglichst richtig beantwortet, Euren Namen und Eure E-Mail-Adresse eintragt und das Ganze absendet.

Teilnahmebedingungen

1. Verlost wird ein Exemplar des Romans „Lilian“ von Susanne Agnes Fauser, nagelneu und ungelesen.

2. Die Verlosung läuft im Zeitraum vom 21. August bis zum 10. September 2019, 24:00 Uhr. Zum Teilnehmen muss das untenstehende Formular vollständig ausgefüllt und abgeschickt werden. Der/die Gewinner/in wird am 11. September 2019 aus allen fristgerecht eingegangenen Einsendungen mit der richtigen Antwort per Losverfahren ermittelt und dessen/deren Name hier bekanntgegeben. Mit dem Absenden des Formulars erklärt sich der/die Teilnehmer/in damit einverstanden, dass sein/ihr vollständiger Name im Gewinnfall hier veröffentlicht werden darf.

3. Mitmachen kann jede/r mit Hauptwohnsitz in Deutschland, der/die mindestens 18 Jahre alt ist. Mit dem Abschicken des Formulars bestätigt Ihr, dass Ihr volljährig seid.

4. Keine Barauszahlung möglich.

5. Keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postweg verloren geht.

6. Bitte nur 1 x mitmachen! Mehrfachteilnehmer/innen werden disqualifiziert.

7. Ihr müsst zur Teilnahme nicht zwingend meinem Blog folgen. Ich freue mich aber selbstverständlich immer über neue Follower meines Blogs, meines Twitter– und meines Instagram-Accounts.

8. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

9. Eure Daten werden ausschließlich im Rahmen der Verlosung verwendet und NICHT weitergegeben. Nach erfolgter Auslosung werden die Daten gelöscht.

Jetzt teilnehmen!

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Frisch rezensiert: „Zornesbrand“ von Saskia Berwein

Eindrucksvolle Blicke in die Seele eines Mörders

Zornesbrand© Kuneli Verlag

Meine Bewertung:  ★★★★

Die Kommissarin Jennifer Leitner und der Staatsanwalt Oliver Grohmann suchen im hessischen Lemanshain fieberhaft nach einem Vergewaltiger. Er scheint einen ganz bestimmten Frauentyp zu bevorzugen – jung, schlank, brünett. Die Abstände zwischen den Taten werden kürzer. Und der Täter steigert seine Gewaltexzesse noch: Bald wird eine weibliche Leiche entdeckt, die exakt in das Beuteschema des Unbekannten passt. Leitner und Grohmann wollen das Phantom zu fassen bekommen, bevor es wieder zuschlägt …

Fast vier Jahre mussten sich die Fans von Saskia Berwein gedulden, doch das Warten hat sich gelohnt: Am 1. Juni 2019 erschien mit „Zornesbrand“ der fünfte Fall für Leitner und Grohmann. Während die ersten vier Bände der Reihe bei LYX veröffentlicht worden sind, hat Autorin Saskia Berwein „Zornesbrand“ nun im eigens von ihr gegründeten Kuneli Verlag herausgebracht. Optisch gibt es keinerlei Abstriche – das neue Buch fügt sich trotz des Verlagswechsels harmonisch in die Reihe ein.

Da es sich um einen abgeschlossenen Fall handelt, ist es nicht unbedingt nötig, vor der Lektüre von „Zornesbrand“ die Vorgänger gelesen zu haben. Allerdings wird im neuen Buch auf einige Begebenheiten aus den vorangegangenen Büchern Bezug genommen – ebenso, wie die Kenner der Reihe sich über ein Wiedersehen mit Personen freuen können, die bereits in den vorhergehenden Romanen eine Rolle gespielt haben. Insofern empfehle ich die chronologische Vorgehensweise bei der Leitner- und Grohmann-Reihe. Dadurch werden manche Ereignisse in „Zornesbrand“ einfach „runder“.

Ebenso stark wie kontrastreich sind einmal mehr die beiden Protagonisten: Die sture, aufbrausende und dennoch zutiefst sensible Jennifer Leitner, die Regeln gern großzügig auslegt, und der besonnene, charmante Staatsanwalt Oliver Grohmann. Doch diesmal schleichen die beiden umeinander herum und viel Unausgesprochenes steht zwischen ihnen. Das mag zum einen an Jennifers neuem Kollegen Frank liegen, denn bevor er auftauchte, mischte Staatsanwalt Grohmann gerne ganz vorn bei den Ermittlungen mit. Aber auch die private Beziehung zueinander macht Jennifer und Oliver zu schaffen …

Wirklich fasziniert hat Saskia Berwein mich damit, wie sie die Innenwelt des Täters beschreibt. Sie versetzt sich so frappierend real in die Psyche des Täters hinein und lotet derart bildhaft aus, was ihn zu seinen Taten antreibt, dass man fast geneigt ist, Angst vor der Autorin zu entwickeln. 🙂

Ansonsten ist der Schreibstil in „Zornesbrand“ nüchtern, streckenweise fast schon sachlich. Auf mich hat er mitunter kühl-distanziert gewirkt.

Dem Plot tut das allerdings keinen Abbruch. „Zornesbrand“ ist ein durchweg spannendes Buch mit einer überraschenden Auflösung. Spannung kann Saskia Berwein, das hat sie in allen fünf Büchern der Reihe – und damit auch mit ihrem aktuellen Thriller – eindeutig bewiesen.

Bleibt zu hoffen, dass die Leitner- und Grohmann-Fans nicht erneut vier Jahre bis zum nächsten Band warten müssen!

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Zum Buch auf der Homepage der Autorin: „Zornesbrand“

Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Zornesbrand“

Zur Facebook-Seite der Autorin: Saskia Berwein

BLOGTOUR ZU „ZORNESBRAND“

Wenn Ihr mehr über das Buch erfahren wollt, dann lade ich Euch im Namen von Saskia Berwein und meinen geschätzten Bloggerkolleginnen herzlich zur gerade stattfindenden Blogtour zu „Zornesbrand“ ein. Dort bekommt Ihr jede Menge Informationen rund um das Buch – und zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas! Hier ist der Fahrplan:

Blogtour Zornesbrand.png

Also, schaut auf den Blogs vorbei! Wir freuen uns auf Euch!