Von der Frauenliteratur zum Jugendbuch: Autorin wagt Genre-Wechsel

Der Name Heike Wanner steht für unterhaltsame und ansprechende Frauenliteratur. Mit Romanen wie „Für immer und eh nicht“, „Weibersommer“ und „Rosen Tulpen Nelken“ hat sie ihren Leserinnen schon viele vergnügliche Lesestunden beschert.

Heike Wanner.jpg© Foto: Heike Wanner

Jetzt wagt die in Dortmund geborene Autorin, die in der Nähe von Wiesbaden lebt, den Sprung in ein anderes Fach. Am 7. September 2017 wird ihr erster Jugendroman mit dem Titel „Du + Ich = Liebe“ bei EDEL Elements erscheinen.

Schon jetzt hatten mehr als 30 TestleserInnen die Chance, das vollständige Manuskript unter die Lupe zu nehmen und ihre Meinung dazu abzugeben – noch bevor es ins Lektorat geht.

Ich war eine der Glücklichen und erlaube mir an dieser Stelle einen guten Rat: Verpasst dieses Buch nicht!

 Doch worum geht es eigentlich?

Nika ist siebzehn, temperamentvoll und hat immer einen Plan – bis sie den querschnittgelähmten Ben trifft. Der findet nach seinem schweren Unfall gerade erst zurück in den Alltag und will eigentlich nur seine Ruhe haben. Durch Zufall landet Nika mitten in Bens Leben – und mischt es kräftig auf! Plötzlich ist alles anders: Aus einem ersten Kuss wird die große Liebe und der Traum von einer gemeinsamen Zukunft. Doch dann stellt sich ihnen das Schicksal in den Weg…
© Klappentext: EDEL Elements

Aber die exklusive Testleser-Aktion war dem digitalen Verlag EDEL Elements nicht genug. Bei Facebook und Instagram kann man aktuell sogar für sein Lieblingscover abstimmen. Diese farbenfrohen Entwürfe hat das Kreativteam um Verlagsleiterin Karla Paul aus dem Hut gezaubert:

Coverabstimmung.png© EDEL Elements

Keine leichte Entscheidung, denn schön sind sie alle. Letztlich habe ich mich für Nummer 3 entschieden. Auch Heike Wanner selbst hat schon abgestimmt, aber noch ist streng geheim, welchen Entwurf sie gewählt hat. Schließlich soll ja durch ihre Entscheidung niemand beeinflusst werden.

Welches Cover ist Euer Favorit? Gebt jetzt bei Facebook und Instagram Eure Stimme ab.

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Leipziger Buchmesse 2017, Tag 2: Mein Messe-Tagebuch


Strahlend blauer Himmel über Leipzig! Petrus muss ein leidenschaftlicher Bücherfreak sein.

Meinen Messe-Freitag hat Barbara Kenneweg mit einer Lesung aus ihrem Romandebüt „Haus für eine Person“ eingeläutet.

Haus für eine Person© Ullstein Buchverlage

Schon der Klappentext hatte im Vorfeld mein Interesse für dieses Buch geweckt. Nach der Lesung war ich absolut begeistert und mir war klar: Ich muss und werde dieses Buch lesen! Es hat mich dann auch den restlichen Messetag brav in meiner Tasche begleitet. Ich kann es kaum erwarten, mich diesem Roman zu widmen – aber zum Lesen kommt man während der Buchmesse so gut wie nie. Tagsüber sowieso nicht – und abends ist man dann erfahrungsgemäß so platt, dass einem die Augen zufallen, sobald man sich zur Ruhe bettet.

Erstmals einen eigenen Messestand hat Indie Publishing,  eine ganz spezielle Sparte des Branchenmagazins buchreport, die sich ausschließlich unabhängigen Autorinnen, Autoren und Verlagen widmet. Im aktuellen Indie-Katalog ist unter anderem auch meine Rezension zur Horroranthologie „11 – Elf unheimliche Kurzgeschichten“ von Daniel D. Allertseder abgedruckt.

Der Messestand von Indie Publishing

Punkt 12:00 Uhr hat mich UIrike Meier vom Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch in die Verlags-Vor-Vorschau für Herbst 2017 linsen lassen. Soviel sei schon verraten: Alle Fans von Joachim Meyerhoff sollten sich den 9. November 2017 ganz dick im Kalender einrahmen.

Zufallstreff am Stand von Kiepenheuer & Witsch: Fußball-Papst Marcel Reif und ich

Danach habe ich mich in der Bloggerlounge mit Thea Lehmann („Tod im Kirnitzschtal“, „Dunkeltage im Elbsandstein“) auf einen Kaffee getroffen. Die sympathische Krimiautorin aus Oberbayern hat mir verraten, dass sie aktuell am dritten Fall für ihren Kommissar Leo Reisinger schreibt. Im Herbst 2017 wird ihr neuestes Werk veröffentlicht.

Beim ersten Bloggertreffen von Kiepenheuer & Witsch auf der Leipziger Buchmesse sprach Susann Pásztor mit ihrem Lektor Olaf Petersen über ihren aktuellen Roman „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“, der mehr ein Buch über das Leben als über das Sterben sei (O-Ton Ulrike Meier), obwohl das Sterben eine zentrale Rolle in dieser Geschichte einnimmt. Der ehrenamtliche Hospizmitarbeiter Fred trifft auf die 60-jährige Karla, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs leidet und der nach einer abgebrochenen Chemotherapie nicht mehr viel Zeit zum Leben bleibt. Auch dieses Buch schreit in drastischer Lautstärke danach, von mir gelesen zu werden.

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster© Kiepenheuer & Witsch

Beim Bloggertreffen der Lieblingsautoren, einem Zusammenschluss aus Selfpublishern, traf ich die wunderbare Poppy J. Anderson.

Großer Andrang am Stand der Lieblingsautoren

Und dann war er auch schon wieder vorbei, der zweite Messetag …

Hat jetzt auch Feierabend: Das Leipziger Messemännchen, seit 1964 das Maskottchen der Leipziger Messe

* GEWINNSPIEL *Zapfig von Felicitas Gruber© DIANA Verlag

Auch in diesem Jahr gibt es wieder das bewährte Buchmesse-Gewinnspiel. Bei mir sammelt Ihr keine Treuepunkte, sondern natürlich Buchstaben. Hier sind die nächsten Buchstaben des diesjährigen Buchmesse-Gewinnspiels. Unter jedem meiner Messetagebuch-Einträge findet Ihr sie. In der richtigen Reihenfolge ergeben sie zusammengesetzt ein Lösungswort, mit dem Ihr an der Verlosung eines nagelneuen Exemplars des Krimis „Zapfig“ von Felicitas Gruber teilnehmen könnt.

K I N A

Teilnahmebedingungen: 

1. Verlost wird ein Exemplar des Krimis “Zapfig” von Felicitas Gruber, nagelneu und ungelesen. Danke an den DIANA Verlag!

2. Das Gewinnspiel läuft im Zeitraum vom 23. März 2017 bis zum 4. April 2017, 24:00 Uhr. Zum Teilnehmen müssen die Buchstaben unter jedem der Messetagebuch-Einträge in die richtige Reihenfolge gebracht, zum Lösungswort zusammengesetzt und das Gewinnspielformular unter dem Tagebucheintrag von Tag 3 (Samstag) vollständig ausgefüllt und abgeschickt werden. Der/die Gewinner/in wird am 5. April 2017 aus allen fristgerecht eingegangenen Einsendungen mit dem richtigen Lösungswort per Losverfahren ermittelt und dessen/deren Name hier bekanntgegeben. Mit dem Absenden des Teilnahmeformulars erklärt sich der/die Teilnehmer/in damit einverstanden, dass sein/ihr vollständiger Name im Gewinnfall hier veröffentlicht werden darf.

3. Mitmachen kann jede/r mit Hauptwohnsitz in Deutschland, der/die mindestens 18 Jahre alt ist. Mit dem Abschicken des Teilnahmeformulars bestätigt Ihr, dass Ihr volljährig seid.

4. Keine Barauszahlung möglich.

5. Keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postweg verloren geht.

6. Bitte nur 1 x mitmachen! Mehrfachteilnehmer/innen werden disqualifiziert.

7. Ihr müsst zur Teilnahme nicht zwingend meinem Blog oder meiner Facebook-Seite folgen. Ich freue mich aber selbstverständlich immer über neue Follower meines Blogs, meiner Facebook-Seite, meines Twitter– und meines Instagram-Accounts.

8. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

9. Eure Daten werden ausschließlich im Rahmen des Gewinnspiels verwendet und NICHT weitergegeben. Nach erfolgter Auslosung werden die Daten gelöscht.

Viel Glück!

6 Jahre buchstabenfaengerin – 6 ganz besondere Bücher

6 Jahre

Schock­schwe­re­not! Wo ist bloß die Zeit geblieben? Heute feiert mein Blog buchstabenfaengerin seinen 6. Geburtstag. Dabei kommt es mir so vor, als hätte ich erst vorgestern mit der Bloggerei angefangen.

Passend zum 6. Blog-Jahrestag widme ich heute 6 ganz besonderen Büchern aus sämtlichen Dekaden meines Leser-Lebens meine Aufmerksamkeit. Kommt mit mir auf eine kleine literarische Entdeckungsreise! (Klickt für weitere Informationen einfach das jeweilige Buchcover an.)

Ein Buch, bei dem ich geweint habe

Perth© dtv

Zugegeben, mir kommen beim Lesen eines Buchs oder beim Anschauen eines Films wirklich selten die Tränen. (Okay, von „Titanic“ einmal abgesehen, denn das Schicksal von Jack und Rose hat auch nach dem gefühlt hundertsten Kinobesuch meinen Taschentuchverbrauch exorbitant ansteigen lassen.)

Ein Buch, bei dem ich die Tränen allerdings nicht zurückhalten konnte, war „Perth. Aus dem Leben eines Beagles“. 21 Jahre lebt die Beaglehündin in der Familie des Autors Peter Martin – und in dieser Zeit erleben die Martins mit Perth eine Menge!

Die Geschichte ging mir sehr zu Herzen – was freilich daran liegen mag, dass mein Leben seit 14 Jahren von diesen dickköpfigen, aber unendlich zauberhaften Schlappohrträgerinnen bestimmt bereichert wird.

Mein erster Krimi

Tödliche SturmflutFoto: buchstabenfaengerin/Cover: Schneider-Buch

Ein Junge und seine Freunde in einem abgelegenen Haus an der sturmumtosten Nordseeküste … Keine Frage: „Tödliche Sturmflut“ von Rainer Leukel ist schuld daran, dass aus mir eine leidenschaftliche Krimi- und Thrillerleserin geworden ist. Die düstere Atmosphäre dieser spannenden Geschichte für Jugendliche hat mich damals schwer beeindruckt – und tut es bis heute.

Mein absolutes Lieblingsbuch

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© Ullstein Buchverlage

… ist zu meinem eigenen Erstaunen kein Krimi, auch kein Thriller, sondern ein Roman, der zur Wendezeit in einem Bauerndorf spielt: „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“. Das Debüt von Daniela Krien erschien 2011 – also in dem Jahr, in dem auch mein Blog das Licht der Welt erblickte. Aber das ist nicht der Grund, warum mich dieses Buch so fasziniert. Es ist die poetische Erzählweise der Autorin und der Fakt, dass mich diese Geschichte mit Wucht in meine Kindheit zurückkatapultiert hat.

Ein Buch, das mit Volldampf in die Ecke geflogen ist

TrotzkopfFoto: buchstabenfaengerin/Cover: TOSA Verlag

Ich weiß nicht mehr, wie alt ich war, als ich mir tatendurstig die vollständige Ausgabe des „Trotzkopf“ von Emmy von Rhoden und Else Wildhagen vornahm. Meiner Kleinmädchenschrift im Innenteil des Buches nach zu urteilen, die wichtig verkündet >Dieses Buch gehört: Stephanie Neumaier<, höchstens elf Jahre. Eifrig begann ich zu lesen. Doch schon beim neunten Wort gerieten meine Bemühungen ins Stocken. „Ungestüm“, stand dort. Hä? Hatte ich noch nie gehört. Ich las dieses seltsame Wort wieder und wieder, versuchte es mit verschiedenen Betonungen, aber sein Sinn blieb mir verborgen. Schließlich geriet ich so in Rage, dass der „Trotzkopf“ mit seinen über 450 Seiten mit Volldampf in die nächste Ecke flog und bis heute ungelesen im Regal der Dinge harrt. Inzwischen weiß ich übrigens, was „ungestüm“ bedeutet. 🙂

Ein Buch, das mich zur Serientäterin gemacht hat

Die Zahlen der Toten.jpg© S. FISCHER Verlag GmbH

Es gibt so einige Krimi- und Thrillerreihen, die ich begeistert lese. Aber Linda Castillos Bücher um Polizeichefin Kate Burkholder, die in der Welt der Amischen ermittelt, haben seit Anfang an einen besonders hohen Stellenwert bei mir. Wenn ich durch die Verlagsvorschauen stöbere und dabei Neues aus der Burkholder-Reihe entdecke, wird der „Vorbestellen“-Button in Rekordzeit geklickt. Die glühende Verehrung für die Bücher mit Kate Burkholder teile ich übrigens mit meiner Großcousine Antje. In unserer Familie fließt eben reinstes Thriller-Blut. 🙂

Ein Kochbuch fürs Leben

Kochen© Buchverlag für die Frau

Die erste Auflage von „Kochen“ erschien zwei Jahre vor meiner Geburt und war in der DDR ein echter Knaller. Ich besitze die 31. Auflage aus dem Jahr 2008 und schwöre auf dieses Standardwerk, denn es enthält nicht nur eine schier endlose Anzahl der verschiedensten Rezepte. Besonders gefällt mir, dass in diesem Buch keine bloßen „Bastelanleitungen“ à la „… und jetzt köcheln wir das Ganze in exakt vierzehneinhalb Minuten auf Stufe 3“ enthalten sind, sondern der Koch selbst gefordert ist, indem er die Anweisung „kochen, bis es gar ist“ beherzigt. Mein absolutes Highlight: Die Kochklopse mit Kaperns0ße auf Seite 63.


Nun werde ich im Stillen ein wenig feiern, denn turbulent und aufregend wird es in der nächsten Woche: Am kommenden Donnerstag beginnt die Leipziger Buchmesse und ich werde selbstverständlich mit von der Partie sein. Mein Messetagebuch erwartet Euch, es wird viele exklusive Einblicke, Interviews und Eindrücke geben – und natürlich auch wieder das bewährte Gewinnspiel. 🙂

Frisch rezensiert: „Glücksmädchen“ von Mikaela Bley

Psychothriller? Nein! – Solider Krimi? Ja!

Meine Bewertung: ★★★

Glücksmädchen.jpg © Ullstein Buchverlage

Die junge Journalistin Ellen Tamm denkt Tag für Tag an den Tod. Das muss sie einerseits ihres Berufes wegen, denn sie arbeitet als Kriminalreporterin beim schwedischen Fernsehsender TV4. Zum anderen verfolgt sie der dramatische Verlust ihrer Zwillingsschwester Elsa noch immer, obwohl er sehr lange zurückliegt.

Das spurlose Verschwinden der achtjährigen Lycke beschwört in Ellen dunkle Erinnerungen herauf. Elsa war damals ebenfalls acht Jahre alt … Ellen gibt alles, um die kleine Lycke lebend zu finden, hilft bei der Suche und befragt die Angehörigen, um einen Anhaltspunkt für den Verbleib des Mädchens zu finden. Doch nicht nur emotional ist dieser Fall für die Journalistin eine Gratwanderung – plötzlich befindet sich Ellen selbst in Gefahr …

„Glücksmädchen“ ist das Debüt der in Stockholm lebenden Autorin Mikaela Bley. Die schwedische Originalausgabe des Thrillers mit dem Titel „Lycke“ erschien 2015 und war sehr erfolgreich. Ob das Buch, das von Katrin Frey ins Deutsche übersetzt wurde und am 10. Februar 2017 veröffentlicht wurde, hierzulande einen ebensolchen Zuspruch erhält?

Für meine Begriffe handelt es sich bei „Glücksmädchen“ leider nicht um einen Psychothriller, wie es der Aufdruck auf dem Cover verspricht. Die psychologische Spannung bleibt nämlich oftmals auf der Strecke. Viel mehr legt die Autorin ihren Fokus auf die zerrütteten Familienverhältnisse der kleinen Lycke und das traumatische Kindheitserlebnis von Reporterin Ellen. Das allerdings tut Mikaela Bley mit sehr viel Tiefe. Da ist Lyckes böse Stiefmutter, die mit ihren Eifersüchteleien auf das Kind ganz weit oben auf der Liste der Verdächtigen steht. Oder hat Lyckes depressiv wirkende Mutter etwas mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun? Steckt vielleicht der Vater dahinter, dessen neues Familienglück die Kleine womöglich stört? Oder doch ein Fremder? Das verrät die Autorin erst ganz zum Schluss und lässt den Leser bis dahin auf so mancher falschen Fährte wandeln.

Gewünscht hätte ich mir von diesem Roman mehr von der düsteren Atmosphäre, denn das Potenzial dazu hat die Geschichte.

Bemerkenswert fand ich die Kaltschnäuzigkeit von Ellens Chef, der den Fall Lycke ohne Rücksicht auf die Eltern medial ausschlachtet und immer der Erste sein will, der die neuesten Entwicklungen verkündet. Auch die Kontakte zwischen dem Fernsehsender und der Polizei scheinen beängstigend eng zu sein.

Ob Mikaela Bley dabei aus ihren eigenen Erfahrungen schöpft? Immerhin hat die 1979 geborene Autorin beim schwedischen TV-Sender SV4 gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete.

In Schweden erschien im August 2016 ihr zweiter Kriminalroman „Liv“. Obwohl mich „Lycke“ nicht einhundertprozentig überzeugen konnte, würde ich dem zweiten Teil der Reihe um Reporterin Ellen Tamm dennoch eine Chance geben, wenn er auf Deutsch erscheint.

→ Interessante Links

Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Glücksmädchen“

Zur Facebook-Seite der Autorin: Mikaela Bley

Zum Instagram-Profil der Autorin: Mikaela Bley

Krimi-Sommer-Special: Deutsche Autoren

Ich packe meinen Koffer …

luggage-1482693_1920© condesign/pixabay

… und ich nehme mit:

Sonnencreme √

Strandtuch 

Sonnenbrille 

Krimi – hm, aber welchen?

Steht Ihr auch vor diesem Problem? Vielleicht kann ich Euch ja bei der kniffligen Entscheidung, welcher Krimi unbedingt ins Urlaubsgepäck muss, helfen. Im Krimi-Sommer-Special: Deutsche Autoren stelle ich Euch fünf Kriminalromane vor, die im Frühjahr 2016 erschienen sind, und die ausschließlich aus der Feder von deutschen Autoren stammen.

Geschichtsträchtiger Eifel-Krimi

„Und am Morgen waren sie tot“

Autor: Linus Geschke

erschienen am: 14.03.2016

erschienen bei: Ullstein Taschenbuch

Seiten: 400

Preis: 9,99 EUR

© Cover: Ullstein Buchverlage

Der Kölner Journalist Jan Römer schreibt für das Nachrichtenmagazin „Die Reporter“ über ungelöste Kriminalfälle. In seinem aktuellen Bericht steht ein Doppelmord im Fokus, der sich 1997 an der deutsch-belgischen Grenze ereignet hat. Damals wurde ein junges Paar in einem Waldstück umgebracht. Ihre beiden Freunde sind bis heute wie vom Erdboden verschluckt … Wird es Jan Römer gelingen, dem Mörder nach so vielen Jahren auf die Spur zu kommen?

In dem 2014 erschienenen Kriminalroman „Die Lichtung“ ermittelte Jan Römer zum ersten Mal. In seinem aktuellen Buch „Und am Morgen waren sie tot“ setzt Autor Linus Geschke den Reporter erneut auf einen ungeklärten Mordfall an. Abgesehen von der Frage, wie glaubhaft es ist, dass ein Journalist auf eigene Faust polizeiliche Ermittlungen anstellt, unterhält dieser Krimi den Leser von der ersten bis zur letzten Seite gut und macht Appetit auf einen Ausflug in die Eifel.

Linus Geschke beschreibt einsame Wälder, kleine Eifel-Dörfer und verborgene Bunkeranlagen anschaulich und bildhaft. Einen interessanten Geschichts-Exkurs gibt’s obendrauf, denn mit Blick auf die Ardennenoffensive gegen Ende des 2. Weltkriegs ist der Schauplatz des Kriminalromans ein Ort von historischer Bedeutung.

Obwohl ich mit dem Hauptakteur Jan Römer nicht wirklich warm geworden bin – er erschien mir zu glatt und zu profillos -, empfehle ich „Und am Morgen waren sie tot“ gern allen Krimi-Fans, denn trotz des schwächelnden Protagonisten erwartet sie hier ein spannender, fundierter und vielschichtiger Kriminalroman mit überraschendem Ausgang …

Gesamtbewertung: ★★★★


Tiefgründiger Psychokrimi für Leser mit Ausdauer

Fremdes Leben von Petra Hammesfahr

„Fremdes Leben“

Autorin: Petra Hammesfahr 

erschienen am: 08.03.2016

erschienen bei: Diana Verlag

Seiten: 496

Preis: 19,99 EUR

© Cover: Diana Verlag

Nach einem Unfall erwacht eine Frau aus dem Koma. Sie weiß nicht, wer sie ist, weiß nichts über ihr Leben. Lediglich Fragmente blitzen in ihren Albträumen auf, doch sie kann die Puzzleteile nicht zu einem Bild vereinen. Sicher ist nur: Sie muss etwas Furchtbares getan haben …

Petra Hammesfahr zählt zu den deutschen Bestseller-Autorinnen und rückt in „Fremdes Leben“ eine Frau in den Mittelpunkt, die verbissen um ihre Erinnerungen kämpft. Zu Anfang wirkt die Geschichte verworren – fast scheint es, als wolle die Schriftstellerin ihre Leser in die Lage der Protagonistin versetzen. Doch Kapitel für Kapitel entwirrt sich die Lage und man beginnt, die Zusammenhänge zu verstehen.

Die Autorin blickt in einzelnen Sequenzen auf die Vergangenheit ihrer Hauptfigur zurück, die zum Teil verstörend sind.

Die Bezeichnung „Psychogramm“, die sich auf dem Buchrücken befindet, ist absolut passend. In „Fremdes Leben“ geht es nicht um Ermittler, die einen Mörder jagen – insofern ist dieses Buch kein klassischer Krimi. Petra Hammesfahr hat vielmehr eine verwobene, tiefgründige Geschichte ersonnen, bei der der Leser keinen bzw. nur wenig Wissensvorsprung erhält. Für ihn lichtet sich das Dunkel ebenso mühsam wie für die Hauptakteurin. Und mühsam ist in diesem Fall wohl das passende Wort, denn ein wenig Puste muss man beim Lesen von „Fremdes Leben“ schon mitbringen. Manchmal hat man als Leser das Gefühl, sich im Kreis zu drehen und nicht vom Fleck zu kommen; die Geschichte gerät ins Stocken. 496 Seiten hätte es nicht zwingend für diesen Roman gebraucht.

Wer klassische Krimis und Crime-Storys mit Tempo mag, wird an „Fremdes Leben“ wenig Vergnügen haben. Leser mit Ausdauer und Vorliebe für psychologische Studien hingegen werden von diesem Buch begeistert sein.

Gesamtbewertung: ★★★


Unblutiger Landkrimi zum Entspannen


„Heidefeuer“

Autorin: Angela L. Forster

erschienen am: 14.03.2016

erschienen bei: Ullstein Taschenbuch

Seiten: 352

Preis: 9,99 EUR

© Cover: Ullstein Buchverlage

Kriminalhauptkommissarin Inka Brandt ist ein echtes Landei. Nachdem ihre Ehe gescheitert ist, kehrt sie ihrer Wahlheimat Lübeck den Rücken und gemeinsam mit Töchterchen Paula zurück nach Undeloh, ein Dörfchen in der Lüneburger Heide. Außer Gestüten, Bauernhöfen und Tälern voller Heidekraut befindet sich dort der „Seerosenhof“, eine Privatklinik für Menschen mit psychischen Problemen. Plötzlich geschehen mehrere Morde – und sie alle scheinen miteinander in Verbindung zu stehen …

Mit Inka Brandt schickt Autorin Angela L. Forster eine neue Ermittlerin ins Rennen, die in der Beschaulichkeit der Lüneburger Heide ermittelt. Und das nicht nur einmalig, denn „Heidefeuer“ ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe. Band 2 mit dem Titel „Heidegift“ steht schon in den Startlöchern und erscheint am 14.10.2016.

„Heidefeuer“ ist ein Kriminalroman, der seiner Kulisse wegen trotz aller Gräueltaten ein heimeliges Gefühl verbreitet. Die Geschichte kommt ohne Blutvergießen aus und konzentriert sich stattdessen auf die Arbeit der Kommissare Inka Brandt und Mark Freese, die schon seit Kindertagen miteinander befreundet sind. Dass Ermittlungen manchmal langwierig sind, erfährt der Leser hier am eigenen  Leib. Manchmal treten nämlich nicht nur Brandt und Freese in puncto Mördersuche auf der Stelle, sondern auch die Geschichte selbst, die streckenweise Geduld vom Leser fordert.

Richtig in Fahrt kommt die Story auf den gut letzten fünfzig Seiten – da legt sie deutlich an Tempo, Witz und Spannung zu.

Kurzum: Eine ruppige Kommissarin in der Hauptrolle eines gut für den Liegestuhl geeigneten Krimis, mit dem man getrost entspannen kann und der sich mit drei U’s (wie Undeloh) beschreiben lässt: unblutig, unterhaltsam, urig.

Gesamtbewertung: ★★★ 


Münster-Krimi mit Thriller-Qualitäten

Denn mir entkommst du nicht

„Denn mir entkommst du nicht“

Autorin: Christine Drews 

erschienen am: 13.05.2016

erschienen bei: Bastei Lübbe

Seiten: 319

Preis: 9,99 EUR

© Cover: Bastei Lübbe

Am Aasee in Münster wird die grauenvoll zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden. Besonders verstörend ist dabei die Tatsache, dass der Unterleib des Opfers regelrecht zerfetzt wurde. Die Identität der Toten ist unklar. Charlotte Schneidmann und ihr Kollege Käfer setzen alles daran, um die fürchterliche Tat schnell aufzuklären …

„Denn mir entkommst du nicht“ ist der vierte Krimi um das Ermittler-Duo Schneidmann und Käfer. Um sofort in die Geschichte einzusteigen, muss man die drei Vorgängerbände allerdings nicht gelesen haben, denn es handelt sich jeweils um abgeschlossene Fälle.

Die in Köln lebende Autorin Christine Drews schont die Nerven ihrer Leser keineswegs, nein, sie malt stattdessen mit ihren Worten in aller Deutlichkeit brutale Bilder. Die Suche nach dem Mörder gestaltet sich durch und durch spannend und der Schluss ist geradezu filmreif – in diesem Krimi stecken echte Thriller-Qualitäten!

Obwohl den Figuren ein wenig mehr Profil gut getan hätte –  gerade die Nebendarsteller wirken austauschbar und selbst Charlotte Schneidmann kommt ein bisschen blass daher -, ist „Denn mir entkommst du nicht“ ein Thriller, der den Leser nicht loslässt und ihn in schier unglaubliche Abgründe blicken lässt.

Gesamtbewertung: ★★★★


Mein Favorit!

5-Sterne-Krimi mit viel Atmosphäre, Spannung und Substanz

Fuchskind

„Fuchskind“

Autorin: Annette Wieners

erschienen am: 17.06.2016

erschienen bei: List Taschenbuch

Seiten: 352

Preis: 9,99 EUR

© Cover: Ullstein Buchverlage

Gesine Cordes ist Friedhofsgärtnerin. Sie traut ihren Augen kaum, als sie an einem kühlen Herbstmorgen unweit eines Gräberfeldes ein ausgesetztes Baby entdeckt. Sofort bringt sie es in ein Krankenhaus. Kurz darauf erfährt sie, dass am selben Morgen an der einsamen Bushaltestelle vor dem Friedhofsgelände die Leiche einer nackten Frau aufgefunden wurde. Stehen die beiden Taten in einem Zusammenhang? Gesine wird zu einer wichtigen Zeugin für die ermittelnde Kommissarin – und darüber hinaus schmerzlich mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert …

Nach „Kaninchenherz“ ist „Fuchskind“ der zweite Kriminalroman von Annette Wieners, bei dem die eigensinnige, aber durch und durch sympathische Gesine Cordes im Mittelpunkt steht. Beide Bände können unabhängig voneinander gelesen werden, denn es handelt sich nicht um eine Fortsetzung, sondern um in sich abgeschlossene Fälle. Die Autorin überrascht mit einem erfrischend anderen Ansatz, indem sie eine Friedhofsgärtnerin in die Ermittlungen einbezieht.

Gesine Cordes, eine Figur mit Tiefgang und Persönlichkeit, hat in ihrer Vergangenheit einen schrecklichen Verlust erlitten. Sie führt ein Notizbuch, in dem sie Giftpflanzen katalogisiert. Diese Eintragungen lockern nicht nur den Roman zwischen einzelnen Kapiteln auf, sondern sind auch sehr interessant und liebevoll illustriert.

Der Krimi „Fuchskind“ besticht durch unglaublich viel Atmosphäre. Man spürt den Nebel über den Gräbern und den Raureif auf den Wiesen fast körperlich.

Annette Wieners verfügt über einen unverwechselbaren Schreibstil, der als angenehm, abgeklärt und ruhig bezeichnet werden darf – und darüber hinaus gelingt es ihr auch noch  mühelos, die Spannung aufrechtzuerhalten.

Sie wagt sich mit ihrem Kriminalroman an ein sensibles Thema, das den Leser auch dann noch beschäftigen wird, wenn er das Buch schon zugeklappt hat.

„Fuchskind“ ist keine seichte Unterhaltung für Zwischendurch, sondern eine ebenso ernste wie packende Geschichte mit psychologischer Finesse und Substanz.

Annette Wieners und Gesine Cordes haben einen neuen Fan! 🙂

Gesamtbewertung: ★★★★★

Interview mit Zoe Hagen

Sie ist 21 Jahre alt, kommt aus Berlin und hat gerade ihren ersten Roman veröffentlicht: Zoe Hagen. In ihrem Buch „Tage mit Leuchtkäfern“ geht es um Antonia, ein Mädchen, das unter Bulimie leidet und Mitglied im „Club der verhinderten Selbstmörder“ wird.

Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse habe ich mich mit der gut gelaunten Newcomer-Autorin über ihren Roman, Poetry Slam und ihre literarischen Vorlieben unterhalten.

Zoe Hagen (links) und ich

buchstabenfaengerin: Wie lange hat es gedauert, bis die Zusage von den Ullstein Buchverlagen kam, dass Dein Buch veröffentlicht wird?
Zoe Hagen: Das lief über meinen Agenten und ging schnell. Ungefähr einen Monat hat es gedauert.

Spontane Party oder stille Freude: Wie hast Du darauf reagiert?
Erst war ich relativ cool und gelassen, aber dann hab ich mich echt gefreut und sofort alle meine Freunde angerufen. Als ich dann das erste gedruckte Exemplar in den Händen hielt, war es einfach unglaublich.

Diesen Moment hast Du ja in einem Video festgehalten.
Ja, richtig. Der Verlag hat sich so große Mühe mit dem Verpacken gegeben. Es hat echt lange gedauert, bis ich das Buch endlich ausgepackt hatte.

Das Unpacking-Video


© Zoe Hagen – Facebook

Ganz ehrlich: Wie viel von Deiner Hauptfigur Antonia steckt in Dir?
Ziemlich viel, obwohl ich dazu sagen muss, dass alle Figuren im Buch einen wesentlichen Bezug zu mir haben.

Deinen Roman hast Du in Tagebuchform geschrieben. Obwohl Antonia nicht an Gott glaubt, beginnt sie ihre Einträge immer mit „Lieber Gott, …“. Woran glaubst Du?
Ich nicht religiös, aber trotzdem auf irgendeine Art und Weise gläubig. Zum Beispiel habe ich wahnsinnige Flugangst. Vor jedem Flug bete ich, dass alles gut geht und ich sicher lande.

Antonia findet mit Fred, Amira, Fabien, Noah und Lynn echte Freunde. Sie sind ihre Leuchtkäfer – ein sehr schönes Bild, wie ich finde. Gibt es auch in Deinem Leben solche Leuchtkäfer?
Oh ja, die gibt es auf jeden Fall. Ich habe wirklich tolle Freunde. Als die stärksten Leuchtkäfer würde ich meine Eltern bezeichnen.

Welche von Deinen Romanfiguren ist Dir besonders ans Herz gewachsen?
Ich mag sie alle. Allerdings hab ich Fred besonders gern.

Für welche Altersgruppe ist Dein Roman gedacht?
Das Buch ist für Leser sämtlicher Altersgruppen ab 14 Jahren geeignet. Es ist aber kein klassischer Jugendroman. Ich habe beispielsweise schon einige Reaktionen von älteren Menschen erhalten, die das Buch gelesen haben und sich dadurch an ihre eigene Jugendzeit erinnert fühlten.

Du bist nicht nur Autorin, sondern auch Poetry Slammerin. 2014 bist Du sogar Deutsche U20-Vizemeisterin im Poetry Slam geworden. Wie bist Du dazu gekommen und was machst Du lieber – schreiben oder slammen?
Zum Poetry Slam bin ich gekommen, weil meine Mutter mich mal zu einem mitgenommen hat. Später war mir dann eines Tages langweilig und ich habe mich in Berlin bei einem Slam-Workshop angemeldet. Auf die Frage, was ich lieber mache, kann ich ganz klar sagen: Schreiben! Es war auch zuerst da.

Hast Du schon ein neues Buch-Manuskript in der Schublade?
Ja, ich schreibe gerade daran.

Liest Du selbst viel? Und wenn ja: Was?
Ich bin kein Vielleser und würde mein Leseverhalten als normal bezeichnen. Auf ein bestimmtes Genre bin ich dabei nicht festgelegt. Ich lese alles mögliche – bis auf historische Romane und Krimis. Da bin ich eine echte Pussy. (lacht) Wenn ich einen Krimi lesen würde, würde ich mich nicht mehr auf die Straße trauen, weil ich furchtbare Angst davor hätte, ermordet zu werden.

Das Buch
© Ullstein Buchverlage

Auslosung des Buchmesse-Gewinnspiels 2016

Das Buchmesse-Gewinnspiel 2016 ist Geschichte. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben!

Das Lösungswort lautete „Lesezeit“. Natürlich habt ihr das alle gewusst. Ich glaube, nächstes Jahr muss ich den Schwierigkeitsgrad ein bisschen erhöhen. 😉

Über den Gewinn, ein von der Autorin Zoe Hagen signiertes Exemplar des Romans „Tage mit Leuchtkäfern“, darf sich

Lisa

freuen. Das hat der Zufallsgenerator http://www.random.org entschieden.

Herzlichen Glückwunsch!

© Ullstein Buchverlage

Zoe Hagen (links) und ich auf der Leipziger Buchmesse 2016

Zum Schluss noch ein kleiner Trost für diejenigen, die heute leider kein Glück hatten: Bis zum nächsten Gewinnspiel dauert es gar nicht mehr so lange …