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Frisch rezensiert: „Spreewaldgrab“ von Christiane Dieckerhoff

Brandneu

Mörderischer Spreewald

Meine Bewertung: ★★★★

 © Ullstein Buchverlage

In einem stockdunklen Verließ wird eine Frau gefangen gehalten. Sie hat keinerlei Erinnerungen, weiß nicht einmal, wer sie ist. Kinderstimmen in ihrem Kopf quälen sie mit Liedern wie „Häschen in der Grube“ und „Dornröschen war ein schönes Kind“. Bruchstückartig setzt ihr Erinnerungsvermögen nach und nach wieder ein – doch wird ihr dieses Wissen noch nützen?

Die gelernte Kinderkrankenschwester Christiane Dieckerhoff setzt in ihrem Kriminalroman „Spreewaldgrab“ auf die Beschaulichkeit der Landschaft rund um Lübben in Brandenburg. Doch das Verbrechen existiert auch im malerischen Spreewald. Für Aufklärung soll die Polizistin Klaudia Wagner sorgen – frisch getrennt und deshalb auf eigenen Wunsch jüngst aus dem Ruhrgebiet in den Osten der Republik versetzt. Welten prallen aufeinander. Christiane Dieckerhoff macht es ihrer ohnehin schon angeschlagenen Hauptfigur nicht leicht, in ihrer Wahlheimat Fuß zu fassen. Aber Klaudia Wagner ist eine unnachgiebige Frau. Sie sagt, was sie denkt. Für den Leser ist die Kriminalobermeisterin die einzige Person, der er über den Weg trauen kann. Alle anderen Charaktere sind nicht leicht zu durchschauen. Wer steht auf welcher Seite? Einen echten Sympathieträger sucht man in „Spreewaldgrab“ jedenfalls vergeblich.

Die große Stärke der Autorin ist es, für eine bilderreiche Atmosphäre zu sorgen. Mit üppigen Worten und fast schon sinnlich beschreibt sie Natur und Gegend. Manche Sätze sind purer Lesegenuss.

Bei der hervorragend durchdachten Krimihandlung sorgt Christiane Dieckerhoff für Wendungen, mit denen man nicht rechnet. Als ich während des Lesens in einem leichten Anflug von Enttäuschung denke, der Klappentext des Buchs verrät ja schon alles, und nicht mehr an eine Überraschung glaube, schlägt die Autorin plötzlich einen Haken und die Geschichte erscheint in einem ganz anderen Licht. Mit diesem Kniff hält sie die Spannung bis zum Ende des 352-seitigen Krimis konstant hoch.

Apropos Ende: Das läuft ziemlich überstürzt ab. Fast schon beängstigend ist dabei die schier übernatürliche Kombinationsgabe von Klaudia Wagner, die in „Spreewaldgrab“ in ihrem ersten Fall ermittelt. Christiane Dieckerhoff schreibt an einer Krimi-Reihe, in der die selbstbewusste Polizistin die Hauptrolle spielt. Ob ich auch den nächsten Band lesen werde? Sehr wahrscheinlich.

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Zum Buch auf der Homepage der Ullstein Buchverlage: „Spreewaldgrab“

Zur Homepage der Autorin: Christiane Dieckerhoff

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Frisch rezensiert: „Die Mädchenwiese“ von Martin Krist

Grandioser Spreewald-Thriller

Sterne: 5 von 5

Deutschland am 19. August 2012: Es ist der heißeste Tag des Jahres. Ich liege mit Freunden im Freibad und schnappe mir, als ich aus dem 21 Grad kalten Wasser komme, sofort meine Lektüre: „Die Mädchenwiese“ von Martin Krist. Ein pinkfarbener Aufkleber auf dem Cover verspricht vollmundig: „Garantiert auch bei 36 Grad Gänsehaut“. Ich lese und lese und kann einfach nicht aufhören. Trotz der Hitze hält der Gänsehaut-Slogan sein Versprechen – denn „Die Mädchenwiese“ ist so spannend, dass man zwischen den Kapiteln immer wieder nach Luft schnappt…

Im kleinen Spreewald-Dörfchen Finkenwerda wird die 16-jährige Lisa vermisst. Eine pubertäre Ausreißerin, denkt man sich, die kommt schon wieder. Doch einer wird von Anfang an hellhörig: Der Kneipier Alex Lindner, der vor Jahren in grausigen Mordfällen als Polizist ermittelt hat. Lisa kommt nicht wieder. Vergeblich wartet die Familie auf ein Lebenszeichen. Die Polizei fahndet nach ihr. Als auf einer Lichtung unweit des Dörfchens eine grausam zugerichtete Mädchen-Leiche gefunden wird, die jedoch nicht Lisa ist, nehmen die Ermittlungen an Fahrt auf, denn es gibt erschreckend viele Parallelen zu den Fällen, mit denen Alex Lindner damals zu tun hatte. Der Schlüssel zu allem ist schließlich die einsame und alte Berta Kirchberger, die von allen Dorfbewohnern nur als „alte Hexe“ bezeichnet wird. Zu recht?

Wenn es nach mir ginge, würde auf dem Cover von „Die Mädchenwiese“ noch ein weiterer Aufkleber prangen: „Thriller des Jahres“ nämlich. Und das absolut verdient! Deshalb prasseln meine Beschreibungen zum Buch hier auch nieder wie die dicken Regentropfen eines Sommergewitters: Brillant! Spannend! Meisterlich! Faszinierend! Unglaublich! Atemberaubend! Geschickt! Atmosphärisch! Gruselig gut! Hochinteressant!

Autor Martin Krist legt mit „Die Mädchenwiese“ einen abenteuerlichen Thriller made in Germany vor, in dem sich die Wege der handelnden Personen auf unvorhersehbare Art und Weise kreuzen und verwebt geschickt die einzelnen Erzählstränge miteinander. Absolut grandios!