Mörderische Vorfreude: Meine Krimi-/Thriller-Highlights im ersten Halbjahr 2018

Neues Jahr, neues Krimiglück: Spätestens nach dem Studium sämtlicher Verlagsvorschauen ist klar, dass auch 2018 wieder viele spannende Lesestunden verspricht.

Aus den unzähligen Neuerscheinungen habe ich je ein Buch, das im Zeitraum von Januar bis Juni  2018 erscheint, zu meinem persönlichen „Vorfreuer des Monats“ erkoren.

Vorhang auf für meine Highlights des ersten Halbjahres 2018 (ein Klick auf das jeweilige Cover führt Euch direkt zum Buch auf die Verlagswebseite):

 Januar

Die Tote im roten Kleid

Eine Lawine aus Schlamm und Dreck

Es ist dunkel und kalt in Shetland. Seit Monaten regnet es. Auf dem Weg ins Tal reißt das Wasser gewaltige Erdmassen mit sich, die Teile des kleinen Örtchens Ravenswick unter sich begraben. Bei den Aufräumarbeiten findet man in den Trümmern eines Hauses die Leiche einer unbekannten Frau in blutrotem Seidenkleid. Kommissar Jimmy Perez will wissen, wer sie ist – doch stößt er bei den Inselbewohnern auf eine Mauer des Schweigens. Als sich herausstellt, dass die Frau ermordet wurde, ruft Perez seine alte Kollegin Willow Reeves aus Inverness zur Hilfe. Die ist noch nicht vor Ort, da gibt es bereits das zweite Opfer …

  • Erscheinungstermin:  24.01.2018
  • 448 Seiten
  • ISBN:  978-3-499-27378-0

© Cover und Kurzbeschreibung: Rowohlt Verlag

Shetland tummelt sich ziemlich weit oben auf meiner „Da muss ich unbedingt hin!“-Liste. Da ich nicht nur eine Schwäche für alles Britische (vom Essen sehen wir an dieser Stelle einmal ab), sondern auch für Krimis mit düsterer Stimmung habe, glaube ich, dass „Die Tote im roten Kleid“ und ich schnell Freunde werden.

Februar

Kaiserschmarrndrama

Im Wald von Niederkaltenkirchen wird eine nackte Tote gefunden. Sie war erst kurz zuvor beim Simmerl in den ersten Stock gezogen und hat unter dem Namen ›Mona‹ Stripshows im Internet angeboten. Der Eberhofer steht vor pikanten Ermittlungen, denn zum Kreis der Verdächtigen zählen ein paar ihrer Kunden, darunter der Leopold, der Simmerl und der Flötzinger. Harte Zeiten für den Franz, auch privat: Das Doppelhaus vom Leopold und der Susi wächst in dem Maße wie Franz’ Unlust auf das traute Familienglück. Dann: die zweite Tote im Wald. Das gleiche Beuteschema. Ein Serienmörder in Niederkaltenkirchen?

  • Erscheinungstermin:  09.02.2018
  • 304 Seiten
  • ISBN:  978-3-423-26192-0

© Cover und Kurzbeschreibung: Deutscher Taschenbuch Verlag

Lasst mich kurz nachzählen … „Kaiserschmarrndrama“ ist der inzwischen neunte Fall für Dorfgendarm Franz Eberhofer aus Niederkaltenkirchen. Nachdem sich die Provinzkrimis von Rita Falk mit gigantischem Erfolg verkauft und inzwischen vier Teile verfilmt worden sind, ist eine nähere Vorstellung von Franz und seinen Kumpanen wohl obsolet, wie man so schön sagt.

März

Tödlicher Bienenstich

 Summ, summ, das Bienchen bringt dich um …

Pippa Bolle braucht einen Neuanfang. Als Imker Thilo Schwange sie um Hilfe mit seinen Bienenvölkern bittet, zögert sie nicht lange und reist in den Rheingau. Nun heißt es für sie: Bienen hüten im Luftkurort Lieblich. Doch die Idylle hält nicht lange an. Eine ominöse Biotechnologie-Firma will sich in dem beschaulichen Örtchen einnisten und sorgt für reichlich Zündstoff unter den Dorfbewohnern. Der Kampf wird mit harten Bandagen geführt, da kann ein Bienenstich schon mal tödliche Folgen haben … Gut, dass Pippa da ist, um Licht ins Dunkel zu bringen.

  • Erscheinungstermin: 09.03.2018
  • 360 Seiten
  • ISBN: 978-3-548-29021-8

© Cover und Kurzbeschreibung: Ullstein Buchverlage

Pippa Bolle ist wieder da! Über anderthalb Jahre mussten die Fans der liebenswürdigen Hutfetischistin auf ihre Rückkehr warten – und nun ist es endlich so weit! Die sechs bisherigen Fälle stammten aus der Feder von Auerbach und Keller. Mit „Tödlicher Bienenstich“ bricht eine neue Ära an: die von Auerbach und Auerbach.

April

Zu nah

Die angesehene Wissenschaftlerin Eleanor Costello ist tot. Erhängt in ihrem Schlafzimmer. Frankie Sheehan, Detective im Dubliner Police Department und schwer gezeichnet von ihrem letzten Fall, glaubt nicht an Selbstmord. Jemand war bei Eleanor, als sie starb. Jemand, der sadistische Lust an brutalen Spielchen hat. Schon bald wird eine zweite Leiche gefunden: eine junge Frau – zu Tode gefoltert. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, und für Frankie geht es erneut um Leben und Tod.

  • Erscheinungstermin:  03.04.2018
  • 368 Seiten
  • ISBN:  978-3-959-67183-5

© Cover und Kurzbeschreibung: HarperCollins Germany

Mit dem Thriller „Zu nah“ debütiert die irische Autorin Olivia Kiernan in Deutschland. Eine neue Stimme im Spannungssektor, die raue Landschaft Irlands, eine gebeutelte Kommissarin – das klingt nach verlockenden Zutaten für einen gelungenen Thriller!

Mai

Der Pate von Glasgow

DCI Jim Daley und DS Brian Scott von der Mordkommission Glasgow sitzen in dem kleinen schottischen Ort Kinloch fest, seit sie von ihrem letzten Fall abkommandiert wurden. Doch vergessen hat man sie im Hauptquartier offenbar nicht – sie bekommen das Video eines brutalen Mordes geschickt. Der Täter: James Machie, der Pate von Glasgow, von Daley und Scott persönlich hinter Gitter gebracht. Das Opfer: der damalige Kronzeuge. Aber es gibt noch einen zweiten Kronzeugen, Frank MacDougall, die ehemalige rechte Hand des Paten. Ihn sollen Daley und Scott nun beschützen. Nur wie beschützt man jemandem vor einem Geist? Denn der Pate wurde vor fünf Jahren ermordet …

  • Erscheinungstermin:  02.05.2018
  • 368 Seiten
  • ISBN:  978-3-959-67190-3

© Cover und Kurzbeschreibung: HarperCollins Germany

„Der Pate von Glasgow“ wird von mir sehnlichst erwartet, denn der Vorgänger und Auftaktband der Reihe mit dem Titel „Tödliches Treibgut“ hat mich so begeistert, dass er auf Platz 2 meiner persönlichen Krimi/Thriller-Jahrescharts 2017 landete. Ich freue mich sehr auf das Wiedersehen mit dem brillanten Ermittlerduo Daley und Scott.

 Juni

Nichts ist verziehen

Die Journalistin Magdalena Hansson wird zu einem Klassentreffen eingeladen. Man will in einer Sommerhütte übernachten, so wie damals in der 9. Klasse. Magdalena sagt widerstrebend zu. Vor Ort fallen alle von Beginn an in ihre alten Rollen im Klassenverband zurück. Und man feiert. Doch dann werden zwei Klassenkameraden brutal ermordet. Die beiden Morde tragen unterschiedliche Handschriften, scheinen aber vom gleichen Täter begangen. Was ist das Motiv? Und: Sind noch weitere Klassenkameraden in Gefahr?

  • Erscheinungstermin:  29.06.2018
  • 440 Seiten
  • ISBN: 978-3-404-17697-7

© Cover und Kurzbeschreibung: Bastei Lübbe

Beim Lesen dieser Zeilen lief mir ein gepflegter Schauer über den Rücken, denn auch meine Schulfreunde und ich planen im Frühjahr ein Klassentreffen mit Übernachtung – ganz so wie damals eben. Hoffen wir inständig, dass es nicht so weit kommt wie in Ninni Schulmans neuem Krimi „Nichts ist verziehen“.

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Frisch rezensiert: „Der Mann zwischen den Wänden“ von Emma Ångström

Beklemmender Thriller aus Schweden

Meine Bewertung: ★★★★

Der Mann zwischen den Wänden.jpg
© Arctis Verlag

Die neunjährige Alva zieht mit ihren beiden Schwestern und ihrer Mutter in ein Mehrfamilienhaus in Stockholm. Ihr fällt es schwer, sich in der neuen Umgebung einzugewöhnen. Sie fühlt sich einsam und flüchtet sich am liebsten in die Welt der Bücher. Das Lexikon der paranormalen Phänomene hat es ihr besonders angetan, denn sie besitzt ein Faible für das Okkulte und wünscht sich nichts sehnlicher, als Kontakt mit ihrer verstorbenen Großmutter aufzunehmen.

Alva fürchtet sich vor nichts und niemandem. Selbst ein mysteriöser Mord in ihrem Wohnhaus versetzt das Mädchen nicht in Angst und Schrecken, sondern löst eine dunkle Faszination und unbändige Neugier bei ihr aus. Dabei ahnt sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was sich zwischen den Wänden des großen Hauses verbirgt …

In ihrem Thriller „Der Mann zwischen den Wänden“ (Originaltitel: „Mannen mellan väggarna“), der am 4. August 2017 im Arctis Verlag erschienen ist, sorgt die schwedische Autorin Emma Ångström von der ersten bis zur letzten Seite für eine unheimliche Atmosphäre. Und noch etwas löst dieses Buch aus: Beklemmung. Denn ausgerechnet an dem Ort, an dem man sich am sichersten fühlen sollte – in den eigenen vier Wänden nämlich – sind die ahnungslosen Bewohner des Hauses einem Mann ausgeliefert, der sich unbemerkt in ihr Leben schleicht, unter ihren Betten schläft und sie durch gut versteckte Luken tagtäglich beobachtet. Beim Lesen hat mich ständig ein ungutes Gefühl begleitet. Emma Ångström spielt geschickt mit den Ängsten der Leser. Ich habe mich jedenfalls immer wieder gefragt, was wohl zwischen den Wänden unserer Wohnung vorgeht.

Eine unterschwellige Düsternis begleitet diesen vielschichtigen Thriller, der okkulte Elemente mit schaurigen Szenen nach bester Horrorfilmmanier vereint. Noch dazu hat die Geschichte Tiefgang, denn auch das Schicksal der Hauptfiguren findet ausreichend Platz.

„Der Mann zwischen den Wänden“ wird mir als ein Buch in Erinnerung bleiben, das sich mit seinem subtilen Grauen in meinem Kopf festgesetzt hat. Dass es mir beim Lesen eines Romans die Kehle zuschnürt, kommt eher selten vor. Hier aber war es so. Die Vorstellung, von jemandem beobachtet zu werden, der uns so nahe kommt, wie es Emma Ångströms Protagonist tut, hat mich mehr als einmal schaudern lassen. Dass man dann als Leser aber nicht in der Lage ist, für diesen Mann Wut oder gar Hass zu empfinden, ist dem großartigen Plot der Autorin zu verdanken.

Obwohl manches offen bleibt und die Sprache mit den knappen Sätzen manchmal ein bisschen abgehackt wirkt, war „Der Mann zwischen den Wänden“ für mich ein aufwühlendes Leseerlebnis, das ich mit Sicherheit nicht so schnell vergessen werde.

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Zur Homepage des Verlags: Arctis Verlag

Zum Buch bei Amazon.de: „Der Mann zwischen den Wänden“

Frisch rezensiert: „Gustaf – Alter Schwede“ von Claus Vaske

Spritzige Familienkomödie

Gustaf - Alter Schwede

© HarperCollins

Meine Bewertung: ★★★★★

Dass Claus Vaske Drehbücher und Texte für verschiedene Comedy-Formate wie beispielsweise „Kalkofes Mattscheibe“ schreibt, merkt man seinem aktuellen Roman „Gustaf – Alter Schwede“ sofort an. Denn diese humorvolle Geschichte läuft vor dem Auge des Lesers ab wie ein höchst unterhaltsamer Fernsehfilm zur besten Sendezeit. Erschienen ist das gute Stück am 6. Februar 2017 bei HarperCollins. Das von Lübbe Audio produzierte Hörbuch spricht übrigens Hella von Sinnen.

Kernstück des Romans ist die vierköpfige Familie Baumann, die nach langer beschwerlicher Suche endlich ihr Traumhaus gefunden hat – oder sollte man besser sagen: ihre Traumvilla? Zu einem echten Schnäppchenpreis erstehen sie das altehrwürdige Anwesen im rheinländischen Rotthoven. Doch schon bald gehen seltsame Dinge vor sich. Wer klimpert des Nachts mit den Weinflaschen herum? Wer bedient sich heimlich am Lieblings-Stinkekäse von Mama Saskia? Und warum ist der Bierkasten ständig leer?

Die Baumanns trauen ihren Augen kaum, als sie den Verursacher all dieser merkwürdigen Begebenheiten eines Nachts vor sich sehen: Einen über vierhundert Jahre alten Zausel mit Stulpenstiefeln samt Hut in bester Musketier-Manier, der lispelt und mit schwedischem Akzent spricht. Das ist kein Geringerer als Gustaf, der Hausgeist, die relativ unerfreuliche Gratiszugabe zum neuen Heim.

Die Charaktere in Claus Vaskes neuem Roman wirken so lebensecht, als würden sie jeden Moment den Buchseiten entsteigen. Spritzige Dialoge und große als auch kleine Katastrophen sorgen für eine Menge Abwechslung, Action und fröhliches Gelächter beim Leser. Dabei nimmt der Autor klassische Alltagsprobleme und so manches Vorurteil mit einem Augenzwinkern aufs Korn: Der trinkfreudige Schwede, die schmollende Teenie-Tochter oder die sexuell ermattete Ehe der Eltern Baumann sind da nur ein paar Beispiele.

Mit „Gustaf – Alter Schwede“ hat der in Bonn lebende Autor Claus Vaske einen unterhaltsamen Roman verfasst, der vor Humor nur so strotzt und den Leser für die Dauer von 240 Buchseiten dem Alltag entfliehen lässt.

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Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Gustaf – Alter Schwede“

Zum Hörbuch: „Gustaf – Alter Schwede“

Zur Homepage des Autors: Claus Vaske

Frisch rezensiert: „Glücksmädchen“ von Mikaela Bley

Psychothriller? Nein! – Solider Krimi? Ja!

Meine Bewertung: ★★★

Glücksmädchen.jpg © Ullstein Buchverlage

Die junge Journalistin Ellen Tamm denkt Tag für Tag an den Tod. Das muss sie einerseits ihres Berufes wegen, denn sie arbeitet als Kriminalreporterin beim schwedischen Fernsehsender TV4. Zum anderen verfolgt sie der dramatische Verlust ihrer Zwillingsschwester Elsa noch immer, obwohl er sehr lange zurückliegt.

Das spurlose Verschwinden der achtjährigen Lycke beschwört in Ellen dunkle Erinnerungen herauf. Elsa war damals ebenfalls acht Jahre alt … Ellen gibt alles, um die kleine Lycke lebend zu finden, hilft bei der Suche und befragt die Angehörigen, um einen Anhaltspunkt für den Verbleib des Mädchens zu finden. Doch nicht nur emotional ist dieser Fall für die Journalistin eine Gratwanderung – plötzlich befindet sich Ellen selbst in Gefahr …

„Glücksmädchen“ ist das Debüt der in Stockholm lebenden Autorin Mikaela Bley. Die schwedische Originalausgabe des Thrillers mit dem Titel „Lycke“ erschien 2015 und war sehr erfolgreich. Ob das Buch, das von Katrin Frey ins Deutsche übersetzt wurde und am 10. Februar 2017 veröffentlicht wurde, hierzulande einen ebensolchen Zuspruch erhält?

Für meine Begriffe handelt es sich bei „Glücksmädchen“ leider nicht um einen Psychothriller, wie es der Aufdruck auf dem Cover verspricht. Die psychologische Spannung bleibt nämlich oftmals auf der Strecke. Viel mehr legt die Autorin ihren Fokus auf die zerrütteten Familienverhältnisse der kleinen Lycke und das traumatische Kindheitserlebnis von Reporterin Ellen. Das allerdings tut Mikaela Bley mit sehr viel Tiefe. Da ist Lyckes böse Stiefmutter, die mit ihren Eifersüchteleien auf das Kind ganz weit oben auf der Liste der Verdächtigen steht. Oder hat Lyckes depressiv wirkende Mutter etwas mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun? Steckt vielleicht der Vater dahinter, dessen neues Familienglück die Kleine womöglich stört? Oder doch ein Fremder? Das verrät die Autorin erst ganz zum Schluss und lässt den Leser bis dahin auf so mancher falschen Fährte wandeln.

Gewünscht hätte ich mir von diesem Roman mehr von der düsteren Atmosphäre, denn das Potenzial dazu hat die Geschichte.

Bemerkenswert fand ich die Kaltschnäuzigkeit von Ellens Chef, der den Fall Lycke ohne Rücksicht auf die Eltern medial ausschlachtet und immer der Erste sein will, der die neuesten Entwicklungen verkündet. Auch die Kontakte zwischen dem Fernsehsender und der Polizei scheinen beängstigend eng zu sein.

Ob Mikaela Bley dabei aus ihren eigenen Erfahrungen schöpft? Immerhin hat die 1979 geborene Autorin beim schwedischen TV-Sender SV4 gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete.

In Schweden erschien im August 2016 ihr zweiter Kriminalroman „Liv“. Obwohl mich „Lycke“ nicht einhundertprozentig überzeugen konnte, würde ich dem zweiten Teil der Reihe um Reporterin Ellen Tamm dennoch eine Chance geben, wenn er auf Deutsch erscheint.

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Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Glücksmädchen“

Zur Facebook-Seite der Autorin: Mikaela Bley

Zum Instagram-Profil der Autorin: Mikaela Bley

Frisch rezensiert: „Skalpelltanz“ von Jenny Milewski

Die Geister, die er rief…

 Meine Bewertung: ★★★

  © Heyne Verlag

Jonas Lerman ist in Schweden ein gefeierter Thriller-Autor. Diesen Ruhm hat er vor allem seiner irren Hauptfigur Carl Cederfeldt zu verdanken, einem Chirurgen mit einer abscheulichen Vorliebe für das Foltern und Töten unschuldiger Opfer.

Doch nach und nach gerät das Leben des zunehmend kreativlosen Schriftstellers aus den Fugen. In und um Stockholm treibt ein Wahnsinniger sein Unwesen, der die Morde, die Carl Cederfeldt in Lermans Bestsellern begeht, nachzustellen scheint. Ist Carl Cederfeldt etwa den Buchseiten entstiegen und Wirklichkeit geworden? Oder ist Jonas selbst in Wahrheit eine Bestie?

Thriller aus Skandinavien stehen in dem Ruf, düster und abgründig zu sein. Die in Malmö lebende Autorin Jenny Milewski hat ihr am 11. Mai 2015 bei Heyne erschienenes Debüt „Skalpelltanz“ mit eben jenen Attributen bestückt. Schaurige Orte wie eine verlassene Villa aus der Jahrhundertwende, ein Friedhof und ein nahezu immer graues Stockholm bilden die Bühne für ihre Geschichte, die sie mit Bedacht erzählt. Anfangs ist von einem Thriller noch nicht viel zu spüren, dreht es sich doch hauptsächlich um den Protagonisten Jonas Lerman und dessen Tun als Schriftsteller. Wer die Welt der Bücher liebt, wird trotz der zunächst fehlenden Spannung die Ereignisse mit Interesse verfolgen. Jonas Lerman hält eine Lesung, ist in einer Talkshow zu Gast und plagt sich mit einer sich mehr und mehr ausweitenden Schreibblockade herum. Dass immer wieder Auszüge aus seinen Cederfeldt-Romanen vorkommen – wie etwa bei der erwähnten Lesung – ist ein interessantes Stilmittel; ein Buch im Buch sozusagen. Jenny Milewski scheint ein ausgeprägtes Faible für Horror zu haben, denn an grausamen Szenen und Arten des Tötens mangelt es nicht.

Fast bis zum Schluss lässt sie ihre Leser im Dunkeln tappen, wer hinter den Morden steckt. Die Spannung hält die Autorin damit beinah über die gesamten 400 Buchseiten aufrecht. Leider hat Jenny Milewski am Ende für meinen Geschmack zu dick aufgetragen. Mehr sei an dieser Stelle aber nicht verraten.

„Skalpelltanz“ ist ein Thriller, der nur langsam in Fahrt kommt, dafür aber mit deftigen Horrorszenen aufwartet. Alles in allem eine wirklich gut erzählte Geschichte mit einem überzogenen Ende.

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Zum Buch bei Amazon: „Skalpelltanz“

Zum Buch auf der Homepage des Heyne Verlags: „Skalpelltanz“

Zum (schwedischsprachigen) Blog der Autorin: Jenny Milewski

Frisch rezensiert: „Totenleuchten“ von Klara Nordin

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Lehrreicher Lappland-Krimi

Sterne: 4 von 5

Im schwedischen Teil Lapplands, am Polarkreis, erreichen die winterlichen Temperaturen nicht selten minus 30 Grad Celsius. Die faszinierenden Polarlichter wiegen die klirrende Winterkälte und die stetige Dunkelheit jedoch auf. Die Samen – das Urvolk Lapplands – allerdings behaupten, die farbigen Lichtstreifen am Himmel seien die Seelen der Toten und kein gutes Omen. Über der Kleinstadt Jokkmokk wabert dieser Tage Anfang Februar das Polarlicht in schillernden Farben. Und dann geschieht ein grausamer Mord, den das chronisch unterbesetzte Polizeikommissariat vor Ort mit Hilfe der neuen Hauptkommissarin Linda Lundin schnellstens aufklären will. Das allerdings ist kein leichtes Unterfangen, denn es gibt gleich mehrere Tatverdächtige und Motive. Außerdem deckt das Team während der Ermittlungen in der vermeintlichen Idylle Ungeheuerliches auf…

Mit ihrem Krimi-Debüt sorgt die unter dem Pseudonym Klara Nordin schreibende Autorin Mitte August für Frösteln und kalte Schauer auf den Rücken ihrer Leser. Die Deutsche lebt bereits seit 13 Jahren in Schweden. Ihren Heimatort Jokkmokk hat sie in „Totenleuchten“ eiskalt in einen Tatort verwandelt. Genau das lässt den Krimi authentisch wirken. Mit ihren Schilderungen über das Leben, die Traditionen und den Aberglauben der Samen gewährt Klara Nordin lehrreiche Einblicke in das Leben dieses interessanten Volkes. Die gesellschaftlichen Spannungen zwischen Schweden und Samen lässt sie dabei nicht unerwähnt.

Obwohl „Totenleuchten“ ein wenig zögerlich anläuft, erreicht dieses Buch doch rasch den Punkt, an dem man einfach manisch weiterlesen muss. Einige Eckpunkte der Geschichte sind zwar vorhersehbar, aber das Rätsel, wer das Opfer – einen 19-jährigen Jungen – an seinem Geburtstag bestialisch ermordet hat, wird erst am Schluss gelöst. Klara Nordin schreibt durchweg angenehm und ohne Längen. Ihre beeindruckenden Schilderungen von Land und Leuten katapultieren den Leser geradewegs in den hohen Norden. Auch ihre Charaktere, vor allem die Polizisten Linda, Bengt und Margareta sind präzise ausgefeilt. Sie alle haben an persönlichen Schicksalen zu knabbern, die zwar angesprochen, aber nicht zum Hauptthema gemacht werden. Für Auflockerung sorgen die alten Damen Josefina und Maja, die sich permanent streiten. Diese beiden sind eine echte Bereicherung für das Buch. Auf ein Wiedersehen mit den betagten Streithennen darf man hoffen, denn Klara Nordin schreibt bereits an einem zweiten Fall für das Ermittler-Trio Linda, Margareta und Bengt.

Fazit: Wer bei einer spannenden Krimierzählung voll nordischer Atmosphäre und mit charakterstarken Figuren eine fremde Kultur kennenlernen will, ist mit „Totenleuchten“ sehr gut beraten!

Totenleuchten

© Kiepenheuer & Witsch

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: „Totenleuchten“

Zum Blog der Autorin: Klara Nordin

Zur Homepage des Verlags: Kiepenheuer & Witsch

 

Gruseliges für dunkle Winternächte: „Ohne jeden Zweifel“ von Tom Rob Smith

Für die Krimizeitschrift durfte ich Tom Rob Smiths Triller „Ohne jeden Zweifel“ lesen und besprechen. Sobald meine Rezension dort zu finden ist, werde ich den Link hier posten. Verraten sei jetzt schon soviel: Ich habe 5 Sterne vergeben!

Ohne jeden Zweifel© Manhattan/Verlagsgruppe Random House

Anders als bei den bisherigen Thrillern des Autors – „Kind 44“, „Agent 6“ und „Kolyma“ – ist diesmal nicht Russland der Schauplatz, sondern hauptsächlich ein abgelegener Hof in Schweden. Einäugige Trolle, dunkle Wälder und unfassbare Verbrechen sorgen für gruselige Winternächte!

Besonders gelungen finde ich den Trailer, der einige Szenen zeigt, die im Buch genauso beschrieben sind:

„Ohne jeden Zweifel“ ist eine klare Leseempfehlung für alle Thriller-Freunde! Mehr über das Buch erfahrt Ihr hier auf der Seite des Verlags. Auch eine Leseprobe findet Ihr dort.