Frisch rezensiert: „Gustaf – Alter Schwede“ von Claus Vaske

Spritzige Familienkomödie

Gustaf - Alter Schwede

© HarperCollins

Meine Bewertung: ★★★★★

Dass Claus Vaske Drehbücher und Texte für verschiedene Comedy-Formate wie beispielsweise „Kalkofes Mattscheibe“ schreibt, merkt man seinem aktuellen Roman „Gustaf – Alter Schwede“ sofort an. Denn diese humorvolle Geschichte läuft vor dem Auge des Lesers ab wie ein höchst unterhaltsamer Fernsehfilm zur besten Sendezeit. Erschienen ist das gute Stück am 6. Februar 2017 bei HarperCollins. Das von Lübbe Audio produzierte Hörbuch spricht übrigens Hella von Sinnen.

Kernstück des Romans ist die vierköpfige Familie Baumann, die nach langer beschwerlicher Suche endlich ihr Traumhaus gefunden hat – oder sollte man besser sagen: ihre Traumvilla? Zu einem echten Schnäppchenpreis erstehen sie das altehrwürdige Anwesen im rheinländischen Rotthoven. Doch schon bald gehen seltsame Dinge vor sich. Wer klimpert des Nachts mit den Weinflaschen herum? Wer bedient sich heimlich am Lieblings-Stinkekäse von Mama Saskia? Und warum ist der Bierkasten ständig leer?

Die Baumanns trauen ihren Augen kaum, als sie den Verursacher all dieser merkwürdigen Begebenheiten eines Nachts vor sich sehen: Einen über vierhundert Jahre alten Zausel mit Stulpenstiefeln samt Hut in bester Musketier-Manier, der lispelt und mit schwedischem Akzent spricht. Das ist kein Geringerer als Gustaf, der Hausgeist, die relativ unerfreuliche Gratiszugabe zum neuen Heim.

Die Charaktere in Claus Vaskes neuem Roman wirken so lebensecht, als würden sie jeden Moment den Buchseiten entsteigen. Spritzige Dialoge und große als auch kleine Katastrophen sorgen für eine Menge Abwechslung, Action und fröhliches Gelächter beim Leser. Dabei nimmt der Autor klassische Alltagsprobleme und so manches Vorurteil mit einem Augenzwinkern aufs Korn: Der trinkfreudige Schwede, die schmollende Teenie-Tochter oder die sexuell ermattete Ehe der Eltern Baumann sind da nur ein paar Beispiele.

Mit „Gustaf – Alter Schwede“ hat der in Bonn lebende Autor Claus Vaske einen unterhaltsamen Roman verfasst, der vor Humor nur so strotzt und den Leser für die Dauer von 240 Buchseiten dem Alltag entfliehen lässt.

→ Interessante Links

Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Gustaf – Alter Schwede“

Zum Hörbuch: „Gustaf – Alter Schwede“

Zur Homepage des Autors: Claus Vaske

Leipziger Buchmesse 2017, Tag 2: Mein Messe-Tagebuch


Strahlend blauer Himmel über Leipzig! Petrus muss ein leidenschaftlicher Bücherfreak sein.

Meinen Messe-Freitag hat Barbara Kenneweg mit einer Lesung aus ihrem Romandebüt „Haus für eine Person“ eingeläutet.

Haus für eine Person© Ullstein Buchverlage

Schon der Klappentext hatte im Vorfeld mein Interesse für dieses Buch geweckt. Nach der Lesung war ich absolut begeistert und mir war klar: Ich muss und werde dieses Buch lesen! Es hat mich dann auch den restlichen Messetag brav in meiner Tasche begleitet. Ich kann es kaum erwarten, mich diesem Roman zu widmen – aber zum Lesen kommt man während der Buchmesse so gut wie nie. Tagsüber sowieso nicht – und abends ist man dann erfahrungsgemäß so platt, dass einem die Augen zufallen, sobald man sich zur Ruhe bettet.

Erstmals einen eigenen Messestand hat Indie Publishing,  eine ganz spezielle Sparte des Branchenmagazins buchreport, die sich ausschließlich unabhängigen Autorinnen, Autoren und Verlagen widmet. Im aktuellen Indie-Katalog ist unter anderem auch meine Rezension zur Horroranthologie „11 – Elf unheimliche Kurzgeschichten“ von Daniel D. Allertseder abgedruckt.

Der Messestand von Indie Publishing

Punkt 12:00 Uhr hat mich UIrike Meier vom Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch in die Verlags-Vor-Vorschau für Herbst 2017 linsen lassen. Soviel sei schon verraten: Alle Fans von Joachim Meyerhoff sollten sich den 9. November 2017 ganz dick im Kalender einrahmen.

Zufallstreff am Stand von Kiepenheuer & Witsch: Fußball-Papst Marcel Reif und ich

Danach habe ich mich in der Bloggerlounge mit Thea Lehmann („Tod im Kirnitzschtal“, „Dunkeltage im Elbsandstein“) auf einen Kaffee getroffen. Die sympathische Krimiautorin aus Oberbayern hat mir verraten, dass sie aktuell am dritten Fall für ihren Kommissar Leo Reisinger schreibt. Im Herbst 2017 wird ihr neuestes Werk veröffentlicht.

Beim ersten Bloggertreffen von Kiepenheuer & Witsch auf der Leipziger Buchmesse sprach Susann Pásztor mit ihrem Lektor Olaf Petersen über ihren aktuellen Roman „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“, der mehr ein Buch über das Leben als über das Sterben sei (O-Ton Ulrike Meier), obwohl das Sterben eine zentrale Rolle in dieser Geschichte einnimmt. Der ehrenamtliche Hospizmitarbeiter Fred trifft auf die 60-jährige Karla, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs leidet und der nach einer abgebrochenen Chemotherapie nicht mehr viel Zeit zum Leben bleibt. Auch dieses Buch schreit in drastischer Lautstärke danach, von mir gelesen zu werden.

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster© Kiepenheuer & Witsch

Beim Bloggertreffen der Lieblingsautoren, einem Zusammenschluss aus Selfpublishern, traf ich die wunderbare Poppy J. Anderson.

Großer Andrang am Stand der Lieblingsautoren

Und dann war er auch schon wieder vorbei, der zweite Messetag …

Hat jetzt auch Feierabend: Das Leipziger Messemännchen, seit 1964 das Maskottchen der Leipziger Messe

* GEWINNSPIEL *Zapfig von Felicitas Gruber© DIANA Verlag

Auch in diesem Jahr gibt es wieder das bewährte Buchmesse-Gewinnspiel. Bei mir sammelt Ihr keine Treuepunkte, sondern natürlich Buchstaben. Hier sind die nächsten Buchstaben des diesjährigen Buchmesse-Gewinnspiels. Unter jedem meiner Messetagebuch-Einträge findet Ihr sie. In der richtigen Reihenfolge ergeben sie zusammengesetzt ein Lösungswort, mit dem Ihr an der Verlosung eines nagelneuen Exemplars des Krimis „Zapfig“ von Felicitas Gruber teilnehmen könnt.

K I N A

Teilnahmebedingungen: 

1. Verlost wird ein Exemplar des Krimis “Zapfig” von Felicitas Gruber, nagelneu und ungelesen. Danke an den DIANA Verlag!

2. Das Gewinnspiel läuft im Zeitraum vom 23. März 2017 bis zum 4. April 2017, 24:00 Uhr. Zum Teilnehmen müssen die Buchstaben unter jedem der Messetagebuch-Einträge in die richtige Reihenfolge gebracht, zum Lösungswort zusammengesetzt und das Gewinnspielformular unter dem Tagebucheintrag von Tag 3 (Samstag) vollständig ausgefüllt und abgeschickt werden. Der/die Gewinner/in wird am 5. April 2017 aus allen fristgerecht eingegangenen Einsendungen mit dem richtigen Lösungswort per Losverfahren ermittelt und dessen/deren Name hier bekanntgegeben. Mit dem Absenden des Teilnahmeformulars erklärt sich der/die Teilnehmer/in damit einverstanden, dass sein/ihr vollständiger Name im Gewinnfall hier veröffentlicht werden darf.

3. Mitmachen kann jede/r mit Hauptwohnsitz in Deutschland, der/die mindestens 18 Jahre alt ist. Mit dem Abschicken des Teilnahmeformulars bestätigt Ihr, dass Ihr volljährig seid.

4. Keine Barauszahlung möglich.

5. Keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postweg verloren geht.

6. Bitte nur 1 x mitmachen! Mehrfachteilnehmer/innen werden disqualifiziert.

7. Ihr müsst zur Teilnahme nicht zwingend meinem Blog oder meiner Facebook-Seite folgen. Ich freue mich aber selbstverständlich immer über neue Follower meines Blogs, meiner Facebook-Seite, meines Twitter– und meines Instagram-Accounts.

8. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

9. Eure Daten werden ausschließlich im Rahmen des Gewinnspiels verwendet und NICHT weitergegeben. Nach erfolgter Auslosung werden die Daten gelöscht.

Viel Glück!

Leipziger Buchmesse 2017, Tag 1: Mein Messe-Tagebuch

Habe ich wirklich gesagt, der Donnerstag sei der ruhigste Messetag? Ob dieser Feststellung beschleichen mich leise Zweifel, als ich am Mittag die Halle 1 betrete: Mangafreaks und Schulklassen tummeln sich dort zuhauf.

Mein erster Anlaufpunkt in diesem Jahr ist der Stand des buchjournals in Halle 5. Dort gibt es nämlich einen sagenhaften Automaten: Den BuchProfiler. Einfach freundlich in die Kamera lächeln – und schon spuckt das Maschinchen mittels Gesichtserkennung eine Buchempfehlung aus.

Auweia …

Mein lieber Freund Klaus lag mit seiner Wette übrigens daneben, denn er war fest davon überzeugt, bei mir müsse es sich bei der Buchempfehlung in jedem Fall um ein Kochbuch handeln. Tatsächlich war es aber „Burli“ von Bernd Fischerauer. Ich muss zugeben, von diesem Buch hatte ich noch nie gehört. Ist auch kein Drama, denn der Roman erschien erst am 27. Februar 2017. Und darum geht es:

Der Teenager Adolf Wretschnig lebt im Graz der Nachkriegszeit. Er hat eine kleine Schwester, sein Vater ist Keksvertreter, seine Mutter Hausfrau. Das Leben könnte friedlich verlaufen für den Buben. Wäre da nicht die Sache mit der Vergangenheit seines Vaters, die sich Adolf, von allen Burli genannt, nach und nach bedrohlich erschließt. Da gibt es geheimnisvolle Fremde, die plötzlich an der Tür klingeln, eine verführerische Nachbarin, Erwachsene, die immer ein Geheimnis mehr haben, als Burli durchschaut, aber auch seine erste große Liebe Wiltrud und seinen Onkel Hubert, den Antifaschisten und Kinobetreiber. Am Ende kommt es zu einem großen Showdown – die Geheimnisse der Erwachsenen aber lassen sich weiterhin nur erahnen.

© Cover und Klappentext: Picus Verlag

Okay, wahrscheinlich lag es an dem Schlagwort „Keksvertreter“. 🙂

In Halle 2 lauschte ich anschließend Ulla Scheler bei der Lesung aus ihrem Jugendbuch „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“.


Danach betraten Andrea Badey und Claudia Kühn die Lesetreff-Bühne und lasen abwechselnd und gut gelaunt aus ihrem sensationellen Jugendroman „Strom auf der Tapete“.

Die beiden Autorinnen sind ein unglaublich sympathisches Duo Infernale.

Claudia Kühn, ich und Andrea Badey nach der Lesung

Im Forum Literatur „buch aktuell“ gewährte J. R. Dos Santos Einblicke in seinen 608 Seiten starken Roman „Das Einstein Enigma“, bevor Autorin Marina Heib und Marcus Naegele von Heyne Hardcore/Heyne Encore dem Publikum den grandiosen Thriller „Drei Meter unter Null“ vorstellten.

J. R. Dos Santos (rechts)

Marina Heib und Marcus Naegele

Marina Heib, die hauptsächlich Drehbücher für Fernsehserien verfasst, hat mit dem Schreiben von düsteren Krimis und Thrillern einen Ausgleich zur „Heile Telenovela-Fernsehwelt“ gefunden, wie sie sagt. Nach der Lesung nahm sie sich Zeit für das Signieren ihres neuen Buchs.

Marina Heib und ich

Im Pressezentrum gönnte ich mir im Anschluss einen leckeren Milchreis (eins der Messehighlights in jedem Jahr), bevor der erste Tag auf der Leipziger Buchmesse sich dem Ende neigte.

Pause: Milchreis und Käffchen 

Es war also ein vergleichsweise ruhiger und entspannter erster Messetag. Morgen wird es dann nicht mehr so sein, denn es stehen einige Termine und Treffen, auf die ich mich sehr freue, in meinem Kalender.

* GEWINNSPIEL *

Zapfig von Felicitas Gruber©DIANA Verlag

Auch in diesem Jahr gibt es wieder das bewährte Buchmesse-Gewinnspiel. Bei mir sammelt Ihr keine Treuepunkte, sondern natürlich Buchstaben. Hier sind die ersten Buchstaben des diesjährigen Buchmesse-Gewinnspiels. Unter jedem meiner Messetagebuch-Einträge findet Ihr sie. In der richtigen Reihenfolge ergeben sie zusammengesetzt ein Lösungswort, mit dem Ihr an der Verlosung eines nagelneuen Exemplars des Krimis „Zapfig“ von Felicitas Gruber teilnehmen könnt.

M I O M

Teilnahmebedingungen: 

1. Verlost wird ein Exemplar des Krimis “Zapfig” von Felicitas Gruber, nagelneu und ungelesen. Danke an den DIANA Verlag!

2. Das Gewinnspiel läuft im Zeitraum vom 23. März 2017 bis zum 4. April 2017, 24:00 Uhr. Zum Teilnehmen müssen die Buchstaben unter jedem der Messetagebuch-Einträge in die richtige Reihenfolge gebracht, zum Lösungswort zusammengesetzt und das Gewinnspielformular unter dem Tagebucheintrag von Tag 3 (Samstag) vollständig ausgefüllt und abgeschickt werden. Der/die Gewinner/in wird am 5. April 2017 aus allen fristgerecht eingegangenen Einsendungen mit dem richtigen Lösungswort per Losverfahren ermittelt und dessen/deren Name hier bekanntgegeben. Mit dem Absenden des Teilnahmeformulars erklärt sich der/die Teilnehmer/in damit einverstanden, dass sein/ihr vollständiger Name im Gewinnfall hier veröffentlicht werden darf.

3. Mitmachen kann jede/r mit Hauptwohnsitz in Deutschland, der/die mindestens 18 Jahre alt ist. Mit dem Abschicken des Teilnahmeformulars bestätigt Ihr, dass Ihr volljährig seid.

4. Keine Barauszahlung möglich.

5. Keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postweg verloren geht.

6. Bitte nur 1 x mitmachen! Mehrfachteilnehmer/innen werden disqualifiziert.

7. Ihr müsst zur Teilnahme nicht zwingend meinem Blog oder meiner Facebook-Seite folgen. Ich freue mich aber selbstverständlich immer über neue Follower meines Blogs, meiner Facebook-Seite, meines Twitter– und meines Instagram-Accounts.

8. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

9. Eure Daten werden ausschließlich im Rahmen des Gewinnspiels verwendet und NICHT weitergegeben. Nach erfolgter Auslosung werden die Daten gelöscht.

Viel Glück!

6 Jahre buchstabenfaengerin – 6 ganz besondere Bücher

6 Jahre

Schock­schwe­re­not! Wo ist bloß die Zeit geblieben? Heute feiert mein Blog buchstabenfaengerin seinen 6. Geburtstag. Dabei kommt es mir so vor, als hätte ich erst vorgestern mit der Bloggerei angefangen.

Passend zum 6. Blog-Jahrestag widme ich heute 6 ganz besonderen Büchern aus sämtlichen Dekaden meines Leser-Lebens meine Aufmerksamkeit. Kommt mit mir auf eine kleine literarische Entdeckungsreise! (Klickt für weitere Informationen einfach das jeweilige Buchcover an.)

Ein Buch, bei dem ich geweint habe

Perth© dtv

Zugegeben, mir kommen beim Lesen eines Buchs oder beim Anschauen eines Films wirklich selten die Tränen. (Okay, von „Titanic“ einmal abgesehen, denn das Schicksal von Jack und Rose hat auch nach dem gefühlt hundertsten Kinobesuch meinen Taschentuchverbrauch exorbitant ansteigen lassen.)

Ein Buch, bei dem ich die Tränen allerdings nicht zurückhalten konnte, war „Perth. Aus dem Leben eines Beagles“. 21 Jahre lebt die Beaglehündin in der Familie des Autors Peter Martin – und in dieser Zeit erleben die Martins mit Perth eine Menge!

Die Geschichte ging mir sehr zu Herzen – was freilich daran liegen mag, dass mein Leben seit 14 Jahren von diesen dickköpfigen, aber unendlich zauberhaften Schlappohrträgerinnen bestimmt bereichert wird.

Mein erster Krimi

Tödliche SturmflutFoto: buchstabenfaengerin/Cover: Schneider-Buch

Ein Junge und seine Freunde in einem abgelegenen Haus an der sturmumtosten Nordseeküste … Keine Frage: „Tödliche Sturmflut“ von Rainer Leukel ist schuld daran, dass aus mir eine leidenschaftliche Krimi- und Thrillerleserin geworden ist. Die düstere Atmosphäre dieser spannenden Geschichte für Jugendliche hat mich damals schwer beeindruckt – und tut es bis heute.

Mein absolutes Lieblingsbuch

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© Ullstein Buchverlage

… ist zu meinem eigenen Erstaunen kein Krimi, auch kein Thriller, sondern ein Roman, der zur Wendezeit in einem Bauerndorf spielt: „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“. Das Debüt von Daniela Krien erschien 2011 – also in dem Jahr, in dem auch mein Blog das Licht der Welt erblickte. Aber das ist nicht der Grund, warum mich dieses Buch so fasziniert. Es ist die poetische Erzählweise der Autorin und der Fakt, dass mich diese Geschichte mit Wucht in meine Kindheit zurückkatapultiert hat.

Ein Buch, das mit Volldampf in die Ecke geflogen ist

TrotzkopfFoto: buchstabenfaengerin/Cover: TOSA Verlag

Ich weiß nicht mehr, wie alt ich war, als ich mir tatendurstig die vollständige Ausgabe des „Trotzkopf“ von Emmy von Rhoden und Else Wildhagen vornahm. Meiner Kleinmädchenschrift im Innenteil des Buches nach zu urteilen, die wichtig verkündet >Dieses Buch gehört: Stephanie Neumaier<, höchstens elf Jahre. Eifrig begann ich zu lesen. Doch schon beim neunten Wort gerieten meine Bemühungen ins Stocken. „Ungestüm“, stand dort. Hä? Hatte ich noch nie gehört. Ich las dieses seltsame Wort wieder und wieder, versuchte es mit verschiedenen Betonungen, aber sein Sinn blieb mir verborgen. Schließlich geriet ich so in Rage, dass der „Trotzkopf“ mit seinen über 450 Seiten mit Volldampf in die nächste Ecke flog und bis heute ungelesen im Regal der Dinge harrt. Inzwischen weiß ich übrigens, was „ungestüm“ bedeutet. 🙂

Ein Buch, das mich zur Serientäterin gemacht hat

Die Zahlen der Toten.jpg© S. FISCHER Verlag GmbH

Es gibt so einige Krimi- und Thrillerreihen, die ich begeistert lese. Aber Linda Castillos Bücher um Polizeichefin Kate Burkholder, die in der Welt der Amischen ermittelt, haben seit Anfang an einen besonders hohen Stellenwert bei mir. Wenn ich durch die Verlagsvorschauen stöbere und dabei Neues aus der Burkholder-Reihe entdecke, wird der „Vorbestellen“-Button in Rekordzeit geklickt. Die glühende Verehrung für die Bücher mit Kate Burkholder teile ich übrigens mit meiner Großcousine Antje. In unserer Familie fließt eben reinstes Thriller-Blut. 🙂

Ein Kochbuch fürs Leben

Kochen© Buchverlag für die Frau

Die erste Auflage von „Kochen“ erschien zwei Jahre vor meiner Geburt und war in der DDR ein echter Knaller. Ich besitze die 31. Auflage aus dem Jahr 2008 und schwöre auf dieses Standardwerk, denn es enthält nicht nur eine schier endlose Anzahl der verschiedensten Rezepte. Besonders gefällt mir, dass in diesem Buch keine bloßen „Bastelanleitungen“ à la „… und jetzt köcheln wir das Ganze in exakt vierzehneinhalb Minuten auf Stufe 3“ enthalten sind, sondern der Koch selbst gefordert ist, indem er die Anweisung „kochen, bis es gar ist“ beherzigt. Mein absolutes Highlight: Die Kochklopse mit Kaperns0ße auf Seite 63.


Nun werde ich im Stillen ein wenig feiern, denn turbulent und aufregend wird es in der nächsten Woche: Am kommenden Donnerstag beginnt die Leipziger Buchmesse und ich werde selbstverständlich mit von der Partie sein. Mein Messetagebuch erwartet Euch, es wird viele exklusive Einblicke, Interviews und Eindrücke geben – und natürlich auch wieder das bewährte Gewinnspiel. 🙂

Krimi-Sommer-Special: Deutsche Autoren

Ich packe meinen Koffer …

luggage-1482693_1920© condesign/pixabay

… und ich nehme mit:

Sonnencreme √

Strandtuch 

Sonnenbrille 

Krimi – hm, aber welchen?

Steht Ihr auch vor diesem Problem? Vielleicht kann ich Euch ja bei der kniffligen Entscheidung, welcher Krimi unbedingt ins Urlaubsgepäck muss, helfen. Im Krimi-Sommer-Special: Deutsche Autoren stelle ich Euch fünf Kriminalromane vor, die im Frühjahr 2016 erschienen sind, und die ausschließlich aus der Feder von deutschen Autoren stammen.

Geschichtsträchtiger Eifel-Krimi

„Und am Morgen waren sie tot“

Autor: Linus Geschke

erschienen am: 14.03.2016

erschienen bei: Ullstein Taschenbuch

Seiten: 400

Preis: 9,99 EUR

© Cover: Ullstein Buchverlage

Der Kölner Journalist Jan Römer schreibt für das Nachrichtenmagazin „Die Reporter“ über ungelöste Kriminalfälle. In seinem aktuellen Bericht steht ein Doppelmord im Fokus, der sich 1997 an der deutsch-belgischen Grenze ereignet hat. Damals wurde ein junges Paar in einem Waldstück umgebracht. Ihre beiden Freunde sind bis heute wie vom Erdboden verschluckt … Wird es Jan Römer gelingen, dem Mörder nach so vielen Jahren auf die Spur zu kommen?

In dem 2014 erschienenen Kriminalroman „Die Lichtung“ ermittelte Jan Römer zum ersten Mal. In seinem aktuellen Buch „Und am Morgen waren sie tot“ setzt Autor Linus Geschke den Reporter erneut auf einen ungeklärten Mordfall an. Abgesehen von der Frage, wie glaubhaft es ist, dass ein Journalist auf eigene Faust polizeiliche Ermittlungen anstellt, unterhält dieser Krimi den Leser von der ersten bis zur letzten Seite gut und macht Appetit auf einen Ausflug in die Eifel.

Linus Geschke beschreibt einsame Wälder, kleine Eifel-Dörfer und verborgene Bunkeranlagen anschaulich und bildhaft. Einen interessanten Geschichts-Exkurs gibt’s obendrauf, denn mit Blick auf die Ardennenoffensive gegen Ende des 2. Weltkriegs ist der Schauplatz des Kriminalromans ein Ort von historischer Bedeutung.

Obwohl ich mit dem Hauptakteur Jan Römer nicht wirklich warm geworden bin – er erschien mir zu glatt und zu profillos -, empfehle ich „Und am Morgen waren sie tot“ gern allen Krimi-Fans, denn trotz des schwächelnden Protagonisten erwartet sie hier ein spannender, fundierter und vielschichtiger Kriminalroman mit überraschendem Ausgang …

Gesamtbewertung: ★★★★


Tiefgründiger Psychokrimi für Leser mit Ausdauer

Fremdes Leben von Petra Hammesfahr

„Fremdes Leben“

Autorin: Petra Hammesfahr 

erschienen am: 08.03.2016

erschienen bei: Diana Verlag

Seiten: 496

Preis: 19,99 EUR

© Cover: Diana Verlag

Nach einem Unfall erwacht eine Frau aus dem Koma. Sie weiß nicht, wer sie ist, weiß nichts über ihr Leben. Lediglich Fragmente blitzen in ihren Albträumen auf, doch sie kann die Puzzleteile nicht zu einem Bild vereinen. Sicher ist nur: Sie muss etwas Furchtbares getan haben …

Petra Hammesfahr zählt zu den deutschen Bestseller-Autorinnen und rückt in „Fremdes Leben“ eine Frau in den Mittelpunkt, die verbissen um ihre Erinnerungen kämpft. Zu Anfang wirkt die Geschichte verworren – fast scheint es, als wolle die Schriftstellerin ihre Leser in die Lage der Protagonistin versetzen. Doch Kapitel für Kapitel entwirrt sich die Lage und man beginnt, die Zusammenhänge zu verstehen.

Die Autorin blickt in einzelnen Sequenzen auf die Vergangenheit ihrer Hauptfigur zurück, die zum Teil verstörend sind.

Die Bezeichnung „Psychogramm“, die sich auf dem Buchrücken befindet, ist absolut passend. In „Fremdes Leben“ geht es nicht um Ermittler, die einen Mörder jagen – insofern ist dieses Buch kein klassischer Krimi. Petra Hammesfahr hat vielmehr eine verwobene, tiefgründige Geschichte ersonnen, bei der der Leser keinen bzw. nur wenig Wissensvorsprung erhält. Für ihn lichtet sich das Dunkel ebenso mühsam wie für die Hauptakteurin. Und mühsam ist in diesem Fall wohl das passende Wort, denn ein wenig Puste muss man beim Lesen von „Fremdes Leben“ schon mitbringen. Manchmal hat man als Leser das Gefühl, sich im Kreis zu drehen und nicht vom Fleck zu kommen; die Geschichte gerät ins Stocken. 496 Seiten hätte es nicht zwingend für diesen Roman gebraucht.

Wer klassische Krimis und Crime-Storys mit Tempo mag, wird an „Fremdes Leben“ wenig Vergnügen haben. Leser mit Ausdauer und Vorliebe für psychologische Studien hingegen werden von diesem Buch begeistert sein.

Gesamtbewertung: ★★★


Unblutiger Landkrimi zum Entspannen


„Heidefeuer“

Autorin: Angela L. Forster

erschienen am: 14.03.2016

erschienen bei: Ullstein Taschenbuch

Seiten: 352

Preis: 9,99 EUR

© Cover: Ullstein Buchverlage

Kriminalhauptkommissarin Inka Brandt ist ein echtes Landei. Nachdem ihre Ehe gescheitert ist, kehrt sie ihrer Wahlheimat Lübeck den Rücken und gemeinsam mit Töchterchen Paula zurück nach Undeloh, ein Dörfchen in der Lüneburger Heide. Außer Gestüten, Bauernhöfen und Tälern voller Heidekraut befindet sich dort der „Seerosenhof“, eine Privatklinik für Menschen mit psychischen Problemen. Plötzlich geschehen mehrere Morde – und sie alle scheinen miteinander in Verbindung zu stehen …

Mit Inka Brandt schickt Autorin Angela L. Forster eine neue Ermittlerin ins Rennen, die in der Beschaulichkeit der Lüneburger Heide ermittelt. Und das nicht nur einmalig, denn „Heidefeuer“ ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe. Band 2 mit dem Titel „Heidegift“ steht schon in den Startlöchern und erscheint am 14.10.2016.

„Heidefeuer“ ist ein Kriminalroman, der seiner Kulisse wegen trotz aller Gräueltaten ein heimeliges Gefühl verbreitet. Die Geschichte kommt ohne Blutvergießen aus und konzentriert sich stattdessen auf die Arbeit der Kommissare Inka Brandt und Mark Freese, die schon seit Kindertagen miteinander befreundet sind. Dass Ermittlungen manchmal langwierig sind, erfährt der Leser hier am eigenen  Leib. Manchmal treten nämlich nicht nur Brandt und Freese in puncto Mördersuche auf der Stelle, sondern auch die Geschichte selbst, die streckenweise Geduld vom Leser fordert.

Richtig in Fahrt kommt die Story auf den gut letzten fünfzig Seiten – da legt sie deutlich an Tempo, Witz und Spannung zu.

Kurzum: Eine ruppige Kommissarin in der Hauptrolle eines gut für den Liegestuhl geeigneten Krimis, mit dem man getrost entspannen kann und der sich mit drei U’s (wie Undeloh) beschreiben lässt: unblutig, unterhaltsam, urig.

Gesamtbewertung: ★★★ 


Münster-Krimi mit Thriller-Qualitäten

Denn mir entkommst du nicht

„Denn mir entkommst du nicht“

Autorin: Christine Drews 

erschienen am: 13.05.2016

erschienen bei: Bastei Lübbe

Seiten: 319

Preis: 9,99 EUR

© Cover: Bastei Lübbe

Am Aasee in Münster wird die grauenvoll zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden. Besonders verstörend ist dabei die Tatsache, dass der Unterleib des Opfers regelrecht zerfetzt wurde. Die Identität der Toten ist unklar. Charlotte Schneidmann und ihr Kollege Käfer setzen alles daran, um die fürchterliche Tat schnell aufzuklären …

„Denn mir entkommst du nicht“ ist der vierte Krimi um das Ermittler-Duo Schneidmann und Käfer. Um sofort in die Geschichte einzusteigen, muss man die drei Vorgängerbände allerdings nicht gelesen haben, denn es handelt sich jeweils um abgeschlossene Fälle.

Die in Köln lebende Autorin Christine Drews schont die Nerven ihrer Leser keineswegs, nein, sie malt stattdessen mit ihren Worten in aller Deutlichkeit brutale Bilder. Die Suche nach dem Mörder gestaltet sich durch und durch spannend und der Schluss ist geradezu filmreif – in diesem Krimi stecken echte Thriller-Qualitäten!

Obwohl den Figuren ein wenig mehr Profil gut getan hätte –  gerade die Nebendarsteller wirken austauschbar und selbst Charlotte Schneidmann kommt ein bisschen blass daher -, ist „Denn mir entkommst du nicht“ ein Thriller, der den Leser nicht loslässt und ihn in schier unglaubliche Abgründe blicken lässt.

Gesamtbewertung: ★★★★


Mein Favorit!

5-Sterne-Krimi mit viel Atmosphäre, Spannung und Substanz

Fuchskind

„Fuchskind“

Autorin: Annette Wieners

erschienen am: 17.06.2016

erschienen bei: List Taschenbuch

Seiten: 352

Preis: 9,99 EUR

© Cover: Ullstein Buchverlage

Gesine Cordes ist Friedhofsgärtnerin. Sie traut ihren Augen kaum, als sie an einem kühlen Herbstmorgen unweit eines Gräberfeldes ein ausgesetztes Baby entdeckt. Sofort bringt sie es in ein Krankenhaus. Kurz darauf erfährt sie, dass am selben Morgen an der einsamen Bushaltestelle vor dem Friedhofsgelände die Leiche einer nackten Frau aufgefunden wurde. Stehen die beiden Taten in einem Zusammenhang? Gesine wird zu einer wichtigen Zeugin für die ermittelnde Kommissarin – und darüber hinaus schmerzlich mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert …

Nach „Kaninchenherz“ ist „Fuchskind“ der zweite Kriminalroman von Annette Wieners, bei dem die eigensinnige, aber durch und durch sympathische Gesine Cordes im Mittelpunkt steht. Beide Bände können unabhängig voneinander gelesen werden, denn es handelt sich nicht um eine Fortsetzung, sondern um in sich abgeschlossene Fälle. Die Autorin überrascht mit einem erfrischend anderen Ansatz, indem sie eine Friedhofsgärtnerin in die Ermittlungen einbezieht.

Gesine Cordes, eine Figur mit Tiefgang und Persönlichkeit, hat in ihrer Vergangenheit einen schrecklichen Verlust erlitten. Sie führt ein Notizbuch, in dem sie Giftpflanzen katalogisiert. Diese Eintragungen lockern nicht nur den Roman zwischen einzelnen Kapiteln auf, sondern sind auch sehr interessant und liebevoll illustriert.

Der Krimi „Fuchskind“ besticht durch unglaublich viel Atmosphäre. Man spürt den Nebel über den Gräbern und den Raureif auf den Wiesen fast körperlich.

Annette Wieners verfügt über einen unverwechselbaren Schreibstil, der als angenehm, abgeklärt und ruhig bezeichnet werden darf – und darüber hinaus gelingt es ihr auch noch  mühelos, die Spannung aufrechtzuerhalten.

Sie wagt sich mit ihrem Kriminalroman an ein sensibles Thema, das den Leser auch dann noch beschäftigen wird, wenn er das Buch schon zugeklappt hat.

„Fuchskind“ ist keine seichte Unterhaltung für Zwischendurch, sondern eine ebenso ernste wie packende Geschichte mit psychologischer Finesse und Substanz.

Annette Wieners und Gesine Cordes haben einen neuen Fan! 🙂

Gesamtbewertung: ★★★★★

Meine erste LovelyBox: Das war drin

Boxen – gefüllt mit tollen Sachen – liegen voll im Trend. Drogerieketten und Feinkosthersteller setzen auf den Überraschungseffekt und präsentieren dem geneigten Kunden so ihre Neuheiten. Für ein paar Euro darf man sich dann über Produkte, die ganz frisch auf dem Markt sind, freuen. Doch da gibt es etwas, das Lippenstift, Haarspray und Studentenfutter locker schlägt und jetzt auch in Boxenform erhältlich ist: Unser aller Liebling, das BUCH!

Die beliebte Lesecommunity LovelyBooks hat schon zum dritten Mal die sogenannte LovelyBox unter das lesende Volk gebracht – und das ohne jede Zuzahlung! Jeden Monat zaubern die Münchner Büchermenschen ein neues Motto aus dem Hut und tolle Bücher in die Box. Wenn man sich angemeldet und dann noch die Glücksfee auf seiner Seite hat, gehört man zu den glücklichen Gewinnern einer LovelyBox.

Die erste LovelyBox stand unter dem Motto „New Kids in the box“ und widmete sich Debütautoren. Die darauf folgende „Junge Helden“-Box war gefüllt mit Kinder- und Jugendliteratur, während sich Box Nummer drei mit der Überschrift „Das Gute liegt so nah“ ausschließlich deutschsprachigen Schriftstellern verschrieben hat.

Ich habe bei Box Nummer drei mein Glück versucht und tatsächlich gewonnen. Am vergangenen Samstag überreichte mir die Dame von der Post das herbeigesehnte Paket. Und dann ließ ich mich überraschen und öffnete es …

LovelyBox1

Was da wohl drin ist?

LovelyBox2

Das Innenleben der LovelyBox

LovelyBox3

Ta-daaaa! Diese drei Bücher waren in der LovelyBox #3 enthalten.

Wenn Ihr mehr über die Bücher erfahren möchtet, dann klickt einfach die folgenden Cover an. Die Links führen Euch direkt zur jeweiligen Verlagsseite.

Stephan Reich: „Wenn’s brennt“

Wenns brennt von Stephan Reich

Copyright: DVA Verlag

Wolfgang Popp: „Wüste Welt“

Wüste Welt

Copyright: edition atelier

Andreas Izquierdo: „Romeo & Romy“

Romeo &amp; Romy

Copyright: Suhrkamp Insel

Ihr wollt Euch für die LovelyBox anmelden? Mehr Infos dazu gibt’s mit nur einem Klick auf das LovelyBooks-Logo!

lblogo

Interview mit Zoe Hagen

Sie ist 21 Jahre alt, kommt aus Berlin und hat gerade ihren ersten Roman veröffentlicht: Zoe Hagen. In ihrem Buch „Tage mit Leuchtkäfern“ geht es um Antonia, ein Mädchen, das unter Bulimie leidet und Mitglied im „Club der verhinderten Selbstmörder“ wird.

Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse habe ich mich mit der gut gelaunten Newcomer-Autorin über ihren Roman, Poetry Slam und ihre literarischen Vorlieben unterhalten.

Zoe Hagen (links) und ich

buchstabenfaengerin: Wie lange hat es gedauert, bis die Zusage von den Ullstein Buchverlagen kam, dass Dein Buch veröffentlicht wird?
Zoe Hagen: Das lief über meinen Agenten und ging schnell. Ungefähr einen Monat hat es gedauert.

Spontane Party oder stille Freude: Wie hast Du darauf reagiert?
Erst war ich relativ cool und gelassen, aber dann hab ich mich echt gefreut und sofort alle meine Freunde angerufen. Als ich dann das erste gedruckte Exemplar in den Händen hielt, war es einfach unglaublich.

Diesen Moment hast Du ja in einem Video festgehalten.
Ja, richtig. Der Verlag hat sich so große Mühe mit dem Verpacken gegeben. Es hat echt lange gedauert, bis ich das Buch endlich ausgepackt hatte.

Das Unpacking-Video


© Zoe Hagen – Facebook

Ganz ehrlich: Wie viel von Deiner Hauptfigur Antonia steckt in Dir?
Ziemlich viel, obwohl ich dazu sagen muss, dass alle Figuren im Buch einen wesentlichen Bezug zu mir haben.

Deinen Roman hast Du in Tagebuchform geschrieben. Obwohl Antonia nicht an Gott glaubt, beginnt sie ihre Einträge immer mit „Lieber Gott, …“. Woran glaubst Du?
Ich nicht religiös, aber trotzdem auf irgendeine Art und Weise gläubig. Zum Beispiel habe ich wahnsinnige Flugangst. Vor jedem Flug bete ich, dass alles gut geht und ich sicher lande.

Antonia findet mit Fred, Amira, Fabien, Noah und Lynn echte Freunde. Sie sind ihre Leuchtkäfer – ein sehr schönes Bild, wie ich finde. Gibt es auch in Deinem Leben solche Leuchtkäfer?
Oh ja, die gibt es auf jeden Fall. Ich habe wirklich tolle Freunde. Als die stärksten Leuchtkäfer würde ich meine Eltern bezeichnen.

Welche von Deinen Romanfiguren ist Dir besonders ans Herz gewachsen?
Ich mag sie alle. Allerdings hab ich Fred besonders gern.

Für welche Altersgruppe ist Dein Roman gedacht?
Das Buch ist für Leser sämtlicher Altersgruppen ab 14 Jahren geeignet. Es ist aber kein klassischer Jugendroman. Ich habe beispielsweise schon einige Reaktionen von älteren Menschen erhalten, die das Buch gelesen haben und sich dadurch an ihre eigene Jugendzeit erinnert fühlten.

Du bist nicht nur Autorin, sondern auch Poetry Slammerin. 2014 bist Du sogar Deutsche U20-Vizemeisterin im Poetry Slam geworden. Wie bist Du dazu gekommen und was machst Du lieber – schreiben oder slammen?
Zum Poetry Slam bin ich gekommen, weil meine Mutter mich mal zu einem mitgenommen hat. Später war mir dann eines Tages langweilig und ich habe mich in Berlin bei einem Slam-Workshop angemeldet. Auf die Frage, was ich lieber mache, kann ich ganz klar sagen: Schreiben! Es war auch zuerst da.

Hast Du schon ein neues Buch-Manuskript in der Schublade?
Ja, ich schreibe gerade daran.

Liest Du selbst viel? Und wenn ja: Was?
Ich bin kein Vielleser und würde mein Leseverhalten als normal bezeichnen. Auf ein bestimmtes Genre bin ich dabei nicht festgelegt. Ich lese alles mögliche – bis auf historische Romane und Krimis. Da bin ich eine echte Pussy. (lacht) Wenn ich einen Krimi lesen würde, würde ich mich nicht mehr auf die Straße trauen, weil ich furchtbare Angst davor hätte, ermordet zu werden.

Das Buch
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