Veröffentlicht in Meine Vorablesen.de-Rezensionen

Frisch rezensiert: „Böses Kind“ von Martin Krist

Knallhart und kompromisslos: Ein typischer Krist

Meine Bewertung: ★★★★

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© R&K

In Berlin-Spandau wird die vierzehnjährige Jacqueline vermisst. Ihre Mutter, alleinerziehend mit drei Kindern, vermutet, dass sie sich mit zwielichtigen Gestalten herumtreibt. Als man Jacquelines Rucksack bei einer eingemauerten und gekreuzigten männlichen Leiche findet, wird Kommissar Henry Frei von der Mordkommission auf den Vermisstenfall aufmerksam. Für ihn und sein Team liegt ein Zusammenhang zwischen dem Verschwinden des Mädchens und des brutalen Tötungsdelikts auf der Hand. Fieberhaft versuchen sie, die einzelnen Puzzleteile zusammenzubringen. Doch es bleibt nicht bei einer Leiche …

„Martin Krist ist der wirklich böse Bube unter den deutschen Krimischreibern.“

(Claudia Keikus, Berliner Kurier)

Diesem Image, das sich der in Berlin lebende Autor mit nervenzerreißenden Büchern wie „Die Mädchenwiese“ und „Drecksspiel“ mühelos erarbeitet hat, bleibt er mit seinem neuem Thriller „Böses Kind“ treu. Man sollte schon hart verpackt sein, wenn man sich Martin Krists Geschichten vornimmt. An markerschütternder Brutalität und grausigen Details mangelt es in „Böses Kind“ nämlich nicht. Martin Krists Devise scheint zu lauten: Keine Kompromisse!

Bonjour Tristesse

Eine weitere Besonderheit, mit der sich Martin Krist in seinen Büchern beschäftigt, ist der Handlungsort: Die sozialen Brennpunkte Berlins bilden die Kulisse für seine Spannungsromane. Diesmal spielt sich die Story hauptsächlich in Berlin-Spandau mit seinen Plattenbauten ab – ein tristes Grau in Grau, in dem sich Perspektivlosigkeit und Mittellosigkeit die Hand geben. Glanzvolle Touristenattraktionen kommen bei Martin Krist nicht vor. Sein Fokus liegt auf den Menschen, die sich mit allerhand Problemen herumschlagen. Am Beispiel der jungen Mutter Suse, die ihre drei Kinder allein großzieht und keinen Cent Unterhalt von deren Vater sieht, illustriert Martin Krist die Notlagen der meisten Menschen in diesem Bezirk Berlins: Überforderung, Geldnot, familiäre Spannungen und Zukunftsängste machen Suse zu schaffen. Mit einem Teilzeitjob in einer Drogerie hält sie ihre Familie gerade so über Wasser. Aber selbst der gerät in Gefahr, weil Suse all ihre Kraft und ihre Zeit in die Suche nach ihrer Tochter investiert.

Alte Bekannte

Mit „Böses Kind“ schickt Martin Krist ein neues Ermittlerteam ins Rennen. Es besteht aus Kriminalkommissar Henry Frei, seiner Kollegin Louisa Albers und dem jungen Vietnamesen Phan Cha Lee, der der Einfachheit halber von allen Charlie genannt wird. Interessant sind sie, die Figuren, die Martin Krist für seine neue Thriller-Reihe geschaffen hat: Frei hat mit einem ausgewachsenen Ordnungszwang zu kämpfen, der ihn stets und ständig dazu antreibt, alle Dinge um sich herum auf Linie zu bringen. Louisa Albers ist die dauermüde Mutter eines Kleinkinds, während Charlie sich ungestüm und strebsam in die Arbeit der Mordkommission einbringt. Wer Martin Krists bisherige Bücher kennt, kann sich darüber hinaus auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen: In den Nebenrollen agieren Frau Dr. Bodde von der Kriminaltechnik, der aufdringliche Journalist Hardy Sackowitz und der Rechtsmediziner Dr. Wittpfuhl, die bereits Auftritte in Martin Krists Reihe um den Ermittler Paul Kalkbrenner hatten. Ein durchaus bemerkenswerter Schachzug des Autors.

„Böses Kind“ hat vor allem Tempo und Abwechslung zu bieten, denn Frei und sein Team ermitteln zeitgleich noch in einem anderen Mordfall. Außerdem wechselt Martin Krist kapitelweise die Erzählperspektive ab – ein Umstand, der ebenfalls für Kurzweil sorgt. Mal schildert er die Dinge aus der Sicht von Kommissar Frei, dann aus Suses Blickwinkel und streut zusätzlich kurze Passagen aus der Perspektive einer Frau ein, die in einem dunklen Raum gefangen gehalten wird.

Es ist also eine Menge los in „Böses Kind“, aber Martin Krist sorgt routiniert dafür, dass dem Leser der rote Faden nicht entgleitet.

Offene Fragen

Allerdings muss der Leser damit leben, dass am Schluss viele Fragen offen bleiben. Für meinen Geschmack waren das leider zu viele.  Mit einem Cliffhanger par excellence weckt Martin Krist die Lust auf den zweiten Band aus der Reihe um Kommissar Frei. Es bleibt zu hoffen, dass dieser ein paar Antworten auf die Fragen liefert, die sich der Leser nach der Lektüre von „Böses Kind“ stellt.

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Martin Krist
© Bianca Krause, Fotosinfonie

„Böses Kind“ ist am 20. November 2017 bei R&K erschienen.

Interessante Links

Zur Homepage des Autors: Martin Krist

Zur Facebook-Seite des Verlags: R&K

Zum Buch bei vorablesen.de: „Böses Kind“

 

 

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Frisch rezensiert: „Märchenwald“ von Martin Krist

Ein Fest für Thriller-Fans!

Meine Bewertung: ★★★★★

© Ullstein Buchverlage

Ein kleiner Junge und ein kleines Mädchen machen sich ganz allein auf den Weg zu ihrem Opa. Das war die Anweisung ihrer Mutter gewesen, nachdem sie die Kinder in den Wandschrank gesperrt hatte – und bevor sie spurlos verschwand. Wie einst Hänsel und Gretel irren die Geschwister Max und Ellie durch das kalte Berlin, das in ihrer Vorstellung vieles mit dem Märchenwald gemeinsam hat. Zeitgleich wacht eine Frau ohne jede Erinnerung in einer dunklen Seitengasse abseits des Großstadttrubels auf. Und dann gibt es da noch zwei mysteriöse Todesfälle, in denen Paul Kalkbrenner und seine Kollegin Sera Muth ermitteln. Einer davon führt sie in tiefste menschliche Abgründe …

Wer einen Thriller von Martin Krist liest, darf unter keinen Umständen davon ausgehen, dass die Nerven dabei pfleglich behandelt werden. Für sein aktuelles Buch „Märchenwald“, Band Nummer fünf aus der Reihe um Paul Kalkbrenner (ja, er heißt wirklich so!), gilt das wieder einmal in besonderem Maße: Hochspannung bis zum Schluss, grausige bis ekelhafte Details, unerwartete Wendungen und allerhand dunkle Gestalten mit finsteren Absichten nehmen den Leser gefangen.

„Märchenwald“ ist eines dieser Bücher, die man einfach nicht weglegen kann – und selbst wenn man das gezwungenermaßen tun muss, schreit es unaufhaltsam: „Lies mich schnell weiter!“.

Für Leser, die die Paul Kalkbrenner-Serie noch nicht kennen, ist es überhaupt kein Problem, die Reihe mit dem aktuellen Buch zu beginnen, denn die Fälle sind in sich abgeschlossen.

Mit seiner Wahlheimat Berlin scheint Martin Krist eine Art Hassliebe zu verbinden. Denn in „Märchenwald“ ist die deutsche Metropole weder hip noch schick. Der Autor richtet den Fokus auf die glanzlose Seite der Stadt, auf Problemkieze, Gewalt, Armut und Obdachlose. Damit schafft er das perfekte Setting für seine 416-seitige Story.

Typisch für Martin Krists Thriller sind die verschiedenen Handlungsstränge, die auf den ersten Blick überhaupt nicht zueinander zu passen scheinen. Doch auch in „Märchenwald“ gelingt es ihm wieder ebenso mühelos wie meisterhaft, die einzelnen Fäden zu einem großen Ganzen zu verweben. Die unterschiedlichen Szenarien und die kurzen Kapitel (insgesamt 96 plus Pro- und Epilog) sorgen für jede Menge Abwechslung und Tempo.

Martin Krists aktueller Thriller liefert den eindeutigen Beweis dafür, dass man Spannungsliteratur made in Germany im Buchregal keineswegs nur unter „F“ findet. „K“ wie Krist ist für mich persönlich ganz klar die bessere Wahl.

→ Interessante Links

Zum Buch auf der Verlagshomepage: „Märchenwald“

Zur Homepage des Autors: Martin Krist

Video: Martin Krist liest aus „Märchenwald“

Veröffentlicht in Liebling der Woche

♥ Liebling der Woche ♥

Mit seinem Thriller „Die Mädchenwiese“ hat Martin Krist im Sommer 2012 für Gänsehaut gesorgt. Sein Werk „Wut“, das am 10. Juni 2013 bei Ullstein eBooks erscheint, ist der aktuelle Liebling der Woche. Es ist der Auftakt einer (bislang) dreiteiligen Serie um den Berliner Ermittler Paul Kalkbrenner.

Worum geht’s?

Ein perverser Serienmörder wütet in den Katakomben von Berlin

Kommissar Paul Kalkbrenner hat die Schnauze voll. Von der Berliner Sommerhitze und von Idioten, die nicht gestehen wollen und ihn so daran hindern, auch nur einmal pünktlich zu einer Verabredung mit seiner Tochter Jessy zu kommen. Was die Laune seiner Noch-Ehefrau Ellen nicht verbessert. Als in der U-Bahn-Station Potsdamer Platz die übel zugerichteten Leichen einer Prostituierten und ihres Zuhälters gefunden werden, glaubt Kalkbrenner an einen Mord im Milieu. Wenig später taucht ein toter Bauarbeiter auf, und der Fall scheint klar: Ein Zeuge wurde beseitigt. Erst ein weiterer U-Bahn-Mord zeigt, dass ein perverser Serienmörder umgeht. Ausgerechnet jetzt, da alle Welt wegen eines Umweltgipfels auf Berlin schaut. Mit Hilfe des jungen Leif, der bei Obdachlosen Sozialdienst leistet, kommt Kalkbrenner einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur, das in den Tunneln und Bunkern unter der Stadt verborgen ist …

Mit exklusivem Zusatzmaterial über die Katakomben und Bunker Berlins!

 

Wut

(Kurzbeschreibung: http://www.amazon.de, Foto: www.martin-krist.de)

Klickt auf das Bild, um direkt zum Buch auf www.amazon.de zu gelangen.

Ein ♥ für den spannungsgeladenen Schreibstil von Martin Krist!