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Frisch rezensiert: „Fuckin Sushi“ von Marc Degens

Weltfrieden und Dosenbier: Originelle Geschichte über eine aufstrebende Band

Meine Bewertung: ★★★★★

„Das Bonner Nachtleben […] findet am Hauptbahnhof an Gleis 1 statt. Von da fahren die Züge nach Köln.“ („Fuckin Sushi“, Seite 2:67) Eine Liebeserklärung an die ehemalige Bundeshauptstadt klingt anders. Dennoch spiegelt diese Aussage ziemlich genau das wieder, was Niels Dannenfeld – gemeinsam mit seinen Eltern frisch aus dem Ruhrpott an den Rhein gezogen – von seiner neuen Heimat hält: Nämlich nicht übermäßig viel. Bewegung in sein tristes Schülerdasein kommt erst, als er gemeinsam mit seinem Kumpel René eine Band gründet. Später stoßen Lloyd und Nino dazu. Als Fuckin Sushi gelangt das Quartett via Youtube zu Ruhm. Doch der hat bekanntlich auch seine Schattenseiten, wie Niels schließlich feststellen muss.

„Coming of Age“ sagt man heutzutage zu Büchern wie „Fuckin Sushi“, in denen es um das Erwachsenwerden geht. Ich persönlich bezeichne diesen Roman lieber als eine wunderbar-witzige Geschichte über die unbeschwerte Zeit, bevor der Ernst des Lebens an die Tür klopft und in der man noch hochfliegende Träume hat. Niels, der Erzähler im Buch, lebt seinen Traum an der Bassgitarre aus. Es sind herrlich verrückte Tage und Nächte, die Niels mit seinen Freunden erlebt – und der Leser ist hautnah dabei. Autor Marc Degens hat für die Band einen ganz besonderen Proberaum ausgewählt: Einen leerstehenden Turm mit Flachdach in einem stillgelegten Industriegebiet. Dieser atmosphärische Ort wird zum Sinnbild für Freiheit und Unbeschwertheit, wenn die Band an lauen Sommerabenden hoch oben ihr geschätztes Dosenbier trinkt, sich dabei die Lichter der Stadt besieht oder man – wie Niels – sein erstes Mal an einem so exotischen Punkt verlebt.

Beim Lesen dieses Buches habe ich sehr oft lauthals gelacht. Anlässe dafür bietet „Fuckin Sushi“ zur Genüge: Brüllend komische Situationen, beispielsweise beim Konzertdebüt von Niels und René in Bad Münstereifel, spritzige Dialoge und natürlich die unverwechselbaren Charaktere der Geschichte, die allesamt echte Typen sind.

Genauso gut wie die humorvollen Szenen gelingen Marc Degens die ernsten Töne, die „Fuckin Sushi“ ebenfalls enthält. Langweilig wird es in keinem der 52 Kapitel. Im Gegenteil: In nur zwei Tagen hatte ich die insgesamt 320 Seiten regelrecht inhaliert. Das ist bei dem locker-fluffigen Schreibstil des Autors und der fantastischen Story allerdings auch nicht verwunderlich.

Eine kleine Besonderheit hat mir außerdem ein Schmunzeln entlockt: Die Seitenzahlen sind wie Zeitangaben auf einer Musik-CD gestaltet – Seite 267 wird zu 2:67.

„Fuckin Sushi“ ist ein Roman mit einer unglaublich positiven Ausstrahlung – unverzichtbar für Träumer, Musikfans und alle, die sich gern gute Geschichten erzählen lassen.

Fuckin Sushi© DuMont Buchverlag

→ Der Autor auf der Leipziger Buchmesse

Marc Degens liest am 12. März 2015 um 20:00 Uhr im Rahmen der Langen Leipziger Lesenacht aus „Fuckin Sushi“. Außerdem wird er am Donnerstag (12.03.2015) und am Freitag (13.03.2015) am Stand des DuMont-Buchverlags (Halle 5, E100) anzutreffen sein.

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Zum Buch auf Amazon.de: „Fuckin Sushi“

Zum Buch auf der Homepage des DuMont-Verlags: „Fuckin Sushi“

Zur Homepage des Autors: Marc Degens

Zur Facebook-Seite des Autors: Marc Degens

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Frisch rezensiert: „Wir wollten nichts. Wir wollten alles.“ von Sanne Munk Jensen und Glenn Ringtved

Jugendbuch mit ungeheurer Wucht

Meine Bewertung: ★★★★

Louise lebt mit ihren Eltern nahe der Stadt Aalborg in Dänemark. Sie empfindet ihr Leben als trist – bis sie Liam kennenlernt und sich die beiden ineinander verlieben. Sie sind Seelenverwandte. Die ganz große Liebe, ein junges Paar, das davon träumt, frei zu sein. Eine Zeit lang sind sie glücklich, feiern Partys, nehmen Drogen und haben keine Geldsorgen. Doch dann dreht sich der Wind. In der Verzweiflung, die über Liam und Louise hereinbricht, bleibt ihnen nur ein Ausweg: Sie nehmen sich gemeinsam das Leben. Mit Handschellen aneinandergekettet springen sie in die Fluten des Limfjords. Eine Liebe bis über den Tod hinaus…

Das Jugendbuch „Wir wollten nichts. Wir wollten alles.“ von den dänischen Autoren Sanne Munk Jensen und Glenn Ringtved ist nicht leicht zu verdauen. Es erzählt von einem Mädchen, das scheinbar erst zu leben beginnt, als sie ihrer großen Liebe Liam begegnet, ohne den ihr Dasein sinnlos wäre. Dass Liam aus einer der unteren sozialen Schichten kommt, stört Louise zu keiner Zeit. Doch diese Verschiedenheit, auch was die Charaktere der beiden betrifft, verleiht dem Buch eine besondere Würze.

Die Geschichte wird von Louise erzählt – nach ihrem Tod. Ein ebenso außergewöhnlicher wie faszinierender Stil!

Louise, zweifellos eine interessante Protagonistin, wirkt bis zum Schluss allerdings zu distanziert. Liam hingegen zeichnet sich als echter Sympathieträger aus.

„Wir wollten nichts. Wir wollten alles.“ ist ein stilles Buch, das jedoch eine ungeheure Wucht besitzt. Es erzählt nicht nur die tragische Geschichte über den Suizid eines jungen Paares, das zuviel wollte, sondern zeigt auch eingehend die Leere und die Veränderungen nach dem Selbstmord von Liam und Louise in deren Familien auf. Nichts ist mehr wie zuvor – und jeder der Hinterbliebenen trauert auf  seine Weise.

Das empfohlene Lesealter liegt bei 16 bis 17 Jahren. Völlig angemessen, wie ich finde, denn die Themen Suizid und Drogen sowie die Sexszenen sind für jüngeres Publikum ungeeignet.

„Wir wollten nichts. Wir wollten alles.“ ist ein wirklich starkes Buch, das nicht nur für Jugendliche gemacht ist, sondern auch Erwachsene gleichermaßen berühren wird. Eine absolute Empfehlung für Leser, die intensive Geschichten ohne Kitsch mögen.

Wir wollten nichts. Wir wollten alles.© Verlag Friedrich Oetinger GmbH

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Zum Buch auf Amazon.de: „Wir wollten nichts. Wir wollten alles.“

Zum Buch auf der Homepage des Oetinger-Verlags: „Wir wollten nichts. Wir wollten alles.“

Zum Buch-Trailer, der wirklich phänomenal ist: „Wir wollten nichts. Wir wollten alles.“

Übrigens: Glenn Ringtved wird in diesem Jahr zu Gast auf der Leipziger Buchmesse sein und aus „Wir wollten nichts. Wir wollten alles.“ lesen. Natürlich lasse ich mir das nicht entgehen und hoffe darauf, dass er mein Buch signiert.

Hier sind die Lesungstermine und -orte:

  • 12. März 2015 | 16:30 – 17:00 Uhr
    Lese-Treff Halle 2, Stand G401
  • 13. März 2015 | 11:30 Uhr
    Theater der Jungen Welt, Lindenauer Markt 21, 04177 Leipzig
  • 13. März 2015 | 14:30 – 15:00 Uhr
    Nordisches Forum Halle 4, Stand D300
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Frisch rezensiert: „Ich will es doch auch!“ von Ellen Berg

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Wo die Liebe hinfällt

Sterne: 4 von 5

Spätes Mädchen, alte Jungfer – es gibt bei weitem schmeichelhaftere Begriffe für eine Frau um die 40. Trotzdem treffen sie haargenau auf Dr. Charlotte Meininger zu. Die Enddreißigerin, die sich als angesehene Kardiologin notgedrungen in erlesener Gesellschaft bewegt, ist nämlich ohne Mann. Das macht insbesondere ihren Eltern zu schaffen, die nicht davor zurückschrecken, dem Schicksal auf die Sprünge zu helfen und den vermeintlich Richtigen für ihre einzige Tochter auszusuchen. Doch dann kommt alles ganz anders: Charlotte verliebt sich ausgerechnet in einen Klempner! Uwe nimmt sie, wie sie ist: Zwanghaft, neurotisch, spleenig und ein bisschen zu dick. Für Charlotte, die ihr Leben generalstabsmäßig durchplant und alles dem rechten Winkel unterwirft, beginnt eine aufregende und turbulente Zeit. Einzig die erlauchte Gesellschaft rümpft angesichts ihrer Partnerwahl die Nase. Und Charlotte muss sich entscheiden: Liebe oder gesellschaftliche Akzeptanz?

Ellen Berg: Dieser Name steht für temporeiche, witzige Romane und skurrile Figuren. Davon weicht die erfolgreiche Autorin auch in ihrem neuen Buch „Ich will es doch auch! – (K)ein Beziehungsroman“ nicht ab. Dr. Charlotte Meininger ist eine Protagonistin zum Niederknien: Von der ersten Begegnung an MUSS man sie einfach lieben. Auch alle anderen Personen sind herrlich überspitzt und äußerst charismatisch dargestellt. Für ihre Hauptfigur hält Ellen Berg jede Menge große und kleine Abenteuer bereit – Langeweile Fehlanzeige! Mit lockerem Zungenschlag erzählt die Autorin eine Geschichte über Liebe, Torschlusspanik und Freundschaft – und darüber, dass es im Leben oftmals ganz anders kommt, als man denkt. Doch bei allem Witz hält der Roman auch ernste, bewegende Szenen bereit, denn Charlotte berührt das Schicksal zweier ihrer todkranken Patientinnen sehr. Die Liebe zu Klempner Uwe, die für Charlotte nicht weniger ist als ein gewaltiger Befreiungsschlag aus einem einsamen Leben auf dem Reißbrett, zeigt ihr und den Lesern, wie schön die kleinen Freuden des Lebens sind – sei es ein Tanz im Regen oder ein Strauß selbst gepflückter Wiesenblumen.

Der schlagfertige Uwe hat übrigens eine Schwäche für T-Shirts mit frechen Sprüchen. Lesern, die insbesondere in sozialen Netzwerken unterwegs sind, dürften diese aber allesamt schon bekannt sein und deshalb nur noch für ein müdes Lächeln sorgen: Bei Facebook und Co. schwirren täglich Bildchen mit Aussagen wie „Bier kalt stellen ist auch irgendwie kochen“ herum. Punktabzug gibt es außerdem für eine recht unglaubwürdige Szene, in der Charlotte – aufs Fieseste hintergangen und eigentlich tief enttäuscht von ihrer sogenannten besten Freundin Antonia – sich urplötzlich mit dieser versöhnen will.

Dennoch ist „Ich will es doch auch!“ unterm Strich ein wirklich empfehlenswerter Lesespaß, der – neben irrwitzigen Begebenheiten und verrückten Charakteren – eine wirklich wichtige Botschaft in sich birgt.

Ich will es doch auch!© Aufbau Verlag GmbH & Co. KG

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: „Ich will es doch auch! – (K)ein Beziehungs-Roman“

Zur Facebook-Seite der Autorin: Ellen Berg

Zur Homepage des Verlags: Aufbau Verlag

Zum Buch bei vorablesen.de: „Ich will es doch auch! – (K)ein Beziehungs-Roman“

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Rasant, witzig, frech: Ein typischer Ellen Berg-Roman!

Bei vorablesen.de wurde diese Woche Ellen Bergs neues Werk „Ich will es doch auch! – (K)ein Beziehungsroman“ vorgestellt, das am 7. November 2014 im Aufbau Verlag erscheint. Ich bekenne mich zu meiner Schwäche für die humorvollen Bücher der Autorin und empfehle gegen den laut Wetterbericht spätestens ab kommenden Mittwoch einsetzenden Herbstblues dringend die Leseprobe. Hier ist meine Meinung dazu:

Rasant, witzig, frech: Ein typischer Ellen Berg-Roman!

Sterne: 5 von 5

Defizitäres Sozialverhalten, Übergewicht, eine zwanghafte Persönlichkeit und noch dazu chronische Unbemanntheit: Das sind die nüchternen Fakten, denen Doktor Charlotte Meininger ins Gesicht sehen muss. Doch wer meint, die 39-jährige Kardiologin sei ein nicht gesellschaftsfähiger Freak, liegt falsch. Die Hauptperson in Ellen Bergs neuem Roman „Ich will es doch auch!“ schafft es bereits in der 37-seitigen Leseprobe ohne Mühe, dem schmökernden Publikum ans Herz zu wachsen – gerade wegen ihrer Besonderheiten. Die Suche nach dem Mann fürs Leben hat sie allerdings so gut wie aufgegeben. Schließlich fällt ein attraktiver, vermögender, liebevoller und gut betuchter Akademiker nicht einfach vom Himmel. Wegen ihrer völlig überzogenen Ansprüche an Mister Right wird Charlotte schließlich zum „Downdating“ geraten. „Häääh, Downdating?“ dachte ich bei mir. „Nie gehört!“ Und tatsächlich kann man in „Ich will es doch auch!“ noch etwas lernen: Downdating bedeutet, dass sich Menschen aus gehobenen Gesellschaftsschichten mit Leuten, die aus kleineren Verhältnissen stammen, verabreden. Das behagt Frau Doktor zunächst gar nicht. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…

„Ich will es doch auch! – (K)ein Beziehungsroman“ ist unverkennbar ein typisches Ellen Berg-Buch: Rasant, witzig, frech und mit einzigartigen Charakteren bestückt. Die Leseprobe verspricht einen weiteren sehr humorvollen Roman aus der Feder der Autorin, den man sicherlich in Nullkommanichts gelesen hat. Denn Langeweile und Ellen Bergs Bücher – das passt einfach nicht zusammen. Schon die ersten 37 Seiten garantieren mit irrwitzigen Situationen und temporeichen Dialogen beste Unterhaltung.

Ich will es doch auch!© Aufbau Verlag

⇒ Leseprobe bei vorablesen.de

⇒ Mein Leseeindruck auf vorablesen.de

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Frisch rezensiert: „If you leave – Niemals getrennt“ von Courtney Cole

Liebe, Sex und Emotionen in Angel Bay, die Zweite

Sterne: 3 von 5

Madison Hill führt das Restaurant ihrer verstorbenen Eltern im beschaulichen Angel Bay weiter, wohnt in deren Haus – in dem es immer noch genauso aussieht wie an jenem schrecklichen Tag, als sie bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen – und kümmert sich um ihre jüngere Schwester Mila. All die Verantwortung, die auf Madisons Schultern lastet, erlaubt es ihr kaum, Spaß zu haben geschweige denn eine Beziehung zu führen. Dann tritt ein hinreißender Kerl in ihr Leben: Gabriel Vincent. Doch der Abend des Kennenlernens endet in einem Desaster. Ist der Typ ein Psychopath? Welches dunkle Geheimnis verbirgt Gabriel, der Madison trotz seines beängstigenden Verhaltens magisch anzieht?

Mit „If you leave – Niemals getrennt“ erschien vor gut drei Monaten der zweite Band aus der Young-Adult-Reihe um die beiden Schwestern Mila und Madison Hill. Während sich in in „If you stay – Füreinander bestimmt“ alles um Mila drehte, steht im Nachfolgeband ihre große Schwester Madison im Mittelpunkt der Ereignisse. Parallelen zwischen den Büchern lassen sich nicht von der Hand weisen – geht es doch in beiden um die wahrhaftige Liebe, komplizierte Beziehungen und Menschen, denen vom Schicksal übel mitgespielt wurde. Doch während Mila mir im ersten Buch als echter Sonnenschein ans Herz gewachsen ist, kommt Madison sehr unterkühlt daher. Große Sympathie konnte ich ihr nicht entgegenbringen, doch Autorin Courtney Cole scheint den reservierten Charakter Madisons ganz bewusst geformt zu haben, damit die Last, die jahrelang auf ihr – der Älteren – lag, deutlich wird. Umso mehr habe ich mich über das „Wiedersehen“ mit Mila gefreut.

Die Geschichte benötigt eine gewisse Anlaufzeit, bis sie in Fahrt kommt. Mit unvorhersehbaren Schicksalsschlägen und traumatischen Ereignissen hält Courtney Cole die Story dann aber konstant spannend. Ungewöhnlich viel Zeit lässt sich die Autorin diesmal mit den Sexszenen, die dafür gewohnt detailreich dargestellt werden und durch Leidenschaft und Niveau glänzen. Kurze Sätze und ein knackiger Schreibstil führen zu leichter Lesbarkeit. Jedoch kommen unzählige „Verdammt“s im Sprachgebrauch der handelnden Figuren vor – zu gewollt amerikanisch für meine Begriffe. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Alles in allem ist „If you leave – Niemals getrennt“ ein vielseitiger Roman, der vor ernsten Themen wie Tod und Krieg nicht Halt macht. Mitunter rutscht die Autorin allerdings ins Kitschige ab, was – bei allen Emotionen – teilweise einfach zuviel des Guten ist. Obwohl „If you leave – Niemals getrennt“ eine lesenswerte erotische Liebesgeschichte mit vielen Wendungen ist, reicht sie leider nicht an den ersten Teil heran.

If you leave - Niemals getrennt© Verlagsgruppe Droemer Knaur

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: „If you leave – Niemals getrennt“

Zur Homepage der Autorin (englischsprachig): Courtney Cole

Zur Homepage des Verlags: Droemer Knaur

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Frisch rezensiert: „Schattenzwilling“ von Katrin Bongard

⇒ NEUERSCHEINUNG

Wem kannst Du wirklich trauen?

Sterne: 4 von 5

Die 16-jährige Teresa ist mit ihren Eltern auf’s Land gezogen. Kurz vor Beginn der Sommerferien erwartet die Familie Besuch aus Köln: Matthias, ein Kumpel aus Studientagen von Teresas Vater und seine beiden Söhne, die Zwillinge Kai und Adrian, werden für zwei Wochen mit auf dem beschaulichen Bauernhof leben. Doch die frisch verliebte Teresa sieht dem Ganzen mit gemischten Gefühlen entgegen: Vor zwei Jahren war sie in Adrian verknallt. Heute sitzt er nach einem schweren Unfall im Rollstuhl und hat sich seitdem komplett verändert. Eine dunkle Ahnung überkommt Teresa. Schon bald gerät sie in einen Strudel von Gefühlen, Verwechslungen, Täuschungen – und schließlich sogar in Lebensgefahr!

„Schattenzwilling“ von Katrin Bongard ist ein Jugendthriller, der speziell auf die Altersgruppe von 14- bis 17-jährigen Teenagern zugeschnitten ist. Der Anfang kommt recht behäbig daher und lässt von einem Thriller noch nicht viel erahnen. Die Autorin lässt sich Zeit und stellt ihre Protagonisten zunächst einmal ausführlich vor. Liebe, Sex, das erste Mal und jede Menge Gefühlschaos sind die zentralen – und für ein Jugendbuch auch sehr wichtigen – Themen. Erst nach und nach baut sich die Spannung auf. Nicht nur Teresa wird in die Irre geführt, sondern auch der Leser. Denn der ist bis zum Schluss genauso ratlos, wer welches böse Spiel mit wem treibt.

Katrin Bongard schreibt mit einfachen, klaren Worten und spart sich Schachtelsätze und Wortungeheuer. Somit lässt sich „Schattenzwilling“ flüssig lesen – und Langeweile kommt in den drei Teilen, in die das Buch untergliedert ist, darüber hinaus auch nicht auf.

Einzig Teresa bleibt – trotz aller Bemühungen der Autorin, ihre Hauptfigur sehr umfangreich darzustellen – ziemlich farblos und unterkühlt. Dafür ist es Katrin Bongard allerdings hervorragend gelungen, die Bauernhof-Atmosphäre in der sommerlichen Hitze einzufangen.

Insgesamt ist „Schattenzwilling“ ein kurzweiliger Jugendthriller, der ohne literweise Blut auskommt. Die Spannung entwickelt sich heimlich, still und leise auf psychologischer Ebene. Auch wenn die Hauptakteurin unnahbar daherkommt, empfehle ich dieses Buch guten Gewissens – ganz besonders natürlich an lesebegeisterte Teens – weiter.

Schattenzwilling© Oetinger Taschenbuch

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Zum Buch auf Amazon.de: „Schattenzwilling“

Zur Homepage der Autorin: Katrin Bongard

Zur Homepage des Verlags: Oetinger

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Frisch rezensiert: „Alles Liebe, deine Lise“ von Brigitte van Aken mit SPONTANVERLOSUNG

⇒ NEUERSCHEINUNG

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Indie-Freunde,

heute möchte ich Euch eine der Herbst-Neuerscheinungen aus dem Münchner Indie-Verlag mixtvision vorstellen: „Alles Liebe, deine Lise“ von Brigitte van Aken. Das Jugendbuch ist gestern, am 21. August 2014, auf den Markt gekommen. Hier erfahrt Ihr, wie es mir gefallen hat. Und zum Schluss wartet noch eine Überraschung auf Euch! 

Ein besonderer Jugendroman, der unter die Haut geht

Sterne: 4 von 5

Lise ist fast 16 Jahre alt, lebt in Belgien und liebt es, zu fotografieren. So weit, so normal. Doch hinter dem Mädchen liegt eine traumatische Erfahrung: Sie war von ihrem Freund Nishan schwanger und hat abgetrieben. Der immer wieder gleiche Albtraum sucht sie seitdem in den Nächten heim. Es sind einsame Nächte im Internat, in dem sie seit Kurzem lebt. Nishan distanziert sich immer mehr von ihr. Auch ihre Mitbewohnerin Charlotte ist Lise keine große Stütze. Lises Mutter ist auf ihre berufliche Karriere fixiert und der Vater lebt mit seiner neuen Freundin Linda zusammen. Gut, dass sie ihre geliebte Oma hat, mit der sie sich jeden Mittwoch ausführliche E-Mails schreibt. Ihr erzählt sie von all dem Schmerz, ihren Gedanken und Gefühlen und ist überrascht, wie viele Gemeinsamkeiten zu Lises Gegenwart in der Vergangenheit ihrer Oma lauern.

In „Alles Liebe, deine Lise“ stellt die belgische Schriftstellerin Brigitte van Aken mit Lise ein zerbrechliches und dennoch unglaublich starkes Mädchen in den Mittelpunkt ihrer Erzählung. Die Trauer, die Enttäuschung und die Einsamkeit von Lise werden beim Lesen fast mit den Händen greifbar. In ihren berührenden E-Mails vertrauen sich Oma und Enkelin ihre Geheimnisse an. Die wöchentliche Konstante gibt sowohl Lise als auch ihrer Großmutter Elizabeth spürbaren Halt, die gerade aus ihrem eigenen Haus in ein Seniorenwohnheim gezogen ist. Anhand ihres schriftlichen Sprachgebrauchs wirken Oma und Lise jeweils recht authentisch. Nur die Tatsache, dass eine 76-jährige Omi sich im Dialog mit ihrer Enkelin völlig ungezwungen des Wortes „sexy“ bedient, fand ich zugegebenermaßen ein ganz klein wenig gewöhnungsbedürftig.

„Alles Liebe, deine Lise“ ist ein besonderes Buch. Auf 247 Seiten erzählt die Autorin still und einfühlsam eine Geschichte mit großen Emotionen und einigen überraschenden Wendungen. In diesem Roman, der speziell für 14- bis 17-jährige Leserinnen und Leser empfohlen, aber auch ältere Leseratten bewegen wird, vereint die Autorin die insbesondere für Jugendliche so wichtigen Themen wie Liebe, Freundschaft, Verrat und Vertrauen.

Mein Fazit: „Alles Liebe, deine Lise“ ist eine sensible und zeitlose Geschichte, die unter die Haut geht und noch eine ganze Weile dort verharrt.

Alles Liebe, deine Lise
© mixtvision Verlag

EXTRA: Zur Printversion des Buches gibt es das e-Book übrigens gratis dazu. Dem Buch liegt ein individueller Code bei, mit dem das e-Book einmalig kostenlos heruntergeladen werden kann. Eine wirklich tolle Sache!

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: „Alles Liebe, deine Lise“

Zur Homepage des Verlags: mixtvision

 

Und nun zur angekündigten Überraschung:

Ich verlose ein e-Book von „Alles Liebe, deine Lise“.

Dem/der Gewinner/in sende ich nach Beendigung der Verlosung einen individuellen Download-Code zu, mit dem er/sie sich das e-Book auf der Verlagshomepage herunterladen und die Datei auf sein Lesegerät übertragen kann (Format: epub und mobi).

Mitmachen ist ganz einfach: Füllt einfach bis morgen (23. August 2014), 22:00 Uhr (MESZ) das Teilnahmeformular aus und schickt es ab. Ihr müsst mindestens 18 Jahre alt sein oder – falls ihr das noch nicht seid – die Einverständniserklärung Eures/Eurer Personensorgeberechtigten zur Teilnahme haben. Das erklärt Ihr, indem Ihr auf den Button „Abschicken“ klickt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ihr dürft nur 1 x mitmachen. Mehrfachteilnehmer/innen werden disqualifiziert. Der/die Gewinner/in erklärt sich damit einverstanden, hier namentlich genannt zu werden. Ich übernehme keine Haftung, falls der Download des e-Books bzw. die Übertragung der Datei auf das Lesegerät fehlschlägt.

♠ Viel Glück! ♠

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Frisch rezensiert: „Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt“ von Romy Hausmann

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Derb, frech, ernsthaft – ein außergewöhnlicher Roman

Sterne: 5 von 5

Lisa Berner – nicht gerade ein Name wie Donnerhall. Und auch alles andere in Lisas Leben ist wenig glamourös: Als Fleischereifachverkäuferin fristet die 25-Jährige ein bemitleidenswertes Dasein in einem niederbayerischen Dorf, das sie „Shittingen“ nennt. Gemeinsam mit ihrer herrischen Oma und dem schweigsamen Vater lebt sie unter einem Dach, seit sich ihre Mutter vor zwanzig Jahren das Leben nahm. Kein Wunder, dass Lisa davon träumt, Lola zu heißen und die Welt zu entdecken. Und so verschlägt es das Landei eines Tages urplötzlich nach München…

„Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt“ ist der Debütroman der Autorin Romy Hausmann. Und was für einer: Derb und frech erzählt sie eine rasante Geschichte – beinahe eine Art bayerisches Roadmovie – und steigt doch dank der Tiefe in ihrer Erzählung elegant über das Etikett „unterhaltsame Frauenliteratur“ hinweg. Denn trotz allen Humors, der auch gerne ins Satirische gleitet, schlägt Romy Hausmann auch ernsthafte Töne an und mutet Lisa einiges zu.

Die Figuren ihres Romans sind mindestens so unterhaltsam wie die ganze Geschichte: Romy Hausmann zündet ein wahres Feuerwerk aus skurrilen Protagonisten, die man einfach mögen muss. Allen voran natürlich Lisa, die aus ihrer Sicht mit ziemlich derben Worten gleichzeitig die Erzählerin des Romans ist. Der Name des ersten Kapitels, „Von der Groben“, trifft die Beschreibung der Hauptdarstellerin hervorragend. Lisa würde wohl sagen: „Das passt wie Arsch auf Eimer.“ 🙂

Ja, ich bin wirklich begeistert von diesem erfrischend anderen Roman und empfehle ihn nur zu gern allen Leserinnen und Lesern, die starke Charaktere mögen, deftigen Humor zu schätzen wissen und bereit sind, in einer temporeichen Story mit einem guten Schuss Ernsthaftigkeit regelrecht zu versinken. Romy Hausmann schreibt außergewöhnlich – außergewöhnlich gut und herrlich unterhaltsam. Ich hoffe inständig, dass diese Autorin auch in Zukunft noch ganz viele wunderbare Geschichten erzählt!

Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt

© Heyne Verlag

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: „Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt“

Zum Profil der Autorin bei der Verlagsgruppe Random House: Romy Hausmann

Zur Homepage des Verlags: Heyne Verlag

Zur Facebook-Seite zum Buch: „Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt“

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And the winners are…

Drei signierte Exemplare von Miriam Pielhaus Roman „Radiergummitage“ gegen Eure Fragen an die Autorin, die ich ihr im Interview stellen werde – das war der Deal. Bis gestern Abend konntet Ihr mitmachen und das habt Ihr rege getan. Ganz herzlichen Dank an Euch alle für Eure Fragen, die unglaublich vielfältig waren! Ihr habt es mir sehr schwer gemacht, die drei interessantesten und kreativsten Fragen auszusuchen. Am Ende musste ich dann unter meinen Favoriten auslosen, denn ich konnte mich einfach nicht entscheiden.

Hier sind sie nun, die drei Glücklichen, die bald ein signiertes Exemplar von „Radiergummitage“ ihr Eigen nennen dürfen – natürlich mit ihrer jeweiligen Frage:

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Ich würde gern von Miriam Pielhau wissen wollen, welche Aufgabe/Herausforderung sie gern auf einem kleinen Zettel in ihrem Briefkasten finden würde?

Conny Schubert
Ich würde von Miriam Pielhau wissen wollen, was die schönste und die schlimmste Erinnerung an die Krankheitsphase ist?!

Linda Böke
Wann und wofür hat sich Miriam Pielhau das letzte Mal einen Radiergummi gewünscht?

Herzlichen Glückwunsch, Ihr 3!

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Eure Fragen werde ich natürlich an Miriam Pielhau stellen. Bald gibt es hier auf meinem Blog das Interview mit der sympathischen Autorin und Moderatorin zu lesen.

Alle, die nicht gewonnen haben, sollten keinesfalls den Kopf hängen lassen. Ich hecke nämlich schon wieder die nächsten Verlosungen aus. Und die lassen gar nicht mehr allzu lang auf sich warten… 🙂

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Frisch rezensiert: „Großstadtgefühle“ von Jannis Plastargias

Unkompliziertes Jugendbuch über die erste schwule Liebe

Sterne: 3 von 5

Jonas erlebt zum ersten Mal die Höhen und Tiefen einer Liebesbeziehung: Er wohnt in Berlin, sein Freund Paul in München. Beide sehnen die gemeinsamen Treffen natürlich inbrünstig herbei.  Doch im Alltag, wenn sich beide nicht sehen, begegnen ihnen allerhand Verlockungen und mitunter ist es schwer, ihnen nicht zu erliegen. So wird Jonas eines Tages mit der überraschenden Wahrheit konfrontiert, dass sich sein Kumpel Carl Hals über Kopf in ihn verliebt hat. Was nun?

Jannis Plastargias hat mit „Großstadtgefühle“ einen Jugendroman geschrieben, in dem er den Zauber der ersten Liebe beleuchtet. Ein wenig tapsig bewegt sich seine Hauptfigur Jonas, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird, durch die Welt, der Kosenamen, Liebesschlösser, Sehnsucht, Sex, Zweifel und Eifersucht innewohnen. Durch tatsächlich existierende Orte, wie beispielsweise den legendären Berliner Club SchwuZ, stellt Jannis Plastargias in seinem Jugendbuch den Bezug zur Realität her. Als langgediente Schwulen-Mutti darf ich mir wohl außerdem das Urteil erlauben, dass die im Roman dargestellten Probleme und Sehnsüchte keinesfalls Vorurteile, sondern sehr nah an der Wirklichkeit dran sind.

Was mir allerdings weit weniger gefallen hat, sind die teils schwülstigen Dialoge und der Kosename „Geliebter“. Das erschien mir wirklich ziemlich dick aufgetragen.

Das Buch lässt sich flüssig lesen. Die Erzählweise besticht durch einfache, prägnante Sätze und versteigt sich nicht zu komplizierten Wortungeheuern – deshalb ist „Großstadtgefühle“ meiner Meinung nach für Jugendliche ab 14 Jahren bestens geeignet. Das 172 Seiten umfassende Buch schreckt durch seinen geringen Umfang sicher auch Lesemuffel nicht ab.

Mein Fazit: Bei den Charakteren und den Dialogen gibt es aus meiner Sicht noch Luft nach oben. Alles in allem ist „Großstadtgefühle“ aber eine mühelos zu lesende Erzählung, die einen sensiblen Jungen durch das Abenteuer der ersten großen Liebe begleitet, dabei realistische Einblicke in die schwule Welt gibt und auch das Thema Homophobie nicht ausklammert. Vielleicht gibt es Lehrerinnen und Lehrer, die für „Großstadtgefühle“ ein Plätzchen im Literaturunterricht frei haben. Wünschenswert wäre es.

Ich danke Autor Jannis Plastargias ganz herzlich für das Rezensionsexemplar und die liebe Widmung.

Großstadtgefühle© michason & may

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: „Großstadtgefühle“

Zur Homepage des Autors: Jannis Plastargias

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