Von der Frauenliteratur zum Jugendbuch: Autorin wagt Genre-Wechsel

Der Name Heike Wanner steht für unterhaltsame und ansprechende Frauenliteratur. Mit Romanen wie „Für immer und eh nicht“, „Weibersommer“ und „Rosen Tulpen Nelken“ hat sie ihren Leserinnen schon viele vergnügliche Lesestunden beschert.

Heike Wanner.jpg© Foto: Heike Wanner

Jetzt wagt die in Dortmund geborene Autorin, die in der Nähe von Wiesbaden lebt, den Sprung in ein anderes Fach. Am 7. September 2017 wird ihr erster Jugendroman mit dem Titel „Du + Ich = Liebe“ bei EDEL Elements erscheinen.

Schon jetzt hatten mehr als 30 TestleserInnen die Chance, das vollständige Manuskript unter die Lupe zu nehmen und ihre Meinung dazu abzugeben – noch bevor es ins Lektorat geht.

Ich war eine der Glücklichen und erlaube mir an dieser Stelle einen guten Rat: Verpasst dieses Buch nicht!

 Doch worum geht es eigentlich?

Nika ist siebzehn, temperamentvoll und hat immer einen Plan – bis sie den querschnittgelähmten Ben trifft. Der findet nach seinem schweren Unfall gerade erst zurück in den Alltag und will eigentlich nur seine Ruhe haben. Durch Zufall landet Nika mitten in Bens Leben – und mischt es kräftig auf! Plötzlich ist alles anders: Aus einem ersten Kuss wird die große Liebe und der Traum von einer gemeinsamen Zukunft. Doch dann stellt sich ihnen das Schicksal in den Weg…
© Klappentext: EDEL Elements

Aber die exklusive Testleser-Aktion war dem digitalen Verlag EDEL Elements nicht genug. Bei Facebook und Instagram kann man aktuell sogar für sein Lieblingscover abstimmen. Diese farbenfrohen Entwürfe hat das Kreativteam um Verlagsleiterin Karla Paul aus dem Hut gezaubert:

Coverabstimmung.png© EDEL Elements

Keine leichte Entscheidung, denn schön sind sie alle. Letztlich habe ich mich für Nummer 3 entschieden. Auch Heike Wanner selbst hat schon abgestimmt, aber noch ist streng geheim, welchen Entwurf sie gewählt hat. Schließlich soll ja durch ihre Entscheidung niemand beeinflusst werden.

Welches Cover ist Euer Favorit? Gebt jetzt bei Facebook und Instagram Eure Stimme ab.

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Neuerscheinung: „Montana Dreams – So ungezähmt wie das Land“ von Jennifer Ryan

Heute möchte ich Euch eine Neuerscheinung vorstellen, die mir ganz besonders am Herzen liegt: „Montana Dreams – So ungezähmt wie das Land“ von Jennifer Ryan. In den USA ein Bestseller, hat dieser charmante Genre-Mix heute auch in den Buchhandlungen unserer Republik Einzug gehalten. Crime, Sex und Romantik – hier ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei!

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Worum geht es? 

>>Für Gabe Bowden läuft fast alles perfekt. Er ist auf dem Weg, sich den großen Traum von einer eigenen Ranch zu erfüllen. Aber er weiß, dass er sein ganzes Glück erst mit einer Frau finden kann, die sein Herz für immer erobert. Inmitten eines tosenden Schneesturms findet er die wunderschöne, halberfrorene Ella und rettet sie aus dem Unwetter. Doch warum taucht sie ausgerechnet jetzt auf? Das Geheimnis, das Ella hütet, wird die beiden auf die größte Probe ihres Lebens stellen.<<

© Cover und Klappentext: HarperCollins Germany

Da mir bei diesem Buch die große Ehre des Erstlektorats zuteil wurde, ist mein Blick sicherlich nicht objektiv genug, um eine Rezension dazu zu verfassen. Doch wärmstens empfehlen darf ich es Euch dennoch: Es ist wirklich eine wunderbare Geschichte mit vielen Emotionen, Spannung und knisternder Erotik. Und nach der letzten Seite ist noch lange nicht Schluss: Die „Montana Dreams“-Reihe von US-Autorin Jennifer Ryan umfasst derzeit drei Bände. Teil zwei und drei erscheinen 2017 bei HarperCollins Germany.

Frisch rezensiert: „Darkmere Summer“ von Helen Maslin

Absolutes Lesehighlight rund um ein verfluchtes Schloss

Meine Bewertung: ★★★★★

Darkmere Summer© CARLSEN Verlag GmbH

Ein verlassenes Schloss mit düsterer Vergangenheit, sechs abenteuerlustige Teenager und eine atemberaubende Atmosphäre: Das sind die wesentlichen Elemente, die Helen Maslin in ihrem ersten Roman „Darkmere Summer“ zu einer faszinierenden Geschichte verbindet.

Leo ist der Star auf der Denborough-Privatschule, die Kate nur dank eines Stipendiums besuchen kann. Als Leo sie fragt, ob sie den Sommer mit ihm und seinen Freunden auf seinem geerbten Schloss verbringen will, hält sie ihn zunächst für einen Spinner. Doch er ist tatsächlich der neue Eigentümer von Darkmere Castle. Das beeindruckende Anwesen im Süden Englands liegt fernab der Zivilisation, verfügt weder über Strom noch über fließendes Wasser – an Handyempfang ist erst recht nicht zu denken. Dafür ist die Umgebung fantastisch: Eingebettet in dunkle Wälder liegt Darkmere Castle auf einem Hügel direkt über dem Meer. Private Strandpartys, jede Menge Alkohol und Spaß ohne Ende: Für die sechs Freunde beginnt der Sommer als pures Vergnügen, doch dann kippt die ausgelassene Stimmung. Kate kommt hinter bedrückende Geheimnisse, die sich einst rund um das alte Schloss zugetragen haben …

„Darkmere Summer“ ist am 26. Februar 2016 bei Chicken House, einem Imprint des CARLSEN Verlags, erschienen. Nun verbindet man mit CARLSEN in erster Linie Kinder- und Jugendbücher. Doch Helen Maslins Roman lehrte selbst mich mit meinen fast 35 Jahren noch ordentlich das Gruseln. Die britische Autorin hat eine intensive Geschichte geschrieben, die sich förmlich in den Kopf des Lesers einbrennt. Sie ist eine großartige Erzählerin, die außerdem das Talent besitzt, durch Worte Bilder in 3-D entstehen zu lassen. Die markanten Figuren, mit denen sie ihre Geschichte bestückt hat, tragen dazu bei, dass man „Darkmere Summer“ als echtes Lesehighlight bezeichnen darf. Leo, Kate, Hat-man Dan, Beano, Jackson und Lucy kommen alle sehr authentisch und teenagertypisch rüber. Den Gegensatz dazu bildet die Zeit um das Jahr 1825: Damals kam Elinor jung verheiratet nach Darkmere – und erlebte dort die Hölle auf Erden. Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Elinor und Kate erzählt. Dabei gelingt es Helen Maslin perfekt, die jeweils richtige Stimmung einzufangen. Übersetzerin Ilse Rothfuss hat ebenfalls einen wirklich guten Job gemacht.

Obwohl es ja heißt „Don’t judge a book by it’s cover“, muss man bei „Darkmere Summer“ schon allein auf Grund seiner äußeren Erscheinung eine Ausnahme machen. Der Einband mit seinen schillernden Rot-, Orange- und Pinktönen ist bezaubernd. Außerdem sind die Anfänge der einzelnen Kapitel liebevoll mit wunderschönen Blumenranken in schwarzweiß verziert. Wer sich Helen Maslins Erstling aus dem Hause CARLSEN kauft, sollte sich unbedingt für die gebundene Ausgabe entscheiden.

„Darkmere Summer“ ist also ein rundum hervorragend gelungenes Buch, das sowohl durch seine Gestaltung als auch durch den Inhalt besticht. Ich bin froh, dieses Juwel entdeckt zu haben. In meinem Buchregal bekommt es deshalb einen Ehrenplatz unter den wahren Schätzen.

→ Interessante Links

Zum Buch bei http://www.amazon.de: „Darkmere Summer“

Zum Buch auf der Homepage der CARLSEN Verlag GmbH: „Darkmere Summer“

Zum Blog der Autorin: Helen Maslin

Zum Twitter-Account der Autorin: Helen Maslin

Mein Messetagebuch: Tag 3 – 19.03.2016

Messetag Nummer drei ist gleichzeitig der fünfte Geburtstag meines Blogs. Zeit zum Feiern bleibt allerdings nicht, denn der Plan für heute ist straff. 11:00 Uhr veranstaltet der CARLSEN Verlag mit seinen Imprints Königskinder und Chicken House ein Bloggertreffen. Das Team stellt uns drei Neuerscheinungen vor, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte:

„Nur drei Worte“ von Becky Albertalli erzählt die zarte Liebesgeschichte zweier schwuler Jungs.

© CARLSEN Verlag

Jane Austen-Fan Devon Tennyson ist die Hauptperson in „Jane & Miss Tennyson“, dem Debütroman von Emma Mills.

Jane & Miss Tennyson  © CARLSEN Verlag

Grusel in einem verfluchten Schloss am Meer verspricht Helen Maslins Buch „Darkmere Summer“.

Darkmere Summer© CARLSEN Verlag

CarlsenUte Nöth von CARLSEN eröffnet das Bloggertreffen

Der Verlag hat sich ein besonderes Schmankerl einfallen lassen: Autorin Helen Maslin ist beim Bloggertreffen dabei! Die Engländerin mit den signalroten Haaren spricht über ihr Buch, beantwortet Fragen und signiert ihr Buch im Anschluss.

Helen MaslinHelen Maslin und ich posen mit ihrem Buch „Darkmere Summer“

Außerdem treffe ich dort die beiden Mädels vom Blog Schlunzenbücher. Nach zwei gemeinsamen Blogtouren ist es schön, deren Veranstalterin Nadja endlich mal persönlich kennenzulernen.

Schlunzenbücher meets buchstabenfaengerin

Nach diesem überaus gelungenen Start in den dritten Messetag schaue ich bei der Launch-Veranstaltung von NetGalley Deutschland vorbei. Die Plattform bietet digitale Leseexemplare für Blogger, Journalisten, Buchhändler und Lehrende sowie einen direkten Austausch mit verschiedenen Verlagen. In den USA, England und Frankreich gibt es NetGalley schon seit einiger Zeit – nun also auch in Deutschland.

Als der kleine Zeiger der Uhr auf die Zwei vorrückt, erkennt man an der langen Schlange vor Saal 3 im Congress Center Leipzig unschwer, wohin all die Leute wollen. LovelyBooks hat zum großen Lesertreff geladen – mit enormer Resonanz. Kein Wunder, schließlich wird Kate Morton zu Gast sein und ihren neuen Roman „Das Seehaus“ vorstellen. Darin geht es um einen kleinen Jungen, der beim Mittsommerfest auf einem Landgut in Cornwall im Jahre 1933 spurlos verschwindet.

© Verlagsgruppe Random House

Auch Autorin Kirsty Logan ist live dabei und liest aus ihrer Dystopie „The Gracekeepers„.

LBBeim Lesertreffen von LovelyBooks ist der Saal proppevoll

Hinterher kämpfe ich mich durch in Halle 5. Dort findet eine Präsentation zu VLB-TIX statt. Diese Seite vereint alle digitalen Vorschauen sämtlicher Verlage. Feine Sache.

Am Stand von Random House lasse ich mir „Das Seehaus“ von Kate Morton höchstselbst signieren. Es scheint, als sei das Wort „adorable“ eigens für die Australierin, die in England lebt, erfunden worden. Denn anders lässt sich die zauberhafte Autorin mit dem breiten Lächeln einfach nicht beschreiben.

Kate MortonBestsellerautorin Kate Morton und ich am Stand von Random House

Auch der Samstag geht wie im Flug vorbei. Schon ist es wieder 18:00 Uhr und wir treten den Rückweg an. Mach’s gut, Leipziger Buchmesse! Wir sehen uns 2017 wieder!

* GEWINNSPIEL *

Macht mit bei der Verlosung eines signierten Exemplars von “Tage mit Leuchtkäfern”. Bei mir sammelt Ihr keine Treuepunkte, sondern natürlich Buchstaben. Hier sind die letzten Buchstaben des diesjährigen Buchmesse-Gewinnspiels. Unter jedem meiner Messetagebuch-Einträge findet Ihr sie. Zusammengesetzt ergeben sie ein Lösungswort, mit dem Ihr an der Verlosung eines nagelneuen, signierten Exemplars des Romans “Tage mit Leuchtkäfern” von Zoe Hagen teilnehmen könnt.

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Teilnahmebedingungen: 

1. Verlost wird ein Exemplar des Buchs “Tage mit Leuchtkäfern” von Zoe Hagen – von der Autorin signiert, nagelneu und ungelesen. Danke an Ullstein und Zoe Hagen!

2. Das Gewinnspiel läuft im Zeitraum vom 18. März 2016 bis zum 31. März 2016, 24:00 Uhr. Zum Teilnehmen muss aus den Buchstaben unter jedem der Messetagebuch-Einträge das Lösungswort zusammengesetzt und das untenstehende Gewinnspielformular vollständig ausgefüllt und abgeschickt werden. Der/die Gewinner/in wird am 1. April 2016 aus allen fristgerecht eingegangenen Einsendungen mit dem richtigen Lösungswort per Losverfahren ermittelt und dessen/deren Name hier bekanntgegeben. Mit dem Absenden des Teilnahmeformulars erklärt sich der/die Teilnehmer/in damit einverstanden, dass sein/ihr vollständiger Name im Gewinnfall hier veröffentlicht werden darf.

3. Mitmachen kann jede/r mit Hauptwohnsitz in Deutschland, der/die mindestens 18 Jahre alt ist. Mit dem Abschicken des Teilnahmeformulars bestätigt Ihr, dass Ihr volljährig seid.

4. Keine Barauszahlung möglich.

5. Keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postweg verloren geht.

6. Bitte nur 1 x mitmachen! Mehrfachteilnehmer/innen werden disqualifiziert.

7. Ihr müsst zur Teilnahme nicht zwingend meinem Blog oder meiner Facebook-Seite folgen. Ich freue mich aber selbstverständlich immer über neue Follower meines Blogs, meiner Facebook-Seite, meines Twitter– und meines Instagram-Accounts.

8. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

9. Eure Daten werden ausschließlich im Rahmen des Gewinnspiels verwendet und NICHT weitergegeben. Nach erfolgter Auslosung werden die Daten gelöscht.

Viel Glück!

GEWINNSPIELFORMULAR

Live-Lesung mit Adriana Popescu

Am kommenden Mittwoch, dem 12. August 2015, könnt Ihr an einer Lesung teilnehmen, ohne dafür das gemütliche heimische Sofa verlassen zu müssen. Möglich macht das Litlounge.tv. Dort liest Adriana Popescu ab 19:00 Uhr aus ihrem Jugendbuch „Ein Sommer und vier Tage“, das am 27. Juli 2015 bei cbj erschien. Obwohl der Roman noch ganz frisch auf dem Buchmarkt ist, hat er schon viele LeserInnen begeistert. 18 5-Sterne- sowie 2 4-Sterne-Rezensionen bei Amazon.de sprechen deutlich dafür.

Moderieren wird den Lesungsabend meine charmante Blogger-Kollegin Anka von Ankas Geblubber.

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Sommer, Sonne, Strand und jede Menge Amore

Sich mal so richtig verknallen! Das wär‘s, denkt sich die 16-jährige Paula, der ihr wohlbehütetes Leben manchmal ganz schön auf die Nerven geht. Lernen, lernen, lernen und dann Karriere machen, das kann doch nicht alles sein! Paula würde viel lieber ferne Länder bereisen, ein richtiges Abenteuer erleben und sich mal so richtig, richtig verlieben. Als sie während der Busfahrt nach Amalfi ins Sommerferienlager versehentlich an einer norditalienischen Raststätte zurückgelassen wird – ausgerechnet mit dem süßesten Typen der Gruppe –, packt sie die Gelegenheit beim Schopf und lässt sich für vier köstliche, völlig losgelöste Tage mit ihm allein durch Italien treiben … Tanzen im Mondschein am Strand all inclusive.

© Cover und Buchbeschreibung: cbj

Urlaub, Hitzewelle, Ferienzeit: Passender könnte im Moment kaum ein Buch sein. Übrigens könnt Ihr Adriana Popescu schon jetzt und am Mittwochabend Eure Fragen stellen – und auch vor möglichst knifflige Aufgaben! Denn die Autorin wird nicht nur lesen, sondern sich auch an Challenges versuchen. Immer, wenn sie eine Aufgabe nicht meistert, wird übrigens ein signiertes Buch verlost. Hier geht’s direkt zur Live-Lesung.

In diesem Video erzählt Euch Adriana Popescu nochmal alles, was Ihr über die Lesung wissen müsst:

Frisch rezensiert: „Die Magie der kleinen Dinge“ von Jessie Burton

Bezaubernd, fesselnd, geheimnisvoll

Meine Bewertung: ★★★★★


 © Limes Verlag

Amsterdam im Jahr 1686: Nella Brandt, geborene Oortman, ist ernüchtert. Obwohl frisch vermählt, bekommt sie ihren Ehemann Johannes nur selten zu Gesicht. Das Regiment in ihrem neuen Zuhause führt die gestrenge Schwägerin. Sogar die Dienstmagd macht keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegenüber dem jungen Mädchen, das alles hinter sich ließ und im festen Glauben an ein begütertes Leben aus dem ländlichen Assendelft in die Handelsmetropole Amsterdam zog.

Erst das Hochzeitsgeschenk ihres Mannes erhellt Nellas trübe Tage: Ein Puppenhaus, mit Schildpattlack überzogen, das eine originalgetreue Miniaturausgabe des prächtigen Anwesens darstellt, in dem Nella lebt. Sie möchte das Haus einrichten und wendet sich an einen Miniaturisten – nicht ahnend, welchen Stein sie damit ins Rollen bringt…

Mit ihrem Debüt-Roman „Die Magie der kleinen Dinge“ hat die 1982 geborene Engländerin Jessie Burton einen echten Volltreffer gelandet: In ihrer Heimat wurde das Buch mit dem Originaltitel „The Miniaturist“ ein Bestseller. Verlage in 32 Ländern sicherten sich die Rechte daran. Ein verdienter Hype? Absolut! Die Autorin erzählt eine großartige Geschichte, in der sie mühelos Brücken zwischen den verschiedensten Genres schlägt. Jessie Burton verbindet den historischen Roman mit einer kitschfreien Liebesgeschichte und gibt eine gute Prise Magie dazu.

Es ist eines dieser Bücher, bei denen man gegen Ende immer langsamer liest, in dem Wunsch, die Geschichte möge nicht enden. Von Beginn an nimmt dieser Roman den Leser gefangen und fesselt ihn bis zum Schluss, der leider doch irgendwann unvermeidlich ist. Dabei darf Jessie Burton getrost als Meisterin der unvorhersehbaren Wendungen bezeichnet werden, denn mit diesen wartet sie ebenso reichlich wie überzeugend auf. Mir blieb beim Lesen angesichts des überraschenden Fortgangs der Dinge sowie der Entdeckung vermeintlich gut gehüteter Geheimnisse des Öfteren der Mund offen stehen.

Kapitel für Kapitel verfolgt man die erstaunliche Entwicklung der Hauptfigur Nella vom jungen naiven Mädchen zu einer mutigen Frau. Die Tatsache, dass Petronella Oortman wirklich existierte und ein Schrankpuppenhaus besaß, das heute im Amsterdamer Rijksmuseum steht, macht die Geschichte noch greifbarer. Nun ist „Die Magie der kleinen Dinge“ keine Biografie über die Niederländerin, die von 1656 bis 1716 lebte, aber sie orientiert sich in vielerlei Hinsicht an der „echten“ Nella. Überhaupt wirken ausnahmslos alle Charaktere geradezu reell.

„Die Magie der kleinen Dinge“ wird im Präsens erzählt – eher untypisch, insbesondere für einen Roman, der in einer Zeit spielt, die schon mehrere Jahrhunderte zurückliegt. Dadurch fühlt man sich als Leser aber noch mehr „mittendrin“ in der Geschichte.

Jessie Burton bedient sich einer üppigen, wunderbaren Sprache. Hin und wieder haben einzelne Sätze eine gewisse Doppelbödigkeit. Die Übersetzerin Karin Dufner hat hier ganze Arbeit geleistet.

Auch wenn ich der Meinung bin, dass ein Leser-Leben zu kurz dafür ist, um ein Buch mehrmals zu lesen – „Die Magie der kleinen Dinge“ gehört zu der Handvoll Bücher, bei denen ich eine Ausnahme machen würde.

→ Interessante Links

Zum Buch bei Amazon: „Die Magie der kleinen Dinge“

Zum Buch auf der Homepage des Limes Verlags: „Die Magie der kleinen Dinge“

Zur Homepage der Autorin (englischsprachig): Jessie Burton

Das Schrankpuppenhaus von Petronella Oortman auf der Homepage des Rijksmuseums Amsterdam (englischsprachig)

Frisch rezensiert: „Fuckin Sushi“ von Marc Degens

Weltfrieden und Dosenbier: Originelle Geschichte über eine aufstrebende Band

Meine Bewertung: ★★★★★

„Das Bonner Nachtleben […] findet am Hauptbahnhof an Gleis 1 statt. Von da fahren die Züge nach Köln.“ („Fuckin Sushi“, Seite 2:67) Eine Liebeserklärung an die ehemalige Bundeshauptstadt klingt anders. Dennoch spiegelt diese Aussage ziemlich genau das wieder, was Niels Dannenfeld – gemeinsam mit seinen Eltern frisch aus dem Ruhrpott an den Rhein gezogen – von seiner neuen Heimat hält: Nämlich nicht übermäßig viel. Bewegung in sein tristes Schülerdasein kommt erst, als er gemeinsam mit seinem Kumpel René eine Band gründet. Später stoßen Lloyd und Nino dazu. Als Fuckin Sushi gelangt das Quartett via Youtube zu Ruhm. Doch der hat bekanntlich auch seine Schattenseiten, wie Niels schließlich feststellen muss.

„Coming of Age“ sagt man heutzutage zu Büchern wie „Fuckin Sushi“, in denen es um das Erwachsenwerden geht. Ich persönlich bezeichne diesen Roman lieber als eine wunderbar-witzige Geschichte über die unbeschwerte Zeit, bevor der Ernst des Lebens an die Tür klopft und in der man noch hochfliegende Träume hat. Niels, der Erzähler im Buch, lebt seinen Traum an der Bassgitarre aus. Es sind herrlich verrückte Tage und Nächte, die Niels mit seinen Freunden erlebt – und der Leser ist hautnah dabei. Autor Marc Degens hat für die Band einen ganz besonderen Proberaum ausgewählt: Einen leerstehenden Turm mit Flachdach in einem stillgelegten Industriegebiet. Dieser atmosphärische Ort wird zum Sinnbild für Freiheit und Unbeschwertheit, wenn die Band an lauen Sommerabenden hoch oben ihr geschätztes Dosenbier trinkt, sich dabei die Lichter der Stadt besieht oder man – wie Niels – sein erstes Mal an einem so exotischen Punkt verlebt.

Beim Lesen dieses Buches habe ich sehr oft lauthals gelacht. Anlässe dafür bietet „Fuckin Sushi“ zur Genüge: Brüllend komische Situationen, beispielsweise beim Konzertdebüt von Niels und René in Bad Münstereifel, spritzige Dialoge und natürlich die unverwechselbaren Charaktere der Geschichte, die allesamt echte Typen sind.

Genauso gut wie die humorvollen Szenen gelingen Marc Degens die ernsten Töne, die „Fuckin Sushi“ ebenfalls enthält. Langweilig wird es in keinem der 52 Kapitel. Im Gegenteil: In nur zwei Tagen hatte ich die insgesamt 320 Seiten regelrecht inhaliert. Das ist bei dem locker-fluffigen Schreibstil des Autors und der fantastischen Story allerdings auch nicht verwunderlich.

Eine kleine Besonderheit hat mir außerdem ein Schmunzeln entlockt: Die Seitenzahlen sind wie Zeitangaben auf einer Musik-CD gestaltet – Seite 267 wird zu 2:67.

„Fuckin Sushi“ ist ein Roman mit einer unglaublich positiven Ausstrahlung – unverzichtbar für Träumer, Musikfans und alle, die sich gern gute Geschichten erzählen lassen.

Fuckin Sushi© DuMont Buchverlag

→ Der Autor auf der Leipziger Buchmesse

Marc Degens liest am 12. März 2015 um 20:00 Uhr im Rahmen der Langen Leipziger Lesenacht aus „Fuckin Sushi“. Außerdem wird er am Donnerstag (12.03.2015) und am Freitag (13.03.2015) am Stand des DuMont-Buchverlags (Halle 5, E100) anzutreffen sein.

→ Interessante Links

Zum Buch auf Amazon.de: „Fuckin Sushi“

Zum Buch auf der Homepage des DuMont-Verlags: „Fuckin Sushi“

Zur Homepage des Autors: Marc Degens

Zur Facebook-Seite des Autors: Marc Degens