Frisch rezensiert: „The Couple Next Door“ von Shari Lapena

Don’t believe the hype – oder doch?

Meine Bewertung: ★★★★★

The Couple Next Door
© Bastei Lübbe AG

„The Couple Next Door“ ist der Thriller, über den in diesem Jahr am meisten gesprochen werden wird.

(Das englische Magazin „Stylist“ über „The Couple Next Door“)

Solche vollmundigen Bewertungen wie die eben aus dem englischen Wochenmagazin „Stylist“ zitierte lösen bei mir unheimlich hohe Erwartungen an das betreffende Buch und gleichzeitig leise Zweifel aus. Ist diese Geschichte wirklich so gut?

Jedenfalls kommt man in diesem Frühjahr an dem Thriller „The Couple Next Door“ nicht vorbei. In England und den USA ist das Buch schon ein Bestseller. Bei Bastei Lübbe, dem Verlag, der die deutschen Rechte erworben hat, ist Shari Lapenas Erstling in dieser Saison der Top-Titel. Das beweist unter anderem die Guerilla-Kampagne, bei der in mehreren Großstädten mit Stickern auf und Leseproben in Briefkästen auf das Buch aufmerksam gemacht wurde. Darf man dem Hype Glauben schenken? Denn leider steckt nicht in jedem Fall Qualität hinter groß angelegten Werbeaktionen wie dieser.

Im Fall von „The Couple Next Door“ waren meine Zweifel unbegründet. Ja, dieses Buch ist großartig und es hat den Rummel, der darum gemacht hat, wirklich verdient!

Im Mittelpunkt von Shari Lapenas Debüt stehen Anne und Marco Conti. Die beiden sind jung verheiratet und frisch gebackene Eltern der kleinen Cora. Die Einladung ihrer Nachbarn zu einer abendlichen Geburtstagsfeier nehmen Anne und Marco an – obwohl die Gastgeberin im Vorfeld darum bat, Cora zu Hause zu lassen. Doch dank Babyfon und der Abmachung, halbstündlich abwechselnd nach der Kleinen zu sehen, sollte der Party nebenan nichts im Wege stehen. Als die Contis mitten in der Nacht nach Hause kommen, ist das Bettchen von Cora plötzlich leer. Für die jungen Eltern beginnt ein beispielloser Albtraum …

Zunächst ist der Leser für einige Zeit Zeuge der Ermittlungen von Detective Rasbach und seinen Kollegen. Nachbarn werden befragt, Alibis überprüft, Spürhunde eingesetzt – allerdings ohne Erfolg. Und in dem Moment, in dem man meint, die Geschichte plätschert ohne nennenswerten Fortgang (wohl aber mit Dramatik!) so dahin, kommt in der Mitte des Buches urplötzlich – und so ganz nebenbei – die überraschende Wendung, die für Erstaunen und Tempo sorgt.

Wenn ich „The Couple Next Door“ mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre das „intensiv“. Es kommt äußerst selten vor, dass mich ein Buch bis in meine Träume verfolgt. Das ging mir bei Shari Lapenas Thriller aber so. Die Frage, wer hinter Coras Verschwinden steckt, hat mich einfach nicht losgelassen. Bis zur Auflösung am Ende des Buchs säumen falsche Verdächtigungen und ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit den Weg.

In ihrem Debüt fügt Shari Lapena die beiden Genres Thriller und Drama zu einer faszinierenden Einheit zusammen. Sie lässt den Leser schonungslos hinter die Fassaden der vermeintlich heilen Welt ihrer wenigen, aber detailreich illustrierten Protagonisten blicken.

Es hat ein wenig gedauert, bis ich mit der Erzählweise warm geworden bin, denn die von Rainer Schumacher aus dem Englischen ins Deutsche übertragenen Sätze sind überwiegend kurz und nüchtern. Doch je weiter ich las, desto mehr kam ich zu der Überzeugung, dass die Sprache einfach zu dieser Story passt. Und trotz dieses recht unspektakulären Schreibstils ist es Shari Lapena (und dem Übersetzer) gelungen, eine in sich schlüssige und spannende Geschichte zu erzählen, deren Ausgang der Leser schon beizeiten aufgeregt entgegenfiebert.

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Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „The Couple Next Door“

Zur Homepage der Autorin: Shari Lapena

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Thrillerfans aufgepasst: Heute erscheint „Im dunklen dunklen Wald“ von Ruth Ware

In einem dunklen, dunklen Wald
steht ein dunkles, dunkles Haus
Und in dem dunklen, dunklen Haus
ist eine dunkle, dunkle Tür
Und die dunkle, dunkle Tür,
führt in den dunklen, dunklen Keller
Und in dem dunklen, dunklen Keller,
da liegt … eine Leiche

(aus „Im dunklen dunklen Wald“ von Ruth Ware)

Diese kleine Gedicht, das manchem (zumindest so ähnlich) noch aus Kindertagen bekannt sein dürfte, bildet den Auftakt zum Thriller „Im dunklen dunklen Wald“ von Ruth Ware. Und allein damit hatte die Autorin mich schon am Haken. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein Junggesellinnenabschied, der an einem Wochenende im November in der englischen Grafschaft Northumberland stattfindet. Mit Sicherheit wird das kein vergnüglicher Trip … „Im dunklen dunklen Wald“ erscheint heute im Deutschen Taschenbuchverlag (dtv).

im-dunklen-dunklen-wald© dtv

Zum Buch gibt es übrigens ein Thriller-Special mit einer Mitternachtschallenge (HEUTE!) und einer Bloggeraktion. Unter anderem müssen alle teilnehmenden Blogger bis Mitternacht zwei Fragen beantworten:

Frage 1: Wo feiert Clare (die Figur aus dem Buch) ihren Junggesellinnenabschied?
Wie eingangs schon erwähnt, findet Clares Junggesellinnenabschied in der englischen Grafschaft Northumberland statt.

Frage 2: Wo würdet ihr euren Junggesellinnenabschied feiern bzw. habt ihn gefeiert?
Mein Junggesellinnenabschied liegt inzwischen mehr als drei Jahre zurück. Mir graute es davor, in einem pinkfarbenen T-Shirt und mit einem Bauchladen alberne Sachen zu überteuerten Preisen an Passanten zu verscherbeln. Deshalb habe ich gemeinsam mit drei Freunden, darunter auch mein Trauzeuge, einen Wochenendausflug gemacht, dessen Highlight ein abendlicher Clubbesuch sein sollte. Nun, der war eher mäßig, dafür war die Hochzeit unvergesslich und wunderschön.

Ich bin unglaublich gespannt auf „Im dunklen dunklen Wald“. In der Leseprobe könnt Ihr Euch schon einmal Appetit holen.

Wollt Ihr wissen, was andere über das Buch zu erzählen haben? Dann stöbert einfach in den soziale Netzwerken unter dem Hashtag #imdunklenwald.

Frisch rezensiert: „Darkmere Summer“ von Helen Maslin

Absolutes Lesehighlight rund um ein verfluchtes Schloss

Meine Bewertung: ★★★★★

Darkmere Summer© CARLSEN Verlag GmbH

Ein verlassenes Schloss mit düsterer Vergangenheit, sechs abenteuerlustige Teenager und eine atemberaubende Atmosphäre: Das sind die wesentlichen Elemente, die Helen Maslin in ihrem ersten Roman „Darkmere Summer“ zu einer faszinierenden Geschichte verbindet.

Leo ist der Star auf der Denborough-Privatschule, die Kate nur dank eines Stipendiums besuchen kann. Als Leo sie fragt, ob sie den Sommer mit ihm und seinen Freunden auf seinem geerbten Schloss verbringen will, hält sie ihn zunächst für einen Spinner. Doch er ist tatsächlich der neue Eigentümer von Darkmere Castle. Das beeindruckende Anwesen im Süden Englands liegt fernab der Zivilisation, verfügt weder über Strom noch über fließendes Wasser – an Handyempfang ist erst recht nicht zu denken. Dafür ist die Umgebung fantastisch: Eingebettet in dunkle Wälder liegt Darkmere Castle auf einem Hügel direkt über dem Meer. Private Strandpartys, jede Menge Alkohol und Spaß ohne Ende: Für die sechs Freunde beginnt der Sommer als pures Vergnügen, doch dann kippt die ausgelassene Stimmung. Kate kommt hinter bedrückende Geheimnisse, die sich einst rund um das alte Schloss zugetragen haben …

„Darkmere Summer“ ist am 26. Februar 2016 bei Chicken House, einem Imprint des CARLSEN Verlags, erschienen. Nun verbindet man mit CARLSEN in erster Linie Kinder- und Jugendbücher. Doch Helen Maslins Roman lehrte selbst mich mit meinen fast 35 Jahren noch ordentlich das Gruseln. Die britische Autorin hat eine intensive Geschichte geschrieben, die sich förmlich in den Kopf des Lesers einbrennt. Sie ist eine großartige Erzählerin, die außerdem das Talent besitzt, durch Worte Bilder in 3-D entstehen zu lassen. Die markanten Figuren, mit denen sie ihre Geschichte bestückt hat, tragen dazu bei, dass man „Darkmere Summer“ als echtes Lesehighlight bezeichnen darf. Leo, Kate, Hat-man Dan, Beano, Jackson und Lucy kommen alle sehr authentisch und teenagertypisch rüber. Den Gegensatz dazu bildet die Zeit um das Jahr 1825: Damals kam Elinor jung verheiratet nach Darkmere – und erlebte dort die Hölle auf Erden. Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Elinor und Kate erzählt. Dabei gelingt es Helen Maslin perfekt, die jeweils richtige Stimmung einzufangen. Übersetzerin Ilse Rothfuss hat ebenfalls einen wirklich guten Job gemacht.

Obwohl es ja heißt „Don’t judge a book by it’s cover“, muss man bei „Darkmere Summer“ schon allein auf Grund seiner äußeren Erscheinung eine Ausnahme machen. Der Einband mit seinen schillernden Rot-, Orange- und Pinktönen ist bezaubernd. Außerdem sind die Anfänge der einzelnen Kapitel liebevoll mit wunderschönen Blumenranken in schwarzweiß verziert. Wer sich Helen Maslins Erstling aus dem Hause CARLSEN kauft, sollte sich unbedingt für die gebundene Ausgabe entscheiden.

„Darkmere Summer“ ist also ein rundum hervorragend gelungenes Buch, das sowohl durch seine Gestaltung als auch durch den Inhalt besticht. Ich bin froh, dieses Juwel entdeckt zu haben. In meinem Buchregal bekommt es deshalb einen Ehrenplatz unter den wahren Schätzen.

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Zum Buch bei http://www.amazon.de: „Darkmere Summer“

Zum Buch auf der Homepage der CARLSEN Verlag GmbH: „Darkmere Summer“

Zum Blog der Autorin: Helen Maslin

Zum Twitter-Account der Autorin: Helen Maslin

Frisch rezensiert: „Die Lügen der Anderen“ von Mark Billingham

⇒ NEUERSCHEINUNG

Unter dem Deckmantel der vermeintlichen Perfektion

Sterne: 4 von 5

Unbeschwerte Urlaubstage in Florida: Drei britische Paare verbringen ihre Ferien im Pelican Palms Resort und freunden sich schließlich miteinander an. Man geht gemeinsam essen, betreibt ein wenig oberflächliche Konversation, amüsiert sich. Doch am letzten Abend trübt ein Ereignis die wolkenlose Urlaubsfreude: Ein geistig behindertes Mädchen verschwindet spurlos aus der Hotelanlage. Die Polizei nimmt umgehend die Ermittlungen auf und befragt dabei auch die drei britischen Paare. Alle haben ein wasserdichtes Alibi vorzuweisen. Zurück in England lässt der fürsorglichen Touristin Angela Finnegan das Verschwinden des Mädchens keine Ruhe. Sie recherchiert im Internet und bleibt mit den neuen Urlaubsbekanntschaften in Kontakt. Man lädt sich schließlich gegenseitig zum Essen ein und kennt dabei nur ein Thema: Das Mädchen. Als dessen Leiche schließlich nach Wochen in den Mangrovensümpfen unweit des Resorts gefunden wird, versteigen sich die Paare in Mutmaßungen und verstricken sich in Lügen – ausnahmslos…

Mark Billinghams Roman „Die Lügen der Anderen“, bereits 2012 in England unter dem Originaltitel „Rush Of Blood“ und am 20. August 2014 im Atrium Verlag als deutschsprachige Ausgabe erschienen, wird von Kritikern und namhaften Autorenkollegen wie Lee Child und Karin Slaughter hochgelobt. Die Kriminal-Handlung spannt sich dabei wie ein Rahmen um die Geschichte. „Die Lügen der Anderen“ ist in erster Linie ein ungeschönter Blick hinter die Kulissen von zwischenmenschlichen Beziehungen: Wie gut kennt man einen Menschen wirklich? Was verbirgt sich tatsächlich hinter den nett gemeinten Komplimenten neuer Bekannter? Anhand dreier ganz normaler, wenn auch grundverschiedener Paare enthüllt Mark Billingham Kapitel für Kapitel das Deckmäntelchen des Seins und Scheins. Mal wartet er mit großen, mal mit kleineren Schicksalsschlägen auf. Mühelos webt er sozialkritische und gesellschaftliche Themen in die Geschichte ein – wie beispielsweise im Fall des Sohnes aus erster Ehe von Angelas Mann Barry, den dieser nicht sehen darf.

Verschiedene Stilelemente machen den Roman abwechslungsreich und interessant: Neben den klassischen Kapiteln, in denen der neutrale Beobachter vom Geschehen erzählt und darüber hinaus der Mörder in der Ich-Form zu Wort kommt, lockern E-Mails und Zeugenbefragungen „Die Lügen der Anderen“ auf.

Zugegeben: Ich hatte, beeinflusst vom Klappentext und den Pressestimmen auf dem Buchumschlag („Unentrinnbarer Nervenkitzel…“, „… absolut packend.“), einen lupenreinen Thriller erwartet. Nicht, dass Mark Billingham es nicht verstünde, die Spannung über 416 Seiten hinweg vollkommen aufrecht zu erhalten, dabei die Rätselinstinkte des Lesers gewaltig herauszufordern und der Geschichte zum Ende nochmals kräftig Schub zu verleihen, aber dieses Buch ist zuvörderst eine interessante Charakterstudie über das Verhalten und die großen und kleinen Lügen der Menschen in Roman-Form. Thriller-Fans werden daher so manche Stelle als langatmig empfinden. Betrachtet man das Buch aber als das, was es tatsächlich ist – nämlich als Romanerzählung mit Krimi-Handlung – wird man an „Die Lügen der Anderen“ sehr viel Freude haben.

Die Lügen der Anderen
© Atrium Verlag

 

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: „Die Lügen der Anderen“

Zur Homepage des Autors (englischsprachig): Mark Billingham

Zur Homepage des Verlags: Atrium Verlag

Zur Buchbesprechung von MDR Figaro (Audio): „Krimi des Monats: >>Die Lügen der Anderen<<„

Frisch rezensiert: „Jeder“ von Thomas Seidl

Top-Start, unglaubwürdiges Ende

Sterne: 3 von 5

John Down ist Privatdetektiv. Das Leben hat ihm bislang übel mitgespielt: Sein eigener Vater brachte einst Johns Mutter um, John selbst – damals noch in Diensten von Scotland Yard – gelang es nicht, einen Serienmörder zu fassen und so verfiel er zusehends dem Alkohol. Sein aktueller Auftrag führt den Detektiv in das beschauliche englische Steakbeaver. Susan Sterling, ein Mädchen aus angesehenem Hause, ist verschwunden. Sie hat einen Abschiedsbrief hinterlassen. John wird von Susans Großmutter engagiert und macht sich auf die Suche nach der Vermissten. Dabei stößt er auf schier unglaubliche Abgründe…

„Jeder“ von Thomas Seidl ist mit dem Prädikat „Krimithriller“ versehen. Vollkommen zu recht, denn der Autor spart in der Geschichte nicht an Szenen, die dem Leser kalte Schauer über den Rücken jagen. Gesellschaftlich ist „Jeder“ ebenfalls interessant, denn einige hochrangige Männer leben darin ihre zuweilen bizarren sexuellen Fantasien aus. Das 158-seitige e-Book hat mich von Anfang an gefesselt und ich habe mitgefiebert. In den letzten Kapiteln erleidet die Story allerdings einen deutlich spürbaren Knick. Ab dort überschlagen sich die Ereignisse nämlich derart, dass die Glaubwürdigkeit der Geschichte Schlagseite bekommt. Äußerst schade, denn der Autor hatte sich bis dahin eine solide Thrillerhandlung überlegt und vor dem Hintergrund englischer Herrenhäuser und einsamer Wälder eine lebendige Atmosphäre geschaffen. Mit John Down überträgt er die Hauptrolle einem tragischen Helden, der trotz – oder gerade wegen – seiner Ecken und Kanten Sympathiepunkte beim Leser kassiert. Insgesamt könnte „Jeder“ sprachlich noch ein klein wenig Feinschliff vertragen.

Mein Fazit: „Jeder“ startet vielversprechend, nimmt mühelos Fahrt auf und unterhält hervorragend – leider nur bis zu dem Punkt gegen Ende, an dem die Geschichte kippt und einfach „too much“ ist. Dieses spannende Buch hat definitiv ein anderes – wenn auch weniger spektakuläres – Ende verdient!

Jeder

© Thomas Seidl/Elite-Dorm Verlag

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: „Jeder“

Zum Buch bei neobooks

Zur Facebook-Seite des Autors: Thomas Seidl

Frisch rezensiert: „Teufelsgrinsen“ von Annelie Wendeberg

Mord, Totschlag und Seuchen

Sterne: 4 von 5

Die 27-jährige Anna Kronberg, die aus der Nähe von Leipzig stammt, hat Medizin studiert und arbeitet in der Abteilung für Infektionskrankheiten im Guy’s Hospital in London. Dies wäre nicht möglich, wenn sie sich nicht schon seit Jahren als Mann verkleiden würde, denn Arzt ist im England des ausgehenden 19. Jahrhunderts ein ausschließlich von Männern dominierter Beruf. Auf ihrem Gebiet hat sie es unter ihrer falschen Identität als Dr. Anton Kronberg zu großem Ansehen und schließlich zum führenden Bakteriologen Englands gebracht. Cholera, Typhus und Tetanus sind nur einige Geißeln der Bevölkerung, gegen die Dr. Anton Kronberg in den Kampf zieht. Die größte Gefahr geht jedoch von der Menschheit selbst aus, wie Anna mit Entsetzen feststellen muss…

„Teufelsgrinsen“ ist eine unterhaltsame Mischung aus historischem Roman und Krimi. Das Erstlingswerk von Autorin Annelie Wendeberg widmet sich außerdem zu einem großen Teil der Wissenschaft auf dem Gebiet der Epidemiologie und vermittelt Wissen über Seuchen und die Entdeckung von Impfstoffen. Das sollte den Leser nicht verwundern, denn Annelie Wendeberg ist nicht nur Schriftstellerin, sondern auch und in erster Linie Biologin mit Doktortitel. In „Teufelsgrinsen“ erzählt sie mit einem anspruchsvollen Schreibstil, klug und scharfsinnig die Geschichte der mutigen Anna Kronberg. Besondere Würze erhält der Roman durch die Mitwirkung von Sherlock Holmes, dem die Autorin die männliche Hauptrolle in ihrer Erzählung zugedacht hat. Anna und Sherlock, beide mit einem enormen Intellekt ausgestattet, liefern sich spitzzüngige und messerscharfe Verbal-Duelle, die mir stets ein Schmunzeln entlockten. Die Atmosphäre im Buch entspricht ganz meiner Vorstellung von London im viktorianischen Zeitalter. Allerdings hätte der Geschichte ein bisschen weniger Tempo gut getan. So prescht man an der Seite von Kronberg und Holmes durch die Geschichte, für die 240 Seiten meiner Meinung nach absolut nicht ausreichend sind. Ich hätte mir mehr Augenblicke zum Luftholen gewünscht, die das Buch im besten Falle mit noch mehr Leben gefüllt hätten.

Nichtsdestotrotz fand ich „Teufelsgrinsen“ sehr gelungen. Besonders verbunden mit diesem Roman hat mich nicht nur meine Affinität zu London, sondern vor allem die Tatsache, dass die Heldin Anna Kronberg – ebenso wie ich – aus Sachsen kommt. Ich wünsche dieser herben und rauen Erzählung, die dennoch über einen ganz eigenen Charme verfügt, viele begeisterte Leser.

Teufelsgrinsen

© Kiepenheuer & Witsch

Erinnert mich ein klein wenig an den Film „Sin City“: Der Trailer zum Buch

„Teufelsgrinsen“ habe bei vorablesen.de gewonnen. Tausend Dank an das vorablesen.de-Team und den KiWi-Verlag!

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Zum Buch auf www.amazon.de: „Teufelsgrinsen“

Zur Homepage der Autorin: Annelie Wendeberg

Zur Homepage des Verlags: Kiepenheuer & Witsch

Zum Buch bei vorablesen.de: „Teufelsgrinsen“

„Teufelsgrinsen“ von Annelie Wendeberg

In dieser Woche hat das Team von http://www.vorablesen.de einen ganz besonderen Krimi vorgestellt: „Teufelsgrinsen“ von Annemarie Wendeberg. Seid Ihr neugierig auf die Leseprobe? Sie ist nur einen Klick von Euch entfernt.

Hier ist mein Leseeindruck dazu:

Historischer Krimi mit spannendem Ermittler-Duo

Sterne: 5 von 5

Die Deutsche Anna Kronberg praktiziert am Londoner Guy’s Hospital als Arzt unter dem Namen Anton Kronberg. Als Ärztin hätte die junge Frau keine Chance in diesem von Männern dominierten Beruf. Eines Tages wird Epidemie-Spezialist Kronberg von Scotland Yard angefordert. In den Wasserwerken in Hampton treibt ein Toter, der im Verdacht steht, der Cholera erlegen zu sein. Dr. Kronberg trifft vor Ort erstmals auf den Ermittler Sherlock Holmes. Der kommt mit seinem messerscharfen Verstand sofort hinter Annas Geheimnis…

Die Leseprobe von „Teufelsgrinsen“ verspricht einen spannenden historischen Krimi mit einem hochinteressanten Duo in den Hauptrollen: Die medizinischen Kenntnisse von Anna Kronberg und der untrügliche Spürsinn von Sherlock Holmes werden sich mit Sicherheit hervorragend ergänzen. Schon beim ersten Aufeinandertreffen der Beiden kommt es zu einem amüsanten Verbal-Duell – und das wird wohl keineswegs das Letzte gewesen sein. Der Schreibstil ist angenehm, niveauvoll und ganz so, wie es sich für das ausgehende 19. Jahrhundert geziemt.

„Teufelsgrinsen“ von Annelie Wendeberg scheint eine gelungene Mischung aus Krimi und historischem Roman zu sein. Ich wäre jedenfalls zu gerne Zeugin der Ermittlungen von Anna und Sherlock!

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© Kiepenheuer & Witsch

„Teufelsgrinsen“ erscheint am 13. Februar 2014 bei Kiepenheuer & Witsch (KiWi).