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Frisch rezensiert: „Engelsgleich“ von Martin Krist

Hart, krass, brutal – die unverkennbare Handschrift von Martin Krist

Sterne: 4 von 5

Auf dem Gelände einer ehemaligen Fabrik in Berlin-Schulzendorf wurde ein junges Mädchen erschossen. Im Zuge der Spurensicherung folgt schon bald die nächste grausige Entdeckung: In den angrenzenden Kloakebecken werden mehrere Kinderleichen gefunden. Harter Tobak für Hauptkommissar Paul Kalkbrenner und seine Kollegin Sera Muth, die mit wütender Entschlossenheit sofort ihre Ermittlungen beginnen und dabei in bodenlose Abgründe blicken müssen…

Der Autor Martin Krist lebt seit 1998 in Berlin und reißt mit seinem aktuellen Thriller „Engelsgleich“ einmal mehr die schicke Fassade ein, die die widerlichen Seiten der deutschen Hauptstadt verbergen soll. Mit Themen wie Pädophilie, Folter, Menschenhandel, Prostitution und Drogen sorgt er für so manchen Kloß im Hals des Lesers.

Wer sein Buch „Drecksspiel“ kennt, wird feststellen, dass Martin Krist seinem Stil auch in „Engelsgleich“ treu bleibt: Er schont seine Leser nicht, geht keine Kompromisse ein. Hart, krass, brutal – das ist die unverkennbare Handschrift von Martin Krist. Außerdem gibt es in „Engelsgleich“ ein Wiedersehen mit einigen Personen aus „Drecksspiel“. Letzteres muss man jedoch nicht zwingend vorher gelesen haben.

In bewährter Weise erzählt er die Geschichte in Form von verschiedenen Handlungssträngen, die zunächst nichts miteinander zu tun haben – scheinbar. Virtuos führt Martin Krist die Fäden schließlich Stück für Stück zusammen, nachvollziehbar, schlüssig. Doch damit lässt er sich Zeit und der Leser muss Geduld aufbringen, was mir – zugegeben – auch nicht immer leichtfiel. Irgendwann kommt allerdings der Point of no Return, an dem man das Buch nicht mehr aus der Hand legt. Zum Ende hin zieht Martin Krist in puncto Spannung dann nochmal gewaltig an und die Seiten fliegen dem Leser regelrecht um die Ohren.

Eine Sache hat mich über die insgesamt 576 Seiten hinweg allerdings gestört: Die unzähligen Dialoge mit unbeendeten Sätzen und die Gespräche, in denen sich die Protagonisten ständig gegenseitig ins Wort fallen. Es wäre schön, wenn die Darsteller im nächsten Buch ausreden dürften.

Insgesamt hat mich „Engelsgleich“ trotz der Geduldsprobe zu Anfang und des Umstands, dass Martin Krist seinen Figuren so oft das Wort abschneidet, mitgerissen. Erbarmungslos und aufrüttelnd öffnet der Autor damit eine Tür von Berlin, die für Otto Normalverbraucher hoffentlich verschlossen bleibt.

9783548286396_cover © Ullstein Buchverlage

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Frisch rezensiert: „Drecksspiel“ von Martin Krist

Komplexer Ausflug in die Berliner Unterwelt

Sterne: 4 von 5

Ein Mädchen aus gutem Hause ist verschwunden. Auch nach der Übergabe des stattlichen Lösegeldes in Höhe von zwei Millionen Euro gibt es weder ein Zeichen von ihr noch von den Entführern. Zeitgleich wird eine junge Frau von einem Unbekannten in ihrem Ferienhaus überfallen. Im Bordell „Club Amour“ finden die Putzfrauen unterdessen die grausam zugerichtete Leiche einer Prostituierten.

Der Ex-Polizist David Gross macht sich als privater Ermittler auf die Suche nach dem vermissten Mädchen – und watet dabei immer tiefer hinein in einen erschreckenden Sumpf aus Tod, Kriminalität, Macht, Drogen, Geld und dreckigen Spielen.

Im Thriller „Drecksspiel“ zeigt Autor Martin Krist alias Marcel Feige seine Heimatstadt Berlin von ihrer hässlichsten Seite: Rohe Gewalt und Korruption geben dort den Ton an – und das in allen gesellschaftlichen Schichten. Auch wenn man beim Anblick des umfangreichen Personenregisters auf den ersten Seiten tief durchschnaufen mag, braucht man keine Angst zu haben, in dieser sehr komplexen Geschichte den Faden zu verlieren, denn Martin Krist lässt seine Leser auf den insgesamt 400 Buchseiten nicht allein. Die vielen unterschiedlichen Handlungsstränge sorgen für reichlich Abwechslung und ein durchweg hohes Tempo. Der derbe und raue Umgangston macht es leicht, sich rasch in die brutale Unterwelt Berlins einzufinden.

„Die Mädchenwiese“, Marcel Feiges Debüt als Martin Krist im Jahr 2012, hatte mich bereits restlos begeistert. Deshalb freute ich mich schon sehr auf das neue Werk des Autors. Jedoch kann man die beiden Bücher nicht miteinander vergleichen. Den gruseligen und schaurigen Aspekt, der mir bei „Die Mädchenwiese“ ganz besonders gut gefiel, sucht man in „Drecksspiel“ vergebens. Dafür erhält man im aktuellen Thriller einen ungeschönten Blick auf die kriminellen Machenschaften im hochsommerlichen Berlin.

Nachdem ich das Buch beendet hatte, war ich fasziniert davon, wie problemlos Martin Krist den Überblick behalten und auf den ersten Blick unmöglich scheinende Querverbindungen zwischen einzelnen Personen und Taten hergestellt hat. Andere Schriftsteller würden aus den unzähligen Geschichten mindestens drei Bände machen. Martin Krist hingegen gelingt das Kunststück, alle in einem einzigen Buch zusammenzufassen. Die spannungsgeladenen Cliffhanger zwischen den einzelnen Szenen erlauben es dabei kaum, das Buch aus der Hand zu legen.

Manche Frage bleibt am Ende allerdings offen. Das aber ist höchstwahrscheinlich mit Bedacht so gewählt, denn im Oktober 2014 wird es den nächsten Thriller um den Privatermittler David Gross geben. Vielleicht bringt Band zwei dieser Reihe dann ein wenig mehr Licht in die geheimnisvolle Vergangenheit des Ex-Polizisten.

DrecksspielBrachte Mordsspannung in meine Weihnachtsfeiertage: „Drecksspiel“ von Martin Krist

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Leseeindruck – Martin Krist: „Drecksspiel“

In dieser Woche stellt http://www.vorablesen.de den neuen Thriller von Martin Krist vor: „Drecksspiel“.

Nachdem ich mir die Leseprobe zu Gemüte geführt habe, bin ich zu folgendem Eindruck gekommen:

Leider kein Vergleich mit „Mädchenwiese“

Sterne: 3 von 5

Als großer Fan von Thrillern aus deutscher Feder habe ich der Leseprobe von Martin Krists neuem Werk „Drecksspiel“ sehnsüchtig entgegengefiebert. Sein Buch „Mädchenwiese“ fand ich großartig. Doch damit legte der Autor die Messlatte natürlich sehr hoch.

„Drecksspiel“ handelt in Berlin und berichtet in mehreren parallelen Erzählsträngen ungefiltert aus dem Milieu: Drogen, Prostitution, Gewalt, Schulden. Die Sprache ist schnoddrig-vulgär, die Wohnungen und der Puff sind versifft. Schon auf der ersten Seite wird ein Mord an einer jungen Frau verübt; weitere Gewalttaten folgen auf dem Fuß. In dieser Leseprobe kommt man nicht zum Verschnaufen. Mit „Mädchenwiese“ ist Martin Krists neues Buch nicht im Ansatz vergleichbar. Anhand des umfangreichen Personenregisters und der vielen Erzählstränge habe ich die Befürchtung, die Geschichte verstrickt sich in ihre eigenen unübersichtlichen Verworrenheiten. Allerdings würde ich dem Buch gern die Chance geben, mich davon zu überzeugen, dass sich durch diese überladen anmutende Story dennoch ein roter Faden zieht.

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