Leipziger Buchmesse 2017, Tag 2: Mein Messe-Tagebuch


Strahlend blauer Himmel über Leipzig! Petrus muss ein leidenschaftlicher Bücherfreak sein.

Meinen Messe-Freitag hat Barbara Kenneweg mit einer Lesung aus ihrem Romandebüt „Haus für eine Person“ eingeläutet.

Haus für eine Person© Ullstein Buchverlage

Schon der Klappentext hatte im Vorfeld mein Interesse für dieses Buch geweckt. Nach der Lesung war ich absolut begeistert und mir war klar: Ich muss und werde dieses Buch lesen! Es hat mich dann auch den restlichen Messetag brav in meiner Tasche begleitet. Ich kann es kaum erwarten, mich diesem Roman zu widmen – aber zum Lesen kommt man während der Buchmesse so gut wie nie. Tagsüber sowieso nicht – und abends ist man dann erfahrungsgemäß so platt, dass einem die Augen zufallen, sobald man sich zur Ruhe bettet.

Erstmals einen eigenen Messestand hat Indie Publishing,  eine ganz spezielle Sparte des Branchenmagazins buchreport, die sich ausschließlich unabhängigen Autorinnen, Autoren und Verlagen widmet. Im aktuellen Indie-Katalog ist unter anderem auch meine Rezension zur Horroranthologie „11 – Elf unheimliche Kurzgeschichten“ von Daniel D. Allertseder abgedruckt.

Der Messestand von Indie Publishing

Punkt 12:00 Uhr hat mich UIrike Meier vom Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch in die Verlags-Vor-Vorschau für Herbst 2017 linsen lassen. Soviel sei schon verraten: Alle Fans von Joachim Meyerhoff sollten sich den 9. November 2017 ganz dick im Kalender einrahmen.

Zufallstreff am Stand von Kiepenheuer & Witsch: Fußball-Papst Marcel Reif und ich

Danach habe ich mich in der Bloggerlounge mit Thea Lehmann („Tod im Kirnitzschtal“, „Dunkeltage im Elbsandstein“) auf einen Kaffee getroffen. Die sympathische Krimiautorin aus Oberbayern hat mir verraten, dass sie aktuell am dritten Fall für ihren Kommissar Leo Reisinger schreibt. Im Herbst 2017 wird ihr neuestes Werk veröffentlicht.

Beim ersten Bloggertreffen von Kiepenheuer & Witsch auf der Leipziger Buchmesse sprach Susann Pásztor mit ihrem Lektor Olaf Petersen über ihren aktuellen Roman „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“, der mehr ein Buch über das Leben als über das Sterben sei (O-Ton Ulrike Meier), obwohl das Sterben eine zentrale Rolle in dieser Geschichte einnimmt. Der ehrenamtliche Hospizmitarbeiter Fred trifft auf die 60-jährige Karla, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs leidet und der nach einer abgebrochenen Chemotherapie nicht mehr viel Zeit zum Leben bleibt. Auch dieses Buch schreit in drastischer Lautstärke danach, von mir gelesen zu werden.

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster© Kiepenheuer & Witsch

Beim Bloggertreffen der Lieblingsautoren, einem Zusammenschluss aus Selfpublishern, traf ich die wunderbare Poppy J. Anderson.

Großer Andrang am Stand der Lieblingsautoren

Und dann war er auch schon wieder vorbei, der zweite Messetag …

Hat jetzt auch Feierabend: Das Leipziger Messemännchen, seit 1964 das Maskottchen der Leipziger Messe

* GEWINNSPIEL *Zapfig von Felicitas Gruber© DIANA Verlag

Auch in diesem Jahr gibt es wieder das bewährte Buchmesse-Gewinnspiel. Bei mir sammelt Ihr keine Treuepunkte, sondern natürlich Buchstaben. Hier sind die nächsten Buchstaben des diesjährigen Buchmesse-Gewinnspiels. Unter jedem meiner Messetagebuch-Einträge findet Ihr sie. In der richtigen Reihenfolge ergeben sie zusammengesetzt ein Lösungswort, mit dem Ihr an der Verlosung eines nagelneuen Exemplars des Krimis „Zapfig“ von Felicitas Gruber teilnehmen könnt.

K I N A

Teilnahmebedingungen: 

1. Verlost wird ein Exemplar des Krimis “Zapfig” von Felicitas Gruber, nagelneu und ungelesen. Danke an den DIANA Verlag!

2. Das Gewinnspiel läuft im Zeitraum vom 23. März 2017 bis zum 4. April 2017, 24:00 Uhr. Zum Teilnehmen müssen die Buchstaben unter jedem der Messetagebuch-Einträge in die richtige Reihenfolge gebracht, zum Lösungswort zusammengesetzt und das Gewinnspielformular unter dem Tagebucheintrag von Tag 3 (Samstag) vollständig ausgefüllt und abgeschickt werden. Der/die Gewinner/in wird am 5. April 2017 aus allen fristgerecht eingegangenen Einsendungen mit dem richtigen Lösungswort per Losverfahren ermittelt und dessen/deren Name hier bekanntgegeben. Mit dem Absenden des Teilnahmeformulars erklärt sich der/die Teilnehmer/in damit einverstanden, dass sein/ihr vollständiger Name im Gewinnfall hier veröffentlicht werden darf.

3. Mitmachen kann jede/r mit Hauptwohnsitz in Deutschland, der/die mindestens 18 Jahre alt ist. Mit dem Abschicken des Teilnahmeformulars bestätigt Ihr, dass Ihr volljährig seid.

4. Keine Barauszahlung möglich.

5. Keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postweg verloren geht.

6. Bitte nur 1 x mitmachen! Mehrfachteilnehmer/innen werden disqualifiziert.

7. Ihr müsst zur Teilnahme nicht zwingend meinem Blog oder meiner Facebook-Seite folgen. Ich freue mich aber selbstverständlich immer über neue Follower meines Blogs, meiner Facebook-Seite, meines Twitter– und meines Instagram-Accounts.

8. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

9. Eure Daten werden ausschließlich im Rahmen des Gewinnspiels verwendet und NICHT weitergegeben. Nach erfolgter Auslosung werden die Daten gelöscht.

Viel Glück!

Frisch rezensiert: „Glücksmädchen“ von Mikaela Bley

Psychothriller? Nein! – Solider Krimi? Ja!

Meine Bewertung: ★★★

Glücksmädchen.jpg © Ullstein Buchverlage

Die junge Journalistin Ellen Tamm denkt Tag für Tag an den Tod. Das muss sie einerseits ihres Berufes wegen, denn sie arbeitet als Kriminalreporterin beim schwedischen Fernsehsender TV4. Zum anderen verfolgt sie der dramatische Verlust ihrer Zwillingsschwester Elsa noch immer, obwohl er sehr lange zurückliegt.

Das spurlose Verschwinden der achtjährigen Lycke beschwört in Ellen dunkle Erinnerungen herauf. Elsa war damals ebenfalls acht Jahre alt … Ellen gibt alles, um die kleine Lycke lebend zu finden, hilft bei der Suche und befragt die Angehörigen, um einen Anhaltspunkt für den Verbleib des Mädchens zu finden. Doch nicht nur emotional ist dieser Fall für die Journalistin eine Gratwanderung – plötzlich befindet sich Ellen selbst in Gefahr …

„Glücksmädchen“ ist das Debüt der in Stockholm lebenden Autorin Mikaela Bley. Die schwedische Originalausgabe des Thrillers mit dem Titel „Lycke“ erschien 2015 und war sehr erfolgreich. Ob das Buch, das von Katrin Frey ins Deutsche übersetzt wurde und am 10. Februar 2017 veröffentlicht wurde, hierzulande einen ebensolchen Zuspruch erhält?

Für meine Begriffe handelt es sich bei „Glücksmädchen“ leider nicht um einen Psychothriller, wie es der Aufdruck auf dem Cover verspricht. Die psychologische Spannung bleibt nämlich oftmals auf der Strecke. Viel mehr legt die Autorin ihren Fokus auf die zerrütteten Familienverhältnisse der kleinen Lycke und das traumatische Kindheitserlebnis von Reporterin Ellen. Das allerdings tut Mikaela Bley mit sehr viel Tiefe. Da ist Lyckes böse Stiefmutter, die mit ihren Eifersüchteleien auf das Kind ganz weit oben auf der Liste der Verdächtigen steht. Oder hat Lyckes depressiv wirkende Mutter etwas mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun? Steckt vielleicht der Vater dahinter, dessen neues Familienglück die Kleine womöglich stört? Oder doch ein Fremder? Das verrät die Autorin erst ganz zum Schluss und lässt den Leser bis dahin auf so mancher falschen Fährte wandeln.

Gewünscht hätte ich mir von diesem Roman mehr von der düsteren Atmosphäre, denn das Potenzial dazu hat die Geschichte.

Bemerkenswert fand ich die Kaltschnäuzigkeit von Ellens Chef, der den Fall Lycke ohne Rücksicht auf die Eltern medial ausschlachtet und immer der Erste sein will, der die neuesten Entwicklungen verkündet. Auch die Kontakte zwischen dem Fernsehsender und der Polizei scheinen beängstigend eng zu sein.

Ob Mikaela Bley dabei aus ihren eigenen Erfahrungen schöpft? Immerhin hat die 1979 geborene Autorin beim schwedischen TV-Sender SV4 gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete.

In Schweden erschien im August 2016 ihr zweiter Kriminalroman „Liv“. Obwohl mich „Lycke“ nicht einhundertprozentig überzeugen konnte, würde ich dem zweiten Teil der Reihe um Reporterin Ellen Tamm dennoch eine Chance geben, wenn er auf Deutsch erscheint.

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Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Glücksmädchen“

Zur Facebook-Seite der Autorin: Mikaela Bley

Zum Instagram-Profil der Autorin: Mikaela Bley

Frisch rezensiert: „Tage mit Leuchtkäfern“ von Zoe Hagen

Beeindruckendes Roman-Debüt einer 17-Jährigen

Meine Bewertung: ★★★★★

Antonia ist 15 Jahre alt, verletzt sich selbst und leidet unter Bulimie. Die Einsamkeit und die Leere in ihrem Inneren bekämpft sie mit Essen, das sie regelmäßig erbricht, um sich danach wieder hundeelend zu fühlen. Eine zufällige Begegnung mit Fred verändert schließlich ihr Leben. Fred und seine Freunde bezeichnen sich selbst als der „Club der verhinderten Selbstmörder“, denn Noah, Fabien, Amira, Lynn und Fred eint genau das: Sie alle haben bereits Suizidversuche hinter sich. Antonia wird herzlich in ihren Kreis aufgenommen, lernt Freundschaft kennen und Vertrauen. Sie ist glücklich – allerdings nur für eine relativ kurze Zeit…

Mit 17 Jahren schrieb Zoe Hagen ihren Roman „Tage mit Leuchtkäfern“. Inzwischen ist die Berlinerin 21. Ihr 192-seitiges Debüt ist seit dem 14. März 2016 im Handel erhältlich.

Das Buch der jungen Autorin über ein Mädchen im Teenageralter ist dennoch kein klassisches Jugendbuch, sondern ein Roman für sämtliche Altersgruppen. Sowohl die Sprache als auch die Dialoge sind ohne Frage jugendlich, aber dieses Buch erzählt keine seichte Geschichte über typische Teenie-Probleme. „Tage mit Leuchtkäfern“ ist eine einfühlsame Lektüre mit Tiefgang. Sie ist mit wundervollen Sätzen gespickt, die den Leser von Zeit zu Zeit immer wieder innehalten lassen und nachdenklich machen. „Nicht jeder, der lacht, ist glücklich. Wie heißt es so schön? Manchmal lacht man auch nur, um nicht zu weinen.“ (aus „Tage mit Leuchtkäfern“, Seite 72)

Eine bedeutende Rolle, wenn auch nur in Zitatform, kommt dem französischen Schriftsteller Gustave Flaubert zu. Dank Noah wird Antonia quasi zum Fan des Verfassers von „Madame Bovary“. Einen modernen Kontrast zum etwas (Verzeihung!) angestaubten Monsieur Flaubert bilden Songtexte von Jack Johnson. Nichts verdeutlicht die vermeintlichen Gegensätze des Buches besser, denn Jugend und Anspruch schließen sich nicht aus. Das stellt Zoe Hagen in ihrem Debüt eindeutig unter Beweis.

Der Roman wird in Tagebuchform erzählt. Antonia adressiert ihre Einträge an Gott, obwohl sie nicht religiös ist. Sie meint damit vielmehr eine Kraft, „die alles irgendwie zusammenhält“. Dieser Kraft gewährt sie ungefilterte Einblicke in die Abgründe ihrer Seele, aber sie berichtet auch von den schönen Momenten, die sie gemeinsam mit ihren Freunden erlebt. Insofern ist „Tage mit Leuchtkäfern“ eine emotionale Achterbahnfahrt. Antonia beeindruckt mit schonungsloser Ehrlichkeit, in erster Linie sich selbst gegenüber. Das macht sie, die starke und zugleich – in psychischer Hinsicht – schwache Hauptfigur des Buches, unglaublich sympathisch. Bei aller Schwermut verfällt sie nicht pausenlos in Selbstmitleid, was für weitere Pluspunkte sorgt.

Mit einem wahren Paukenschlag neigt sich das Buch schließlich seinem Ende zu – aber mehr wird auf gar keinen Fall verraten!

Wer eine besondere Lektüre sucht, wird mit „Tage mit Leuchtkäfern“ fündig. Zoe Hagens Erstling ist vieles: Traurig, bedrückend, erschreckend, klug, modern – vor allem aber: Einzigartig!

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Zum Buch bei Amazon.de: „Tage mit Leuchtkäfern“

Zum Buch auf der Homepage der Ullstein Buchverlage: „Tage mit Leuchtkäfern“

Zur Facebook-Seite der Autorin: Zoe Hagen

+++ACHTUNG, GEWINNSPIEL!+++

Nur noch bis einschließlich morgen (31.03.2016) habt Ihr die Chance, auf meinem Blog ein signiertes Exemplar von Zoe Hagens Roman „Tage mit Leuchtkäfern“ zu gewinnen. Wie das geht, erfahrt Ihr hier unter „Gewinnspiel“.

Mein Messetagebuch: Tag 3 – 19.03.2016

Messetag Nummer drei ist gleichzeitig der fünfte Geburtstag meines Blogs. Zeit zum Feiern bleibt allerdings nicht, denn der Plan für heute ist straff. 11:00 Uhr veranstaltet der CARLSEN Verlag mit seinen Imprints Königskinder und Chicken House ein Bloggertreffen. Das Team stellt uns drei Neuerscheinungen vor, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte:

„Nur drei Worte“ von Becky Albertalli erzählt die zarte Liebesgeschichte zweier schwuler Jungs.

© CARLSEN Verlag

Jane Austen-Fan Devon Tennyson ist die Hauptperson in „Jane & Miss Tennyson“, dem Debütroman von Emma Mills.

Jane & Miss Tennyson  © CARLSEN Verlag

Grusel in einem verfluchten Schloss am Meer verspricht Helen Maslins Buch „Darkmere Summer“.

Darkmere Summer© CARLSEN Verlag

CarlsenUte Nöth von CARLSEN eröffnet das Bloggertreffen

Der Verlag hat sich ein besonderes Schmankerl einfallen lassen: Autorin Helen Maslin ist beim Bloggertreffen dabei! Die Engländerin mit den signalroten Haaren spricht über ihr Buch, beantwortet Fragen und signiert ihr Buch im Anschluss.

Helen MaslinHelen Maslin und ich posen mit ihrem Buch „Darkmere Summer“

Außerdem treffe ich dort die beiden Mädels vom Blog Schlunzenbücher. Nach zwei gemeinsamen Blogtouren ist es schön, deren Veranstalterin Nadja endlich mal persönlich kennenzulernen.

Schlunzenbücher meets buchstabenfaengerin

Nach diesem überaus gelungenen Start in den dritten Messetag schaue ich bei der Launch-Veranstaltung von NetGalley Deutschland vorbei. Die Plattform bietet digitale Leseexemplare für Blogger, Journalisten, Buchhändler und Lehrende sowie einen direkten Austausch mit verschiedenen Verlagen. In den USA, England und Frankreich gibt es NetGalley schon seit einiger Zeit – nun also auch in Deutschland.

Als der kleine Zeiger der Uhr auf die Zwei vorrückt, erkennt man an der langen Schlange vor Saal 3 im Congress Center Leipzig unschwer, wohin all die Leute wollen. LovelyBooks hat zum großen Lesertreff geladen – mit enormer Resonanz. Kein Wunder, schließlich wird Kate Morton zu Gast sein und ihren neuen Roman „Das Seehaus“ vorstellen. Darin geht es um einen kleinen Jungen, der beim Mittsommerfest auf einem Landgut in Cornwall im Jahre 1933 spurlos verschwindet.

© Verlagsgruppe Random House

Auch Autorin Kirsty Logan ist live dabei und liest aus ihrer Dystopie „The Gracekeepers„.

LBBeim Lesertreffen von LovelyBooks ist der Saal proppevoll

Hinterher kämpfe ich mich durch in Halle 5. Dort findet eine Präsentation zu VLB-TIX statt. Diese Seite vereint alle digitalen Vorschauen sämtlicher Verlage. Feine Sache.

Am Stand von Random House lasse ich mir „Das Seehaus“ von Kate Morton höchstselbst signieren. Es scheint, als sei das Wort „adorable“ eigens für die Australierin, die in England lebt, erfunden worden. Denn anders lässt sich die zauberhafte Autorin mit dem breiten Lächeln einfach nicht beschreiben.

Kate MortonBestsellerautorin Kate Morton und ich am Stand von Random House

Auch der Samstag geht wie im Flug vorbei. Schon ist es wieder 18:00 Uhr und wir treten den Rückweg an. Mach’s gut, Leipziger Buchmesse! Wir sehen uns 2017 wieder!

* GEWINNSPIEL *

Macht mit bei der Verlosung eines signierten Exemplars von “Tage mit Leuchtkäfern”. Bei mir sammelt Ihr keine Treuepunkte, sondern natürlich Buchstaben. Hier sind die letzten Buchstaben des diesjährigen Buchmesse-Gewinnspiels. Unter jedem meiner Messetagebuch-Einträge findet Ihr sie. Zusammengesetzt ergeben sie ein Lösungswort, mit dem Ihr an der Verlosung eines nagelneuen, signierten Exemplars des Romans “Tage mit Leuchtkäfern” von Zoe Hagen teilnehmen könnt.

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Teilnahmebedingungen: 

1. Verlost wird ein Exemplar des Buchs “Tage mit Leuchtkäfern” von Zoe Hagen – von der Autorin signiert, nagelneu und ungelesen. Danke an Ullstein und Zoe Hagen!

2. Das Gewinnspiel läuft im Zeitraum vom 18. März 2016 bis zum 31. März 2016, 24:00 Uhr. Zum Teilnehmen muss aus den Buchstaben unter jedem der Messetagebuch-Einträge das Lösungswort zusammengesetzt und das untenstehende Gewinnspielformular vollständig ausgefüllt und abgeschickt werden. Der/die Gewinner/in wird am 1. April 2016 aus allen fristgerecht eingegangenen Einsendungen mit dem richtigen Lösungswort per Losverfahren ermittelt und dessen/deren Name hier bekanntgegeben. Mit dem Absenden des Teilnahmeformulars erklärt sich der/die Teilnehmer/in damit einverstanden, dass sein/ihr vollständiger Name im Gewinnfall hier veröffentlicht werden darf.

3. Mitmachen kann jede/r mit Hauptwohnsitz in Deutschland, der/die mindestens 18 Jahre alt ist. Mit dem Abschicken des Teilnahmeformulars bestätigt Ihr, dass Ihr volljährig seid.

4. Keine Barauszahlung möglich.

5. Keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postweg verloren geht.

6. Bitte nur 1 x mitmachen! Mehrfachteilnehmer/innen werden disqualifiziert.

7. Ihr müsst zur Teilnahme nicht zwingend meinem Blog oder meiner Facebook-Seite folgen. Ich freue mich aber selbstverständlich immer über neue Follower meines Blogs, meiner Facebook-Seite, meines Twitter– und meines Instagram-Accounts.

8. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

9. Eure Daten werden ausschließlich im Rahmen des Gewinnspiels verwendet und NICHT weitergegeben. Nach erfolgter Auslosung werden die Daten gelöscht.

Viel Glück!

GEWINNSPIELFORMULAR

Frisch rezensiert: „Nachts“ von Mercedes Lauenstein

Großartiges Debüt über die Faszination der Nacht

Meine Bewertung: ★★★★★

Nachts © Aufbau Verlag

Mercedes Lauenstein wurde vor 27 Jahren im schleswig-holsteinischen Kappeln an der Schlei geboren. Inzwischen lebt die Autorin in München. Dort spielt auch ihr Debüt „Nachts“, erschienen am 21. August 2015 im Aufbau Verlag.

In den Nächten klingelt eine junge Frau wahllos an den Türen von Wohnungen, in deren Fenstern noch Licht brennt. Bei diesen Besuchen begegnet sie den unterschiedlichsten Menschen, manche jung, andere alt, doch eines eint sie alle – egal, ob sie in Villen oder abbruchreifen Häusern leben: Die nächtliche Schlaflosigkeit. Die Gründe dafür sind genauso vielfältig wie die Charaktere, auf die Mercedes Lauenstein ihre Protagonistin treffen lässt. Einige von ihnen fangen erst in der Nacht richtig an zu leben, andere werden von Familienmitgliedern um den Schlaf gebracht oder von ihren Sorgen.

Tagebuchartig berichtet die namenlose Ich-Erzählerin von ihren Begegnungen, die mal heiter, mal rührend, tragisch, aber auch schräg sind. Von insgesamt 25 Menschen möchte die selbsternannte Nacht-Forscherin wissen, was die Leute um den Schlaf bringt. Dabei erfährt sie noch viel mehr; nicht selten sind es ganze Lebensgeschichten.

Auch wenn manche Kapitel, die jeweils eine nächtliche Begegnung umfassen, sich nur über vier Seiten erstrecken, ist es doch erstaunlich, wie scharf und präzise Mercedes Lauenstein die einzelnen Charaktere skizziert. Sorgfältig stattet die Autorin jeden von ihnen mit einer individuellen Biografie aus. Dadurch hat „Nachts“ fast etwas von einem Adventskalender: Man weiß nie, was einen hinter der nächsten Tür erwartet.

In allen der 25 kurzweiligen Geschichten gelingt es Mercedes Lauenstein spielend, die ganz besondere Atmosphäre der Nacht einzufangen. Und die Nacht hat viele Gesichter. Ob watteweiche Stille im fallenden Schnee oder laue Sommerluft – die Autorin lässt ihre Hauptfigur ganz genau hinhören und hinschauen, lässt sie die Nacht mit allen Sinnen in sich aufsaugen.

Sinnlich, melancholisch, von großartiger Atmosphäre, mit echtem Tiefgang und ein sprachlich unkomplizierter Blick durchs Schlüsselloch: Das alles ist „Nachts“.

Ein Buch, so still wie die Nacht, und doch so lebendig wie der helle Tag.

© Stephanie Manig, buchstabenfaengerin

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Zum Buch auf Amazon.de: „Nachts“

Zum Buch auf der Homepage des Aufbau Verlags: „Nachts“

Zur Homepage der Autorin: Mercedes Lauenstein

Frisch rezensiert: „Tod im Kirnitzschtal“ von Thea Lehmann

Liebe Leserinnen und Leser, Zeit für ein wenig Heimatkunde! Heute stelle ich Euch einen Regionalkrimi aus heimischen sächsischen Gefilden vor, der (Man glaubt es kaum!) von einer bayerischen Autorin geschrieben wurde. „Tod im Kirnitzschtal“ spielt in der Sächsischen Schweiz und in Dresden. Hier ist meine Rezension:

Ä Doder in dor Straßenbahn

Meine Bewertung: ★★★★

Tod im Kirnitzschtal
© edition Sächsische Zeitung

Für Karl Kunath beginnt der Arbeitstag alles andere als gut: Der langgediente Straßenbahnfahrer entdeckt bei Schichtbeginn einen Toten in der Kirnitzschtalbahn. Die zuckelt normalerweise beschaulich durch die Sächsische Schweiz. Kurz darauf ist die Dresdner Mordkommission vor Ort. Der bayerische Kommissar Leo Reisinger hat sich erst kürzlich nach Elbflorenz versetzen lassen. Gemeinsam mit seinen Kollegen versucht er Licht ins Dunkel dieses mysteriösen Verbrechens zu bringen. Dass er bei den Ermittlungen höchstselbst auf den Felsformationen der Sächsischen Schweiz herumkraxeln muss, ahnt er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Den Krimi „Tod im Kirnitzschtal“, erschienen am 4. Mai 2015 in der edition Sächsische Zeitung, hat die aus Oberbayern stammende Schriftstellerin Thea Lehmann verfasst. Eine Bayerin als Autorin eines sächsischen Regionalkrimis? Das hat mich neugierig gemacht! Wie hat sie die sächsische Mentalität und vor allem den für Außenstehende teilweise absonderlich wirkenden Dialekt in Worte gefasst? Die Antwort: Hervorragend und absolut authentisch! Dabei dürfte Thea Lehmann vor allem ihr sächsischer Ehemann zu Gute gekommen sein. Und so sächseln die Protagonisten, was das Zeug hält – aber nicht übertrieben, sodass es für Leser außerhalb der sächsischen Landesgrenzen wirklich zu keinerlei Verständigungsschwierigkeiten kommt.

Die Brücke zu ihrer eigenen Biografie schlägt die Autorin durch den Einsatz der Hauptfigur Leo Reisinger, der, wie sie selbst, oberbayerische Wurzeln hat und so manches Mal über die (Ess-)Gewohnheiten der Sachsen staunt. Das Aufeinandertreffen der beiden Kulturen verleiht dem Buch das gewisse Etwas. Unter den Kollegen wird schon mal gegen den Leberkässemmel-Kommissar gestichelt, allerdings niemals bösartig.

Humor ist ein wichtiger Bestandteil von „Tod im Kirnitzschtal“: Ein Krimi mit Schmunzelgarantie, der ohne Albernheiten auskommt und Spannung bis zum Schluss bietet. Es darf fleißig gerätselt und gemutmaßt werden, wer den toten Fahrgast aus der Kirnitzschtalbahn auf dem Gewissen hat. Thea Lehmann lüftet das Geheimnis erst am Ende.

Ihre Liebe zur Sächsischen Schweiz merkt man der Autorin deutlich an. Manchmal meint sie es sogar ein wenig zu gut mit den detaillierten Beschreibungen der Örtlichkeiten. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt, denn ansonsten hat „Tod im Kirnitzschtal“ alles, was man für vergnügliche Lesestunden braucht: Einen gut durchdachten Plot mit schlüssiger Auflösung, viel Atmosphäre, unterhaltsame Darsteller, eine lebhafte Sprache und allerhand Kurzweil.

Wer – wie ich – selbst schon keuchend den Lilienstein bestiegen hat, wird sich in der einzigartigen Landschaft der Sächsischen Schweiz in diesem Buch sofort wiederfinden. Leuten, die noch nicht da waren, macht Thea Lehmann mit ihrem Krimi-Debüt große Lust darauf.

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Zum Buch bei Amazon.de: „Tod im Kirnitzschtal“

Zum Buch auf der Homepage der edition Sächsische Zeitung: „Tod im Kirnitzschtal“

Zur Homepage der Autorin: Thea Lehmann

Zur Homepage der Kirnitzschtalbahn

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• Freitag, 24.07.2015, 18:00 Uhr: Buchpräsentation und Krimi-Dinner im Gasthof „Lichtenhainer Wasserfall“ in Sebnitz/Lichtenhain

• Mittwoch, 05.08.2015, 19:00 Uhr: Lesung im Lingnerschloss Dresden

Frisch rezensiert: „Die Magie der kleinen Dinge“ von Jessie Burton

Bezaubernd, fesselnd, geheimnisvoll

Meine Bewertung: ★★★★★


 © Limes Verlag

Amsterdam im Jahr 1686: Nella Brandt, geborene Oortman, ist ernüchtert. Obwohl frisch vermählt, bekommt sie ihren Ehemann Johannes nur selten zu Gesicht. Das Regiment in ihrem neuen Zuhause führt die gestrenge Schwägerin. Sogar die Dienstmagd macht keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegenüber dem jungen Mädchen, das alles hinter sich ließ und im festen Glauben an ein begütertes Leben aus dem ländlichen Assendelft in die Handelsmetropole Amsterdam zog.

Erst das Hochzeitsgeschenk ihres Mannes erhellt Nellas trübe Tage: Ein Puppenhaus, mit Schildpattlack überzogen, das eine originalgetreue Miniaturausgabe des prächtigen Anwesens darstellt, in dem Nella lebt. Sie möchte das Haus einrichten und wendet sich an einen Miniaturisten – nicht ahnend, welchen Stein sie damit ins Rollen bringt…

Mit ihrem Debüt-Roman „Die Magie der kleinen Dinge“ hat die 1982 geborene Engländerin Jessie Burton einen echten Volltreffer gelandet: In ihrer Heimat wurde das Buch mit dem Originaltitel „The Miniaturist“ ein Bestseller. Verlage in 32 Ländern sicherten sich die Rechte daran. Ein verdienter Hype? Absolut! Die Autorin erzählt eine großartige Geschichte, in der sie mühelos Brücken zwischen den verschiedensten Genres schlägt. Jessie Burton verbindet den historischen Roman mit einer kitschfreien Liebesgeschichte und gibt eine gute Prise Magie dazu.

Es ist eines dieser Bücher, bei denen man gegen Ende immer langsamer liest, in dem Wunsch, die Geschichte möge nicht enden. Von Beginn an nimmt dieser Roman den Leser gefangen und fesselt ihn bis zum Schluss, der leider doch irgendwann unvermeidlich ist. Dabei darf Jessie Burton getrost als Meisterin der unvorhersehbaren Wendungen bezeichnet werden, denn mit diesen wartet sie ebenso reichlich wie überzeugend auf. Mir blieb beim Lesen angesichts des überraschenden Fortgangs der Dinge sowie der Entdeckung vermeintlich gut gehüteter Geheimnisse des Öfteren der Mund offen stehen.

Kapitel für Kapitel verfolgt man die erstaunliche Entwicklung der Hauptfigur Nella vom jungen naiven Mädchen zu einer mutigen Frau. Die Tatsache, dass Petronella Oortman wirklich existierte und ein Schrankpuppenhaus besaß, das heute im Amsterdamer Rijksmuseum steht, macht die Geschichte noch greifbarer. Nun ist „Die Magie der kleinen Dinge“ keine Biografie über die Niederländerin, die von 1656 bis 1716 lebte, aber sie orientiert sich in vielerlei Hinsicht an der „echten“ Nella. Überhaupt wirken ausnahmslos alle Charaktere geradezu reell.

„Die Magie der kleinen Dinge“ wird im Präsens erzählt – eher untypisch, insbesondere für einen Roman, der in einer Zeit spielt, die schon mehrere Jahrhunderte zurückliegt. Dadurch fühlt man sich als Leser aber noch mehr „mittendrin“ in der Geschichte.

Jessie Burton bedient sich einer üppigen, wunderbaren Sprache. Hin und wieder haben einzelne Sätze eine gewisse Doppelbödigkeit. Die Übersetzerin Karin Dufner hat hier ganze Arbeit geleistet.

Auch wenn ich der Meinung bin, dass ein Leser-Leben zu kurz dafür ist, um ein Buch mehrmals zu lesen – „Die Magie der kleinen Dinge“ gehört zu der Handvoll Bücher, bei denen ich eine Ausnahme machen würde.

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Zum Buch bei Amazon: „Die Magie der kleinen Dinge“

Zum Buch auf der Homepage des Limes Verlags: „Die Magie der kleinen Dinge“

Zur Homepage der Autorin (englischsprachig): Jessie Burton

Das Schrankpuppenhaus von Petronella Oortman auf der Homepage des Rijksmuseums Amsterdam (englischsprachig)