Frisch rezensiert: „Gustaf – Alter Schwede“ von Claus Vaske

Spritzige Familienkomödie

Gustaf - Alter Schwede

© HarperCollins

Meine Bewertung: ★★★★★

Dass Claus Vaske Drehbücher und Texte für verschiedene Comedy-Formate wie beispielsweise „Kalkofes Mattscheibe“ schreibt, merkt man seinem aktuellen Roman „Gustaf – Alter Schwede“ sofort an. Denn diese humorvolle Geschichte läuft vor dem Auge des Lesers ab wie ein höchst unterhaltsamer Fernsehfilm zur besten Sendezeit. Erschienen ist das gute Stück am 6. Februar 2017 bei HarperCollins. Das von Lübbe Audio produzierte Hörbuch spricht übrigens Hella von Sinnen.

Kernstück des Romans ist die vierköpfige Familie Baumann, die nach langer beschwerlicher Suche endlich ihr Traumhaus gefunden hat – oder sollte man besser sagen: ihre Traumvilla? Zu einem echten Schnäppchenpreis erstehen sie das altehrwürdige Anwesen im rheinländischen Rotthoven. Doch schon bald gehen seltsame Dinge vor sich. Wer klimpert des Nachts mit den Weinflaschen herum? Wer bedient sich heimlich am Lieblings-Stinkekäse von Mama Saskia? Und warum ist der Bierkasten ständig leer?

Die Baumanns trauen ihren Augen kaum, als sie den Verursacher all dieser merkwürdigen Begebenheiten eines Nachts vor sich sehen: Einen über vierhundert Jahre alten Zausel mit Stulpenstiefeln samt Hut in bester Musketier-Manier, der lispelt und mit schwedischem Akzent spricht. Das ist kein Geringerer als Gustaf, der Hausgeist, die relativ unerfreuliche Gratiszugabe zum neuen Heim.

Die Charaktere in Claus Vaskes neuem Roman wirken so lebensecht, als würden sie jeden Moment den Buchseiten entsteigen. Spritzige Dialoge und große als auch kleine Katastrophen sorgen für eine Menge Abwechslung, Action und fröhliches Gelächter beim Leser. Dabei nimmt der Autor klassische Alltagsprobleme und so manches Vorurteil mit einem Augenzwinkern aufs Korn: Der trinkfreudige Schwede, die schmollende Teenie-Tochter oder die sexuell ermattete Ehe der Eltern Baumann sind da nur ein paar Beispiele.

Mit „Gustaf – Alter Schwede“ hat der in Bonn lebende Autor Claus Vaske einen unterhaltsamen Roman verfasst, der vor Humor nur so strotzt und den Leser für die Dauer von 240 Buchseiten dem Alltag entfliehen lässt.

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Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Gustaf – Alter Schwede“

Zum Hörbuch: „Gustaf – Alter Schwede“

Zur Homepage des Autors: Claus Vaske

Frisch rezensiert: „Und dann kam Ute“ von Atze Schröder

Die beste Therapie gegen „Atze-Phobie“

Sterne: 5 von 5

Mein Verhältnis zu Atze Schröder war bislang dem zu Spinat und Lakritze recht ähnlich: Wer mich kennt, weiß, dass ich beides überhaupt nicht mag. Dennoch habe ich das „Experiment Atze“ gewagt und versuchte, so unvoreingenommen wie möglich an seinen Debüt-Roman „Und dann kam Ute“, den er gemeinsam mit Till Hoheneder geschrieben hat, heranzugehen.

Der Comedian Atze Schröder gewährt uns damit in einer Mischung aus Wahrheit und Fiktion einen Einblick in sein bewegtes Leben. In die Kurt-Schumacher-Straße 10 in Essen zieht eines Tages die schwangere Ute ein. Sie und Atze haben wahrlich keinen guten Start miteinander, denn der Ruhrpott-Proll behindert die Umzugshelfer mit seinem Protz-Porsche und fängt sich prompt eine Standpauke von Waldorfschullehrerin Ute ein. Doch schon bald werden die ungleichen Mieter echte Freunde. Atze begleitet die werdende Mutter zum Frauenarzt und ist bei der Namenssuche eine echte Unterstützung. Dennoch stimmt irgendetwas nicht: Atze wird eifersüchtig, flüchtet schließlich nach Berlin und versucht mit Hilfe von allerhand Abenteuern mit zahlreichen Betthäschen der Wahrheit nicht ins Auge blicken zu müssen. Er wird sich doch nicht etwa in die „Öko-Lesbe“ Ute verliebt haben? Nein, vollkommen ausgeschlossen. Eigentlich…

„Und dann kam Ute“ ist ein Buch, das mich sehr positiv überrascht hat – trotz des gewöhnungsbedürftigen fliederfarbenen Covers, das mich nicht auf den ersten Blick angesprochen hat. Dieser Roman ist ein riesengroßer Spaß und liest sich wie von allein. Zahlreiche Promis säumen die insgesamt 288 Seiten – von Markus Lanz über Dunja Rajter bis hin zu Halle Berry. Keine Frage, dieses Buch ist Atze pur: Seine typischen Macho-Sprüche und amouröse Abenteuer en Masse sind der rote Faden dieses Romans. Dennoch zeigt er darin auch überraschend andere Seiten seiner Kunstfigur auf – mal sensibel, mal traurig, aber stets liebenswert. Ich möchte nicht behaupten, dass ich durch dieses Buch zum Atze-Fan mutiert bin, aber „Und dann kam Ute“ hat mich mit seinem rasanten Tempo und zahllosen irrwitzigen Begebenheiten wunderbar unterhalten und dazu geführt, dass ich meine Atze-Phobie vollständig ablegen konnte.

Allen Fans des Ruhrpott-Komikers und vor allem Denjenigen, die den Lockenkopf nicht leiden können, sei dieser Roman wärmstens empfohlen.

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Zum Buch bei www.amazon.de: „Und dann kam Ute“

Zur Homepage des Autors: Atze Schröder

Zur Homepage des Verlags: Wunderlich

Dieses Buch wurde im Rahmen der LovelyBooks-Lesechallenge im Oktober 2013 gelesen.