Mein Messetagebuch: Tag 3 – 14.03.2015

Erfahrungsgemäß ist der Messe-Samstag der Tag, an dem es gemütlich wird. Gemütlich im Sinne von: Mit fremden Menschen ungewollt auf Tuchfühlung zu gehen, gesperrte Übergänge zwischen den einzelnen Hallen vorzufinden und erheblich länger zu brauchen, um von A nach B zu gelangen.

Allerdings wird der dritte Messetag am Stand von dotbooks und skoobe entspannt angegangen. Die beiden Münchner Firmen haben zum Bloggerfrühstück geladen. Bei Muffins und Latte Macchiato stellen sich der E-Book-Verlag dotbooks und die E-Book-Flatrate skoobe vor. Auch die dotbooks-Autoren Wolfgang Hohlbein, Jochen Frech, Tanja Kinkel und Tanja Wekwerth sind dabei.

IMG_2266Wolfgang Hohlbein, Jochen Frech, Tanja Wekwerth und Tanja Kinkel (v. l. n. r.)

Gut gestärkt gehe ich anschließend zum Stand des Deutschen Taschenbuchverlags (dtv), denn Jussi Adler-Olsen signiert dort seine Bücher. Hunderte wollen ein Autogramm des dänischen Thrillerautors und ruckzuck platzt der dtv-Stand aus allen Nähten. Sein neues Buch „Verheißung – Der Grenzenlose“, das am 16. März 2015 erscheint und dem Sonderdezernat Q um Ermittler Carl Mørck den sechsten Fall beschert, kann man vor Ort schon kaufen. Jussi Adler-Olsen präsentiert sich gut gelaunt, schlürft Weißwein, signiert eifrig und lächelt in die Kameras. Ich bin im siebten Thriller-Himmel, nachdem ich eine Signatur und ein Foto mit dem Meister mein Eigen nennen darf. 🙂

IMG_2273Jussi Adler-Olsen signiert

IMG_2280Der Meister und ich 🙂

14:00 Uhr findet das Leser- und Bloggertreffen von LovelyBooks statt. Gemeinsam mit meinen wunderbaren Bloggerkolleginnen Buecherloewe und Anja von Zwiebelchens Plauderecke sowie 247 weiteren Teilnehmern folge ich gespannt der Diskussion rund ums Bloggen, an der sich die Autorinnen Wiebke Lorenz und Melanie Raabe sowie Verlagsmitarbeiter beteiligen. Außerdem stellt Bettina Belitz ihr neues Jugendbuch „Mit uns der Wind vor“ und liest daraus. Zum Schluss hagelt es sündhaft leckere Cupcakes und prallgefüllte Goodie-Bags. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an das LovelyBooks-Team!

IMG_2284 Von vielen Leseratten sehnsüchtig erwartet: Der #LBlesertreff

IMG_2294Autorin Melanie Raabe („Die Falle“)

IMG_2309Bettina Belitz

Ich kämpfe mich mit aller Geduld, die ich aufzubieten im Stande bin – und das ist beileibe nicht viel – zurück in Halle 5. Dort findet ein Meet & Greet mit den Amazon Publishing-Autorinnen Johanna Danninger und Greta Milán statt. Johanna Danninger sieht einmal mehr umwerfend aus – und das sage ich ihr auch gleich. Hauptberuflich arbeitet sie als Krankenschwester. Ihrem Erstling „Vorhofflimmern“ kamen ihre beruflichen Erfahrungen dabei sehr zu Gute. Ihr aktueller Roman heißt „Nachbarschaftsverhältnis“.

IMG_2311Greta Milán, ich, Johanna Danninger (v. l. n. r.)

Ebenfalls in Halle 5 wird der Preis „Ungewöhnlichster Buchtitel des Jahres 2014“ von der Leseplattform www.wasliestdu.de verliehen. Autor Jan Drees moderiert das Spektakel mit sehr viel Humor. Auch Oliver Zille, der Direktor der Leipziger Buchmesse, ist als Jury-Mitglied anwesend. Letztlich schaffen es folgende Titel in die Top 3:

Platz 3: „Henry Frottey – Sein erster Fall: Teil 2 – Das Ende der Trilogie Ein Roman in Schwarzweiß“
von Jan Philipp Zymny

Platz 2: „Wenn das die Lösung ist, will ich mein Problem zurück“
von Nelly Arnold

Platz 1: „Wir sind glücklich, unsere Mundwinkel zeigen in die Sternennacht wie bei Angela Merkel, wenn sie einen Handstand macht“
von Thomas Spitzer

IMG_2314Buchmesse-Direktor Oliver Zille (1. v. l.) und Jan Drees (4. v. l.) bei der Vorstellung der Nominierten

IMG_2315 Die Shortlist: Diese 10 Bücher haben es ins Finale geschafft

Der glückliche Preisträger und Poetry-Slammer Thomas Spitzer liest anschließend aus seinem grandios titulierten Werk und reißt das Publikum zu Lachsalven hin.

Der Messetag neigt sich dem Ende zu. Im Pressezentrum treffe ich Arndt vom Blog AstroLibrium und werde unverhofft Mutter! Denn Arndt schenkt mir eines seiner Leseeulchen, die bereits von einigen Bloggern, Verlagsmitarbeitern und sogar jüngst von Autorin Jennifer Benkau adoptiert wurden. Nun gehöre ich zum exklusiven Kreis der Eulen-Eltern und denke seither angestrengt über einen passenden Namen für meinen textilen Filius nach.

IMG_2317 Arndt, die noch namenlose Eule und ich

Dieses Ereignis ist für mich der Abschluss einer grandiosen Messe. Wenn ich die Leipziger Buchmesse 2015 mit nur einem Wort beschreiben soll, dann eindeutig mit diesem hier:

Wow.jpg

* G E W I N N S P I E L *

Drei ereignisreiche Tage auf der Leipziger Buchmesse 2015 liegen hinter mir. Meine Eindrücke habe ich in drei Tagebucheinträgen festgehalten, unter denen Ihr jeweils drei Buchstaben findet, die zusammengesetzt ein Lösungswort ergeben. Hier sind die heutigen und damit letzten Lösungswort-Fragmente:

T T E

Nun könnt Ihr das Lösungswort zusammensetzen, um an der Verlosung eines signierten Exemplars des Krimis „Wolfsschlucht“ von Andreas Föhr teilzunehmen. Die Teilnahmebedingungen findet Ihr hier.

Zum Tagebucheintrag Tag 1

Zum Tagebucheintrag Tag 2

Hier ist nun das Teilnahmeformular. Ich drücke Euch die Daumen!

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Frisch rezensiert: „Die Liebesnachricht“ von Maria Ernestam

Kraftvoller Roman mit reichlich unpassendem Titel

Sterne: 4 von 5

Die drei Schwestern Mariana, Elena und Karolina sind die Töchter eines Schaustellerehepaars und das alte, aber noch immer funktionstüchtige Karussell der Familie ist seit Generationen ein Anziehungspunkt für die Menschen in dem kleinen schwedischen Örtchen, in dem sie leben.

Gleichzeitig ist das geliebte Karussell Sinnbild für eine fürchterliche Tragödie, die die drei inzwischen erwachsenen Frauen in ihrer Kindheit heimgesucht hat: Ihr Vater wurde ermordet. Seine Leiche war an eines der Karussellpferde gefesselt. Der oder die Täter konnten bis heute nicht ausgemacht werden und in dem beschaulichen Ort halten es die Leute gemeinhin für besser, die Vergangenheit ruhen zu lassen….

„Die Liebesnachricht“ von Maria Ernestam ist ein bildgewaltiger, kluger und kraftvoller Roman, der darüber hinaus ein Fünkchen Magie in sich birgt. Das ist einerseits dem Umstand zu verdanken, dass Mariana einen Spielzeugladen führt, mit dem viele Menschen Erinnerungen an unbeschwerte Kindheitstage verknüpfen, andererseits der Passion der drei Schwestern für das Marionettenspiel.

Kaum hatte ich begonnen, das Buch zu lesen, konnte ich mich der Sogwirkung der Geschichte nicht mehr entziehen. Grusel umhüllte mich, als der Mord am Vater und die Entdeckung des Toten durch Mariana, die älteste der Schwestern, geschildert werden. Mariana ist die Hauptperson im Buch, das aus ihrer Sicht in der Ich-Form geschrieben ist.

Die sprachliche Schönheit dieses Romans ist bemerkenswert – einzelne, wahrlich poetische Sätze zergingen mir geradezu auf der Zunge.

Der zu Anfang recht hohe Spannungsbogen flacht im letzten Drittel des Buches spürbar ab. Stattdessen liest man dort von bewegenden, allerdings mitunter langwierig beschriebenen Begebenheiten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Was mich an diesem Buch gestört hat, ist der absolut unpassende Titel „Die Liebesnachricht“, denn diesen verbinde ich in keinster Weise mit dem Inhalt des Romans. Die wörtliche Übersetzung des Titels der schwedischen Originalausgabe, nämlich „Töchter der Marionetten“, wäre sehr viel treffender gewesen. Das Cover deutet auf einen anrührenden skandinavischen Liebesroman hin, doch das ist „Die Liebesnachricht“ mitnichten. Vielmehr handelt es sich beim siebten Buch der Autorin Maria Ernestam um eine anspruchsvolle Familiengeschichte mit einer Prise Krimi und drei wunderbaren, überaus sympathischen und höchst unterschiedlichen Protagonistinnen.

Die Liebesnachricht

Für diesen Roman wurde ich vom btb Verlag als Testleserin ausgewählt. Mein ganz herzlicher Dank für das Leseexemplar und die tolle Aktion gilt dem btb-Team!

→ Interessante Links

Zum Buch auf www.amazon.de: „Die Liebesnachricht“

Zur Biografie der Autorin auf www.schwedenkrimi.deMaria Ernestam

Zur Homepage des Verlags: btb Verlag