Frisch rezensiert: „The Couple Next Door“ von Shari Lapena

Don’t believe the hype – oder doch?

Meine Bewertung: ★★★★★

The Couple Next Door
© Bastei Lübbe AG

„The Couple Next Door“ ist der Thriller, über den in diesem Jahr am meisten gesprochen werden wird.

(Das englische Magazin „Stylist“ über „The Couple Next Door“)

Solche vollmundigen Bewertungen wie die eben aus dem englischen Wochenmagazin „Stylist“ zitierte lösen bei mir unheimlich hohe Erwartungen an das betreffende Buch und gleichzeitig leise Zweifel aus. Ist diese Geschichte wirklich so gut?

Jedenfalls kommt man in diesem Frühjahr an dem Thriller „The Couple Next Door“ nicht vorbei. In England und den USA ist das Buch schon ein Bestseller. Bei Bastei Lübbe, dem Verlag, der die deutschen Rechte erworben hat, ist Shari Lapenas Erstling in dieser Saison der Top-Titel. Das beweist unter anderem die Guerilla-Kampagne, bei der in mehreren Großstädten mit Stickern auf und Leseproben in Briefkästen auf das Buch aufmerksam gemacht wurde. Darf man dem Hype Glauben schenken? Denn leider steckt nicht in jedem Fall Qualität hinter groß angelegten Werbeaktionen wie dieser.

Im Fall von „The Couple Next Door“ waren meine Zweifel unbegründet. Ja, dieses Buch ist großartig und es hat den Rummel, der darum gemacht hat, wirklich verdient!

Im Mittelpunkt von Shari Lapenas Debüt stehen Anne und Marco Conti. Die beiden sind jung verheiratet und frisch gebackene Eltern der kleinen Cora. Die Einladung ihrer Nachbarn zu einer abendlichen Geburtstagsfeier nehmen Anne und Marco an – obwohl die Gastgeberin im Vorfeld darum bat, Cora zu Hause zu lassen. Doch dank Babyfon und der Abmachung, halbstündlich abwechselnd nach der Kleinen zu sehen, sollte der Party nebenan nichts im Wege stehen. Als die Contis mitten in der Nacht nach Hause kommen, ist das Bettchen von Cora plötzlich leer. Für die jungen Eltern beginnt ein beispielloser Albtraum …

Zunächst ist der Leser für einige Zeit Zeuge der Ermittlungen von Detective Rasbach und seinen Kollegen. Nachbarn werden befragt, Alibis überprüft, Spürhunde eingesetzt – allerdings ohne Erfolg. Und in dem Moment, in dem man meint, die Geschichte plätschert ohne nennenswerten Fortgang (wohl aber mit Dramatik!) so dahin, kommt in der Mitte des Buches urplötzlich – und so ganz nebenbei – die überraschende Wendung, die für Erstaunen und Tempo sorgt.

Wenn ich „The Couple Next Door“ mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre das „intensiv“. Es kommt äußerst selten vor, dass mich ein Buch bis in meine Träume verfolgt. Das ging mir bei Shari Lapenas Thriller aber so. Die Frage, wer hinter Coras Verschwinden steckt, hat mich einfach nicht losgelassen. Bis zur Auflösung am Ende des Buchs säumen falsche Verdächtigungen und ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit den Weg.

In ihrem Debüt fügt Shari Lapena die beiden Genres Thriller und Drama zu einer faszinierenden Einheit zusammen. Sie lässt den Leser schonungslos hinter die Fassaden der vermeintlich heilen Welt ihrer wenigen, aber detailreich illustrierten Protagonisten blicken.

Es hat ein wenig gedauert, bis ich mit der Erzählweise warm geworden bin, denn die von Rainer Schumacher aus dem Englischen ins Deutsche übertragenen Sätze sind überwiegend kurz und nüchtern. Doch je weiter ich las, desto mehr kam ich zu der Überzeugung, dass die Sprache einfach zu dieser Story passt. Und trotz dieses recht unspektakulären Schreibstils ist es Shari Lapena (und dem Übersetzer) gelungen, eine in sich schlüssige und spannende Geschichte zu erzählen, deren Ausgang der Leser schon beizeiten aufgeregt entgegenfiebert.

→ Interessante Links

Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „The Couple Next Door“

Zur Homepage der Autorin: Shari Lapena

Nach Übernahme von LYX durch Bastei Lübbe: Aus für beliebte Thriller-Reihe

Als im Frühjahr 2016 bekannt wurde, dass der Kölner Verlag Bastei Lübbe die Imprints LYX und INK von Egmont übernimmt, ging ein Raunen durch die Bücherwelt.

Die Angst, dass sich dadurch negative Veränderungen ergeben oder Buchreihen womöglich eingestampft werden könnten, wurde den LYX- und INK-Lesern in einem Artikel des Börsenblatts, dem Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel, genommen:

Bastei Lübbe wird alle Bücher von LYX und INK in seinem Verlagsprogramm übernehmen und die Zusammenarbeit mit allen Autoren und Lizenzgebern weiterführen.

Aus dem Artikel auf Boersenblatt.net vom 9. Mai 2016

So weit, so gut. Doch das vollmundige Versprechen währte genau drei Monate – nämlich bis heute.

Denn vor wenigen Stunden verkündete die Autorin Saskia Berwein auf ihrer Facebook-Seite das Aus für ihre bislang bei LYX erschienene Thriller-Reihe um Kommissarin Jennifer Leitner und Staatsanwalt Oliver Grohmann:

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Screenshot: Facebook

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Der aktuelle Band der Reihe: „Wundmal“

© LYX/Bastei Lübbe

Schon vor einer Weile spielte sich Seltsames ab: Der für dieses Jahr geplante Erscheinungstermin des fünften Bandes der Reihe mit dem Titel „Leidensbringer“ wurde plötzlich auf den 31. Dezember 2017 (!) verschoben. Aktuell ist das zum Beispiel bei Amazon auch noch so zu lesen. Die Terminverschiebung löste bei den Fans zunächst Stirnrunzeln aus.

Die heutige Meldung von Saskia Berwein, dass die Reihe nun unter dem Dach von Bastei Lübbe gar nicht weitergeführt wird, sorgte verständlicherweise für Unmut bei ihren Lesern.

Ich habe bislang alle vier Bände mit Begeisterung verschlungen, war bei mehreren Blogtouren zu den Büchern dabei und durfte Saskia Berwein auf der Leipziger Buchmesse persönlich kennenlernen.

Die Entscheidung von Bastei Lübbe kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Besonders im Hinblick auf die Aussagen des Kölner Verlagshauses vom Mai 2016 bin ich einfach nur sauer.

Ich wünsche Saskia Berwein und ihren treuen Lesern (somit auch mir) einen Verlag, der die Thriller der hessischen Autorin zu schätzen weiß und dafür sorgt, dass „Leidensbringer“ bald den Weg in die Bücherregale der Fans des Spannungsgenres findet.

Krimi-Sommer-Special: Deutsche Autoren

Ich packe meinen Koffer …

luggage-1482693_1920© condesign/pixabay

… und ich nehme mit:

Sonnencreme √

Strandtuch 

Sonnenbrille 

Krimi – hm, aber welchen?

Steht Ihr auch vor diesem Problem? Vielleicht kann ich Euch ja bei der kniffligen Entscheidung, welcher Krimi unbedingt ins Urlaubsgepäck muss, helfen. Im Krimi-Sommer-Special: Deutsche Autoren stelle ich Euch fünf Kriminalromane vor, die im Frühjahr 2016 erschienen sind, und die ausschließlich aus der Feder von deutschen Autoren stammen.

Geschichtsträchtiger Eifel-Krimi

„Und am Morgen waren sie tot“

Autor: Linus Geschke

erschienen am: 14.03.2016

erschienen bei: Ullstein Taschenbuch

Seiten: 400

Preis: 9,99 EUR

© Cover: Ullstein Buchverlage

Der Kölner Journalist Jan Römer schreibt für das Nachrichtenmagazin „Die Reporter“ über ungelöste Kriminalfälle. In seinem aktuellen Bericht steht ein Doppelmord im Fokus, der sich 1997 an der deutsch-belgischen Grenze ereignet hat. Damals wurde ein junges Paar in einem Waldstück umgebracht. Ihre beiden Freunde sind bis heute wie vom Erdboden verschluckt … Wird es Jan Römer gelingen, dem Mörder nach so vielen Jahren auf die Spur zu kommen?

In dem 2014 erschienenen Kriminalroman „Die Lichtung“ ermittelte Jan Römer zum ersten Mal. In seinem aktuellen Buch „Und am Morgen waren sie tot“ setzt Autor Linus Geschke den Reporter erneut auf einen ungeklärten Mordfall an. Abgesehen von der Frage, wie glaubhaft es ist, dass ein Journalist auf eigene Faust polizeiliche Ermittlungen anstellt, unterhält dieser Krimi den Leser von der ersten bis zur letzten Seite gut und macht Appetit auf einen Ausflug in die Eifel.

Linus Geschke beschreibt einsame Wälder, kleine Eifel-Dörfer und verborgene Bunkeranlagen anschaulich und bildhaft. Einen interessanten Geschichts-Exkurs gibt’s obendrauf, denn mit Blick auf die Ardennenoffensive gegen Ende des 2. Weltkriegs ist der Schauplatz des Kriminalromans ein Ort von historischer Bedeutung.

Obwohl ich mit dem Hauptakteur Jan Römer nicht wirklich warm geworden bin – er erschien mir zu glatt und zu profillos -, empfehle ich „Und am Morgen waren sie tot“ gern allen Krimi-Fans, denn trotz des schwächelnden Protagonisten erwartet sie hier ein spannender, fundierter und vielschichtiger Kriminalroman mit überraschendem Ausgang …

Gesamtbewertung: ★★★★


Tiefgründiger Psychokrimi für Leser mit Ausdauer

Fremdes Leben von Petra Hammesfahr

„Fremdes Leben“

Autorin: Petra Hammesfahr 

erschienen am: 08.03.2016

erschienen bei: Diana Verlag

Seiten: 496

Preis: 19,99 EUR

© Cover: Diana Verlag

Nach einem Unfall erwacht eine Frau aus dem Koma. Sie weiß nicht, wer sie ist, weiß nichts über ihr Leben. Lediglich Fragmente blitzen in ihren Albträumen auf, doch sie kann die Puzzleteile nicht zu einem Bild vereinen. Sicher ist nur: Sie muss etwas Furchtbares getan haben …

Petra Hammesfahr zählt zu den deutschen Bestseller-Autorinnen und rückt in „Fremdes Leben“ eine Frau in den Mittelpunkt, die verbissen um ihre Erinnerungen kämpft. Zu Anfang wirkt die Geschichte verworren – fast scheint es, als wolle die Schriftstellerin ihre Leser in die Lage der Protagonistin versetzen. Doch Kapitel für Kapitel entwirrt sich die Lage und man beginnt, die Zusammenhänge zu verstehen.

Die Autorin blickt in einzelnen Sequenzen auf die Vergangenheit ihrer Hauptfigur zurück, die zum Teil verstörend sind.

Die Bezeichnung „Psychogramm“, die sich auf dem Buchrücken befindet, ist absolut passend. In „Fremdes Leben“ geht es nicht um Ermittler, die einen Mörder jagen – insofern ist dieses Buch kein klassischer Krimi. Petra Hammesfahr hat vielmehr eine verwobene, tiefgründige Geschichte ersonnen, bei der der Leser keinen bzw. nur wenig Wissensvorsprung erhält. Für ihn lichtet sich das Dunkel ebenso mühsam wie für die Hauptakteurin. Und mühsam ist in diesem Fall wohl das passende Wort, denn ein wenig Puste muss man beim Lesen von „Fremdes Leben“ schon mitbringen. Manchmal hat man als Leser das Gefühl, sich im Kreis zu drehen und nicht vom Fleck zu kommen; die Geschichte gerät ins Stocken. 496 Seiten hätte es nicht zwingend für diesen Roman gebraucht.

Wer klassische Krimis und Crime-Storys mit Tempo mag, wird an „Fremdes Leben“ wenig Vergnügen haben. Leser mit Ausdauer und Vorliebe für psychologische Studien hingegen werden von diesem Buch begeistert sein.

Gesamtbewertung: ★★★


Unblutiger Landkrimi zum Entspannen


„Heidefeuer“

Autorin: Angela L. Forster

erschienen am: 14.03.2016

erschienen bei: Ullstein Taschenbuch

Seiten: 352

Preis: 9,99 EUR

© Cover: Ullstein Buchverlage

Kriminalhauptkommissarin Inka Brandt ist ein echtes Landei. Nachdem ihre Ehe gescheitert ist, kehrt sie ihrer Wahlheimat Lübeck den Rücken und gemeinsam mit Töchterchen Paula zurück nach Undeloh, ein Dörfchen in der Lüneburger Heide. Außer Gestüten, Bauernhöfen und Tälern voller Heidekraut befindet sich dort der „Seerosenhof“, eine Privatklinik für Menschen mit psychischen Problemen. Plötzlich geschehen mehrere Morde – und sie alle scheinen miteinander in Verbindung zu stehen …

Mit Inka Brandt schickt Autorin Angela L. Forster eine neue Ermittlerin ins Rennen, die in der Beschaulichkeit der Lüneburger Heide ermittelt. Und das nicht nur einmalig, denn „Heidefeuer“ ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe. Band 2 mit dem Titel „Heidegift“ steht schon in den Startlöchern und erscheint am 14.10.2016.

„Heidefeuer“ ist ein Kriminalroman, der seiner Kulisse wegen trotz aller Gräueltaten ein heimeliges Gefühl verbreitet. Die Geschichte kommt ohne Blutvergießen aus und konzentriert sich stattdessen auf die Arbeit der Kommissare Inka Brandt und Mark Freese, die schon seit Kindertagen miteinander befreundet sind. Dass Ermittlungen manchmal langwierig sind, erfährt der Leser hier am eigenen  Leib. Manchmal treten nämlich nicht nur Brandt und Freese in puncto Mördersuche auf der Stelle, sondern auch die Geschichte selbst, die streckenweise Geduld vom Leser fordert.

Richtig in Fahrt kommt die Story auf den gut letzten fünfzig Seiten – da legt sie deutlich an Tempo, Witz und Spannung zu.

Kurzum: Eine ruppige Kommissarin in der Hauptrolle eines gut für den Liegestuhl geeigneten Krimis, mit dem man getrost entspannen kann und der sich mit drei U’s (wie Undeloh) beschreiben lässt: unblutig, unterhaltsam, urig.

Gesamtbewertung: ★★★ 


Münster-Krimi mit Thriller-Qualitäten

Denn mir entkommst du nicht

„Denn mir entkommst du nicht“

Autorin: Christine Drews 

erschienen am: 13.05.2016

erschienen bei: Bastei Lübbe

Seiten: 319

Preis: 9,99 EUR

© Cover: Bastei Lübbe

Am Aasee in Münster wird die grauenvoll zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden. Besonders verstörend ist dabei die Tatsache, dass der Unterleib des Opfers regelrecht zerfetzt wurde. Die Identität der Toten ist unklar. Charlotte Schneidmann und ihr Kollege Käfer setzen alles daran, um die fürchterliche Tat schnell aufzuklären …

„Denn mir entkommst du nicht“ ist der vierte Krimi um das Ermittler-Duo Schneidmann und Käfer. Um sofort in die Geschichte einzusteigen, muss man die drei Vorgängerbände allerdings nicht gelesen haben, denn es handelt sich jeweils um abgeschlossene Fälle.

Die in Köln lebende Autorin Christine Drews schont die Nerven ihrer Leser keineswegs, nein, sie malt stattdessen mit ihren Worten in aller Deutlichkeit brutale Bilder. Die Suche nach dem Mörder gestaltet sich durch und durch spannend und der Schluss ist geradezu filmreif – in diesem Krimi stecken echte Thriller-Qualitäten!

Obwohl den Figuren ein wenig mehr Profil gut getan hätte –  gerade die Nebendarsteller wirken austauschbar und selbst Charlotte Schneidmann kommt ein bisschen blass daher -, ist „Denn mir entkommst du nicht“ ein Thriller, der den Leser nicht loslässt und ihn in schier unglaubliche Abgründe blicken lässt.

Gesamtbewertung: ★★★★


Mein Favorit!

5-Sterne-Krimi mit viel Atmosphäre, Spannung und Substanz

Fuchskind

„Fuchskind“

Autorin: Annette Wieners

erschienen am: 17.06.2016

erschienen bei: List Taschenbuch

Seiten: 352

Preis: 9,99 EUR

© Cover: Ullstein Buchverlage

Gesine Cordes ist Friedhofsgärtnerin. Sie traut ihren Augen kaum, als sie an einem kühlen Herbstmorgen unweit eines Gräberfeldes ein ausgesetztes Baby entdeckt. Sofort bringt sie es in ein Krankenhaus. Kurz darauf erfährt sie, dass am selben Morgen an der einsamen Bushaltestelle vor dem Friedhofsgelände die Leiche einer nackten Frau aufgefunden wurde. Stehen die beiden Taten in einem Zusammenhang? Gesine wird zu einer wichtigen Zeugin für die ermittelnde Kommissarin – und darüber hinaus schmerzlich mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert …

Nach „Kaninchenherz“ ist „Fuchskind“ der zweite Kriminalroman von Annette Wieners, bei dem die eigensinnige, aber durch und durch sympathische Gesine Cordes im Mittelpunkt steht. Beide Bände können unabhängig voneinander gelesen werden, denn es handelt sich nicht um eine Fortsetzung, sondern um in sich abgeschlossene Fälle. Die Autorin überrascht mit einem erfrischend anderen Ansatz, indem sie eine Friedhofsgärtnerin in die Ermittlungen einbezieht.

Gesine Cordes, eine Figur mit Tiefgang und Persönlichkeit, hat in ihrer Vergangenheit einen schrecklichen Verlust erlitten. Sie führt ein Notizbuch, in dem sie Giftpflanzen katalogisiert. Diese Eintragungen lockern nicht nur den Roman zwischen einzelnen Kapiteln auf, sondern sind auch sehr interessant und liebevoll illustriert.

Der Krimi „Fuchskind“ besticht durch unglaublich viel Atmosphäre. Man spürt den Nebel über den Gräbern und den Raureif auf den Wiesen fast körperlich.

Annette Wieners verfügt über einen unverwechselbaren Schreibstil, der als angenehm, abgeklärt und ruhig bezeichnet werden darf – und darüber hinaus gelingt es ihr auch noch  mühelos, die Spannung aufrechtzuerhalten.

Sie wagt sich mit ihrem Kriminalroman an ein sensibles Thema, das den Leser auch dann noch beschäftigen wird, wenn er das Buch schon zugeklappt hat.

„Fuchskind“ ist keine seichte Unterhaltung für Zwischendurch, sondern eine ebenso ernste wie packende Geschichte mit psychologischer Finesse und Substanz.

Annette Wieners und Gesine Cordes haben einen neuen Fan! 🙂

Gesamtbewertung: ★★★★★

Mords-Vergnügen: Facebook-Krimi- und Thriller-Woche startet morgen

Die kommende Woche wird ein Fest für alle Krimifreunde und Thrillerfans: Bei Facebook geht morgen nämlich die erste Krimi- und Thriller-Woche an den Start. 

 Foto: krimiwoche.de
Jede Menge Gewinnspiele, Live-Lesungen und Challenges rund um Mord und Totschlag stehen auf dem Plan. Mit dabei sind namhafte Autorinnen und Autoren wie beispielsweise Andreas Föhr, der geistige Vater des Tegernsee-Ermittler-Duos Wallner und Kreuthner, die Hamburger Thriller-Queen Wiebke Lorenz und Till Raether „Treibland“, „Blutapfel“). 

Für die Festwoche der ganz besonderen Art kann man sich hier kostenlose Tickets sichern.

Die Verantwortlichen der Agentur mainwunder haben eifrig die Messer gewetzt, die Magazine bestückt und den Giftcocktail angerührt: Hier ist das Programm.

Ich freue mich, wenn morgen Punkt 9:00 Uhr der (hoffentlich völlig ungefährliche) Startschuss ertönt.

Auch Christine Drews (aktuelles Buch: „Denn mir entkommst du nicht“) und Mario Giordano (ganz neu auf dem Krimi-Markt: „Tante Poldi und die Früchte des Herrn“) sind mit von der Partie. 

Foto: buchstabenfaengerin

Mein Messetagebuch: Tag 2 – 18.03.2016

Der zweite Tag auf der Leipziger Buchmesse beginnt mit einer unverhofften Begegnung: Am Stand des emons:-Verlages treffe ich die liebenswerte Autorin Sina Beerwald. Vor acht Jahren verließ sie ihre Heimat Stuttgart und lebt seither auf der Insel Sylt. Dort spielt auch ihr soeben erschienenes Buch „Heringsmord“ – ein typischer Urlaubskrimi, wie sie selbst sagt.
Sina

Zum ersten Mal auf der Leipziger Buchmesse ist das Kölner Verlagshaus Cupido Books vertreten. Am Stand plaudere ich mit Chefin Karin Struckmann, die mir die Vielfalt der anspruchsvollen erotischen Romane präsentiert, für die Cupido Books steht. Da ich ja im Spannungsgenre absolut zuhause bin, springt mir der Erotik-Thriller „Stockholm Syndrom“ von Lenore Gregor sofort ins Auge.

KarinKarin Struckmann, die Frontfrau hinter Cupido Books stellt mir „Stockholm Syndrom“ (© Coverabbildung: Cupido Books) vor

stockholm-syndrom

12:30 Uhr ergattere ich einen Platz in der ersten Reihe des gut besuchten Nordischen Forums. Dort finden Gespräche und Lesungen mit Autorinnen und Autoren aus den skandinavischen Ländern statt. Nun betritt Minna Lindgren den Stand, der aus allen Nähten zu platzen droht.

Mit ihrem humorvollen Krimi „Rotwein für drei alte Damen oder Warum starb der junge Koch?“ sorgt die deutschsprachige Vorleserin, die Minna Lindgren mitgebracht hat, für viel Erheiterung im Publikum. Eine Passage liest die Autorin auf Finnisch aus ihrem Roman, der im Original „Kuolema Ehtoolehdossa“ heißt. Erschienen ist die Geschichte um drei unfreiwillige Ermittlerinnen jenseits der 90, die in der Seniorenresidenz „Abendhain“ leben, am 10. März 2016 bei Kiepenheuer & Witsch. Anschließend signiert die Finnin fleißig.

MinnaMinna Lindgren liest auf Finnisch


© Kiepenheuer & Witsch

Um 14:00 Uhr knallen in Halle 5 die Sektkorken. Die fünf Kölner Verlage  Kiepenheuer & Witsch, DuMont Buchverlag, DuMont Kalenderverlag, Egmont LYX/Egmont INK und Bastei Lübbe haben sich zusammengetan und veranstalten am 4. Juni 2016 in der wunderschönen Domstadt zum ersten Mal die LBC – die LitBlog Covention, an der maximal 150 Blogger teilnehmen werden. Mit etwas Glück kann man ein Ticket ergattern. Darauf muss angestoßen werden! Der Kartenvorverkauf startet am kommenden Montag um 11:11 Uhr. Typisch Kölsch eben. 🙂

LBCUlrike Meier von Kiepenheuer & Witsch am Mikro

In der LVZ-Autorenarena liest um 15:00 Uhr Heinz Strunk aus seinem neuen Roman „Der goldene Handschuh“. Außerdem berichtet er, dass sein Bestseller für das Theater adaptiert und verfilmt wird. Nach der Lesung bildet sich eine beachtliche Schlange. Alle warten auf den Autor, um ein Autogramm und/oder ein Foto zu erhaschen, denn geplant ist eine Signierstunde mit ihm – EIGENTLICH. Uneigentlich lässt er sich einfach nicht blicken und verärgert damit seine Fans, die unverrichteter Dinge wieder abziehen. Auf Platz 5 der SPIEGEL Bestsellerliste hat der Hamburger Jung‘ scheinbar zu viel Höhenluft geschnuppert. Schade, Herr Strunk.

StrunkHeinz Strunk

Die „Lieblingsautoren„, ein Zusammenschluss von 23 verlagsunabhängigen Schriftstellern und Schriftstellerinnen, hellen meine ein wenig getrübte Stimmung mit Sekt und Romanen unterschiedlichster Genres wieder gehörig auf. Am Bücherglücksrad ergattere ich doch tatsächlich den Jackpot: 4 Bücher!

HannahMeine Glücksfee Hannah Siebern

Der letzte Programmpunkt ist das Bloggertreffen #blogntalk am Stand der Verlagsgruppe Random House. Dort interviewe ich Eric Berg, der mit „Das Nebelhaus“ und „Das Küstengrab“ zwei echte Krimi-Volltreffer gelandet hat. Am 22. Februar 2016 ist „Die Schattenbucht“ erschienen.

Ich frage ihn, ob er als Eric Walz noch historische Krimis schreibt. Er verneint. Krimis seien anspruchsvoller zu schreiben und ihm liege dieses Genre einfach. Die nächsten Spannungsromane hat er (zu meiner großen Freude) schon in der Schublade liegen.

EricMit Eric Berg bei Random House

Diese beiden Fragen stelle ich Eric Berg außerdem:

Bist Du Mitglied in einer Autorenvereinigung bzw. hast Du Kontakt mit anderen Autoren?

Eric Berg: Früher bin ich in einer Autorenvereinigung gewesen, jetzt allerdings nicht mehr. Kontakt zu anderen Autoren pflege ich auf freundschaftlicher Basis, beruflich eher nicht. Ich bin mehr der Einzelkämpfer. 😉

Liest Du selbst viel?

Eric Berg: Ja, allerdings lese ich keine Krimis. Die irritieren mich, weil ich ja selbst welche schreibe. Ansonsten bin ich für alle Genres offen – mit Ausnahme von Fantasy-Geschichten. Damit kann ich nichts anfangen. 🙂

Anne_AdrianaDreamteam: Die Autorinnen Anne Freytag (links) und Adriana Popescu (rechts) waren beim Random House-Bloggertreffen natürlich auch mit von der Partie

18:00 Uhr mahnt dann der Gong die Besucher zum Verlassen der Messehallen. Ein weiterer ereignisreicher Tag geht zu Ende.

* GEWINNSPIEL *

Macht mit bei der Verlosung eines signierten Exemplars von “Tage mit Leuchtkäfern”. Bei mir sammelt Ihr keine Treuepunkte, sondern natürlich Buchstaben. Hier sind die nächsten Buchstaben des diesjährigen Buchmesse-Gewinnspiels. Unter jedem meiner Messetagebuch-Einträge findet Ihr sie. Zusammengesetzt ergeben sie ein Lösungswort, mit dem Ihr an der Verlosung eines nagelneuen, signierten Exemplars des Romans “Tage mit Leuchtkäfern” von Zoe Hagen teilnehmen könnt.

E Z E

Teilnahmebedingungen: 

1. Verlost wird ein Exemplar des Buchs “Tage mit Leuchtkäfern” von Zoe Hagen – von der Autorin signiert, nagelneu und ungelesen. Danke an Ullstein und Zoe Hagen!

2. Das Gewinnspiel läuft im Zeitraum vom 18. März 2016 bis zum 31. März 2016, 24:00 Uhr. Zum Teilnehmen muss aus den Buchstaben unter jedem der Messetagebuch-Einträge das Lösungswort zusammengesetzt und das Gewinnspielformular unter dem Tagebucheintrag von Tag 3 (Samstag) vollständig ausgefüllt und abgeschickt werden. Der/die Gewinner/in wird am 1. April 2016 aus allen fristgerecht eingegangenen Einsendungen mit dem richtigen Lösungswort per Losverfahren ermittelt und dessen/deren Name hier bekanntgegeben. Mit dem Absenden des Teilnahmeformulars erklärt sich der/die Teilnehmer/in damit einverstanden, dass sein/ihr vollständiger Name im Gewinnfall hier veröffentlicht werden darf.

3. Mitmachen kann jede/r mit Hauptwohnsitz in Deutschland, der/die mindestens 18 Jahre alt ist. Mit dem Abschicken des Teilnahmeformulars bestätigt Ihr, dass Ihr volljährig seid.

4. Keine Barauszahlung möglich.

5. Keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postweg verloren geht.

6. Bitte nur 1 x mitmachen! Mehrfachteilnehmer/innen werden disqualifiziert.

7. Ihr müsst zur Teilnahme nicht zwingend meinem Blog oder meiner Facebook-Seite folgen. Ich freue mich aber selbstverständlich immer über neue Follower meines Blogs, meiner Facebook-Seite, meines Twitter– und meines Instagram-Accounts.

8. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

9. Eure Daten werden ausschließlich im Rahmen des Gewinnspiels verwendet und NICHT weitergegeben. Nach erfolgter Auslosung werden die Daten gelöscht.

Viel Glück!

Hinter den Vorhang gelugt: Diese Autoren kommen zur Leipziger Buchmesse 2016

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Bis das Programm der Leipziger Buchmesse 2016 erscheint, ist noch ein wenig Geduld gefragt: Ab dem 18. Februar 2016 kann hier dann ausgiebig gestöbert werden.

Für alle Neugierigen, die schon jetzt wissen wollen, welche Autoren, Stars und Sternchen sich vom 17. bis 20. März 2016 in Leipzig die Ehre geben, habe ich einmal hinter den Vorhang gelugt. Hier eine kleine, vollkommen willkürliche Auswahl der geplanten Veranstaltungen auf dem Messegelände:

L E S U N G E N

Donnerstag, 17. März 2016

Sky du Mont: „Steh ich jetzt unter Denkmalschutz?“

Genre: Humor

Steh ich jetzt unter Denkmalschutz© Bastei Lübbe

Wo? LVZ-Autorenarena
Wann? 12:00 Uhr


Anne Freytag: „Mein bester letzter Sommer“

Genre: Jugendbuch

Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag
© Verlagsgruppe Random House

Wo? Lesetreff
Wann? 14:30 – 15:00 Uhr


Chris Geletneky und Bastian Pastewka: „Midlife-Cowboy“

Genre: Roman

Midlife Cowboy
© Bastei Lübbe

Wo? LVZ-Autorenarena
Wann? 15:30 Uhr

 

Sabine Thiesler: „Und draußen stirbt ein Vogel“

Genre: Spannung

Und draussen stirbt ein Vogel von Sabine Thiesler
© Verlagsgruppe Random House

Wo? Halle 3, Forum Literatur „buch aktuell“, Stand E401
Wann? 16:00 – 16:30 Uhr


Freitag, 18. März 2016

Désirée Nick: „Säger und Rammler und andere Begegnungen mit der Männerwelt“

Genre: Humor

Saeger und Rammler und andere Begegnungen mit der Maennerwelt von Desiree Nick© Verlagsgruppe Random House

Wo? Forum Literatur „buch aktuell“Halle 3, Stand E401
Wann? 12:30 – 13:00 Uhr


Marcel Feige: „Gewaltloser Rebell: Die Lebensgeschichte des Mahatma Ghandi“

Genre: Biografie

Gewaltloser Rebell© Verlagsgruppe BELTZ

Wo? Lesebude 2, Halle 2, Stand F601
Wann? 16:00 – 16:30 Uhr

 

Eric Berg: „Die Schattenbucht“

Genre: Spannung

Die Schattenbucht von Eric Berg
© Verlagsgruppe Random House

Wo? Literaturcafé, Halle 4, Stand B600
Wann? 16:30 Uhr


Samstag, 19. März 2016

Petra Hammesfahr: „Fremdes Leben“

Genre: Spannung

Fremdes Leben von Petra Hammesfahr © Verlagsgruppe Random House

Wo? Forum Literatur „buch aktuell“, Halle 3, Stand E401
Wann? 11:00 – 11:30 Uhr


Alexander Bálly: „Ein Mord und zwei Leichen“

Genre: Spannung

Ein Mord und zwei Leichen© Sutton Verlag

Wo? Forum Literatur „buch aktuell“, Halle 3, Stand E401
Wann? 16:00 – 16:30 Uhr


A U T O R E N  A M  V E R L A G S S T A N D


Donnerstag, 17. März und Freitag, 18. März 2016


Minna Lindgren: „Rotwein für drei alte Damen“

Genre: Spannung

© Verlag Kiepenheuer & Witsch

Wo? Verlagsstand Kiepenheuer & Witsch, Halle 5, Stand H103

 

Jan Weiler: „Im Reich der Pubertiere“

Genre: Humor

© Rowohlt Verlag GmbH

Wo? Verlagsstand Rowohlt, Halle 4, Stand B203/B205

 

Heinz Strunk: „Der goldene Handschuh“

Genre: Roman

→ NOMINIERT FÜR DEN PREIS DER LEIPZIGER BUCHMESSE IN DER KATEGORIE „BELLETRISTIK“!

Preis LBM 16
© Rowohlt Verlag GmbH

Wo? Verlagsstand Rowohlt, Halle 4, Stand B203/B205


Freitag, 18
. März 2016

Andreas Winkelmann: „Kill Game“

Genre: Spannung

© Rowohlt Verlag GmbH

Wo? Verlagsstand Rowohlt, Halle 4, Stand B203/B205

 

Freitag, 18. März und Samstag, 19. März 2016

Tom Hillenbrand: „Der Kaffeedieb“

Genre: Historischer Roman

Der Kaffeedieb© Verlag Kiepenheuer & Witsch

Wo? Verlagsstand Kiepenheuer & Witsch, Halle 5, Stand H103

 

Donnerstag, 17. März bis Samstag, 19. März 2016

Isabel Bogdan: „Der Pfau“

Genre: Roman

Der Pfau© Verlag Kiepenheuer & Witsch

Wo? Verlagsstand Kiepenheuer & Witsch, Halle 5, Stand H103


Samstag, 19. März 2016

Eva Almstädt: „Ostseetod“

Genre: Spannung

Ostseetod© Bastei Lübbe

Wo? Verlagsstand Bastei Lübbe, Halle 4, Stand C101

Zum Schluss zitiere ich den berühmten Lotto-Slogan: „Alle Angaben ohne Gewähr“.

Leipziger Buchmesse 2014, Tag 3: Mein Messe-Tagebuch

Der 3. Tag der Leipziger Buchmesse: Samstag, 15. März 2014

(Zum Vergrößern der Fotos einfach auf die Bilder klicken!)

Liebes Tagebuch,

der dritte Messe-Tag beginnt mit Stau auf der Autobahn. In Scharen strömen die Besucher auf Parkplätze und in Messehallen. Mein bester Freund Dirk und ich reihen uns geduldig ein, finden schließlich eine Lücke auf dem Presseparkplatz und stürzen uns ins Getümmel. Heute ist es rappelvoll und nur mit Mühe und Not gelange ich zum Stand des Piper Verlages.

11:00 Uhr
Eigentlich sollte 10:30 Uhr ein Bloggertreffen mit Anne Hertz – dem Autorinnen-Duo Wiebke Lorenz und Frauke Scheunemann – stattfinden. Das geplante Treffen ist aber auf Grund des Ansturms sogleich einer Signierstunde mit den beiden Schwestern gewichen. Ich freue mich, dass ich nichts verpasst habe und lasse mir meine mitgebrachten Bücher „Allerliebste Schwester“ und „Hochzeitsküsse“ signieren. Bei „Allerliebste Schwester“ lässt Wiebke Lorenz, die dieses Buch allein geschrieben hat, irrtümlich ihre große Schwester Frauke (die übrigens Linkshänderin ist) mit unterschreiben. Als sie das bemerkt, jammert Wiebke an mich gewandt: „Oh nein, jetzt hab‘ ich Dein Buch versaut!“. Wir lachen und Fraukes Mann meint lakonisch: „Das ist jetzt ein ganz besonderes Exemplar.“ Das sehe ich auch so! Wir machen noch ein gemeinsames Foto. Diese beiden sind absolut herTzig! 🙂

Anne HertzWiebke Lorenz (links), Frauke Scheunemann (rechts) und ich (Mitte)

11:23 Uhr
Da ich schon in Halle 4 bin, schaue ich mich bei den kleinen Verlagen, die hier ihren Stand haben, einmal um. Darunter sind auch zwei aus Sachsen, die mich als sächsische Bloggerin natürlich ganz besonders interessieren.

fhl-Verlag Leipzig

Beim fhl-Verlag Leipzig mache ich halt und frage Geschäftsführer Andre Mannchen, ob er Lust und Zeit für ein kurzes Interview hat. Er bejaht und erzählt daraufhin, dass der 2010 gegründete Verlag zwei feste Mitarbeiter sowie externe Lektoren beschäftigt. Der Schwerpunkt liegt auf Kriminalliteratur. Zudem existiert eine Belletristik- sowie eine Lyrik-Reihe. Auf meine Frage, welches Buch aus den eigenen Reihen für Herrn Mannchen das Frühjahrs-Highlight ist, antwortet er: „Die Giftmorde.“. Das Buch „Giftmorde – 15 tödliche Anleitungen“ wurde von Andreas M. Sturm herausgegeben und enthält 15 Kurzkrimis verschiedenster deutscher Autoren. Ich möchte wissen, wie sich die Zusammenarbeit zwischen dem fhl-Verlag und Bloggern gestaltet. Man sei zwar bei Lovelybooks aktiv, veranstalte dort regelmäßig Leserunden und baue gerade eine Blogger-Datei auf. Der Anfrage von Rezensionsexemplaren durch Blogger und der Veröffentlichung negativer Buchbesprechungen steht Herr Mannchen jedoch eher ein wenig kritisch gegenüber.

fhl Verlag Leipzig
Andre Mannchen, Geschäftsführer des fhl Verlags Leipzig

Dresdner Buchverlag

Ich stöbere neugierig in den Büchern am Stand des Dresdner Buchverlags, da werde ich schon freundlich und kompetent zu den einzelnen Werken beraten. Spontan beschließe ich, hier um ein kleines Interview zu bitten. Verlagsleiterin Peggy Salomo stimmt sofort zu und erklärt mir, dass der unabhängige und inhabergeführte Verlag am 1. März 2009 gegründet wurde. Vor gut zwei Wochen feierte man also bereits den 5. Geburtstag. Das Sortiment besteht vor allem aus Fantastischer Literatur , aber auch Kurzprosa, Liebhaberlektüre und Mystery sind darunter. Der Krimi-Zweig soll demnächst ausgebaut werden, erzählt die sympathische Peggy Salomo. Mit Editia und Zwiebook verfügt der Dresdner Buchverlag über zwei Imprints. Während bei Editia überregionale Belletristik im Vordergrund steht, findet sich bei Zwiebook feine Literatur für den besonderen Geschmack, vor allem Prosaisches. Nach ihren verlagseigenen Frühjahrs-Highlights befragt, stellt mir Peggy Salomo den Öko-Thriller „Grüne Guerilla-Fraktion“ von Mark Bredemeyer sowie die Krimi-Groteske „Schaumrollen und Blutwurst“ von Thomas J. Hauck vor. Peggy Salomo und ihr Ehemann investieren viel Herzblut in ihren Verlag. Das spürt man sofort und das sage ich den beiden auch. Ich bin wirklich froh, dieses sächsische Kleinod entdeckt zu haben!

Dresdner Buchverlag
Liest selbst gern fantastische Literatur: Das gutgelaunte Ehepaar Salomo vor dem Messestand des Dresdner Buchverlags

12:52 Uhr
Die Hallen scheinen zu bersten, die Gänge sind verstopft, nichts geht mehr. Im Moment ist der Besuch der Leipziger Buchmesse vor allem eines: Anstrengend. Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit im Messe-Hof stehe, beschließe ich zwei Dinge: 1. Kaffee. Sofort! 2. Bis zum Lovelybooks-Bloggertreffen verschanze ich mich im Pressezentrum, einem wunderbaren Hort der Ruhe.

13:42 Uhr
Nahezu meditierend sitze ich in einem der blauen Drehsessel und schaue hinaus auf den See vor der Messe, dessen Wasseroberfläche durch den kräftigen Sturm aufgewühlt wird. Ein SMS-Ton holt mich in die Gegenwart zurück: Es ist meine liebe Blogger-Freundin Anja. Sie schreibt: „Bin schon bei Lovelybooks, halte Platz frei.“ Erschrocken springe ich auf, raffe meine Sachen zusammen und renne los. Das Lovelybooks-Bloggertreffen hatte ich für 16:00 Uhr auf dem Schirm, aber nicht für 14:00 Uhr. Trotz penibelster Messe-Planung hat sich hier ein Fehler in meinem Hirn manifestiert. Noch 18 Minuten! Bei dem Andrang scheint es aussichtslos zu sein, in dieser Zeit von Halle 1 bis zum Congress Center Leipzig (CCL) zu gelangen. Einer der Übergänge zu den Hallen ist wegen Überfüllung wieder einmal gesperrt. Zwei freundliche Messe-Mitarbeiter verraten mir dann eine Abkürzung: Treppe runter, raus und hinein ins Gebäude gegenüber. Ich bin erleichtert und sause los. Es regnet. Weil meine Füße so geschwollen und mit Blasen übersäht sind, passe ich nur noch in Badeschlappen.

Bequemes Schuhwerk

Merke: Mit denen sollte man nicht durch Pfützen rennen! Egal, ich muss es schaffen. Das tue ich schließlich auch. Kurz vor zwei plumpse ich neben meiner Retterin Anja auf einen Stuhl in der zweiten Reihe. Neben mir nimmt Oriana Lai Platz.

14:00 Uhr
Karla Paul eröffnet das überaus gut besuchte Bloggertreffen. Schließlich gesellen sich Moderatorin Sonya Kraus und Foodbloggerin Jessi Hesseler hinzu und stellen mit viel Humor ihr Backbuch „Törtchenzeit“ vor. Auch für alle Anwesenden stehen Leckereien bereit: Ein ganzer Tisch voller Cupcakes mit dem Lovelybooks-Logo, Cakepops und anderer süßer Teilchen. Über zwei Aussagen lacht das Publikum besonders laut: „Backen ist mein Yoga.“ (Sonya Kraus) und „Ich bin eine Rampensau am Backofen!“ (Jessi Hesseler). Im Anschluss spricht Karla mit Bastei Lübbe-Mitarbeiterin Tina Pfeifer, Autor Kai Meyer und drei Bloggern, darunter Christian Köhne, über das Thema Bloggen allgemein und die Zusammenarbeit mit Verlagen und Autoren. Danach gibt Karla das Büffet frei und es werden unglaublich tolle Geschenke an die Blogger verteilt: Eine Goodie Bag von Bastei Lübbe, die neben vielen tollen Kleinigkeiten wie Notizbuch und Bleistift das Buch „Törtchenzeit“ enthält sowie eine mit vier Büchern gefüllte Tasche von Lovelybooks. Anja und ich sind überglücklich.

Törtchenzeit
Sonya Kraus (links) und Jessi Hesseler (rechts)

Karla Paul und Tina Pfeifer
Karla Paul (links) im Gespräch mit Bastei Lübbe-Verlagsmitarbeiterin Tina Pfeifer (rechts)

Podiumsdiskussion
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion, darunter Autor Kai Meyer (2. v. l.)

LB Cupcake
Pures Hüftgold: Einer der zahlreichen Cupcakes mit dem Lovelybooks-Logo

Buchschätze
All diese Bücher durfte jeder Teilnehmer des Lovelybooks-Bloggertreffens als Geschenk mit nach Hause nehmen!

16:11 Uhr
Bepackt mit einer Menge grandioser Mitbringsel stehen Anja und ich an der frischen Luft nahe des Innenhofs und warten auf meine Freunde Dirk und Klaus. Wir lassen den turbulenten Messetag bei Kaffee, Milchreis und Wiener Würstchen gemächlich ausklingen. Anja erzählt mir von „Der kleine Buch Verlag“, der sehr an einer Zusammenarbeit mit Bloggern interessiert ist und zu diesem Zweck am Messestand Rezensionsexemplare verteilt. Sie selbst hat sich schon ein Buch ausgesucht. Anja schwärmt von der Titelvielfalt und macht mich neugierig. Wir beide hasten gut zwanzig Minuten vor 18:00 Uhr in Halle 4.

Der kleine Buch Verlag

Am Stand D104 treffen wir auf Verlagschefin Sonia Lauinger. Der Kleine Buch Verlag wurde 2010 gegründet und hat seinen Sitz in Karlsruhe. Das Hauptaugenmerk des Programms liegt auf Belletristik. Insgesamt 28 Bücher sind bereits erschienen. Nachdem ich das Blogger-Formular ausgefüllt habe, darf ich mir einen Titel zur Rezension aus dem Programm aussuchen. Die Auswahl fällt mir tatsächlich nicht leicht. Im Ergebnis entscheide ich mich für „Laufmaschen im Strickstrumpf“ von Heidi Fischer. Der Roman sei der verlagsinterne Bestseller und gehe weg wie warme Semmeln, verrät mir Sonia Lauinger. Ich gönne es dem liebevoll geführten Verlag und seinen 3 festen Mitarbeitern von Herzen und freue mich, dass Frau Lauinger die Blogger so intensiv einbezieht. Eine toughe Frau, die die Zeichen der Zeit erkannt hat!

18:00 Uhr
Jetzt ist Schluss. Der Gong und die Durchsage, dass die Messe für heute ihre Pforten schließt, ertönen bereits mehrfach. Anja und ich verabschieden uns. Gemeinsam mit Dirk fahre ich zurück ins Hotel. Es war wunderschön, aber auch ziemlich anstrengend. Deshalb geht’s morgen nach dem Frühstück nach Hause. Drei aufregende, ereignisreiche und inspirierende Messe-Tage liegen nun hinter mir. Auf Wiedersehen, Leipziger Buchmesse 2014! Oder wie wir Sachsen sagen: „Dschissi un bis Zweedausndfuffzn!“ 🙂