Frisch rezensiert: „Elke – Ein schmales Buch über die Wirkung von Kuchen“ von Christian Duda

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Bittersüße Geschichte für Groß und Klein

Meine Bewertung: ★★★★★

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© Beltz & Gelberg

Kasimir ist fünf Jahre alt und wohnt mit seinem Papa in Berlin. Weil er schließlich schon groß ist, darf er alleine in den Kindergarten gehen. Eines Morgens prallt er dabei mit einem Kuchenblech zusammen, hinter dem eine große, dicke Frau zum Vorschein kommt: Elke. Kasimir liebt Kuchen und Elke backt jeden Tag Russischen Zupfkuchen für das nahe gelegene Café – der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Der in Berlin lebende Autor Christian Duda und die Illustratorin Julia Friese haben bei „Elke – Ein schmales Buch über die Wirkung von Kuchen“ nach einigen gemeinsam produzierten Bilderbüchern wieder gemeinsame Sache gemacht. Herausgekommen ist dabei ein einzigartiges Buch mit herzigen Illustrationen, das Kinder ab sechs Jahren ebenso begeistern wird wie erwachsene Leser.

Es ist eine Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft, die urplötzlich beginnt und die nicht nur das Leben von Kasimir und Elke ungemein bereichert. Christian Dudas Romanfiguren eint, dass sie allesamt kein perfektes Leben führen. Jeder wurschtelt sich so durch. Kasimir lebt allein mit seinem Papa, denn seine Mama ist gestorben. Elke hat an ihrer Einsamkeit und ihrem massiven Übergewicht zu knabbern. Cafébesitzer Uwe kämpft ums geschäftliche Überleben. Ganz normale Leute also, die sich ihren Alltagssorgen stellen müssen. Gerade wegen all ihrer kleinen und großen Baustellen sind Christian Dudas Figuren so authentisch. So liebevoll wie die Illustrationen von Julia Friese sind, die Kapitel für Kapitel einleiten, ist der Autor bei der Erschaffung seiner Charaktere vorgegangen. Jeder von ihnen ist ein absolut liebenswertes Unikat.

Christian Duda hält ein Vergrößerungsglas über den Alltag in der fiktiven Berliner Lubitschstraße, in der die Geschichte spielt und erzählt eindringlich, welche großartigen Veränderungen Kuchen und Freundschaft bewirken können. Ihm gelingt das Kunststück, auf nur 160 Seiten die verschiedensten Gefühle beim Leser auszulösen und ihn nachhaltig zu berühren. Gerade eben lacht man noch über die witzigen Dialoge zwischen Uwe und Kasimir, schon stimmen einen die folgenden Sätze nachdenklich oder machen sogar traurig. „Elke – Ein schmales Buch über die Wirkung von Kuchen“ ist ein bittersüße Geschichte für Groß und Klein. Christian Duda hat ein besonderes Buch geschrieben, das ganz klar zu meinen Favoriten des Lesejahres 2015 zählt und dem ich von Herzen viele backende Leser wünsche. Denn Elkes sensationelles Zupfkuchenrezept darf am Schluss natürlich nicht fehlen.

Das Buch ist übrigens auch als Audiobook erschienen. Gelesen wird es von der Schauspielerin Nina Petri, die die Geschichte allerdings recht emotionslos vorträgt, weshalb ich in diesem Fall unbedingt zum Selberschmökern rate.

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Zum Buch auf Amazon.de: „Elke – Ein schmales Buch über die Wirkung von Kuchen“

Zum Buch auf der Homepage des Verlags Beltz & Gelberg: „Elke – Ein schmales Buch über die Wirkung von Kuchen“

Mehr über den Autor: Christian Duda

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Frisch rezensiert: „Essen mit Freunden“ von Ilke S. Prick

Luise Blum zaubert am Herd – Ilke S. Prick mit Worten

 Sterne: 5 von 5

Wenn Luise Blum Ärger mit ihrer zickigen Chefin hat, bäckt sie bergeweise Cantuccini. Außerdem lädt sie liebend gern ihre drei besten Freunde zum Essen ein. Kochen, backen, essen und genießen sind Luises Ventile gegen den täglichen Frust im Schreibbüro, in dem sie arbeitet. Als sie allerdings plötzlich ohne Job dasteht, muss sie sich völlig neu ordnen und unterwirft sich einer schmerzhaften Zäsur. Aus dem schlimmsten Weihnachtsfest ihres Lebens geht die Mittvierzigerin jedoch gestärkt hervor, denn nach langen Grübeleien weiß sie, was sie will: Kochen und Menschen glücklich machen. Sie gründet schließlich ihren eigenen Catering-Service „Essen mit Freunden“. Darauf, dass sie dabei so manche Überraschung erlebt, war Luise aber wohl nicht gefasst…

Der Roman „Essen mit Freunden“ von Ilke S. Prick ist wahres Soulfood in Buchform. Sehr charmant, leise und warmherzig, gehaltvoll, aber nie zuviel des Guten – dieses Buch ist das komplette Gegenteil von platter Frauenliteratur. Besonders gut hat mir gefallen, dass das Ende nicht vorhersehbar war und die Autorin es bis zum Schluss spannend macht, um dann mit einer gelungenen Überraschung für ihre Leserschaft aufzuwarten.

In kurzen appetitlichen Kapiteln, die allesamt nach Gaumenfreuden benannt sind, taucht man in Luises Welt ab. Man kann gar nicht anders, als die Protagonistin von Anfang an zu mögen.

Mit der gleichen unbändigen Leidenschaft, mit der Luise in der Küche zu Werke geht, hat Ilke S. Prick dieses Buch geschrieben. Das spürt man an den feinen Formulierungen, an Sätzen, die man gern zweimal hintereinander liest, weil sie einem wie Eischnee auf der Zunge zergehen. Die Autorin hat ein feines Gespür für stimmungsvolle Situationen und romantische Bilder, für Kleinigkeiten, die das Leben lebenswert machen. Dabei kommt sie ohne jeden Kitsch aus. Luise Blum zaubert am Herd – Ilke S. Prick mit Worten.

„Essen mit Freunden“ ist ein zauberhaftes Buch, das die wichtigsten und schönsten Dinge des Lebens auf den Punkt bringt: Liebe, Freundschaft, Hoffnung, Mut – und gutes Essen.              

Mein Lieblingszitat: „Was also machte sie glücklich? Milchreis mit Zimt und Zucker.“ (Seite 90) 🙂

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Zum Buch auf www.amazon.de: „Essen mit Freunden“

Zur Homepage der Autorin: Ilke S. Prick (Klickt die Gegenstände auf dem Schreibtisch an, um zu den einzelnen Rubriken zu gelangen!)

Zur Homepage des Verlags: Insel Verlag

Mein herzlicher Dank geht an den Insel Verlag für das Rezensionsexemplar und dafür, dass mich das Team auf dieses schöne Buch aufmerksam gemacht hat. Vielen Dank!