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Frisch rezensiert: „Born Scared“ von Kevin Brooks

Guter Plot, mittelmäßig umgesetzt

Meine Bewertung: ★★★

Born Scared

© dtv

Der britische Schriftsteller Kevin Brooks ist bekannt für seine Jugendromane. Nach etlichen Büchern wie etwa „Bunker Diary“, „iBoy“ und die Travis Delaney-Reihe ist mit „Born Scared“ am 13.10.2017 sein neuester Jugendthriller erschienen.

Darin steht Elliot im Mittelpunkt. Seine Zwillingsschwester Ellamay lebte nur eine Stunde lang. Obwohl sie tot ist, spricht Elliot mit ihr.

„Ein Teil von mir starb mit ihr und ein Teil von ihr lebte in mir weiter. Gemeinsam sind wir sowohl tot als auch lebendig.“

„Born Scared“, Seite 10

Als er sechs Jahre alt war, ging seine Mutter mit ihm das erste Mal zu einem Kinderpsychologen. Denn Elliot hat Angst: vor dem Meer, vor Autos, vor der Badewanne. Seine Ängste steigern sich schließlich so weit, dass er das Haus nicht mehr verlassen kann. Einzig in seinem Zimmer fühlt er sich sicher.

„Ich habe Angst, Mummy.“
„Angst wovor, Schatz?“
„Vor allem.“

„Born Scared“, Seite 16

Elliot kann ohne seine Angsttabletten nicht leben. Eines Tages, in der Vorweihnachtszeit, – sein Pillenvorrat ist bedrohlich geschrumpft – macht sich seine Mutter auf den Weg in die Apotheke, um Nachschub zu besorgen. Als sie nach mehreren Stunden immer noch nicht zurückgekehrt ist und auch nicht an ihr Handy geht, trifft der inzwischen panische Elliot einen folgenschweren Entschluss: Er wird nach seiner Mutter suchen. Doch dafür muss er hinaus, in den Schnee, in die Welt, vor der er unbeschreiblich große Angst hat …

Schon eine kurze Inhaltsangabe von „Born Scared“ hatte mein Interesse für dieses Buch geweckt. Die Story hörte sich spannend an. Und das ist sie tatsächlich, wie ich später beim Lesen feststellte. Die Angst, die in Elliot die ganze Zeit über im Verborgenen brodelt und sich immer mehr steigert, je mehr Zeit verstreicht, ist für den Leser regelrecht spürbar. Dazu kommt mit völliger Dunkelheit und großen Schneemassen ein unheimliches Setting, das das klamme Gefühl beim Lesen verstärkt. Kevin Brooks baut die Spannung Stück für Stück auf und kann sie auch halten, bevor sich Elliots Story und ein Nebenstrang der Geschichte (von dem ich nichts verraten will) schließlich kreuzen. Im letzten Drittel des Buchs zieht sich die ganze Sache allerdings etwas hin.

Die Kapitel – 46 an der Zahl auf insgesamt 240 Seiten – sind kurz und knackig, ebenso wie der Schreibstil von Kevin Brooks. Sein Thriller, dessen Titel auch im Original „Born Scared“ lautet und von Uwe-Michael Gutzschhahn ins Deutsche übersetzt wurde, liest sich angenehm und unkompliziert.

Obwohl Ich-Erzähler Elliot ein interessanter Protagonist ist, blieb er für mich leider ausgesprochen gesichtslos. Das trifft auch auf die anderen Charaktere zu, von denen allerdings nur selten etwas zu lesen ist, denn hauptsächlich dreht sich die Geschichte um Elliot, der mit Hilfe seiner verstorbenen Schwester Ellamay verzweifelt versucht, sich seinen Dämonen zu stellen.

Alles in allem ist „Born Scared“ ein solider, wenn auch nicht bahnbrechender Jugendthriller mit Darstellern, die leider zu konturlos daherkommen.

Interessante Links

Zum Buch auf der Homepage des Verlags: „Born Scared“

Der Autor bei Wikipedia: Kevin Brooks

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