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Frisch rezensiert: „Mörderische Angst“ von Linda Castillo

Kate Burkholder, die Sechste: Linda Castillo wird nicht müde!

Meine Bewertung: ★★★★★

 © S. Fischer Verlage

Von der Spiegel-Bestsellerliste ist sie nicht mehr wegzudenken: Die amerikanische Erfolgsautorin Linda Castillo, die ihre Brötchen als Finanzmanagerin verdiente, bevor sie sich glücklicherweise dem Schreiben zuwandte. Denn ohne ihre Thriller wäre die Welt der Spannungsliteratur ein ganzes Stück ärmer.

Was macht sie so besonders, die Romane von Linda Castillo? Nun, einzigartig ist der Spagat zwischen zwei völlig verschiedenen Welten, nämlich dem modernen und dem amischen Teil der Gemeinde Painters Mill. Die Amischen sind eine religiöse Gemeinschaft, die sich entschieden gegen die Errungenschaften der Zivilisation verwehrt. Statt elektrischem Strom verwenden sie Öllampen. Fernseher? Telefon? Internet? Nicht in der Welt der Amischen! Auch mit der Polizei möchten sie nichts zu tun haben. Das bringt Polizeichefin Kate Burkholder, die einst selbst der Glaubensgemeinschaft der Amischen angehörte, nicht selten Misstrauen und Berührungsängste ein.

Nach „Die Zahlen der Toten“ (2010), „Blutige Stille“ (2011), „Wenn die Nacht verstummt“ (2012), „Tödliche Wut“ (2013) und „Teuflisches Spiel“ (2014) erschien am 23. Juli 2015 Linda Castillos neuer Thriller „Mörderische Angst“. Das Buch mit dem Originaltitel „The dead will tell“ wurde in bewährter Weise von Helga Augustin ins Deutsche übersetzt.

Ihr sechster Fall führt Kate Burkholder zurück in die Vergangenheit. Damals, 1979, war sie selbst noch ein Kind, als die amische Gemeinde durch ein furchtbares Verbrechen erschüttert wurde: Bis heute unbekannte Täter erschossen den Schreiner William Hochstetler. Drei seiner Kinder starben bei dem darauffolgenden Brand des Farmhauses, nur eines überlebte. Seine Frau war von den Mördern entführt und nie wieder gesehen worden. Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dieser tragischen Nacht erhalten mehrere Einwohner von Painters Mill sehr seltsame Briefe. Kurze Zeit später geschehen brutale Morde…

Mit ihrem unkomplizierten Schreibstil, viel Atmosphäre, ungekünstelten Dialogen und ohne irgendwelche ermüdenden Passagen gelingt es Linda Castillo einmal mehr, ihre Leser vom ersten Moment an zu fesseln. Ihr Erfolgsrezept: Sie hält sich nicht mit langen Einleitungen auf, sondern katapultiert das Publikum gnadenlos sofort mitten hinein ins Geschehen. Die Autorin spannt sie bis zuletzt auf die Folter, ihre geschätzte Leserschaft, die schon früh zu ahnen glaubt, wohin die Reise geht (beziehungsweise die Aufklärung der jüngsten Morde führt) – und zum Schluss doch überrascht wird.

Ich habe Krimis und Thriller gelesen, bei denen ich mich schon nach wenigen Tagen nicht mehr an die Auflösung erinnern konnte. Ganz anders bei diesem Buch: Es liegen bereits mehrere Wochen seit der Lektüre hinter mir und die Geschichte ist noch immer unglaublich präsent.

Nachdem die Hauptperson Kate Burkholder in manchen Büchern der Reihe ein wenig frostig daherkam, wirkt sie in „Mörderische Angst“ sanfter und verletzlicher denn je. Das mag hauptsächlich an ihrer noch jungen Beziehung mit dem traumatisierten Ex-FBI-Mann John Tomasetti liegen. Gewohnt stark präsentiert sich das ungleiche, aber durchgehend sympathische Team der Polizeistation Painters Mill.

Die enormen Unterschiede zwischen der amischen und der zivilisierten Welt darzustellen und auf dieser Grundlage grausame Mordfälle zu konstruieren – ein spannungsreicher Effekt, der sich auch nach dem sechsten Band nicht abnutzt. Linda Castillo ist nicht müde geworden, von den Verbrechen in Painters Mill zu berichten. Nicht nachlassend erzählt sie mit der selben Leidenschaft, die schon in den ersten fünf Büchern zu spüren war.

Bei dem Tempo, das die amerikanische Autorin vorlegt (6 Bücher in 6 Jahren!), darf man wohl fast schon damit rechnen, dass Fall Nummer 7 für Kate Burkholder im nächsten Sommer erscheint.

→ Interessante Links

Zum Buch auf Amazon.de: „Mörderische Angst“

Zum Buch auf der Homepage der S. Fischer Verlage: „Mörderische Angst“

Zur Homepage der Autorin: Linda Castillo

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