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Frisch rezensiert: „Die Mitte von allem“ von Anna Shinoda

Außergewöhnlicher Jugendroman mit starker Hauptfigur

 Meine Bewertung: ★★★★★

Die Mitte von allem © Magellan Verlag

„Wenn man das Familienskelett nicht loswerden kann, muss man es tanzen lassen.“ (George Bernard Shaw) – Einstiegszitat aus „Die Mitte von allem“

Clare ist mit ihren siebzehn Jahren das jüngste von drei Kindern. Ihren ältesten Bruder Luke hat sie ihr ganzes Leben lang nur sporadisch zu Gesicht bekommen und stattdessen mit ihm durch Briefe kommuniziert. Immer wieder musste er ins Gefängnis. Die Leute in der Nachbarschaft tuscheln deshalb unentwegt und haben Clare gegenüber Vorurteile. Das Familienskelett Skel verfolgt Clare auf Schritt und Tritt. Es erinnert sie ständig daran, dass sie nicht aus einer Vorzeige-Familie kommt. Die Liebe zu ihrem Bruder Luke ist trotzdem unerschütterlich. Doch als sie erfährt, weshalb er wirklich hinter Gittern sitzt, gerät ihre Welt aus den Fugen.

„Die Mitte von allem“ ist der aktuelle Top-Titel des in Bamberg ansässigen Magellan Verlags und jüngst von der Jury der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zum Jugendbuch des Monats Juni 2015 gekürt worden – völlig verdient! Anna Shinoda zeichnet mit unverstelltem Blick das Porträt einer zerbrochenen Familie, die nach außen hin mit aller Kraft die heile Fassade aufrecht zu erhalten versucht. Mit Clare schickt die Autorin eine ganz starke Hauptfigur ins Rennen, die es nicht einfach hat und mit ihren Dämonen kämpft. Dass sie dabei allerdings nie in Selbstmitleid versinkt, macht Clare ungeheuer sympathisch. Der Leser begleitet Clare, die zu Unrecht von ihrer Familie für ein naives kleines Mädchen gehalten wird, kapitelweise abwechselnd durch die Gegenwart und die Vergangenheit. Nun steht sie kurz vor dem Highschool-Abschluss, muss die Weichen für ihr weiteres Leben stellen und in Bezug auf ihren Bruder Luke eine Entscheidung mit großer Tragweite treffen. Das Familienskelett Skel spielt dabei eine wichtige Rolle und bereichert dieses Jugendbuch, das auch den Nerv erwachsener Leser trifft, auf fantasievolle sowie tragikomische Art und Weise ungemein.

Anna Shinoda hat mit „Die Mitte von allem“ (Originaltitel: „Learning not to drown“) eine ruhige und dennoch durchweg spannende Geschichte geschaffen, die durch eine großartige Protagonistin und eine wichtige Botschaft besticht.

Bleibt zu hoffen, dass die Ehefrau von „Linkin Park“-Gründungsmitglied Mike Shinoda ihrem wunderbaren Debüt bald weitere Bücher folgen lässt!

→ Interessante Links

Zum Buch bei Amazon.de: „Die Mitte von allem“

Zum Buch auf der Homepage des Magellan-Verlags: „Die Mitte von allem“

Zum Buch auf der Homepage der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur: „Die Mitte von allem“

Zum (englischsprachigen) Blog der Autorin: Anna Shinoda

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