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Frisch rezensiert: „Ich will es doch auch!“ von Ellen Berg

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Wo die Liebe hinfällt

Sterne: 4 von 5

Spätes Mädchen, alte Jungfer – es gibt bei weitem schmeichelhaftere Begriffe für eine Frau um die 40. Trotzdem treffen sie haargenau auf Dr. Charlotte Meininger zu. Die Enddreißigerin, die sich als angesehene Kardiologin notgedrungen in erlesener Gesellschaft bewegt, ist nämlich ohne Mann. Das macht insbesondere ihren Eltern zu schaffen, die nicht davor zurückschrecken, dem Schicksal auf die Sprünge zu helfen und den vermeintlich Richtigen für ihre einzige Tochter auszusuchen. Doch dann kommt alles ganz anders: Charlotte verliebt sich ausgerechnet in einen Klempner! Uwe nimmt sie, wie sie ist: Zwanghaft, neurotisch, spleenig und ein bisschen zu dick. Für Charlotte, die ihr Leben generalstabsmäßig durchplant und alles dem rechten Winkel unterwirft, beginnt eine aufregende und turbulente Zeit. Einzig die erlauchte Gesellschaft rümpft angesichts ihrer Partnerwahl die Nase. Und Charlotte muss sich entscheiden: Liebe oder gesellschaftliche Akzeptanz?

Ellen Berg: Dieser Name steht für temporeiche, witzige Romane und skurrile Figuren. Davon weicht die erfolgreiche Autorin auch in ihrem neuen Buch „Ich will es doch auch! – (K)ein Beziehungsroman“ nicht ab. Dr. Charlotte Meininger ist eine Protagonistin zum Niederknien: Von der ersten Begegnung an MUSS man sie einfach lieben. Auch alle anderen Personen sind herrlich überspitzt und äußerst charismatisch dargestellt. Für ihre Hauptfigur hält Ellen Berg jede Menge große und kleine Abenteuer bereit – Langeweile Fehlanzeige! Mit lockerem Zungenschlag erzählt die Autorin eine Geschichte über Liebe, Torschlusspanik und Freundschaft – und darüber, dass es im Leben oftmals ganz anders kommt, als man denkt. Doch bei allem Witz hält der Roman auch ernste, bewegende Szenen bereit, denn Charlotte berührt das Schicksal zweier ihrer todkranken Patientinnen sehr. Die Liebe zu Klempner Uwe, die für Charlotte nicht weniger ist als ein gewaltiger Befreiungsschlag aus einem einsamen Leben auf dem Reißbrett, zeigt ihr und den Lesern, wie schön die kleinen Freuden des Lebens sind – sei es ein Tanz im Regen oder ein Strauß selbst gepflückter Wiesenblumen.

Der schlagfertige Uwe hat übrigens eine Schwäche für T-Shirts mit frechen Sprüchen. Lesern, die insbesondere in sozialen Netzwerken unterwegs sind, dürften diese aber allesamt schon bekannt sein und deshalb nur noch für ein müdes Lächeln sorgen: Bei Facebook und Co. schwirren täglich Bildchen mit Aussagen wie „Bier kalt stellen ist auch irgendwie kochen“ herum. Punktabzug gibt es außerdem für eine recht unglaubwürdige Szene, in der Charlotte – aufs Fieseste hintergangen und eigentlich tief enttäuscht von ihrer sogenannten besten Freundin Antonia – sich urplötzlich mit dieser versöhnen will.

Dennoch ist „Ich will es doch auch!“ unterm Strich ein wirklich empfehlenswerter Lesespaß, der – neben irrwitzigen Begebenheiten und verrückten Charakteren – eine wirklich wichtige Botschaft in sich birgt.

Ich will es doch auch!© Aufbau Verlag GmbH & Co. KG

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: „Ich will es doch auch! – (K)ein Beziehungs-Roman“

Zur Facebook-Seite der Autorin: Ellen Berg

Zur Homepage des Verlags: Aufbau Verlag

Zum Buch bei vorablesen.de: „Ich will es doch auch! – (K)ein Beziehungs-Roman“

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Ein Kommentar zu “Frisch rezensiert: „Ich will es doch auch!“ von Ellen Berg

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