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Frisch rezensiert: „Einer gibt den Löffel ab“ von Lotte Minck

Ein Todesfall versalzt die Suppe

Sterne: 4 von 5

Krimis mit Witz sind sehr beliebt, da erzähle ich nichts Neues. Ob Kommissar Kluftiger, Franz Eberhofer oder Pippa Bolle: Humor und Crime bilden eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Einheit, die allerdings schon seit Längerem die Bestsellerlisten rockt. Dem Droste Verlag und der Autorin Lotte Minck ist es gelungen, eine treffende Bezeichnung für dieses Genre zu kreieren: Krimödie! Und genau eine solche ist „Einer gibt den Löffel ab“.

Loretta Luchs, 37, Single, ein Kind des Ruhrpotts und leidenschaftliche Köchin, meldet sich als Teilnehmerin für die beliebte TV-Kochshow „Gib mir den Löffel“ an – mit Erfolg! Schon bald stürmt ein Fernsehteam die Wohnung, die sie sich mit ihrer besten Freundin Diana teilt. Mit vier weiteren Teilnehmern kämpft Loretta um den Wochensieg. Wer wird am Ende die meisten Punkte einstreichen und für sein Menü den goldenen Kochlöffel abstauben? Die Hobbyköche gehen mit Leidenschaft zu Werke. Ihr kulinarischer Eifer wird allerdings von einem tragischen Todesfall überschattet. Unfall? Selbstmord? Loretta glaubt an beide Varianten nicht. Sie vermutet, dass jemand nachgeholfen hat und ermittelt – nicht ganz legal – auf eigene Faust…

„Einer gibt den Löffel ab“ ist nach „Radieschen von unten“ der zweite Fall für Loretta Luchs, die stets unvorhergesehen in Mordermittlungen rauscht. Autorin Lotte Minck stellt ihrer Hauptperson dabei ein Potpourri aus schillernden Gestalten zur Seite, auf die Loretta immer bauen kann. Die Skurrilität der einzelnen Charaktere ist ein Hochgenuss! Ort des Geschehens ist der Ruhrpott. Leider gibt es keine bestimmte Stadt, in der der Krimi spielt. Das finde ich ein wenig schade. Ein fester, namentlich genannter Handlungsort – egal, ob real oder fiktiv – gefällt mir stets besser. Der Dialekt verrät die geografischen Koordinaten der Geschichte, könnte für meine Begriffe aber ruhig noch intensiviert werden. Mit einer „Vokabelliste“ im Anhang wäre es möglich, besonders exotische Begriffe und Redewendungen Lesern, die nicht aus dem Ruhrpott kommen, verständlich zu machen.

Die Handlung ist temporeich und absolut kurzweilig. Ich habe das Buch an nur einem Tag gelesen und mich dabei sehr gut amüsiert. Natürlich ist eine große Produktion des TV-Senders VOX das Vorbild für die Fernsehsendung „Gib mir den Löffel“. Aber gerade deshalb wirkt die Geschichte authentisch. Ein schöner Zusatz für alle Hobbyköche sind die Rezepte von Lorettas Drei-Gänge-Menü am Ende. Als erklärtes Schleckermäulchen kann ich es gar nicht erwarten, die englische Süßspeise „Trifle mit Erdbeeren“ auszuprobieren.

Stilistisch ist unverkennbar, dass Lotte Minck eine Hälfte des Autorinnen-Duos Auerbach & Keller ausmacht, das sich mit bisher vier Krimis um die Berlinerin Pippa Bolle eine echte Fangemeinde erarbeitet hat. Alles in allem ist „Einer gibt den Löffel ab“ eine Komödie mit Krimi-Elementen, die tolle Unterhaltung bietet und mit einer Vielzahl liebenswert-schräger Charaktere aufwartet.

Einer_gibt_den_Loeffel_ab© Droste Verlag

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: „Einer gibt den Löffel ab“

Zur Homepage der Autorin: Lotte Minck

Zur Homepage des Verlags: Droste Verlag

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2 Kommentare zu “Frisch rezensiert: „Einer gibt den Löffel ab“ von Lotte Minck

  1. Hi Stephanie,

    ich habe gestern „Einer gibt den Löffel ab“ von Lotte Minck rezensiert und würde deine Rezension gerne mit dazu verlinken. Ich hoffe das ist ok für dich.

    Zudem spricht mich deine Rezension sehr an, da sie Sachen anspricht über die ich bisher noch garnicht nachgedacht hatte. Zum Beispiel die Sache mit der Vokabelliste.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Donnerstag

    Liebe Grüße

    Anja

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