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Frisch rezensiert: „Mein Nachbar Urs“ von Alex Capus

Vergnüglicher Quickie mit Tiefgang

Sterne: 4 von 5

Der Schriftsteller Alex Capus ist bekannt für seine erfolgreichen Romane wie etwa „Léon und Louise“ oder „Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer“. Mit seinem neuesten Werk, das den anheimelnden Titel „Mein Nachbar Urs“ trägt, legt der in der schweizerischen Kleinstadt Olten lebende Autor eine Sammlung von 17 Anekdoten rund um sein Heimatstädtchen und natürlich seine Nachbarn vor, die allesamt mit dem für die Schweiz so typischen Vornamen Urs gesegnet sind.

Vor allem heiter geht es in diesem Buch zu. Mitunter kommt es zwischen den Herren am Grill zu hitzigen Debatten und sie vollführen nicht selten kühne Themenwechsel. Alex Capus singt ein charmantes Hohelied auf die Schönheit der Frauen und changiert außerdem zwischen Alltagsthemen (Kinder und Urlaub) und Außergewöhnlichem (Fremdenlegion, Prinz Charles). Das tut er auf eine sehr unterhaltsame, niemals ermüdende Weise. Ungefähr im letzten Drittel des Buches rücken die Urse spürbar in den Hintergrund und der Autor widmet sich vor allem persönlichen Episoden, in dem er etwa zurück in seine Kindheit reist – wie bei meiner Lieblingserzählung „Vom Sirren der Gleise“, die so voller Atmosphäre und Erinnerungen steckt, dass man sie wieder und wieder lesen möchte.

 Nach der Lektüre des Büchleins ist dem Leser klar: Alex Capus ist ein Mensch, der nicht kommentarlos mit dem Strom schwimmt, sondern selbstverständlich scheinende Dinge und Verhaltensweisen hinterfragt. Das tut er auf eine äußerst sympathische, erfrischende Weise und mit viel Witz, durch den jedoch stets die Ernsthaftigkeit schimmert. Krude Vorurteile über das Leben in der Kleinstadt streift er dabei höchstens, aber er macht sie keinesfalls zur Hauptsache. Trotz der teils ernsten Themen strahlt „Mein Nachbar Urs“ eine Leichtigkeit aus, die beim Leser (hoffentlich!) noch eine ganze Weile nachhallt.

Dieses Buch ist ein literarisches Pétit Four. Zum Sattwerden reicht es allerdings mit seinen nur 128 Seiten leider nicht. Wem jedoch der Sinn nach einem vergnüglichen Quickie mit Tiefgang steht, dem empfehle ich diese Sammlung aus alltäglichen, aufsehenerregenden und absurden Geschichten vor dem Hintergrund einer Schweizer Kleinstadt sehr, sehr gern.

Capus_24468.indd

© Carl Hanser Literaturverlage

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: „Mein Nachbar Urs“

Zur Homepage des Autors: Alex Capus

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3 Kommentare zu “Frisch rezensiert: „Mein Nachbar Urs“ von Alex Capus

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