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Frisch rezensiert: „Der Verrat“ von Val McDermid

Kein herkömmlicher Thriller, aber dennoch faszinierend

Sterne: 5 von 5

Die Britin Stephanie Harker ist Ghostwriterin. Prominenten aus allen Sparten verhilft sie mit ihrer schriftstellerischen Brillanz dazu, sich gewinnbringend in einem guten Licht darzustellen. Auch Scarlett Higgins, einem Sternchen aus dem Trash-TV mit zweifelhaftem Ruf, greift Stephanie beim ersten Buch unter die Arme. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden ungleichen Frauen. Gemeinsam stehen sie die Geburt von Scarletts Sohn Jimmy, die Trennung vom Kindsvater, Höhen und Tiefen durch. Als Scarlett unheilbar an Krebs erkrankt, erfüllt Stephanie der Freundin ihren letzten Wunsch: Sie wird fortan für den kleinen Jimmy sorgen. Doch als sie gemeinsam mit dem Kleinen in die USA reist, wird der Junge am Flughafen von einem Unbekannten entführt. Stephanie fühlt sich schuldig – sie hat der Freundin auf dem Sterbebett schließlich versprochen, auf Jimmy aufzupassen. Eine fieberhafte Suche beginnt…

Val McDermids neues Buch „Der Verrat“ wird als Thriller ausgewiesen. Und spannend ist es auf jeden Fall: Keine der insgesamt 512 Seiten verbreitet auch nur im Ansatz einen Funken von Langeweile. Aber dennoch: Wer hier einen Gruselschocker erwartet, der einem des Nachts den Schlaf raubt, wird bitter enttäuscht werden. Die ersten beiden Teile der Erzählung gleichen eher einem aufwühlenden Sozialdrama, das den Aufstieg eines Showsternchens und dessen Leben ausführlich beleuchtet. Die Autorin erzählt allerdings auf eine derart faszinierende Weise davon, dass man ihr sogar das Fehlen jeglicher Thriller-Handlung verzeiht. Val McDermid kommt in Bezug auf die Krimi-Spannung eher müßig voran, doch im dritten und letzten Teil zieht sie das Tempo gewaltig an. Ein spannendes Finale und ungeahnte Wendungen versöhnen jeden Thriller-Fan schlussendlich mit diesem Buch.

Mein Fazit: Auch wenn „Der Verrat“ kein Thriller im herkömmlichen Sinne ist, so hat mich die Story dennoch nicht losgelassen und von Anfang an in ihren Bann gezogen. Der Plot ist schlüssig, sorgfältig durchdacht und die Figuren wirken allesamt authentisch. Eine wirklich außergewöhnlich gut erzählte Geschichte, die die Nerven des Lesers langsam, aber auf eine ganz besondere Art kitzelt!

Mein Lieblingszitat: „Nichts verbreitet sich im einundzwanzigsten Jahrhundert schneller als eine schlechte Nachricht.“ (Seite 273)

→ Interessante Links

Zum Buch auf www.amazon.de: „Der Verrat

Zur Homepage der Autorin (englisch): Val McDermid

Zur Homepage des Verlags: Droemer Knaur

Dieses Buch wurde im Rahmen der LovelyBooks-Lesechallenge im September 2013 gelesen.

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