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Ehrliche Aufarbeitung oder Profitgier? Die aktuelle Diskussion um das Buch „Der Kreuzworträtselmord – Die wahre Geschichte“ von Kerstin Apel

Es war das wohl aufsehenerregendste Verbrechen in der DDR: Der sogenannte „Kreuzworträtselmord“ von Halle-Neustadt, ein abscheuliches Verbrechen an dem damals 7 Jahre alten Lars Bense. Der Junge verschwand am 15. Januar 1981 spurlos. Zwei Wochen später wurde seine Leiche mit Schlag- und Stichverletzungen sowie Hinweisen auf sexuellen Missbrauch in einem Koffer an der Bahnstrecke Halle-Leipzig gefunden. Die Ermittler hatten nur einen konkreten Ansatzpunkt, um dem Täter auf die Spur zu kommen: In dem Koffer wurden alte Zeitungen mit gelösten Kreuzworträtseln gefunden. Anhand der Schrift wollte man den Mörder von Lars ausfindig machen. Eine beispiellose Aktion folgte bald: Insgesamt wurden 551.198 Schriftproben ausgewertet, die tatsächlich zum Täter, dem damals 19-jährigen Matthias S., führten. Dieser wurde 1982 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, befindet sich jedoch seit 1999 wieder auf freiem Fuß.

Nun, 32 Jahre nach dem grausamen Mord, wird das Verfahren neu aufgerollt. Anlass dafür ist das erste Buch der Autorin Kerstin Apel mit dem Titel „Der Kreuzworträtselmord – Die wahre Geschichte“. Am 1. Februar 2013 ist es erschienen und sorgt derzeit für viel Zündstoff und heiße Diskussionen. Denn Kerstin Apel war die Verlobte des Mörders Matthias S. und machte in ihrem Buch – übrigens ein Roman, der sich an die Fakten des Verbrechens hält – erstmals öffentlich, dass sie von Anfang an von dem Mord an Lars Bense wusste, da sie Matthias S. an jenem grauenvollen Tag im Januar 1981 in der Wohnung ihrer Mutter überrascht habe. Dort geschah die unfassbare Tat. Dadurch stellt sich jetzt für die Staatsanwaltschaft die Frage einer eventuellen Mittäterschaft Kerstin Apels.

Im Internet wird aktuell heiß über das Buch und dessen Autorin diskutiert. Wer bei Google nach „Kreuzworträtselmord“ sucht, bekommt circa 170.000 Ergebnisse angezeigt, darunter viele Berichte und Zeitungsartikel zum aktuellen Geschehen. Die Mehrzahl derjenigen, die sich in den Internet-Diskussionen zu Wort melden, sind sich darüber einig, dass Kerstin Apel mit ihrem Werk lediglich Profit aus dem Tod des kleinen Lars schlagen will und alte Wunden aufreißt. Das Argument von Kerstin Apel selbst, sie habe sich alles von der Seele schreiben wollen, lassen die Gegner des Buchs nicht gelten.

Eine Lesung mit der Autorin in Halle-Neustadt hat man auf Grund von Protesten gecancelt, eine Leserunde bei LovelyBooks wurde wegen Anfeindungen durch nicht angemeldete User abgesagt. Auf der Facebookseite des Sutton-Verlags, in dem „Der Kreuzworträtselmord – Die wahre Geschichte“ erschien, werden Stimmen laut, die fragen, wie man so ein Buch nur verlegen kann.

Die erste Auflage des Buches ist nach diversen Meldungen inzwischen vergriffen. Wer es bei Amazon bestellen will, muss sich derzeit 6 bis 11 Tage gedulden.

Am 16.03.2013 wird Kerstin Apel auf der Leipziger Buchmesse aus „Der Kreuzworträtsel-Mord – Die wahre Geschichte“ lesen – sofern die Veranstaltung nicht abgesagt wird.

Nun interessiert mich Eure Meinung zum Buch von Kerstin Apel, liebe Blog-LeserInnen!

Wer mehr über den Kreuzworträtselmord erfahren möchte, dem sei die Dokumentation „Die großen Kriminalfälle – Der Kreuzworträtselmord“ empfohlen.

In der DDR-Krimireihe „Polizeiruf 110“ wurde der Kreuzworträtselmord ebenfalls thematisiert. Ein sehr sensibler und äußerst sehenswerter Film!

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