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Frank Sturm: Buddha, Bier & Zwänge aus Beton

Der Klappentext machte mich neugierig auf das Buch: „Frank Sturm sieht gut aus, studiert Sport an der Kölner Sporthochschule und genießt das Leben in vollen Zügen. Doch dann werden seine Lebensträume zerstört: Liebeskummer, Bandscheibenvorfall, Alkohol und die Zuflucht zu Buddha verändern seine Welt. Zwangsgedanken schleichen sich ein und absurde Rituale bestimmen von nun an seinen Alltag. Doch Frank Sturm gibt nicht auf. Er besiegt seine Zwänge nach vielen Jahren der Unfreiheit. Letztendlich haben ihm Mut und Zutrauen den Weg gewiesen. Sein Erfahrungsbericht ist ungeschliffen, ungeschönt und absolut authentisch. Er hilft den Menschen, die ebenfalls an Zwängen leiden und schafft Verständnis bei Mitmenschen, die diese Krankheit nicht kennen.“

Ich finde es zunächst sehr bewunderswert, dass Frank Sturm so offen über seine Zwänge spricht. Allerdings geht es in diesem Buch nicht nur um Zwänge – der Autor beschreibt auch eingehend seine Probleme mit Alkohol und stellt umfangreich seine Erfahrungen mit dem Buddhismus vor. Zuweilen wusste ich nicht wirklich, was diese unterschiedlichen Sachen mit dem Zwang zu tun haben, aber im letzten Kapitel wird das in der Tat schlüssig. „Buddha, Bier & Zwänge aus Beton“ hat mich nicht wirklich überzeugt. Den Schreibstil finde ich ziemlich abgehackt – da weiß man, was im Klappentext mit „ungeschliffen“ gemeint ist. Nein, ein Zafón ist er absolut nicht, der Autor Frank Sturm. Auch chronologisch geht es im Buch ganz schön drunter und drüber. Das Buddhismus-Kapitel fand ich, obwohl ich mich für Yoga und Esoterik begeistere sowie über diverse Mediationserfahrungen verfüge, recht abgedreht und teilweise anstrengend. Zuweilen erinnerte mich das Buch, insbesondere die Abschnitte, in denen es um LSD geht, an den Film „Das weiße Rauschen“ mit Daniel Brühl. An diesen Film denke ich nicht gerne zurück, denn ich fand ihn grässlich.

Bei aller Bewunderung für den Mut und die erzielten Erfolge von Frank Sturm, aber ich kann Betroffenen und Interessierten „Buddha, Bier & Zwänge aus Beton“ nicht wirklich ans Herz legen.

Dafür hat mich ein anderer Erfahrungsbericht wirklich berührt, den ich bedenkenlos weiterempfehlen kann (ich habe ihn Anfang diesen Jahres gelesen): „Der Weg aus der Zwangserkrankung“ von Ulrike S., Gerhard Crombach und Hans Reinecker. Auch „Tomaten alla rabbiatta“ von Lisa Coccinella gehört meiner Meinung nach zu den Büchern, die zu dieser Thematik absolut lesenswert sind. Dagegen vergebe ich für „Buddha, Bier & Zwänge aus Beton“ nur 2 von 5 Sternen.

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