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Kaffeeklatsch mit Matthias Sachau

Es ist ein strahlend schöner und heißer Juli-Tag in Berlin-Prenzlauer Berg. Der “Prenzlberg”, ein Stadtteil, der oft ein wenig hämisch mit “Schwaben” und “Bio-Mamas” verschlagwortet wird, ist ein Hort von Künstlern und Kreativen.
Eine entsprechend freundliche Stimmung hüllt mich sofort ein, als ich an der Station Eberswalder Straße aus der U-Bahn steige: Straßenmusiker, hübsche Läden, gut gefüllte Cafés, lächelnde Menschen. Mein Ziel ist ein kleines Lokal, in dem ich mich mit dem Autor Matthias Sachau verabredet habe. Ich sichere uns einen der begehrten Sitzplätze vor dem Café, da kommt Matthias in Shorts und Flip-Flops entspannt den Bürgersteig entlang geschlendert. Mein erster Eindruck: Er passt richtig gut in diesen Teil Berlins. :-)

Wir trinken Eiskaffee und Bionade. Dabei gewährt mir der sympathische gebürtige Münchner, den einst das Studium nach Berlin verschlagen hat, interessante Einblicke in den Alltag eines Autors. Der ist nämlich keineswegs so chillig, wie man ihn sich gemeinhin vorstellen mag: Schreiben ist harte Arbeit. Von Montag bis Freitag zieht Matthias Sachau sich in seine ehemalige Studentenbude in Prenzlberg zurück und schreibt dort eifrig an seinen Romanen. “Das Schreiben ist mein Traumjob.”, sagt er lächelnd. “Es ist wie eine Sucht. Ich mache ungern Urlaub.”

Sein aktueller Roman heißt “Hauptsache, es knallt” und ist am 10.06.2013 bei Ullstein erschienen. Darin geht es um Pleiten, Pech und Pannen bei einer Hochzeit. Was hat ihn dazu inspiriert? Matthias Sachau: “Mit einer Hochzeit sind oft viel zu große Erwartungen verbunden. Missgeschicke werden nicht mit Humor genommen.” In seinem Buch kommt der Humor allerdings keineswegs zu kurz. Die Rückmeldungen, die der Autor bislang von seinen Lesern erhalten hat, seien allesamt positiv ausgefallen. Das erfolgreichste Buch von Matthias Sachau war bislang übrigens “Wir tun es für Geld”, lässt er mich wissen.

Ein Jahr hat er an “Hauptsache, es knallt” geschrieben. Ich frage ihn, ob er vorher ein Storyboard entwickelt, das den genauen Ablauf der Geschichte skizziert. Seine Antwort: “Ich habe ein grobes Handlungskonzept im Kopf, aber der Rest entsteht spontan.” Fehlende Motivation und Schreibblockaden sind für den passionierten Schriftsteller, der sehr gern Lesungen hält, übrigens kein Problem.

“Liest Du selbst viel?” möchte ich wissen. Matthias Sachau liest selbst wenig, sagt er. Wenn er schmökert, dann findet man Werke von Max Goldt, Wolf Haas, P. G. Wodehouse und J. K. Rowling auf seinem Nachttisch. “Ich habe die komplette Harry Potter-Reihe gelesen.” verkündet er fröhlich. Fantasy ist übrigens DAS Stichwort, denn aktuell schreibt Matthias an einen Fantasy-Roman für dtv Junior. “Damit baue ich mir ein zweites Standbein auf.” Benutzt er in diesem für ihn neuen Genre eigentlich ein Pseudonym? “Nein, ich schreibe als Matthias Sachau.” Auf seine Comedy-Romane dürfen wir uns allerdings trotzdem weiterhin freuen.

Zum Abschied schenkt mir Matthias sein neues Buch “Hauptsache, es knallt” und schreibt eine Widmung hinein. Mit einem Lächeln auf den Lippen schlendere ich zurück zur U-Bahn-Station Eberswalder Straße und verlasse mit einem Anflug von Wehmut den Prenzlberg. Vielen Dank für diesen schönen und entspannten Kaffeeklatsch und das Buch, lieber Matthias!

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Zeit für ein Erinnerungsfoto war auch :-)

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