Frisch rezensiert: “Alles Liebe, deine Lise” von Brigitte van Aken mit SPONTANVERLOSUNG

⇒ NEUERSCHEINUNG

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Indie-Freunde,

heute möchte ich Euch eine der Herbst-Neuerscheinungen aus dem Münchner Indie-Verlag mixtvision vorstellen: “Alles Liebe, deine Lise” von Brigitte van Aken. Das Jugendbuch ist gestern, am 21. August 2014, auf den Markt gekommen. Hier erfahrt Ihr, wie es mir gefallen hat. Und zum Schluss wartet noch eine Überraschung auf Euch! 

Ein besonderer Jugendroman, der unter die Haut geht

Sterne: 4 von 5

Lise ist fast 16 Jahre alt, lebt in Belgien und liebt es, zu fotografieren. So weit, so normal. Doch hinter dem Mädchen liegt eine traumatische Erfahrung: Sie war von ihrem Freund Nishan schwanger und hat abgetrieben. Der immer wieder gleiche Albtraum sucht sie seitdem in den Nächten heim. Es sind einsame Nächte im Internat, in dem sie seit Kurzem lebt. Nishan distanziert sich immer mehr von ihr. Auch ihre Mitbewohnerin Charlotte ist Lise keine große Stütze. Lises Mutter ist auf ihre berufliche Karriere fixiert und der Vater lebt mit seiner neuen Freundin Linda zusammen. Gut, dass sie ihre geliebte Oma hat, mit der sie sich jeden Mittwoch ausführliche E-Mails schreibt. Ihr erzählt sie von all dem Schmerz, ihren Gedanken und Gefühlen und ist überrascht, wie viele Gemeinsamkeiten zu Lises Gegenwart in der Vergangenheit ihrer Oma lauern.

In “Alles Liebe, deine Lise” stellt die belgische Schriftstellerin Brigitte van Aken mit Lise ein zerbrechliches und dennoch unglaublich starkes Mädchen in den Mittelpunkt ihrer Erzählung. Die Trauer, die Enttäuschung und die Einsamkeit von Lise werden beim Lesen fast mit den Händen greifbar. In ihren berührenden E-Mails vertrauen sich Oma und Enkelin ihre Geheimnisse an. Die wöchentliche Konstante gibt sowohl Lise als auch ihrer Großmutter Elizabeth spürbaren Halt, die gerade aus ihrem eigenen Haus in ein Seniorenwohnheim gezogen ist. Anhand ihres schriftlichen Sprachgebrauchs wirken Oma und Lise jeweils recht authentisch. Nur die Tatsache, dass eine 76-jährige Omi sich im Dialog mit ihrer Enkelin völlig ungezwungen des Wortes “sexy” bedient, fand ich zugegebenermaßen ein ganz klein wenig gewöhnungsbedürftig.

“Alles Liebe, deine Lise” ist ein besonderes Buch. Auf 247 Seiten erzählt die Autorin still und einfühlsam eine Geschichte mit großen Emotionen und einigen überraschenden Wendungen. In diesem Roman, der speziell für 14- bis 17-jährige Leserinnen und Leser empfohlen, aber auch ältere Leseratten bewegen wird, vereint die Autorin die insbesondere für Jugendliche so wichtigen Themen wie Liebe, Freundschaft, Verrat und Vertrauen.

Mein Fazit: “Alles Liebe, deine Lise” ist eine sensible und zeitlose Geschichte, die unter die Haut geht und noch eine ganze Weile dort verharrt.

Alles Liebe, deine Lise
© mixtvision Verlag

EXTRA: Zur Printversion des Buches gibt es das e-Book übrigens gratis dazu. Dem Buch liegt ein individueller Code bei, mit dem das e-Book einmalig kostenlos heruntergeladen werden kann. Eine wirklich tolle Sache!

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: “Alles Liebe, deine Lise”

Zur Homepage des Verlags: mixtvision

 

Und nun zur angekündigten Überraschung:

Ich verlose ein e-Book von “Alles Liebe, deine Lise”.

Dem/der Gewinner/in sende ich nach Beendigung der Verlosung einen individuellen Download-Code zu, mit dem er/sie sich das e-Book auf der Verlagshomepage herunterladen und die Datei auf sein Lesegerät übertragen kann (Format: epub und mobi).

Mitmachen ist ganz einfach: Füllt einfach bis morgen (23. August 2014), 22:00 Uhr (MESZ) das Teilnahmeformular aus und schickt es ab. Ihr müsst mindestens 18 Jahre alt sein oder – falls ihr das noch nicht seid – die Einverständniserklärung Eures/Eurer Personensorgeberechtigten zur Teilnahme haben. Das erklärt Ihr, indem Ihr auf den Button “Abschicken” klickt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ihr dürft nur 1 x mitmachen. Mehrfachteilnehmer/innen werden disqualifiziert. Der/die Gewinner/in erklärt sich damit einverstanden, hier namentlich genannt zu werden. Ich übernehme keine Haftung, falls der Download des e-Books bzw. die Übertragung der Datei auf das Lesegerät fehlschlägt.

♠ Viel Glück! ♠

Frisch rezensiert: “Totenleuchten” von Klara Nordin

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Lehrreicher Lappland-Krimi

Sterne: 4 von 5

Im schwedischen Teil Lapplands, am Polarkreis, erreichen die winterlichen Temperaturen nicht selten minus 30 Grad Celsius. Die faszinierenden Polarlichter wiegen die klirrende Winterkälte und die stetige Dunkelheit jedoch auf. Die Samen – das Urvolk Lapplands – allerdings behaupten, die farbigen Lichtstreifen am Himmel seien die Seelen der Toten und kein gutes Omen. Über der Kleinstadt Jokkmokk wabert dieser Tage Anfang Februar das Polarlicht in schillernden Farben. Und dann geschieht ein grausamer Mord, den das chronisch unterbesetzte Polizeikommissariat vor Ort mit Hilfe der neuen Hauptkommissarin Linda Lundin schnellstens aufklären will. Das allerdings ist kein leichtes Unterfangen, denn es gibt gleich mehrere Tatverdächtige und Motive. Außerdem deckt das Team während der Ermittlungen in der vermeintlichen Idylle Ungeheuerliches auf…

Mit ihrem Krimi-Debüt sorgt die unter dem Pseudonym Klara Nordin schreibende Autorin Mitte August für Frösteln und kalte Schauer auf den Rücken ihrer Leser. Die Deutsche lebt bereits seit 13 Jahren in Schweden. Ihren Heimatort Jokkmokk hat sie in “Totenleuchten” eiskalt in einen Tatort verwandelt. Genau das lässt den Krimi authentisch wirken. Mit ihren Schilderungen über das Leben, die Traditionen und den Aberglauben der Samen gewährt Klara Nordin lehrreiche Einblicke in das Leben dieses interessanten Volkes. Die gesellschaftlichen Spannungen zwischen Schweden und Samen lässt sie dabei nicht unerwähnt.

Obwohl “Totenleuchten” ein wenig zögerlich anläuft, erreicht dieses Buch doch rasch den Punkt, an dem man einfach manisch weiterlesen muss. Einige Eckpunkte der Geschichte sind zwar vorhersehbar, aber das Rätsel, wer das Opfer – einen 19-jährigen Jungen – an seinem Geburtstag bestialisch ermordet hat, wird erst am Schluss gelöst. Klara Nordin schreibt durchweg angenehm und ohne Längen. Ihre beeindruckenden Schilderungen von Land und Leuten katapultieren den Leser geradewegs in den hohen Norden. Auch ihre Charaktere, vor allem die Polizisten Linda, Bengt und Margareta sind präzise ausgefeilt. Sie alle haben an persönlichen Schicksalen zu knabbern, die zwar angesprochen, aber nicht zum Hauptthema gemacht werden. Für Auflockerung sorgen die alten Damen Josefina und Maja, die sich permanent streiten. Diese beiden sind eine echte Bereicherung für das Buch. Auf ein Wiedersehen mit den betagten Streithennen darf man hoffen, denn Klara Nordin schreibt bereits an einem zweiten Fall für das Ermittler-Trio Linda, Margareta und Bengt.

Fazit: Wer bei einer spannenden Krimierzählung voll nordischer Atmosphäre und mit charakterstarken Figuren eine fremde Kultur kennenlernen will, ist mit “Totenleuchten” sehr gut beraten!

Totenleuchten

© Kiepenheuer & Witsch

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: “Totenleuchten”

Zum Blog der Autorin: Klara Nordin

Zur Homepage des Verlags: Kiepenheuer & Witsch

 

Frisch rezensiert: “Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt” von Romy Hausmann

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Derb, frech, ernsthaft – ein außergewöhnlicher Roman

Sterne: 5 von 5

Lisa Berner – nicht gerade ein Name wie Donnerhall. Und auch alles andere in Lisas Leben ist wenig glamourös: Als Fleischereifachverkäuferin fristet die 25-Jährige ein bemitleidenswertes Dasein in einem niederbayerischen Dorf, das sie “Shittingen” nennt. Gemeinsam mit ihrer herrischen Oma und dem schweigsamen Vater lebt sie unter einem Dach, seit sich ihre Mutter vor zwanzig Jahren das Leben nahm. Kein Wunder, dass Lisa davon träumt, Lola zu heißen und die Welt zu entdecken. Und so verschlägt es das Landei eines Tages urplötzlich nach München…

“Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt” ist der Debütroman der Autorin Romy Hausmann. Und was für einer: Derb und frech erzählt sie eine rasante Geschichte – beinahe eine Art bayerisches Roadmovie – und steigt doch dank der Tiefe in ihrer Erzählung elegant über das Etikett “unterhaltsame Frauenliteratur” hinweg. Denn trotz allen Humors, der auch gerne ins Satirische gleitet, schlägt Romy Hausmann auch ernsthafte Töne an und mutet Lisa einiges zu.

Die Figuren ihres Romans sind mindestens so unterhaltsam wie die ganze Geschichte: Romy Hausmann zündet ein wahres Feuerwerk aus skurrilen Protagonisten, die man einfach mögen muss. Allen voran natürlich Lisa, die aus ihrer Sicht mit ziemlich derben Worten gleichzeitig die Erzählerin des Romans ist. Der Name des ersten Kapitels, “Von der Groben”, trifft die Beschreibung der Hauptdarstellerin hervorragend. Lisa würde wohl sagen: “Das passt wie Arsch auf Eimer.” :-)

Ja, ich bin wirklich begeistert von diesem erfrischend anderen Roman und empfehle ihn nur zu gern allen Leserinnen und Lesern, die starke Charaktere mögen, deftigen Humor zu schätzen wissen und bereit sind, in einer temporeichen Story mit einem guten Schuss Ernsthaftigkeit regelrecht zu versinken. Romy Hausmann schreibt außergewöhnlich – außergewöhnlich gut und herrlich unterhaltsam. Ich hoffe inständig, dass diese Autorin auch in Zukunft noch ganz viele wunderbare Geschichten erzählt!

Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt

© Heyne Verlag

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: “Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt”

Zum Profil der Autorin bei der Verlagsgruppe Random House: Romy Hausmann

Zur Homepage des Verlags: Heyne Verlag

Zur Facebook-Seite zum Buch: “Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt”

BUCHVERLOSUNG für Krimi- und/oder München-Fans

Grüß Gott,

bitte wundert Euch nicht ob der in unseren sächsischen Breitengraden ungebräuchlichen Grußformel, aber ich bin im Moment vom München-Virus befallen. Ganz akut! Das liegt nicht nur am phänomenalen Manuel Neuer, der heute zum Fußballer des Jahres gekürt wurde, sondern auch daran, dass mein Göttergatte und ich Ende August gemeinsam mit Freunden einen mehrtägigen Citytrip nach München unternehmen werden.

Natürlich möchte ich Euch auch ein bisschen mit meiner Begeisterung für “Minga”, wie der Bajuware sagt, anstecken. Und das geht am Besten mit frischer Literatur. Deshalb habe ich mir mit der freundlichen Unterstützung des Diana-Verlages eine Buchverlosung zum Thema “München” für Euch ausgedacht.

Am morgigen Montag erscheint der München-Krimi “Vogelfrei” von Felicitas Gruber. Die Hauptrolle darin spielt die Rechtsmedizinerin Dr. Sofie Rosenhuth, die zwar im Münchner Stadtteil Giesing “dahoam ist, aber am Seziertisch zu Haus”.

Mehr zum Buch auf der Homepage des Diana-Verlages

© Diana-Verlag

Ihr könnt ein Exemplar des Buchs gewinnen, indem Ihr eine klitzekleine Frage beantwortet:

WAS SOLLTE ICH MIR IN MÜNCHEN UNBEDINGT ANSCHAUEN?
Her mit Euren Sightseeing-Tipps!

Wenn Ihr selbst noch nicht im “Millionendorf” gewesen seid, hilft Euch Doktor Google sicher weiter. Noch ein kleiner Hinweis: Zum Besuch des Oktoberfestes braucht Ihr nicht zu raten, denn das beginnt heuer am 20. September 2014 – und damit erst gute drei Wochen nach unserer München-Reise. :-)

Mitmachen/Das Kleingedruckte

1. Verlost wird ein neues und ungelesenes Exemplar des Taschenbuchs “Vogelfrei” von Felicitas Gruber inklusive 10 buchstabenfaengerin-Lesezeichen.

2. Das Gewinnspiel läuft im Zeitraum vom 10. August 2014 bis zum 25. August 2014, 24:00 Uhr. Ich würde gern von Euch wissen, was ich mir in München unbedingt anschauen sollte. Zum Teilnehmen muss das untenstehende Gewinnspielformular vollständig ausgefüllt und abgeschickt werden. Ausgelost wird am 26. August 2014 aus allen fristgerecht eingegangenen Einsendungen. Der/die Glückliche erklärt sich damit einverstanden, dass sein/ihr vollständiger Name hier veröffentlicht werden darf.

3. Mitmachen kann jede/r mit Hauptwohnsitz in Deutschland, der/die mindestens 18 Jahre alt ist. Mit dem Abschicken des Teilnahmeformulars bestätigt Ihr, dass Ihr volljährig seid.

4. Keine Barauszahlung möglich.

5. Keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postweg verloren geht. Aber das wollen wir ja nicht hoffen!

6. Bitte nur 1 x mitmachen! Mehrfachteilnehmer/innen werden disqualifiziert.

7. Ihr müsst zur Teilnahme nicht zwingend meinem Blog oder meiner Facebook-Seite folgen. Ich freue mich aber selbstverständlich immer über neue Follower meines Blogs, meiner Facebook-Seite, meines Twitter- und meines Instagram-Accounts.

8. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Also dann: Ois Guade und pfüat Eich! :-)

And the winners are…

Drei signierte Exemplare von Miriam Pielhaus Roman “Radiergummitage” gegen Eure Fragen an die Autorin, die ich ihr im Interview stellen werde – das war der Deal. Bis gestern Abend konntet Ihr mitmachen und das habt Ihr rege getan. Ganz herzlichen Dank an Euch alle für Eure Fragen, die unglaublich vielfältig waren! Ihr habt es mir sehr schwer gemacht, die drei interessantesten und kreativsten Fragen auszusuchen. Am Ende musste ich dann unter meinen Favoriten auslosen, denn ich konnte mich einfach nicht entscheiden.

Hier sind sie nun, die drei Glücklichen, die bald ein signiertes Exemplar von “Radiergummitage” ihr Eigen nennen dürfen – natürlich mit ihrer jeweiligen Frage:

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Ich würde gern von Miriam Pielhau wissen wollen, welche Aufgabe/Herausforderung sie gern auf einem kleinen Zettel in ihrem Briefkasten finden würde?

Conny Schubert
Ich würde von Miriam Pielhau wissen wollen, was die schönste und die schlimmste Erinnerung an die Krankheitsphase ist?!

Linda Böke
Wann und wofür hat sich Miriam Pielhau das letzte Mal einen Radiergummi gewünscht?

Herzlichen Glückwunsch, Ihr 3!

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Eure Fragen werde ich natürlich an Miriam Pielhau stellen. Bald gibt es hier auf meinem Blog das Interview mit der sympathischen Autorin und Moderatorin zu lesen.

Alle, die nicht gewonnen haben, sollten keinesfalls den Kopf hängen lassen. Ich hecke nämlich schon wieder die nächsten Verlosungen aus. Und die lassen gar nicht mehr allzu lang auf sich warten… :-)

Frisch rezensiert: “Großstadtgefühle” von Jannis Plastargias

Unkompliziertes Jugendbuch über die erste schwule Liebe

Sterne: 3 von 5

Jonas erlebt zum ersten Mal die Höhen und Tiefen einer Liebesbeziehung: Er wohnt in Berlin, sein Freund Paul in München. Beide sehnen die gemeinsamen Treffen natürlich inbrünstig herbei.  Doch im Alltag, wenn sich beide nicht sehen, begegnen ihnen allerhand Verlockungen und mitunter ist es schwer, ihnen nicht zu erliegen. So wird Jonas eines Tages mit der überraschenden Wahrheit konfrontiert, dass sich sein Kumpel Carl Hals über Kopf in ihn verliebt hat. Was nun?

Jannis Plastargias hat mit “Großstadtgefühle” einen Jugendroman geschrieben, in dem er den Zauber der ersten Liebe beleuchtet. Ein wenig tapsig bewegt sich seine Hauptfigur Jonas, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird, durch die Welt, der Kosenamen, Liebesschlösser, Sehnsucht, Sex, Zweifel und Eifersucht innewohnen. Durch tatsächlich existierende Orte, wie beispielsweise den legendären Berliner Club SchwuZ, stellt Jannis Plastargias in seinem Jugendbuch den Bezug zur Realität her. Als langgediente Schwulen-Mutti darf ich mir wohl außerdem das Urteil erlauben, dass die im Roman dargestellten Probleme und Sehnsüchte keinesfalls Vorurteile, sondern sehr nah an der Wirklichkeit dran sind.

Was mir allerdings weit weniger gefallen hat, sind die teils schwülstigen Dialoge und der Kosename “Geliebter”. Das erschien mir wirklich ziemlich dick aufgetragen.

Das Buch lässt sich flüssig lesen. Die Erzählweise besticht durch einfache, prägnante Sätze und versteigt sich nicht zu komplizierten Wortungeheuern – deshalb ist “Großstadtgefühle” meiner Meinung nach für Jugendliche ab 14 Jahren bestens geeignet. Das 172 Seiten umfassende Buch schreckt durch seinen geringen Umfang sicher auch Lesemuffel nicht ab.

Mein Fazit: Bei den Charakteren und den Dialogen gibt es aus meiner Sicht noch Luft nach oben. Alles in allem ist “Großstadtgefühle” aber eine mühelos zu lesende Erzählung, die einen sensiblen Jungen durch das Abenteuer der ersten großen Liebe begleitet, dabei realistische Einblicke in die schwule Welt gibt und auch das Thema Homophobie nicht ausklammert. Vielleicht gibt es Lehrerinnen und Lehrer, die für “Großstadtgefühle” ein Plätzchen im Literaturunterricht frei haben. Wünschenswert wäre es.

Ich danke Autor Jannis Plastargias ganz herzlich für das Rezensionsexemplar und die liebe Widmung.

Großstadtgefühle© michason & may

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: “Großstadtgefühle”

Zur Homepage des Autors: Jannis Plastargias

Zur Homepage des Verlags: michason &  may

 

Frisch rezensiert: “Eifler Neid” von Elke Pistor

Tatort Eifel – Der 4. Fall für Ina Weinz

Sterne: 4 von 5

Tatort Eifel: In Patersweiher wird eine tote Frau am Straßenrand entdeckt. Ihr Körper weist seltsame Striemen auf, deren Herkunft sich niemand so recht erklären kann. Ina Weinz, die vor ihrer Versetzung auf’s Land bei der Kölner Mordkommission ihren Dienst verrichtete, und Judith Bleuler von der Bonner Mordkommission ermitteln. Doch sie suchen nicht nur nach dem Täter, sondern auch nach einer zweiten Leiche. Ein älteres Ehepaar hat nämlich bei einem Ausflug im Nationalpark ein Tötungsdelikt beobachtet, doch das Opfer ist unauffindbar. Kurz vor ihrem 50. Geburtstag geht es bei Ina Weinz also alles andere als beschaulich zu…

“Eifler Neid” ist bereits der vierte Band aus der Krimi-Reihe um Ina Weinz. Die Tatsache, dass ich die drei Vorgängerbände im Vorfeld noch nicht gelesen hatte, erwies sich als absolut unproblematisch. Ich war sofort Feuer und Flamme für das ungleiche weibliche Ermittler-Duo. Ina Weinz hat viele Sympathiepunkte kassiert: Eine solch toughe Frau, die manchmal die Regeln ein wenig großzügig auslegt, wenn es der Sache dienlich ist, dürfte sich wohl jeder im Kollegenkreis wünschen. Die junge Judith Bleuler hingegen ist sehr ehrgeizig, unterkühlt und distanziert. Einst Inas Praktikantin, ist sie nun die Leiterin der Ermittlungen. Das umgekehrte Rollenverhältnis bietet natürlich Konfliktpotenzial. Überhaupt sind die Figuren des Kriminalromans bewundernswert dreidimensional. Das gilt für das Ermittler-Team ebenso wie für die Nebendarsteller.

Die Story erzählt Elke Pistor aus drei verschiedenen Perspektiven, die für Abwechslung sorgen: Da ist die Geschichte zweier Schwestern, die ihr Glück im Westen suchen, der neutrale Erzähler und die persönliche Sichtweise von Ina Weinz. Das hat mir besonders gut gefallen.

“Eifler Neid” ist kein Buch, das den Leser um den Schlaf bringt oder aus dem das Blut nur so trieft. Dafür ist es ein handwerklich hervorragend gemachter Kriminalroman, der mit lebendigen Protagonisten punktet, sich einem durchaus umstrittenen gesellschaftlichen Thema sowie dem Neid – immerhin eine der sieben Todsünden – widmet und einige Überraschungsmomente bereithält.

Mehr will ich an dieser Stelle aber nicht verraten. Mir hat das Buch jedenfalls sehr gut gefallen. Und eins ist für mich nach “Eifler Neid” ganz klar: Ich will unbedingt mehr über Ina Weinz erfahren. Die drei Vorgängerbände landen deshalb postwendend auf meiner literarischen Wunschliste.

Eifler Neid© Emons Verlag GmbH

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: “Eifler Neid”

Zur Homepage der Autorin: Elke Pistor

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