Auslosung zum Krimi-/München-Gewinnspiel

Ihr Lieben,

bis gestern konntet Ihr bei meinem
Gewinnspiel für Krimi- und/oder München-Fans teilnehmen. Als Gewinn winkte der Krimi “Vogelfrei” von Felicitas Gruber, der in der bayerischen Landeshauptstadt spielt. Jetzt verkünde ich hier den Glückspilz, der sich auf kriminelle Lesestunden freuen darf.

Zuvor möchte ich Euch allen aber ganz herzlich für Eure durchweg tollen Sightseeing-Tipps danken! Übermorgen machen wir uns auf zum München-Kurzurlaub – und dank Euch sind wir bestens gerüstet! Bekannte Sehenswürdigkeiten habt Ihr empfohlen, aber es waren auch echte Geheim-Tipps dabei. Ich habe für Euch ein Ranking mit all Euren Empfehlungen erstellt. Und nach unserem Trip verrate ich Euch natürlich, wo wir überall waren.

Jetzt wird allerdings erstmal das Gewinnspiel-Ergebnis bekanntgegeben! Zur Seite stand mir – wie schon so oft – der Zufallsgenerator http://www.random.org. Und der hat sich wie folgt entschieden:

Minga-Auslosung

Einen Tusch für Sarah! Herzlichen Glückwunsch!

Lasst den Kopf nicht hängen, falls es nicht geklappt hat. Bis zur nächsten Verlosung dauert es gar nicht mehr lange. :-)

Und hier kommen Eure Sightseeing-Tipps:

Allianz-Arena/Olympia-Gelände (9 x genannt)

Deutsches Museum (8 x genannt)

Englischer Garten (8 x genannt)

Viktualienmarkt (6 x genannt)

Schloss Nymphenburg (5 x genannt)

Stadtrundfahrt/Stadtbummel (3 x genannt)

Eisbach/Floßlände (3 x genannt)

Museumsinsel/Isar (2 x genannt)

Hofbräuhaus (2 x genannt)

Kirche St. Peter mit dem Turm
“Alter Peter” (2 x genannt)

Bavaria-Filmstadt (2 x genannt)

BMW-Welt (2 x genannt)

Neues Rathaus mit Glockenspiel (2 x genannt)

Frauenkirche (1 x genannt)

Glockenbachviertel (1 x genannt)

Segway-Tour (1 x genannt)

Botanischer Garten Nymphenburg (1 x genannt)

LeseMuseen der Internationalen Jugendbibliothek (1 x genannt)

Münchner Residenz (1 x genannt)

Gaumenkitzel-Tour Schwabing) (1 x genannt)

Hirschgarten (Biergarten) (1 x genannt)

Buchladen am Hauptbahnhof (1 x genannt)

Café Lotti (1 x genannt)

Café Marais (1 x genannt)

Schrannenhalle inklusive Milka-Welt (1 x genannt)

Schloss Neuschwanstein (1 x genannt)

Perlacher Forst inklusive Friedhof (1 x genannt)

Körperwelten (1 x genannt)

Bavaria/Theresienwiese (1 x genannt)

Hofgarten am Odeonsplatz (1 x genannt)

Bayerische Staatsbibliothek (1 x genannt)

Dombibliothek Freising (1 x genannt)

Tierpark Hellabrunn (1 x genannt)

Marienplatz (1 x genannt)

Kugler-Alm (Biergarten)  (1 x genannt)

… und dafür haben wir nur vier Tage Zeit! :-)

Anschließend danke ich dem Diana-Verlag ganz herzlich für die Bereitstellung des Verlosungsexemplars!

Frisch rezensiert: “Brook unter Räubern” von Cornelius Hartz

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Leuchtender (Nord-)Stern am Krimi-Himmel

Sterne: 5 von 5

Im Klinikum im Hamburger Stadtteil Dulsberg geht ein Paket mit grausigem Inhalt ein: Der unscheinbare braune Pappkarton enthält ein menschliches Auge! Hauptkommissar Gunwald Brook und seine Kollegen werden hellhörig, als sie im gleichen Atemzug von der Sekretärin des Chefarztes erfahren, dass dieser seit wenigen Tagen spurlos verschwunden ist. Das Polizeikommissariat 37 nimmt die Ermittlungen sofort auf. Dem verschwundenen Professor kommen sie zunächst nicht auf die Spur. Dafür hält der Absender des Pakets die Ermittler in Atem…

“Brook unter Räubern” ist der zweite Fall einer Hamburg-Krimi-Reihe aus der Feder von Cornelius Hartz. Um voll und ganz in die Geschichte einzutauchen, ist es nicht notwendig, den Vorgängerband “Brook und der Skorpion” gelesen zu haben. Es handelt sich bei beiden Büchern um jeweils in sich abgeschlossene Fälle. Der Autor verzichtet auf langwieriges Vorgeplänkel – er katapultiert den Leser lieber mitten ins Geschehen. Und ehe man sich versieht, hat man den mürrischen Mittfünfziger Brook auch schon ins Herz geschlossen. Der Kriminalhauptkommissar ist ein echter Charakterkopf. Mit ihm hat Cornelius Hartz eine grandiose Hauptfigur geschaffen, ohne die dieser Krimi nur halb so schön wäre. Er flucht, schimpft und brüllt sich durch die 240 Seiten des Buchs – und doch hat der Witwer seine verletzliche Seite, die er natürlich nach außen hin erfolgreich verbirgt. Seine beiden Kollegen Hellkamp und der junge Lejeune komplettieren das ungleiche, aber unterhaltsame Ermittler-Team. Mir kam beim Lesen oft der Gedanke: “Wenn Brook doch nur Til Schweiger im “Tatort” ablösen könnte – dann hätte Hamburg endlich mal ein vernünftiges Team am Sonntagabend!”. Mit pointiertem Witz garniert der Autor die gleichbleibend spannende Story, die die Polizisten auf einige falsche Fährten führt und den Leser bis zum Schluss mitfiebern lässt.

An atmosphärischen Beschreibungen hält sich Cornelius Hartz nicht lange auf. Dafür sorgt er in sachlichem Ton und mitunter ein wenig hanseatisch-kühl mit diesem runden, sorgfältig recherchierten und stimmigen Krimi für Lesegenuss vom Feinsten.

Kommissar Brook hat sich damit einen Platz ganz vorn in der Liste meiner Lieblingsermittler gesichert. Sein aktueller Fall “Brook unter Räubern” gehört für mich zu den stärksten Krimis des Jahres. Chapeau!

Brook unter Räubern© emons:

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: “Brook unter Räubern”

Zur Homepage des Autors: Cornelius Hartz

Zur Homepage des Verlags: emons:

Die Premierenlesung findet am 5. September 2014 in Hamburg statt. Mehr dazu hier.

Frisch rezensiert: “Die Lügen der Anderen” von Mark Billingham

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Unter dem Deckmantel der vermeintlichen Perfektion

Sterne: 4 von 5

Unbeschwerte Urlaubstage in Florida: Drei britische Paare verbringen ihre Ferien im Pelican Palms Resort und freunden sich schließlich miteinander an. Man geht gemeinsam essen, betreibt ein wenig oberflächliche Konversation, amüsiert sich. Doch am letzten Abend trübt ein Ereignis die wolkenlose Urlaubsfreude: Ein geistig behindertes Mädchen verschwindet spurlos aus der Hotelanlage. Die Polizei nimmt umgehend die Ermittlungen auf und befragt dabei auch die drei britischen Paare. Alle haben ein wasserdichtes Alibi vorzuweisen. Zurück in England lässt der fürsorglichen Touristin Angela Finnegan das Verschwinden des Mädchens keine Ruhe. Sie recherchiert im Internet und bleibt mit den neuen Urlaubsbekanntschaften in Kontakt. Man lädt sich schließlich gegenseitig zum Essen ein und kennt dabei nur ein Thema: Das Mädchen. Als dessen Leiche schließlich nach Wochen in den Mangrovensümpfen unweit des Resorts gefunden wird, versteigen sich die Paare in Mutmaßungen und verstricken sich in Lügen – ausnahmslos…

Mark Billinghams Roman “Die Lügen der Anderen”, bereits 2012 in England unter dem Originaltitel “Rush Of Blood” und am 20. August 2014 im Atrium Verlag als deutschsprachige Ausgabe erschienen, wird von Kritikern und namhaften Autorenkollegen wie Lee Child und Karin Slaughter hochgelobt. Die Kriminal-Handlung spannt sich dabei wie ein Rahmen um die Geschichte. “Die Lügen der Anderen” ist in erster Linie ein ungeschönter Blick hinter die Kulissen von zwischenmenschlichen Beziehungen: Wie gut kennt man einen Menschen wirklich? Was verbirgt sich tatsächlich hinter den nett gemeinten Komplimenten neuer Bekannter? Anhand dreier ganz normaler, wenn auch grundverschiedener Paare enthüllt Mark Billingham Kapitel für Kapitel das Deckmäntelchen des Seins und Scheins. Mal wartet er mit großen, mal mit kleineren Schicksalsschlägen auf. Mühelos webt er sozialkritische und gesellschaftliche Themen in die Geschichte ein – wie beispielsweise im Fall des Sohnes aus erster Ehe von Angelas Mann Barry, den dieser nicht sehen darf.

Verschiedene Stilelemente machen den Roman abwechslungsreich und interessant: Neben den klassischen Kapiteln, in denen der neutrale Beobachter vom Geschehen erzählt und darüber hinaus der Mörder in der Ich-Form zu Wort kommt, lockern E-Mails und Zeugenbefragungen “Die Lügen der Anderen” auf.

Zugegeben: Ich hatte, beeinflusst vom Klappentext und den Pressestimmen auf dem Buchumschlag (“Unentrinnbarer Nervenkitzel…”, “… absolut packend.”), einen lupenreinen Thriller erwartet. Nicht, dass Mark Billingham es nicht verstünde, die Spannung über 416 Seiten hinweg vollkommen aufrecht zu erhalten, dabei die Rätselinstinkte des Lesers gewaltig herauszufordern und der Geschichte zum Ende nochmals kräftig Schub zu verleihen, aber dieses Buch ist zuvörderst eine interessante Charakterstudie über das Verhalten und die großen und kleinen Lügen der Menschen in Roman-Form. Thriller-Fans werden daher so manche Stelle als langatmig empfinden. Betrachtet man das Buch aber als das, was es tatsächlich ist – nämlich als Romanerzählung mit Krimi-Handlung – wird man an “Die Lügen der Anderen” sehr viel Freude haben.

Die Lügen der Anderen
© Atrium Verlag

 

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: “Die Lügen der Anderen”

Zur Homepage des Autors (englischsprachig): Mark Billingham

Zur Homepage des Verlags: Atrium Verlag

Zur Buchbesprechung von MDR Figaro (Audio): “Krimi des Monats: >>Die Lügen der Anderen<<“

Auslosung der Spontanverlosung des e-Books “Alles Liebe, deine Lise”

“Aus, aus, aus – das Spiel ist aus!” So oder so ähnlich lautete die Ansage des Kommentators nach dem Schlusspfiff des für Deutschland äußerst erfolgreichen Fußball-WM-Finales 1954. Seit 22:01 Uhr gilt das auch für die Spontanverlosung zum e-Book “Alles Liebe, deine Lise” von Brigitte van Aken.

22 Teilnehmerinnen sind in den Lostopf gehüpft. Der Zufallsgenerator http://www.random.org hat sich eine Gewinnerin herausgepickt:

GirlWithTheBooks!

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Gratulation! Du hast bereits eine E-Mail von mir in Deinem Postfach.

Danke an alle Mitspielerinnen! Seid bitte nicht traurig, wenn es nicht geklappt hat. Aktuell läuft auf meinem Blog eine weitere Buchverlosung. Wer noch nicht mitgemacht hat, ist herzlich dazu eingeladen, sein Glück herauszufordern: http://buchstabenfaengerin.wordpress.com/2014/08/10/buchverlosung-fur-krimi-undoder-munchen-fans/

Frisch rezensiert: “Alles Liebe, deine Lise” von Brigitte van Aken mit SPONTANVERLOSUNG

⇒ NEUERSCHEINUNG

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Indie-Freunde,

heute möchte ich Euch eine der Herbst-Neuerscheinungen aus dem Münchner Indie-Verlag mixtvision vorstellen: “Alles Liebe, deine Lise” von Brigitte van Aken. Das Jugendbuch ist gestern, am 21. August 2014, auf den Markt gekommen. Hier erfahrt Ihr, wie es mir gefallen hat. Und zum Schluss wartet noch eine Überraschung auf Euch! 

Ein besonderer Jugendroman, der unter die Haut geht

Sterne: 4 von 5

Lise ist fast 16 Jahre alt, lebt in Belgien und liebt es, zu fotografieren. So weit, so normal. Doch hinter dem Mädchen liegt eine traumatische Erfahrung: Sie war von ihrem Freund Nishan schwanger und hat abgetrieben. Der immer wieder gleiche Albtraum sucht sie seitdem in den Nächten heim. Es sind einsame Nächte im Internat, in dem sie seit Kurzem lebt. Nishan distanziert sich immer mehr von ihr. Auch ihre Mitbewohnerin Charlotte ist Lise keine große Stütze. Lises Mutter ist auf ihre berufliche Karriere fixiert und der Vater lebt mit seiner neuen Freundin Linda zusammen. Gut, dass sie ihre geliebte Oma hat, mit der sie sich jeden Mittwoch ausführliche E-Mails schreibt. Ihr erzählt sie von all dem Schmerz, ihren Gedanken und Gefühlen und ist überrascht, wie viele Gemeinsamkeiten zu Lises Gegenwart in der Vergangenheit ihrer Oma lauern.

In “Alles Liebe, deine Lise” stellt die belgische Schriftstellerin Brigitte van Aken mit Lise ein zerbrechliches und dennoch unglaublich starkes Mädchen in den Mittelpunkt ihrer Erzählung. Die Trauer, die Enttäuschung und die Einsamkeit von Lise werden beim Lesen fast mit den Händen greifbar. In ihren berührenden E-Mails vertrauen sich Oma und Enkelin ihre Geheimnisse an. Die wöchentliche Konstante gibt sowohl Lise als auch ihrer Großmutter Elizabeth spürbaren Halt, die gerade aus ihrem eigenen Haus in ein Seniorenwohnheim gezogen ist. Anhand ihres schriftlichen Sprachgebrauchs wirken Oma und Lise jeweils recht authentisch. Nur die Tatsache, dass eine 76-jährige Omi sich im Dialog mit ihrer Enkelin völlig ungezwungen des Wortes “sexy” bedient, fand ich zugegebenermaßen ein ganz klein wenig gewöhnungsbedürftig.

“Alles Liebe, deine Lise” ist ein besonderes Buch. Auf 247 Seiten erzählt die Autorin still und einfühlsam eine Geschichte mit großen Emotionen und einigen überraschenden Wendungen. In diesem Roman, der speziell für 14- bis 17-jährige Leserinnen und Leser empfohlen, aber auch ältere Leseratten bewegen wird, vereint die Autorin die insbesondere für Jugendliche so wichtigen Themen wie Liebe, Freundschaft, Verrat und Vertrauen.

Mein Fazit: “Alles Liebe, deine Lise” ist eine sensible und zeitlose Geschichte, die unter die Haut geht und noch eine ganze Weile dort verharrt.

Alles Liebe, deine Lise
© mixtvision Verlag

EXTRA: Zur Printversion des Buches gibt es das e-Book übrigens gratis dazu. Dem Buch liegt ein individueller Code bei, mit dem das e-Book einmalig kostenlos heruntergeladen werden kann. Eine wirklich tolle Sache!

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: “Alles Liebe, deine Lise”

Zur Homepage des Verlags: mixtvision

 

Und nun zur angekündigten Überraschung:

Ich verlose ein e-Book von “Alles Liebe, deine Lise”.

Dem/der Gewinner/in sende ich nach Beendigung der Verlosung einen individuellen Download-Code zu, mit dem er/sie sich das e-Book auf der Verlagshomepage herunterladen und die Datei auf sein Lesegerät übertragen kann (Format: epub und mobi).

Mitmachen ist ganz einfach: Füllt einfach bis morgen (23. August 2014), 22:00 Uhr (MESZ) das Teilnahmeformular aus und schickt es ab. Ihr müsst mindestens 18 Jahre alt sein oder – falls ihr das noch nicht seid – die Einverständniserklärung Eures/Eurer Personensorgeberechtigten zur Teilnahme haben. Das erklärt Ihr, indem Ihr auf den Button “Abschicken” klickt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ihr dürft nur 1 x mitmachen. Mehrfachteilnehmer/innen werden disqualifiziert. Der/die Gewinner/in erklärt sich damit einverstanden, hier namentlich genannt zu werden. Ich übernehme keine Haftung, falls der Download des e-Books bzw. die Übertragung der Datei auf das Lesegerät fehlschlägt.

♠ Viel Glück! ♠

Frisch rezensiert: “Totenleuchten” von Klara Nordin

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Lehrreicher Lappland-Krimi

Sterne: 4 von 5

Im schwedischen Teil Lapplands, am Polarkreis, erreichen die winterlichen Temperaturen nicht selten minus 30 Grad Celsius. Die faszinierenden Polarlichter wiegen die klirrende Winterkälte und die stetige Dunkelheit jedoch auf. Die Samen – das Urvolk Lapplands – allerdings behaupten, die farbigen Lichtstreifen am Himmel seien die Seelen der Toten und kein gutes Omen. Über der Kleinstadt Jokkmokk wabert dieser Tage Anfang Februar das Polarlicht in schillernden Farben. Und dann geschieht ein grausamer Mord, den das chronisch unterbesetzte Polizeikommissariat vor Ort mit Hilfe der neuen Hauptkommissarin Linda Lundin schnellstens aufklären will. Das allerdings ist kein leichtes Unterfangen, denn es gibt gleich mehrere Tatverdächtige und Motive. Außerdem deckt das Team während der Ermittlungen in der vermeintlichen Idylle Ungeheuerliches auf…

Mit ihrem Krimi-Debüt sorgt die unter dem Pseudonym Klara Nordin schreibende Autorin Mitte August für Frösteln und kalte Schauer auf den Rücken ihrer Leser. Die Deutsche lebt bereits seit 13 Jahren in Schweden. Ihren Heimatort Jokkmokk hat sie in “Totenleuchten” eiskalt in einen Tatort verwandelt. Genau das lässt den Krimi authentisch wirken. Mit ihren Schilderungen über das Leben, die Traditionen und den Aberglauben der Samen gewährt Klara Nordin lehrreiche Einblicke in das Leben dieses interessanten Volkes. Die gesellschaftlichen Spannungen zwischen Schweden und Samen lässt sie dabei nicht unerwähnt.

Obwohl “Totenleuchten” ein wenig zögerlich anläuft, erreicht dieses Buch doch rasch den Punkt, an dem man einfach manisch weiterlesen muss. Einige Eckpunkte der Geschichte sind zwar vorhersehbar, aber das Rätsel, wer das Opfer – einen 19-jährigen Jungen – an seinem Geburtstag bestialisch ermordet hat, wird erst am Schluss gelöst. Klara Nordin schreibt durchweg angenehm und ohne Längen. Ihre beeindruckenden Schilderungen von Land und Leuten katapultieren den Leser geradewegs in den hohen Norden. Auch ihre Charaktere, vor allem die Polizisten Linda, Bengt und Margareta sind präzise ausgefeilt. Sie alle haben an persönlichen Schicksalen zu knabbern, die zwar angesprochen, aber nicht zum Hauptthema gemacht werden. Für Auflockerung sorgen die alten Damen Josefina und Maja, die sich permanent streiten. Diese beiden sind eine echte Bereicherung für das Buch. Auf ein Wiedersehen mit den betagten Streithennen darf man hoffen, denn Klara Nordin schreibt bereits an einem zweiten Fall für das Ermittler-Trio Linda, Margareta und Bengt.

Fazit: Wer bei einer spannenden Krimierzählung voll nordischer Atmosphäre und mit charakterstarken Figuren eine fremde Kultur kennenlernen will, ist mit “Totenleuchten” sehr gut beraten!

Totenleuchten

© Kiepenheuer & Witsch

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: “Totenleuchten”

Zum Blog der Autorin: Klara Nordin

Zur Homepage des Verlags: Kiepenheuer & Witsch

 

Frisch rezensiert: “Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt” von Romy Hausmann

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Derb, frech, ernsthaft – ein außergewöhnlicher Roman

Sterne: 5 von 5

Lisa Berner – nicht gerade ein Name wie Donnerhall. Und auch alles andere in Lisas Leben ist wenig glamourös: Als Fleischereifachverkäuferin fristet die 25-Jährige ein bemitleidenswertes Dasein in einem niederbayerischen Dorf, das sie “Shittingen” nennt. Gemeinsam mit ihrer herrischen Oma und dem schweigsamen Vater lebt sie unter einem Dach, seit sich ihre Mutter vor zwanzig Jahren das Leben nahm. Kein Wunder, dass Lisa davon träumt, Lola zu heißen und die Welt zu entdecken. Und so verschlägt es das Landei eines Tages urplötzlich nach München…

“Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt” ist der Debütroman der Autorin Romy Hausmann. Und was für einer: Derb und frech erzählt sie eine rasante Geschichte – beinahe eine Art bayerisches Roadmovie – und steigt doch dank der Tiefe in ihrer Erzählung elegant über das Etikett “unterhaltsame Frauenliteratur” hinweg. Denn trotz allen Humors, der auch gerne ins Satirische gleitet, schlägt Romy Hausmann auch ernsthafte Töne an und mutet Lisa einiges zu.

Die Figuren ihres Romans sind mindestens so unterhaltsam wie die ganze Geschichte: Romy Hausmann zündet ein wahres Feuerwerk aus skurrilen Protagonisten, die man einfach mögen muss. Allen voran natürlich Lisa, die aus ihrer Sicht mit ziemlich derben Worten gleichzeitig die Erzählerin des Romans ist. Der Name des ersten Kapitels, “Von der Groben”, trifft die Beschreibung der Hauptdarstellerin hervorragend. Lisa würde wohl sagen: “Das passt wie Arsch auf Eimer.” :-)

Ja, ich bin wirklich begeistert von diesem erfrischend anderen Roman und empfehle ihn nur zu gern allen Leserinnen und Lesern, die starke Charaktere mögen, deftigen Humor zu schätzen wissen und bereit sind, in einer temporeichen Story mit einem guten Schuss Ernsthaftigkeit regelrecht zu versinken. Romy Hausmann schreibt außergewöhnlich – außergewöhnlich gut und herrlich unterhaltsam. Ich hoffe inständig, dass diese Autorin auch in Zukunft noch ganz viele wunderbare Geschichten erzählt!

Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt

© Heyne Verlag

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Zum Buch auf http://www.amazon.de: “Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt”

Zum Profil der Autorin bei der Verlagsgruppe Random House: Romy Hausmann

Zur Homepage des Verlags: Heyne Verlag

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